AUSWANDERERBLOG

Bauernbank und Bauernzeitung

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 24, 2022

Früher galt die Raiffeisenkasse als eigentliche genossenschaftliche Bauern- und Landbank. Das war, bevor der nun angeklagte Pierin Vincenz und andere mit offenbar fragwürdigen Methoden Raiffeisen zu einer Grossbank machten. In dem morgen beginnenden Prozess soll nun endlich geklärt werden, wie weit Betrug, Urkundenfälschung, Söihäfeli-Söideckeli-Politk usw. bei Raiffeisen an der Tagesordnung waren.

Mich erstaunt, wie wenig bisher das illustere Aufsichtsorgan der Bank, der damalige Verwaltungsrat thematisiert wurde. Immerhin waren in der fraglichen Zeit die zürcher Regierungrätin Rita Fuhrer (notabene damals auch offizielle Bundesratskandidatin der SVP) und der stellvertretende Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes Urs Schneider Mitglieder des hoch dotierten Aufsichtsgremiums (170’000 Franken Entschädigung pro Jahr für diese Nebenbeschäftigung). Was macht eigentlich ein Verwaltungsrat in einer Bank?

Es scheint, dass es nun auch den Bauernzeitungen nicht mehr ganz so wohl ist bei der Sache. Früher war man stolz darauf, ein Geschäftsleitungsmitglied des Bauernverbandes im Verwaltungsrat der erfolgreichen Bank zu wissen. Jetzt nur noch Schweigen.

Aber Urs Schneider darf weiterhin die Abstimmungskämpfe der Agrarlobby gegen unliebsame Initiativen organisieren. Selbstverständlich bleibt die Finanzierung der Abstimmungskämpfe geheim. Schliesslich geht das niemand etwas an… wie bei Raiffeisen.

Hat man nichts gelernt?

Palombière

Posted in Bauernland, Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Januar 23, 2022

Bei einer Wanderung über die bewaldeten Hügeln des Gers trifft man hin und wieder auf diese Waldhütten, Palombière genannt.

„Als Palombière bezeichnet man eine Jagdhütte, die speziell für die Jagd auf Ringeltauben hergerichtet ist. Diese Jagdart ist vor allem im Südwesten Frankreichs beliebt. Dort fliegen im Herbst und im Frühjahr Ringeltauben auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete beziehungsweise im Frühjahr wieder zurück in ihre Brutgebiete entlang der Küstenregion. Von diesen Palombières aus wird in Frankreich die größte Anzahl von Tauben geschossen. Die jährliche Jagdstrecke beträgt etwa 800.000 Tiere.

Es handelt sich um eine traditionelle Jagdform. Ausgeübt wird sie überwiegend von Männern, die in den Unterständen auch gemeinsam essen und trinken. Sie hat deswegen auch eine große soziale Bedeutung in den Landregionen, in denen diese Jagdform ausgeübt wird. Die Tauben werden von dort aus geschossen, aber auch häufig über einen Lockvogel (d. h. eine gefangen gehaltene Ringeltaube) angelockt und mit Netzen gefangen. Die gefangenen Tauben werden zu traditionellen Gerichten der französischen Küche verarbeitet wie etwa Salmis de palombes.“ (Wikipedia)

Die Jagd ist auch hierzulande seit längerem umstritten. Nicht zuletzt, weil es imme wieder Unfälle gibt.

In unserer Gegend haben die Jagdgesellschaften Nachwuchsprobleme, was man auch an den zerfallenen Jagdhütten sieht. Allerdings nehmen auch die Schäden durch Wildschweine zu. Kürzlich habe ich auf unserem Luzernefeld nicht weniger als 16 (!) Wildschweine gezählt!

Das Land der Anderen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 18, 2022

„Das Land der Andern“ ist die Geschichte der Grosseltern von Leila Slimani. Marokko nach dem Krieg ab 1945. Grossmutter Französin, Grossvater Marokkaner. Es ist der erste Titel einer noch nicht vollständig publizierten Trilogie zur Familiengeschichte von Leila Slimani.


Leila Slimani, geboren 1981 in Rabat, wuchs in Marokko auf. Ihr Vater war Bankier und ein hoher marokkanischer Beamter. Ihre Familie gehört zu französischsprachigen Elite Marokkos. Sie studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po Politikwissenschaften und arbeitete danach als Journalistin für die Zeitschrift Jeune Afrique. Ende 2017 wurde sie zur persönlichen Beauftragten von Staatspräsident Emmanuel Macron zur Pflege des französischen Sprachraums ernannt. Slimani lebt mit ihrer Familie in Paris. 2016 erhielt sie für ihren Roman „Chanson douce“ („Dann schlaf auch du“) den Prix Goncourt. In einem Interview mit der Literaturzeitschrift Telquel spricht sie über ihre doppelte Nationalität: „Ich habe mich immer hundertprozentig französisch und hundertprozentig marokkanisch gefühlt.“

Ich war selber 1971 einige Wochen in Marokko und der Roman hat mir viele Erfahrungen aus der damalige Zeit in Erinnerung gerufen.

Überraschungsbesuch am Morgen!

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Januar 17, 2022

Guten Morgen! Hin und wieder begegnen wir uns auf den Feldern. Offenbar wollte der Hahn jetzt mal wissen, wo wir wohnen… 😉

„Der Fasan (Phasianus colchicus; Plural Fasane oder Fasanen) ist eine Vogelart aus der Ordnung der Hühnervögel. Wie bei anderen Fasanenartigen fällt der Hahn durch sein farbenprächtiges Gefieder und seine deutlich längeren Schwanzfedern auf. Hennen zeigen eine bräunliche Tarnfärbung. Der Ruf des Hahns ist ein lautes, charakteristisches und oft gereihtes gö-göck (Beispiel?/i).“ (Wikipedia)

Umfahrungsstrasse

Posted in Patrimoine et architectures, Politik by ruedibaumann on Januar 15, 2022

Wir benötigen gut eine Stunde um per Auto nach Toulouse zu gelangen (per Auto und Zug sind es zwei Stunden und per Velo fünf Stunden). Weil die N 124 direkt durch das Städtchen Gimont führt, entstehen hier regelmässig langwierige Staus. Das soll sich nun ändern: eine grosszügige Umfahrungsstrasse wird anfangs März eröffnet. Wir haben heute das Bauwerk zu Fuss abgeschritten…

Wie immer bei solchen Projekten: mehr Lebensqualität für Siedlungsbewohner*innen, viel Landschaftsbeeinträchtigung, auch wenn sich die Strassenbauingenieure viel Mühe geben. Kaum lösbare Zielkonflikte!

Une balade dans le Gers….

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Januar 15, 2022

 Une balade, selon la définition du dictionnaire, est « une flânerie, promenade sans but précis » ou bien « une sortie, excursion vers des lieux relativement proches ».

Januarmorgen…

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Januar 14, 2022

… auf der Ferme La Oueyte

Starke Niederschläge im Südwesten

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Januar 10, 2022

… Wasser ableiten und lesen vor dem Cheminèe…


Wie weiter mit der EU?

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 9, 2022

Nichts neues unter der Sonne: diese Arenadiskussion fand vor sage und schreibe 22 Jahren statt:

Aber sehen und hören Sie selbst: (unten stehenden Link anklicken)

https://www.srf.ch/play/tv/arena/video/wie-weiter-mit-der-eu?urn=urn:srf:video:24f35a25-5f76-4bf7-bca5-bf805f4069b2

Leider ist dieses schöne Land keinen Schritt weiter, im Gegenteil!

Emmerdeur Macron

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Januar 7, 2022

„Beginnen wir das Neue Jahr mit einem linguistischen Diskurs, der besonders die frankophile Fraktion ansprechen dürfte: Wie lässt sich das schöne französische Verb «emmerder» übersetzen? Schöngeist Macron, der einst einen Jugendlichen zurechtstutzte, der ihn mit «Manu» ansprach, gebrauchte dieses Tätigkeitswort: Er wolle Ungeimpfte bis zum Schluss «emmerder», sagte er dem «Parisien». Der «Tagi» übersetzte den Ausdruck im Print wohlwollend mit «nerven», wechselte online dann aber zu «auf den Sack gehen», der «Financial Times» fiel «piss off» ein. Nun ja – die Fäkal-Dimension sparten sich beide. Keine Frage: Die Heftigkeit der neuen Virus-Welle zu Jahresbeginn war absehbar, in Frankreich genauso wie in der Schweiz. Doch dass Macron, dem man die Balzac-Deklamation rückwärts zutraut, ganz bewusst zu derart deftiger Wortwahl greift, zeigt vor allem eines: Die pandemiebedingte Gereiztheit macht auch vor Kaltblütern nicht halt.
 
Aber sehen wir als grosse Versteher der lateinischen Seele auch das Positive. Ein «Emmerdeur», ebenfalls wohlwollend übersetzt als «Nervensäge», ist in der dialektischen französischen Wahrnehmung eben auch ein Held. Man erinnere nur an das legendäre Buch «Le guide de l’emmerdeur», das massenhaft Tipps enthält, wie man sich in einem Geist der Revolte gegen Steuergesetze, Restaurant-Abzocken oder Verkehrsrowdys behauptet. Im Herzen bleibt der Franzose eben ein Revoluzzer – ein Emmerdeur der Mächtigen. Da zeigt sich selbst Jupiter Macron zu Beginn seines Wahljahrs volksnah.“

Dirk Schütz, Chefredaktor Bilanz

Übrigens: Macron hat mir aus dem Herzen gesprochen!