AUSWANDERERBLOG

Der Reisende

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on August 20, 2019

Der Roman „Der Reisende“ ist eine grosse Wiederentdeckung. Der Autor des Romans,  Ulrich Alexander Boschwitz starb bereits 1943, erst 27-jährig, bei einem deutschen U-Boot-Angriff. Das Buch wird erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.

Es geht um Deutschland im November 1938. Otto Silbermanns jüdische Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Er selbst versucht, unsichtbar zu bleiben, nimmt Zug um Zug, reist quer durchs Land, versucht über die Grenze zu kommen. Er erlebt die Gleichgültigkeit der Masse, das Mitleid einiger Weniger. Und immer mehr die eigene Angst.

Ein hochaktuelles Buch angesichts der heutigen rassistischen Töne, der Ausgrenzung von Flüchtlingen, der zunehmenden Verachtung von Andersdenkenden und der Verherrlichung von rechtsextremen Volkstribunen.

Wie konnte das damals geschehen? Warum hat sich die schweigende Mehrheit nicht gewehrt? Warum kann die grösste Partei der Schweiz ungestraft Naziparolen übernehmen? Haben wir aus den Jahren 1933-45 nichts gelernt?

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„Patria“

Posted in Literatur by ruedibaumann on August 2, 2019

„Patria“ (Vaterland) so heisst der gewaltige Roman von Fernando Aramburu, der dem spanischen Autor zu recht zahlreiche höchste literarische Auszeichnungen eingebracht haben. Inzwischen wurde das Buch bereits in 20 Sprachen übersetzt und ein Film ist in Arbeit! Es ist eine hinreissende Geschichte zweier baskischen Familien während den fünfzig Jahren des ETA-Terrors.

„Die Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, (baskisch für Baskenland und Freiheit) war bis zu ihrer Selbstauflösung am 2. Mai 2018[1] eine marxistisch-leninistische, separatistische baskischnationalistische Untergrundorganisation. Sie wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bediente sich vorwiegend terroristischer Mittel, obwohl ihr auch mehrere politische Parteien im Kampf für die baskische Autonomie zur Seite standen. Insgesamt wurden von der ETA rund 830 Menschen getötet. Der erste Mord der ETA wurde am 28. Juni 1960 verübt.[2][3][4]

Die Organisation verfolgte das Ziel eines von Spanien unabhängigen, sozialistischgeprägten baskischen Staates, der die spanischen autonomen Regionen Baskenlandund Navarra sowie das französische Baskenland umfassen sollte, und führte ihren Kampf auch nach dem Übergang Spaniens von der Franco-Diktatur zur Demokratieweiter.“ (Wikipedia)

Ich habe seit langem kein so politisch überzeugendes, eindringliches und bewegendes Buch mehr gelesen (über 700 Seiten)! Angesichts der Autonomiediskussionen in Katalonien hat der Autor offenbar eine Sprache gefunden, die im heutigen Spanien (und Europa) das Buch überall zu einem Besteller machen! Unbedingt lesen!

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LEMPI das heisst Liebe

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 24, 2019

Minna Rytisalo hat einen ersten Roman geschrieben, der 2017 gleich zum besten Roman Finnlands ausgeszeichnet wurde. Vielschichtig, emotional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. Eine Entdeckung!

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/lempi-das-heisst-liebe/978-3-446-26004-7/

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Mit Blick aufs Meer

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 9, 2019

„Mit Blick aufs Meer“ ist kein Roman im eigentlichen Sinn, sondern eine Sammlung von dreizehn Erzählungen bzw. Kurzgeschichten, die im Verlauf mehrerer Jahrzehnte in Crosby, Maine, spielen. In praktisch allen Geschichten taucht Olive Kitteridge auf, eine Bewohnerin der Kleinstadt, die zunächst an der Crosby Junior High School Mathematik unterrichtet und dann pensioniert wird. In Crosby ist nicht viel los. Erst wenn man wie Elizabeth Strout genauer hinschaut, entdeckt man Lebensdramen. In „Mit Blick aufs Meer“ geht es um menschliche Stärken und Schwächen, Liebe, Betrug, Zorn, Aufbegehren und vieles mehr. Elizabeth Strout erzählt die beschaulichen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven und wechselt mitunter auch innerhalb eines Kapitels den Blickpunkt. Häufig beginnt sie mit Sätzen, aus denen der Leser zunächst nicht schlau wird. So erzählt sie beispielsweise von einer Beerdigung, bevor wir erfahren, wer tot ist und was passierte. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ wurde Elizabeth Strout mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Strout-blick-aufs-meer.htm (c) Dieter Wunderlich

Ich war fasziniert von dem Buch! So viel Zwischenmenschliches, Warmherziges, Anrührendes… unbedingt lesen!

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Lesen

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 27, 2019

Eigentlich lese ich keine Krimis. Håkan_Nesser ist aber ein so begabter Schriftsteller, dass ich hin und wieder eine Ausnahme machen muss: „Das zweite Leben des Herrn Roos“ ist ein so toller Roman, dass man immer weiter lesen möchte…

„1913, Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian_Illies ist ein Porträt eines einzigartigen Jahres. Es treten u.a. auf: Kafka, Thomas Mann, Sigmund Freud, Stalin, Else Lasker-Schüler, Rilke, Marcel Proust, Picasso, Hitler, Kaiser Franz Joseph, Bertold Brecht, Mona Lisa, Käthe Kollwitz und viele andere. Ein Juwel von einem Buch!

Die „Stürmischen Jahre“, Untertitel: Die Manns, die Riesers, die Schwarzbachs von Eveline_Hasler erzählt die Geschichte der dreissiger Jahre rund um das Schauspielhaus Zürich, als viele Autoren auf der Flucht vor den Nazis Schutz in der Schweiz gesucht haben. Lesen Sie gut!

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In der sibirischen Taiga

Posted in Literatur, Uncategorized by ruedibaumann on April 9, 2019

Der Debutroman der russischen Schriftstellerin und Filmemacherin Gusel Jachina „Suleika öffnet die Augen“ trifft mitten ins Herz, wie viele RezensentInnen schreiben https://www.perlentaucher.de

Die Autorin lehnt sich an die herzzerreissende Geschichte ihrer Grossmutter an, einer tatarischen Bäuerin. Es ist die Zeit um 1930, Stalin enteignet und entrechtet, um die Industrialisierung voranzutreiben, millionenfach die sogenannten Kulaken (selbstständige Bauern und Bäuerinnen) und verbannt sie in die sibirische Taiga.

Ein meisterhaftes Debüt, das in 31 Sprachen übersetzt wurde! Starke Frauen in dunklen Zeiten!

Gulag

Gulag, Lagerstandorte

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Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 31, 2019

Der neueste Roman von Joachim Meyerhoff „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ist wieder hochkomisch, voller Selbstironie und Melancholie… ein echter Meyerhoff eben.

https://auswandererblog.ch/?s=Meyerhoff

Ein Lesevergnügen!

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Das Leben natürlich

Posted in Literatur by ruedibaumann on Februar 4, 2019

Das Leben-natuerlich von Elizabeth-Strout ist ein grosser Familienroman! In einer Kleinstadt in Maine zu leben mag romantisch klingen, aber die Wirklichkeit sieht meistens anders aus. Die amerikanische Autorin schreibt vollkommen unsentimental aber tief berührend. Grossartig! Unbedingt lesen!

Ohne Titel

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Michel Houellebecq

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 23, 2019

Ich habe „Karte und Gebiet“ (Original: „La carte et le territoire“) gelesen. Mit grossem Vergnügen übrigens!

Die KritikerInnen sind sich nicht einig über diesen französischen Autor:

TAZ: … „er stiehlt einem mit geballten Banalitäten die Zeit“…

Die Zeit: …“sentimentaler Lustekel an der Welt“…“senil“…

Süddeutsche Zeitung: …“ganz klar ein Meisterwerk“…

Frankfurter Allgemeine Zeitung: …“der genialste Landvermesser der französischen Literatur“…

Ich bin gespannt auf seinen neuen Roman: „Serotonin“!

https://www.aargauerzeitung.ch/kultur/buch-buehne-kunst/kritikerstimmen-ueberschlagen-sich-zu-michel-houellebecq-warum-und-was-dabei-uebersehen-wird-133994043

 

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Eine Geschichte von Morgen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Dezember 25, 2018

Die Bücher von Yuval Noah Harari finde ich faszinierend. „Homo Deus, Eine Geschichte von Morgen“ https://de.wikipedia.org/wiki/Homo_Deus_-_Eine_Geschichte_von_Morgen schliesst an „Eine kleine Geschichte der Menschheit“ an und ist nicht weniger anregend.

So viel kluge Überlegungen habe ich noch selten in einem Sachbuch gefunden und es ist so geschrieben, dass es auch ein Normalsterblicher versteht. „Ein Sachbuch, so anregend, dass man dazu tanzen möchte!“

„Was wird aus unserer Gesellschaft, unserer Politik und unserem Alltagsleben, wenn nicht-bewusste, aber hochintelligente Algorithmen uns besser kennen als wir uns selbst?“

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