AUSWANDERERBLOG

Im Westen nichts Neues

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on August 12, 2022

In heissen und kriegerischen Zeiten kann es nicht schaden, alte Bücher wieder zu lesen! Antikriegsliteratur ist notwendiger den je, wenn immer mehr aufgerüstet, gedroht und gekämpft wird!

Auf jedem Dorfplatz in Frankreich stehen die Soldatendenkmäler mit den Namen der jungen Leute, die im Ersten (la grande guerre) und Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben! 

Etwa tausend Bücher…

Posted in Literatur by ruedibaumann on August 4, 2022

… haben sich im laufe der Jahre hier bei uns in Frankreich angesammelt. Darunter sind natürlich auch alte Bestseller wie beispielsweise Bücher von Erich Maria Remarque https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Maria_Remarque

Eben habe ich seinen Roman „Der Himmel kennt keine Günstlinge“ wieder gelesen. In diesen kriegerischen Zeiten werde ich mir demnächst auch „Im Westen nichts Neues“ wieder zu Gemüte führen.. Das Antikriegsbuch wurde 1929 geschrieben, war in der Nazizeit verboten und wurde öffentlich verbrannt. Zum Glück gibt’s noch Bücher. Alte und neue!

Ikarien

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 20, 2022

„Ikarien“ ist ein Roman von Uwe Timm (https://de.wikipedia.org/wiki/Ikarien_(Roman), eine Zeitreise durch die deutsche Geschichte, eine ganz eigene Sicht auf die „Stunde Null“ – ebenso erschreckend wie berührend.

Uwe Timm hat mich schon mit seinen anderen Romanen: „Die Erfindung der Currywurst“ und „Vogelweide“ begeistert (siehe Hinweise in diesem Blog).

Ich kann „Ikarien“ allen Geschichtsinteressierten vorbehaltlos empfehlen!

Graue Bienen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juni 21, 2022

Eindrücklicher Roman von dem russisch/ukrainischen Schriftsteller Andrey Kurkow https://de.wikipedia.org/wiki/Andrij_Kurkow

„Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen dorthin bringen, wo sie in Ruhe Nektar sammeln können.“ (Klappentext)

Ein Buch das mithilft, den Irrsinn des von Putin angezettelten Ukrainekriegs besser zu verstehen.

Sein Thema sind die Leiden der Zivilbevölkerung in der Ostukraine. Er beschreibt den Alltag kleiner Leute, die zwischen die Frontlinie geraten sind. 

„Leben ist ein unregelmässiges Verb“

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 1, 2022

Klappentext

Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten. Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Und leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende. Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht?

Der neueste Roman von Rolf Lappert ist ein fast tausendseitiges Monumentalwerk. Für mich grosse Literatur!

In enormer epischer Breite werden über vierzig Jahre hinweg sorgfälig miteinander verwobene Lebensläufe beschrieben: detailgenau, liebevoll, ausufernd!

Man braucht Zeit, das Buch zu lesen. Und um sich nicht in der Vielgestaltigkeit zu verlieren kann man sich nicht lange Unterbrechungen leisten. Kein Problem, der Roman entwickel einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann! Wenn man Zeit hat, unbedingt lesen!

Siehe auch: https://auswandererblog.ch/2010/11/04/nach-hause-schwimmen/

„Die Erfindung des Ungehorsams“

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 12, 2022
Ich habe das Buch gelesen, das übrigens mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, und bin unschlüssig: Habe ich jetzt das alles verstanden? Zweifellos originell, überraschend, manchmal unverständlich, manchmal poetisch. Aber urteilen Sie selber!

„Ich bleibe hier“

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 3, 2022

„Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.“ (Klappentext)

Erstaunlich wie sich ein junger mailänder Schriftsteller in das Bauernleben im Vinschgau im letzten Jahrhundert vertiefen kann. Leise und berührend. Ich war noch nie im Südtirol, aber ich glaube ich sollte mal hinfahren.

HOUELLEBECQ : anéantir

Posted in Literatur by ruedibaumann on Februar 5, 2022

Ich habe den neuen Roman von Michel Houellebecq „Vernichten“ gelesen. Auf französisch notabene, („anéantir“). 730 Seiten Melancholie, Familientragödien, Politik, Krankheit, Tod, Sex und Plädoier gegen Sterbehilfe, Geheimdienst und Zukunftszenario für die französische Politik. Die Geschichte spielt im Jahr der übernächsten französischen Präsidentschaftswahle 2027.

Ich weiss, die Rezensor*innen sind sich einmal mehr gar nicht einig: extrem langweilig bis aufwühlend grandios.

Mich hat das Buch fasziniert (nicht alles). Aber lesen Sie selbst.

Das Land der Anderen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 18, 2022

„Das Land der Andern“ ist die Geschichte der Grosseltern von Leila Slimani. Marokko nach dem Krieg ab 1945. Grossmutter Französin, Grossvater Marokkaner. Es ist der erste Titel einer noch nicht vollständig publizierten Trilogie zur Familiengeschichte von Leila Slimani.


Leila Slimani, geboren 1981 in Rabat, wuchs in Marokko auf. Ihr Vater war Bankier und ein hoher marokkanischer Beamter. Ihre Familie gehört zu französischsprachigen Elite Marokkos. Sie studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po Politikwissenschaften und arbeitete danach als Journalistin für die Zeitschrift Jeune Afrique. Ende 2017 wurde sie zur persönlichen Beauftragten von Staatspräsident Emmanuel Macron zur Pflege des französischen Sprachraums ernannt. Slimani lebt mit ihrer Familie in Paris. 2016 erhielt sie für ihren Roman „Chanson douce“ („Dann schlaf auch du“) den Prix Goncourt. In einem Interview mit der Literaturzeitschrift Telquel spricht sie über ihre doppelte Nationalität: „Ich habe mich immer hundertprozentig französisch und hundertprozentig marokkanisch gefühlt.“

Ich war selber 1971 einige Wochen in Marokko und der Roman hat mir viele Erfahrungen aus der damalige Zeit in Erinnerung gerufen.

Kopenhagener Trilogie

Posted in Literatur by ruedibaumann on Dezember 26, 2021

Ich habe die Autobiographie der Dänin Tove Ditlevsen (1917-1976) gelesen. Das heisst, die beiden Bücher „Jugend“ und „Abhängigkeit“. Ergreifendes Porträt einer Frau, Schriftstellerin und Mutter, „geradezu furchterregend ehrlich.“


„Von Tove Ditlevsens Leben zu sprechen, heißt von ihrem Schreiben zu sprechen – und umgekehrt. Ihr Leben war bestimmt durch den Drang, sich literarisch auszudrücken, und ihr umfassendes Werk eine ständige Auseinandersetzung mit ihren Erfahrungen, ihrer Identität. (…)

Sie beschreibt zunächst ihre Kindheit in einer Arbeiterfamilie, die schmerzliche Beziehung zu einer lieblosen Mutter, ein Milieu, in dem sie sich fremd fühlt, Armut und Ängste; nach der Konfirmation die schnell wechselnden Arbeitsplätze im Haushalt und im Büro und schließlich den Durchbruch als Dichterin im Jahre 1939.

Ihre literarischen Erfolge werden überschattet von vier gescheiterten Ehen, zwei Schwangerschaftsabbrüchen, dem permanenten Entfremdungsgefühl im neuen, literarischen Milieu und, wohl als Folge all dessen, schließlich der Flucht in Depressionen und Drogen. Tove Ditlevsen beendet ihr schwieriges Leben durch einen Selbstmord, den sie am Schluss des letzten Bandes ihres autobiografischen Werks beschreibt, womit die Einheit von Leben und Werk mit größtmöglicher Konsequenz vollzogen ist.“