Traktoren
Man sagt, mein Grossvater hätte als einer der ersten Bauern bereits in den Dreissiger Jahren einen Traktor angeschafft, noch mit Eisenrädern und einer Kurbel zum Andrehen. Es war ein Schweizer Traktor, ein legendärer Hürlimann, natürlich noch ohne Hydraulik und Zapfwelle, aber bereits mit einem Mähbalken. Das Gefährt, mit Benzin und Petrol betrieben, war noch sehr schwerfällig, nicht so wendig wie heutige Modelle, entsprechend auch schwer zu steuern. Das Anlassen mit einer Kurbel war harte Männerarbeit, insbesondere wenn der Motor noch und noch nicht anspringen wollte. Der Kühlergrill war defekt und musste immer wieder mit Lehm verstopft werden, damit das Kühlwasser nicht auslief. Der alte Traktor stand eingeklemmt neben allerlei Werkzeugen und Gerätschaften im angebauten kleinen Traktorenschöpfli. Wegen der Feuergefahr hatte der Grossvater die Wände der Garage mit Blech verkleidet. Fahren mit dem unhandlichen Gefährt war fast nur dem Grossvater, dem Gutsbesitzer, vorbehalten.
Es war für mich ein Riesenvergnügen und ich war auch sehr stolz darauf, als mein Vater begann, mit mir zusammen über die Anschaffung eines neuen Traktors zu sprechen. Ich glaube, ich kannte in dieser Zeit alle Traktorenprospekte auswendig. Aus den Inseraten schnitt ich die einzelnen Traktorenmodelle fein säuberlich aus, um sie dann nebeneinander in ein eigentliches Album zu kleben. Ich war mit meinem Vater der Meinung, wir sollten einen modernen englischen Massey-Ferguson kaufen, der Grossvater seinerseits war entschieden für einen neuen Hürlimann.
Die Anschaffung eines Traktors ist finanziell für die meisten Bauernfamilien neben der Hofübernahme oder allfälligen Gebäudesanierungen eine grosse Belastung. Meine Eltern besorgten sich einen Teil des notwendigen Geldes mittels Darlehen von Geschwistern und Verwandten. Ich selber verstaute meinen kleinen Lohn in einer Blechbüchse und versteckte meine Ersparnisse ehrgeizig, um damit in ferner Zukunft selber einmal einen modernen Marolf Kippanhänger anschaffen zu können.
Im Frühjahr 1958 traf der neue Traktor bei uns ein, ein rot-grauer Massey-Ferguson, 35 PS, mit Hydraulik und Zapfwelle, mit Kriechgang und abnehmbarem Verdeck. Obschon ich erst zehnjährig war, galt ich von jetzt an als Haupttraktorführer auf unserem Betrieb. Mein Grossvater hielt noch zehn weitere Jahre an seinem alten Traktor fest, obschon er nicht mehr gebraucht wurde, während sich mein Vater wie bisher vor allem auf die Arbeiten mit den beiden Freiberger-Zugpferden konzentrierte. Man war damals überzeugt, dass sich die Pferde nie ganz durch die Traktoren ersetzen lassen würden. Viele leichtere Feldarbeiten wie säen, walzen, hacken usw. wurden denn auch nach wie vor mit Hilfe der Pferde ausgeführt. Man setzte schwere Maschinen damals noch sehr zurückhaltend ein, um Bodendruckschäden zu vermeiden.
Ich genoss die Feldarbeiten mit dem neuen Traktor. Das Pflügen, die Bodenbearbeitung mit Bodenfräse, das Eggen, das Mähen und die Heuarbeiten, alles ging plötzlich so ring. Ich blieb mit Vergnügen bis spät am abend auf dem Feld, auf „meinem“ Traktor, wenn ich nur nicht in den Stall musste. Selbstverständlich war ich auch sofort für alle Servicearbeiten zuständig. Es ist wohl dieser hingebungsvollen Pflege zu verdanken, dass der Traktor über zwei Jahrzehnte problemlos funktionierte. Langsam aber stetig wurden im Laufe der Zeit die schweren landwirtschaftlichen Arbeiten mechanisiert. Bald einmal brauchte man die Pferde nur noch, weil man sie täglich bewegen musste und nicht, weil sie für einen bestimmten Arbeitseinsatz unentbehrlich waren. Dafür stiegen die Maschinenkosten an, so dass man sich auf manchen Höfen verschuldete und es darob zum Streit und Generationenkonflikten in der Familie kam.
Die Weiterentwicklung der Mechanisierung landwirtschaftlicher Arbeiten hatte in meiner Generation eine überragende Bedeutung. Der technische Fortschritt war enorm, denken wir nur an die Veränderungen in den Erntearbeiten: innert einiger weniger Jahrzehnte von der Sichel zum Mähdrescher bei der Getreideernte, von der Stechgabel zum Zuckerrübenvollernter, vom Handmelken über die Melkmaschine zum Melkroboter usw.. Die Väter versuchten in der Anschaffung von Maschinen mitzuhalten, um die Bauernarbeit zu erleichtern, den Beruf gerade für ihre Söhne und Töchter attraktiver zu machen, letztlich vielleicht auch, um die Hofnachfolge zu sichern. Das war bei uns nicht anders.
Die Landwirtschaftlichen Lehrjahre verbrachte ich Welschland, auf – für schweizerische Verhältnisse – einem Grossbetrieb. Jetzt war ich Traktorführer auf einem neuen Hürlimann…
… und einem Bührer Traktor, beides noch Schweizer Fabrikate.
Bei meinem ersten Auslandsaufenthalt auf einer englischen Farm in Devon tuckerte ich meistens mit einem IHC über die grossen Felder…
22 Jahre nach der Anschaffung „meines“ ersten Traktors, habe ich am Tag von Kilians Geburt einen neuen Traktor gekauft. Einen Renault, mit heizbarer Kabine, mit Frontlader und 65 PS. Während ich noch in der Küche mit dem Maschinenvertreter über den Preis verhandelte, wartete Stephanie im Schlafzimmer ungeduldig darauf, dass ich sie endlich ins Spital fahren würde.
Natürlich musste ich irgend einmal auch noch den Massey Ferguson ersetzen…
Und nochmal 21 Jahre später habe ich hier in Frankreich, an Weihnachten 2001, wieder einen Massey-Ferguson gekauft, mit viel Elektronik, Wendegetriebe, Klimaanlage, Bordcomputer und 120 PS. Rein ökonomisch gesehen eine nur schwer zu rechtfertigende Anschaffung. Aber so ist es eben: In einem Bauernleben können nicht nur wirtschaftliche Gründe massgebend sein. Arbeitsfreude, Zukunftsglauben, Besitzerstolz, Nostalgie und anderes spielen mit. Insbesondere, wenn es um Traktoren geht.
Gartenarbeit
Vorher: morgens um acht Uhr
Während: morgens um Zehn
Mindestens eine Tonne gut verrotteter Kuhmist eingearbeitet…
Nachher: um 16 Uhr ist alles parat für 60 Tomatensetzlinge
Von Orchideen umzingelt…
Rund um Haus und Hof
Im Süden – Orchis Purpurea
Im Westen – Orchis purpurea
im Nordwesten – Orchis purpurea
und zur Abwechslung mal Orchis simia (auch Nordwest)
ein paar Schritte weiter wieder Orchis purpurea – wir sind jetzt schon ziemlich im Norden
im Norden – Orchis purpurea
Im Nordosten – Orchis purpurea
Im Osten – Ophrys lutea (die kleinen gelben Blümlein)
Und wieder im Süden – Orchis purpurea
„Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“
Der Roman von Thomas Meyer ist satirisch, selbstironisch, witzig – so dass einem das skurrile orthodoxe Judentum schon fast wieder sympathisch wird. Ein Lesevergnügen für regnerische Ostertage!
Osterspaziergang
Besuch bei einem befreundeten Fotografen und Biologen
Laurent Bessol, Publikationen: http://www.cnature.fr/
In einem kleinen Dorf im Gers mit wunderbarem Blick über die hügelige Landschaft
Auf einem Rundgang in den benachbarten Hügeln
Laurent zeigt uns ein paar Orchideen, die wir bei uns nicht finden
Ophrys sulcata (gefurchte Braune Ragwurz):
Serapias lingua x vomeracea:
Und zum Abschluss la vedette du jour: Ophrys miroir = Spiegel-Ragwurz.
Das ist eine sensationelle Entdeckung, denn bisher wurden im ganzen Gers nur gerade vier Exemplare gefunden.
Aber Achtung: ab heute wird die Suche in unseren Magerwiesen intensiviert.
Das Kreuz mit dem Kreuz
Kreuz auf Erden und am Himmel (Gemeinde Durban, Gascogne)
Ich halte nichts von Religionen und Kirchen, gleichgültig ob christlich, islamisch, hinduistisch, buddhistisch jüdisch oder sonst welchen Sekten. Die Institution Kirche halte ich für unnütz oder schädlich. Religion sollte Privatsache sein und die Religionsfreiheit muss gewährleistet bleiben.
Die vollständige Trennung von Kirche und Staat ist für mich zwingend. Die Gewährung der Menschenrechte ist Voraussetzung für eine vernünftige Gesellschaftsordnung.
Diese knappen Vorstellungen sind im ehemals katholischen Frankreich weit besser realisiert als in der konservativen Schweiz mit seinen „anerkannten“ Religionsgemeinschaften und seiner Verfassung „im Namen Gottes“.
(soweit das Wort zu Ostern….)
Der Goalie bin ig
Das chame so säge, wöu Junkies hüete, isch für töu Puren eifach e Betriebszweig meh, die einte hei Chäubermascht und Raps und angeri hei Bärgchäs und Geissen und töu nähme Junkies. Subväntioniert isch aues.
Es kommt oft vor, dass ich mir nach einem guten Buch noch – falls vorhanden – den Film ansehe. Ich bin jeweils gespannt, wie ein Roman filmisch umgesetzt wird. Beim „Der Goalie bin ig “ von Pedro Lenz war es umgekehrt: ich habe zuerst den guten Film gesehen und dann erst das köstliche Buch gelesen. Mit grösstem Vergnügen!
Im wahrsten Sinne: eine AUTObiografie
Ich bin ja nicht gerade ein Autofreak, aber trotzdem sind wir, – gerade hier in der France profonde -, auf einen fahrenden Untersatz angewiesen. Und weil unser Peugeot 307 SW inzwischen über 200’000 km auf dem Zähler hat und grössere Reparaturen anstehen, müssen wir uns zwangsläufig wieder mal mit einem Autokauf beschäftigen. Die Evaluation läuft.
Gute Gelegenheit Rückschau zu halten auf unsere AUTObiografie:
Früher wollte ich Rennfahrer werden und habe bereits auf den abgeernteten Heufeldern mit dem legendären Citroen traction avant meines Grossvaters geübt…
Schade dass wir den Oldtimer nicht irgendwo aufbewahrt haben!
Mit 18 habe ich die Fahrprüfung bestanden (übrigens erst im zweiten Anlauf, weil ich nicht rechts und links unterscheiden kann). Gelernt habe ich auf dem Citroen ID, der auch meinem Grossvater gehörte, der selber aber nicht mehr fahren durfte und daher meine Chauffeurdienste schätzte…
Später habe ich zusammen mit meinem Schwiegervater und Schwager den Motor eines ID’s in einen anderen ID eingebaut… (das konnte man damals noch…)
Unser erstes eigenes Auto war (nach viele 68er-Autostop-Reisen durch ganz Europa), wie könnte es anders sein, ein roter 2CV…
Dann kam das erste Familienauto: Renault 14, der uns innert sechs Jahren regelrecht weggerostet ist!
1985 haben wir den hier abgebildete Nissan Prairie gekauft. Damit haben wir später unsere Habseligkeiten nach Frankreich gezügelt und seit 2002 ist dieser 4 x 4 ein ideales Betriebsfahrzeug für den harten Einsatz über Stock und Stein!
In den letzten 12 Jahren hat uns der Peugeot 307 SW gute Dienste geleistet, aber jetzt beginnt er zu stottern.
Zur Diskussion stehen jetzt diverse Hybridfahrzeuge, Toyota Prius, Peugeot 3008, VW…
Wer kann was empfehlen?
Schon wieder Orchideen…
…weil sie halt zurzeit so schön blühen…
Wiese mit Orchis simia (Affen-Knabenkraut)
Wiese mit Orchis purpurea (Purpur-Knabenkraut)
Und hier noch die Kreuzung dieser beiden Orchideen:
Inzwischen ist auch die Orchis militaris (Helm-Knabenkraut) schon aufgetaucht – zwei Wochen zu früh.
Und mit ihr auch der Hybrid mit Orchis purpurea:



































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