AUSWANDERERBLOG

Graue Bienen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juni 21, 2022

Eindrücklicher Roman von dem russisch/ukrainischen Schriftsteller Andrey Kurkow https://de.wikipedia.org/wiki/Andrij_Kurkow

„Der Bienenzüchter Sergej lebt im Donbass, wo ukrainische Kämpfer und prorussische Separatisten Tag für Tag aufeinander schießen. Er überlebt nach dem Motto: Nichts hören, nichts sehen – sich raushalten. Ihn interessiert nur das Wohlergehen seiner Bienen. Denn während der Mensch für Zerstörung sorgt, herrscht bei ihnen eine weise Ordnung. Eines Frühlings bricht er auf: Er will die Bienen dorthin bringen, wo sie in Ruhe Nektar sammeln können.“ (Klappentext)

Ein Buch das mithilft, den Irrsinn des von Putin angezettelten Ukrainekriegs besser zu verstehen.

Sein Thema sind die Leiden der Zivilbevölkerung in der Ostukraine. Er beschreibt den Alltag kleiner Leute, die zwischen die Frontlinie geraten sind. 

„Leben ist ein unregelmässiges Verb“

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 1, 2022

Klappentext

Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten. Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Und leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende. Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht?

Der neueste Roman von Rolf Lappert ist ein fast tausendseitiges Monumentalwerk. Für mich grosse Literatur!

In enormer epischer Breite werden über vierzig Jahre hinweg sorgfälig miteinander verwobene Lebensläufe beschrieben: detailgenau, liebevoll, ausufernd!

Man braucht Zeit, das Buch zu lesen. Und um sich nicht in der Vielgestaltigkeit zu verlieren kann man sich nicht lange Unterbrechungen leisten. Kein Problem, der Roman entwickel einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann! Wenn man Zeit hat, unbedingt lesen!

Siehe auch: https://auswandererblog.ch/2010/11/04/nach-hause-schwimmen/

„Die Erfindung des Ungehorsams“

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 12, 2022
Ich habe das Buch gelesen, das übrigens mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde, und bin unschlüssig: Habe ich jetzt das alles verstanden? Zweifellos originell, überraschend, manchmal unverständlich, manchmal poetisch. Aber urteilen Sie selber!

„Ich bleibe hier“

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 3, 2022

„Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.“ (Klappentext)

Erstaunlich wie sich ein junger mailänder Schriftsteller in das Bauernleben im Vinschgau im letzten Jahrhundert vertiefen kann. Leise und berührend. Ich war noch nie im Südtirol, aber ich glaube ich sollte mal hinfahren.

HOUELLEBECQ : anéantir

Posted in Literatur by ruedibaumann on Februar 5, 2022

Ich habe den neuen Roman von Michel Houellebecq „Vernichten“ gelesen. Auf französisch notabene, („anéantir“). 730 Seiten Melancholie, Familientragödien, Politik, Krankheit, Tod, Sex und Plädoier gegen Sterbehilfe, Geheimdienst und Zukunftszenario für die französische Politik. Die Geschichte spielt im Jahr der übernächsten französischen Präsidentschaftswahle 2027.

Ich weiss, die Rezensor*innen sind sich einmal mehr gar nicht einig: extrem langweilig bis aufwühlend grandios.

Mich hat das Buch fasziniert (nicht alles). Aber lesen Sie selbst.

Das Land der Anderen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 18, 2022

„Das Land der Andern“ ist die Geschichte der Grosseltern von Leila Slimani. Marokko nach dem Krieg ab 1945. Grossmutter Französin, Grossvater Marokkaner. Es ist der erste Titel einer noch nicht vollständig publizierten Trilogie zur Familiengeschichte von Leila Slimani.


Leila Slimani, geboren 1981 in Rabat, wuchs in Marokko auf. Ihr Vater war Bankier und ein hoher marokkanischer Beamter. Ihre Familie gehört zu französischsprachigen Elite Marokkos. Sie studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po Politikwissenschaften und arbeitete danach als Journalistin für die Zeitschrift Jeune Afrique. Ende 2017 wurde sie zur persönlichen Beauftragten von Staatspräsident Emmanuel Macron zur Pflege des französischen Sprachraums ernannt. Slimani lebt mit ihrer Familie in Paris. 2016 erhielt sie für ihren Roman „Chanson douce“ („Dann schlaf auch du“) den Prix Goncourt. In einem Interview mit der Literaturzeitschrift Telquel spricht sie über ihre doppelte Nationalität: „Ich habe mich immer hundertprozentig französisch und hundertprozentig marokkanisch gefühlt.“

Ich war selber 1971 einige Wochen in Marokko und der Roman hat mir viele Erfahrungen aus der damalige Zeit in Erinnerung gerufen.

Kopenhagener Trilogie

Posted in Literatur by ruedibaumann on Dezember 26, 2021

Ich habe die Autobiographie der Dänin Tove Ditlevsen (1917-1976) gelesen. Das heisst, die beiden Bücher „Jugend“ und „Abhängigkeit“. Ergreifendes Porträt einer Frau, Schriftstellerin und Mutter, „geradezu furchterregend ehrlich.“


„Von Tove Ditlevsens Leben zu sprechen, heißt von ihrem Schreiben zu sprechen – und umgekehrt. Ihr Leben war bestimmt durch den Drang, sich literarisch auszudrücken, und ihr umfassendes Werk eine ständige Auseinandersetzung mit ihren Erfahrungen, ihrer Identität. (…)

Sie beschreibt zunächst ihre Kindheit in einer Arbeiterfamilie, die schmerzliche Beziehung zu einer lieblosen Mutter, ein Milieu, in dem sie sich fremd fühlt, Armut und Ängste; nach der Konfirmation die schnell wechselnden Arbeitsplätze im Haushalt und im Büro und schließlich den Durchbruch als Dichterin im Jahre 1939.

Ihre literarischen Erfolge werden überschattet von vier gescheiterten Ehen, zwei Schwangerschaftsabbrüchen, dem permanenten Entfremdungsgefühl im neuen, literarischen Milieu und, wohl als Folge all dessen, schließlich der Flucht in Depressionen und Drogen. Tove Ditlevsen beendet ihr schwieriges Leben durch einen Selbstmord, den sie am Schluss des letzten Bandes ihres autobiografischen Werks beschreibt, womit die Einheit von Leben und Werk mit größtmöglicher Konsequenz vollzogen ist.“

Gelesen: „Die Annonce“

Posted in Agrikultur, Bauernland, Comédie française, Literatur by ruedibaumann on Dezember 7, 2021

Der Roman von Marie-Hélène Lafon beschreibt mit viel Poesie die bäuerliche Welt in der Auvergne, im Cantal, französisches Mittelgebirge. „Landwirt, sanft, sechsundvierzig sucht junge Frau die das Land liebt“. Knorrige Bauern, eigensinnig, liebenswert, verschlossen, stur… ländliches Frankreich wie es leibt und lebt. Es gibt sie noch, diese Bauernhöfe in der France rural und doch bleibt die Zeit nicht stehen…

Aber lesen Sie selber.

Gelesen: „Das Archiv der Gefühle“

Posted in Literatur, Uncategorized by ruedibaumann on September 6, 2021

Roman von Peter Stamm. Gelesen hier am Bielersee, heute…

https://www.orellfuessli.ch/magazin/interviews/2021/09/peter-stamm

„Würde Albert Camus heute leben, würde er vielleicht Bücher schreiben wie Peter Stamm…“ (THE NEW YORKER)

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„Das Jahresbankett der Totengräber“

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 20, 2021

Der Roman von Mathias Enard ist bombastisch. Martin Ebel spricht in seiner Rezension (1. Juli 2021 „Der Bund“) von Weltliteratur aus Frankreich. Ich musste zeitweise hartnäckig dranbleiben… aber es lohnt sich!

Hier eine Auswahl von Pressestimmen:

Pressestimmen

„Ein großes Epos …. Dieses ganze Konstrukt ist so genial, dass ich beim Lesen immer wieder staunend dagesessen bin, dass das alles zusammenhängt.“ Vea Kaiser, ZDF Literarisches Quartett, 14.05.2021

„Es geht in diesem Roman wirklich um Leben und Tod. … Reichhaltig, barock, opulent, ausschweifend und sehr humorvoll.“ Nicola Steiner, SRF Literaturclub, 18.05.2021

„Ein kosmisches Werk über Essen und Liebe, über Tod und Reinkarnation, über die alles verdauende und sublimierende Macht der Sprache.“ Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2021

„Die Wiederentdeckung des unendlichen buddhistischen Lebensrades durch Mathias Énard beschert uns Lesern eine buchstäbliche Roman-Revolution. Alles dreht, verkehrt und verwandelt sich, schreitet vor und zurück, ein ewiges Vorübergehen… Es ist ein großes Wimmelbild, aus dem man einzelne Geschichten hervor- und zurücktreten lassen kann. … Ein großes heiteres Kunststück.“ Hubert Winkels, Süddeutsche Zeitung, 20.05.2021

„‘Das Jahresbankett der Totengräber‘ ist kein Schmöker, sondern ein wuchtiges Kunstwerk eigenen Ranges. … Solange Literatur wie diese geschrieben wird, gibt es noch Hoffnung.“ Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 23.05.2021

„Der Roman ist ein üppiges Mahl, das in einer nahezu unendlichen Abfolge verschiedenster Gänge serviert wird: Glanz und Elend des Landlebens, Feindschaften und Begierden, Traditionen, Aberglaube. … Mathias Énards eleganter Stil und seine geistreiche Art zu erzählen machen das Buch zu einem wunderbar vielschichtigen, an vielen Stellen humoristischen und anregenden Provinz-Roman.“ Dirk Fuhrig, WDR3, 17.05.2021

„Kunstvoll, wortspielerisch und unheimlich gelehrt, aber nie angestrengt führt Enard uns immer wieder von der Gegenwart in die Geschichte und zurück. … Ein radikal moderner Roman, der mit seiner atemberaubenden nicht-linearen Erzählform, dem Hin und Her der wandernden Seelen zwischen Gegenwart und Geschichte, so etwas wie ein kollektives Gedächtnis wachruft.“ Kathrin Hondl, SWR2, 16.05.2021

„In diese Reihe der bildungssatten enzyklopädischen Groß-Epen fügt sich nun auch Mathias Énards jüngstes Leserüberwältigungswerk ein, der 500-Seiten-Roman ‚Das Bankett der Totengräber‘, abermals in ein berauschend wortgewaltiges, buntes Deutsch übertragen von dem Énard-erprobten Übersetzer-Duo Holger Fock und Sabine Müller. … Wer sich aber auf das Buch einlässt und sich vom Schwung seiner Fabulierlust tragen lässt, erlebt ungeahnte Lesefreuden.“ Sigird Löffler, Radio Bremen, 23.05.2021

„Ein großartiges Buch! … Es geht um die großen Themen der Literatur: Tod, Liebe, Abschied, Veränderungen und diese unglaubliche Beziehung mit dem Ort.“ Usama Al Shahmani, SRF Literaturclub, 18.05.2021

„Ich habe mich nach der Lektüre gefühlt, als hätte ich einen Wirbelsturm überlebt. … Es ist ein gargantueskes Buch für Schlemmer.“ Daniela Strigl, SRF Literaturclub, 18.05.2021

„Dieses Buch leistet alles, was ein großartiger Roman leisten kann.“ Christoph Keller, SRF Literaturclub, 18.05.2021

„Dieser Roman ist wie das titelgebende Bankett, ein ausuferndes Gelage … stupend kunstfertig, witzig, voll von erstaunlichen Begebenheiten.“ Anne-Cathrin Simon, Die Presse, 15.05.2021

„Enard entfesselt in seinem Roman ein wildes Spiel der Wiedergeburten und verknüpft so Vergangenheit und Gegenwart seiner Heimat.“ Wolfgang Popp, ORF Hörfunk, 17.05.2021

„‘Das Jahresbankett der Totengräber‘ nimmt uns mit auf eine amüsante Reise in die französische Seele.“ Leonie Heitz, ORF-TV, 17.05.2021

„Dieser erste Teil des Buches ist geradezu genial. … Das Bankett, diese Fress- und Sauforgie – göttlich. Da wäre ich gerne dabei gewesen.“ Götz Alsmann, ZDF Literarisches Quartett, 14.05.2021

„Mich hat dieses Buch fertiggemacht!“ Thea Dorn, ZDF Literarisches Quartett, 14.05.2021

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Mathias Enard, 1972 geboren, lebt in Barcelona. Auf Deutsch erschienen von ihm die Romane „Zone“ (2010), für den er den Candide-Preis 2008 erhielt, „Erzähl ihnen von Schlachten, Königen und Elefanten“ (2011), ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt des lycéens 2010, und „Straße der Diebe“ (2013). Für den Roman Kompass (2016) erhielt er den Prix Goncourt 2015 und 2017 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. 2019 erschien sein Gedichtband Letzte Mitteilung an die Proust-Gesellschaft von Barcelona.

Aber lesen Sie selbst….!