AUSWANDERERBLOG

Pablo Neruda

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on Mai 2, 2020

Ich habe in den letzten Tagen die Memoiren von Pablo_Neruda „Ich bekenne ich habe gelebt“ wiedergelesen.

Ein beeindruckendes Leben!

Ich erinnere mich an den Film „Il Postino“, an die Kontroversen um seine Ode an Stalin, an den Streit um seine Todesursache und um den Missbrauch einer Frau.  Pablo Neruda wurde 1971 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Dichtung hat oder hatte in Chile Kultstatus. Er wurde verehrt und gehasst.

„Die Jahre vergehen. Man verbraucht sich, gedeiht, leidet und geniesst. Die Jahre nehmen und bringen einem das Leben. Die Abschiede werden häufiger, die Freunde kommen ins Gefängnis, werden wieder entlassen, sie fahren nach Europa, kehren zurück oder sterben einfach“.

(Textauszug, diktiert kurz vor seinem Tode 1973)

Tagged with:

HERKUNFT

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 6, 2020

KLAPPENTEXT

„Herkunft“ ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh. „Herkunft“  ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. „Herkunft“ ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.  In „Herkunft“ sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.
Screenshot 2020-03-06 09.51.07
Ich bin beeindruckt, sehr beeindruckt: „Eines der intelligentesten, geistsprühendsten und – nicht zuletzt – formal innovativsten Bücher dieses Frühjahrs. Eine echte Freude zu lesen!“
Tagged with:

Die schöne Fanny

Posted in Literatur, Uncategorized by ruedibaumann on Januar 19, 2020

Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragikomischen Geschichte durch die neblige Kleinstadt: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet und verzweifelt den roten Faden für seinen Roman sucht, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben.

Humorvoller, vergnüglicher Roman von Pedro Lenz. Spielt in Olten und Umgebung und ich frage mich, warum so viele gute Schriftsteller und Künstler aus der nebligen Jurasüdfussregion stammen? Neben Pedro Lenz, zum Beispiel Peter Bichsel, Alex Capus, Ernst Burren, Mike Müller…. Ist es der Nebel oder das Bahnhofbuffet Olten?

Tagged with:

Die letzte Terroristin

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on Januar 5, 2020

Ich bin kein Krimifan. Aber mit dem  Politikthriller von André Georgi habe ich eine Ausnahme gemacht. Es ist eine spannende Geschichte rund um die deutsche Treuhand, die dritte Generation der RAF und die dramatische Situation nach der Wende in Deutschland. Sehr gut geschrieben, spannend von der ersten bis zur letzten Seite! Sehr lesenswert!

https://www.suhrkamp.de/buecher/die_letzte_terroristin-andre_georgi_46780.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt

Tagged with:

Robert Walser 1878-1956

Posted in Literatur, Uncategorized by ruedibaumann on August 26, 2019

Thomas Hirschhorns Robert-Walser-Sculpture in Biel ist ein einzigartiges Denkmal für den Dichter Robert Walser  –> https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Walser

 

Tagged with:

Der Reisende

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on August 20, 2019

Der Roman „Der Reisende“ ist eine grosse Wiederentdeckung. Der Autor des Romans,  Ulrich Alexander Boschwitz starb bereits 1943, erst 27-jährig, bei einem deutschen U-Boot-Angriff. Das Buch wird erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.

Es geht um Deutschland im November 1938. Otto Silbermanns jüdische Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Er selbst versucht, unsichtbar zu bleiben, nimmt Zug um Zug, reist quer durchs Land, versucht über die Grenze zu kommen. Er erlebt die Gleichgültigkeit der Masse, das Mitleid einiger Weniger. Und immer mehr die eigene Angst.

Ein hochaktuelles Buch angesichts der heutigen rassistischen Töne, der Ausgrenzung von Flüchtlingen, der zunehmenden Verachtung von Andersdenkenden und der Verherrlichung von rechtsextremen Volkstribunen.

Wie konnte das damals geschehen? Warum hat sich die schweigende Mehrheit nicht gewehrt? Warum kann die grösste Partei der Schweiz ungestraft Naziparolen übernehmen? Haben wir aus den Jahren 1933-45 nichts gelernt?

Tagged with:

„Patria“

Posted in Literatur by ruedibaumann on August 2, 2019

„Patria“ (Vaterland) so heisst der gewaltige Roman von Fernando Aramburu, der dem spanischen Autor zu recht zahlreiche höchste literarische Auszeichnungen eingebracht haben. Inzwischen wurde das Buch bereits in 20 Sprachen übersetzt und ein Film ist in Arbeit! Es ist eine hinreissende Geschichte zweier baskischen Familien während den fünfzig Jahren des ETA-Terrors.

„Die Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, (baskisch für Baskenland und Freiheit) war bis zu ihrer Selbstauflösung am 2. Mai 2018[1] eine marxistisch-leninistische, separatistische baskischnationalistische Untergrundorganisation. Sie wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bediente sich vorwiegend terroristischer Mittel, obwohl ihr auch mehrere politische Parteien im Kampf für die baskische Autonomie zur Seite standen. Insgesamt wurden von der ETA rund 830 Menschen getötet. Der erste Mord der ETA wurde am 28. Juni 1960 verübt.[2][3][4]

Die Organisation verfolgte das Ziel eines von Spanien unabhängigen, sozialistischgeprägten baskischen Staates, der die spanischen autonomen Regionen Baskenlandund Navarra sowie das französische Baskenland umfassen sollte, und führte ihren Kampf auch nach dem Übergang Spaniens von der Franco-Diktatur zur Demokratieweiter.“ (Wikipedia)

Ich habe seit langem kein so politisch überzeugendes, eindringliches und bewegendes Buch mehr gelesen (über 700 Seiten)! Angesichts der Autonomiediskussionen in Katalonien hat der Autor offenbar eine Sprache gefunden, die im heutigen Spanien (und Europa) das Buch überall zu einem Besteller machen! Unbedingt lesen!

Tagged with:

LEMPI das heisst Liebe

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 24, 2019

Minna Rytisalo hat einen ersten Roman geschrieben, der 2017 gleich zum besten Roman Finnlands ausgeszeichnet wurde. Vielschichtig, emotional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. Eine Entdeckung!

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/lempi-das-heisst-liebe/978-3-446-26004-7/

Tagged with:

Mit Blick aufs Meer

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juli 9, 2019

„Mit Blick aufs Meer“ ist kein Roman im eigentlichen Sinn, sondern eine Sammlung von dreizehn Erzählungen bzw. Kurzgeschichten, die im Verlauf mehrerer Jahrzehnte in Crosby, Maine, spielen. In praktisch allen Geschichten taucht Olive Kitteridge auf, eine Bewohnerin der Kleinstadt, die zunächst an der Crosby Junior High School Mathematik unterrichtet und dann pensioniert wird. In Crosby ist nicht viel los. Erst wenn man wie Elizabeth Strout genauer hinschaut, entdeckt man Lebensdramen. In „Mit Blick aufs Meer“ geht es um menschliche Stärken und Schwächen, Liebe, Betrug, Zorn, Aufbegehren und vieles mehr. Elizabeth Strout erzählt die beschaulichen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven und wechselt mitunter auch innerhalb eines Kapitels den Blickpunkt. Häufig beginnt sie mit Sätzen, aus denen der Leser zunächst nicht schlau wird. So erzählt sie beispielsweise von einer Beerdigung, bevor wir erfahren, wer tot ist und was passierte. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ wurde Elizabeth Strout mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.

Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Strout-blick-aufs-meer.htm (c) Dieter Wunderlich

Ich war fasziniert von dem Buch! So viel Zwischenmenschliches, Warmherziges, Anrührendes… unbedingt lesen!

Tagged with:

Michelle Obama

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 5, 2019

Michelle Obama

 

Die Autobiografie der früheren First Lady ist eine schonungslose Selbstkritik mit der sie ihr bisheriges Leben überprüft. becoming-michelle-obama-biographie

Eine Chronik der vielen Jahre, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem schwarzen Quartier in Chicago, ihre Familie mit der großartigen Mutter und dem kranken Vater, ihr Ehrgeiz immer bei den Besten zu sein und immer wieder die Frage: „Bin ich gut genug?“ Aber auch Glücksgefühle, Selbstironie, all die Probleme einer berufstätigen Mutter, der schwarzen Familien. Miche, die Powerfrau, der Kontrollfreak, die Planerin und daneben der legere Barack, politisches Ausnahmetalent, Vielleser, brillanter Redner. Die Wahlkämpfe, die Geschehnisse die die junge Familie schlussendlich ins Weisse Haus spülen. Ihre Bemühungen, ihren Töchtern auch hinter Panzerglas und umgeben von Sicherheitsagenten ein einigermassen normales Aufwachsen zu ermöglichen.

Eine grossartige Autobiografie, gut zu lesen, witzig, nie überheblich. Für uns Normalsterbliche bleibt die grosse Frage: Wie kann das amerikanische Volk  nach diesen hervorragenden acht Obama-Jahren einen Rüpel wie Donald Trump  als Präsidenten wählen?

Tagged with: