AUSWANDERERBLOG

Luzerne

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on Oktober 6, 2021

Die Luzerne, auch Saat-Luzerne, Alfalfa, Schneckenklee oder Ewiger Klee, engl. lucerne oder alfalfa genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schneckenklee in Unterfamilie Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist auch eine Nutzpflanze.

Kurz: Luzerne ist eine erstaunliche Pflanze. Ihre Wurzeln können mehrere Meter ins Erdreich eindringen, was sie sehr resistent macht gegen Trockenheit. Ich setze sie auch ein, um Distelnester zu bekämpfen. Durch häufigen Schnitt werden die Disteln „ausgehungert“.

Vorher…

Nachher…

Meine Luzerne dient als Futterpflanze für die Winterfütterung von 600 Schafen.

Über die Freude nach getaner Arbeit

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on Oktober 4, 2021

Als Ackerbauer freue ich mich über eine gute Ernte, über eine gelungene Saat, über ein schönes Saatbeet. Hier will ich in etwa vier Wochen Dinkel (épautre) säen, sofern ich das Biosaatgut rechtzeitig erhalte und das Wetter mitspielt. Nächstes Frühjahr ist dann noch eine Luzerne-Untersaat auf den gleichen Parzellen geplant.

Pressen

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on August 12, 2021

Die Luzerne-Quaderballen dienen als Winterfutter für 600 Schafe.

95 Quaderballen, fast 50 Tonnen…

Heuen

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on August 11, 2021

Wälmle bei 35°C

Ich fordere…

Posted in Agrikultur, Bauernland, Patrimoine et architectures by ruedibaumann on August 10, 2021

… mindestens einen Baum auf jedem Acker!

4000 Blogbeiträge

Posted in Bauernland, Von Tag zu Tag by ruedibaumann on August 1, 2021

Das ist seit 2006 der 4000ste Blogbeitrag… Wers nicht glaubt kann sie nachzählen oder nachlesen 😇!

Sowas nennt man Beharrlichkeit oder Ausdauer! Zugegeben, einzelne Beiträge sind nicht sehr kreativ, es gibt Wiederholungen und manchmal ohne Text nur ein Föteli auf die Schnelle.

Zur Feier des Tages (und zum Nationalfeiertag) etwas Nostalgie: Ich bin mit meinen Söhnen Simon und Kilian am Zuckerrüben jäten im Stücki im Berner Seeland im Jahre 1991. Die Buben jammern noch heute, sie hätten zuviel harte Feldarbeit machen müssen…

Foto Christian Helmle 1991, TAM

Nous paysans

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on Juli 18, 2021

Hier soll ein filmisches Meisterwerk entstehen….

https://www.tonundbild.ch/wir-erben

Unterhalt von Wanderwegen

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on Juli 6, 2021

Schöner Nadelwald

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Juni 22, 2021

Schöner Fichtenwald am Frienisberg

Heute vor genau zwanzig Jahren…

Posted in Agrikultur, Bauernland, Patrimoine et architectures, Uncategorized by ruedibaumann on Juni 21, 2021

„Es war spätabends und entsprechend finster in dieser gottverlassenen Gegend, als wir am 21. Juni 2001 ankamen. Wie abgemacht, lag der Hausschlüssel unter einem Stein neben dem Haupteingang der Maison du Maître, aber wir hatten weder Strom noch Wasser und auch das Telefon funktionierte nicht. So biwakierten wir in unserm neuen, unmöblierten Heim bei Kerzenlicht auf dem Fussboden, das Wasser holten wir aus dem nahen Senkbrunnen und zur nächsten Telefonkabine fuhren wir einige Kilometer. Die ersten Wochen verbrachten wir mit Aufräumen, Reparieren, Entsorgen, Einkaufen und Anstreichen. Daneben knüpften wir erste Kontakte zu den Bauernfamilien in der Gegend. Unsere Gemeinde zählt nur 65 Einwohner, die nächsten Nachbarn sind anderthalb Kilometer entfernt. Wir stellten uns beim Maire vor und schlugen uns mit der französischen Bürokratie herum, mit der Electricité de France und der Telecom.
Während vier Jahren hatten wir etwa 30 Betriebe besucht, bis wir in der France profonde den passenden fanden. Die hügelige Region 100 km westlich von Toulouse gilt als Abwanderungsgebiet und ist am schwächsten besiedelt von ganz Frankreich. Die Böden sind hart und steinig, kalk- und tonreich und oft sehr trocken. Unser Hof umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 70 Hektaren, alles an einem Stück, mit alten, aber charaktervollen Gebäuden. Die früheren Besitzer waren so genannte Pieds noirs gewesen, die 1963 von Algerien hierherkamen. In den letzten 10 Jahren war der Betrieb mit Hilfe von EU-Subventionen stillgelegt. Einerseits ideal für uns, weil wir vom ersten Tag an mit biologischem Landbau beginnen konnten, andererseits waren Hof und Felder stark vernachlässigt und zugewachsen. Aber was gibt es Schöneres, als etwas wieder instand zu stellen, Böden zu rekultivieren, zu säen und zu ernten und das alles in einer landschaftlich zauberhaften Gegend? Inzwischen haben wir das Dach des Wohnhauses saniert, eine Heizung eingerichtet, die Wasserversorgung erneuert und alle Zimmer gestrichen. Auf 40 Hektar Acker wuchsen in den letzten Jahren Sonnenblumen, Brot- und Futtergetreide und Févéroles (Bohnen). Wir haben Drainagerohre verlegt und Bachläufe saniert, einen kleinen Rebberg und einen Garten mit Gewächshaus angelegt.
Die nötigen grossen landwirtschaftlichen Maschinen mieteten wir am Anfang, inzwischen haben wir die wichtigsten Geräte und Apparate, Schaufelbagger und Frontlader angeschafft. Nicht ohne vorher alle Maschinenausstellungen in der Region zu besuchen und ausführlich mit den Maschinenhändlern zu feilschen. Am Ende des ersten Betriebsjahrs leisteten wir uns zu Weihnachten einen neuen, topmodernen 120 PS starken Massey-Ferguson. Da kam die alte Freude wieder hoch, die Erinnerung an Grossvaters Traktor und die alten Zeiten.
Weil wir nicht grossflächig bewässern können, sind die Erträge unseres Hofs, bei dessen Bewirtschaftung uns gelegentlich die Söhne helfen, nur etwa halb so hoch wie in der Schweiz. Der Absatz der Bioprodukte erfolgt über landwirtschaftliche Genossenschaften, allerdings zu Marktpreisen, die zwei- bis dreimal tiefer liegen als in der Schweiz. Die Weideflächen bestossen wir kurzfristig mit 40 Mutterkühen unseres Nachbarn, dem Gemeindepräsidenten. Damit ist uns gedient, weil wir zeitlich eine gewisse Unabhängigkeit aufrecht erhalten können, und ihm, weil er mit der zusätzlichen Weidefläche die Futterknappheit in den heissen und trockenen Sommermonaten ausgleichen kann.
Für die ersten fünf Jahre konnten wir mit der Regierung einen sogenannten Contrat Territorial d’Exploitation abschliessen, einen detaillierten Naturschutzvertrag, der die Umstellung auf Biolandbau, die fünf Kilometer Heckenpflege, die Erhaltung der artenreichen Wiesen, den pfluglosen Ackerbau, die Grünstreifen entlang der Bachläufe usw. regelt. Dafür bekommen wir Entschädigungen in der Grössenordnung von umgerechnet jährlich zwanzigtausend Schweizer Franken. Daneben erhalten wir die ordentlichen EU-Direktzahlungen in ähnlicher Höhe. Die Einhaltung der Flächen und Kulturen wird mit detaillierten Flugaufnahmen und professionellen Kontrolleuren überwacht.
Zur Zeit laufen die Vorbereitungen und hitzige Diskussionen an Bauernversammlungen für die künftigen Einheitszahlungen) der EU, die 2006 eingeführt werden. Damit keine Routine einkehrt, bewerben wir uns zur Zeit um eine Pachtlandfläche von rund 30 Hektar, angrenzend an unseren Betrieb, um damit mittelfristig den Vollerwerbsbetrieb zu sichern.
Wir, und die vielen Besucher aus der Schweiz, freuen uns täglich an den intakten Landschaften, – die majestätischen Eichenalleen wirken fast wie Kathedralen -, wir staunen über Flora und Fauna, haben wir doch inzwischen auf unseren Wiesen 26 verschiedene wilde Orchideenarten entdeckt. Den Schritt nach Europa haben wir noch keinen Tag bereut. Wir haben hier gute neue Freunde gewonnen und werden uns bald einbürgern lassen können. Wenn wir allerdings aus der Schweiz hören, dass die erleichterte Einbürgerung für Ausländer in einer Volksabstimmung abgelehnt wurde, schämen wir uns manchmal auch einwenig für unser Land.“

(Auszug aus meinem Buch „Bauernland““ 2006, Nagel und Kimche)

Inzwischen sind wir zwanzig Jahre in Frankreich, natürlich schon 15 Jahre eingebürgert und immer noch begeistert von Land und Leuten. Den Betrieb haben wir schlussendlich nicht vergrössert, dafür viele bauliche Projekte realisiert (Photovoltaikanlage, Solarpanel, Isolierverglasung, Scheunendach, Denkmalpflege usw.), die Produktepalette erweitert (Soja, Kichererbsen, Mischkulturen, Luzerne…). Die Orchideenvielfalt hat noch zugenommen und damit auch die Besuchergruppen. Abgenommen haben die EU-Direktzahlungen, dafür hat die Biodiversität zugenommen. Wegen unseren Enkel*innen sind wir öfter in der Schweiz und geniessen das Grosselterndasein. Aber das steht ja alles in diesem Blog mit inzwischen 4000 Beiträgen!