AUSWANDERERBLOG

Nicht von schlechten Eltern…

Posted in Politik by ruedibaumann on August 6, 2019

Kilian und Regula

 

Warum nicht?

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Narzissmuszentrifuge

Posted in Politik by ruedibaumann on August 3, 2019

Ich weiss nicht mehr wo ich es gelesen habe: „Narzissmuszentrifuge“. Das Wort hat mir gefallen. Gemeint sind damit die sozialen Medien wie facebook, twitter, instagram, youtube, blogs usw.. Ich gehöre mit meinem blog ja auch zu der Gemeinde, die jeden Blödsinn aufs Netz bringen, Banalitäten, Filmli, Föteli… Und ich followe diverse „Meinungsmacher“, Journalisten, Schriftsteller, Freunde und Bekannte. Ich gehöre also zu denen, denen gemäss dem ehemaligen Google-Mitarbeiter Tristan Harris : „das Silicon Valley das Hirn gehackt hat“. Er sagt, facebook mache süchtig, manipuliere uns.

Natürlich habe ich zunehmend bei facebook und anderen social medias ein schlechtes Gewissen. Kommt jetzt nach der Flugscham auch noch die Internetscham dazu?

Dabei war ich immer an der digitalen Welt interessiert. Ich habe in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts an der ETH eigene kleine Programme auf Lochkarten für den Grosscomputer gestanzt. Ich ging nach New York, um nach dem „Commodore“ schon früh einen sehr teueren ersten Mac zu kaufen. Seit 1994 habe ich meine eigene Mail-Adresse. Seit 2006 führe ich diesen auswandererblog.ch mit inzwischen mehr als 4000 Beiträgen!

Die sozialen Medien ermöglichen mir Kontakte in aller Welt, auf die ich nicht verzichten möchte. Mein blog ist für mich so etwas wie eine „ausgelagerte Festplatte“ mit automatisierter Suchfunktion. Eine Art „Erinnerungsmaschine“.

Vorteile die für mich überwiegen. Dafür haben wir Nachteile wie Radikalisierung der Gesellschaft, Banalisierung, Überwachung, Manipulation usw. bisher offensichtlich zu wenig wahrgenommen.  Wir müssen diese Technologien zweifellos wieder unter gesellschaftliche, menschliche Kontrolle bringen.

 

 

 

 

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Vom Bohren harter Bretter

Posted in Politik by ruedibaumann on April 26, 2019

 

„Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmass zugleich“ (Max Weber).

Wenn man die heute aktuellen Themen mit Blick auf einige Jahrzehnte Schweizer Politik anschaut, könnte man auch sagen: „Nichts Neues unter der Sonne“.

Heute wird über die Privatisierung der Ruag-Rüstungsindustrie diskutiert. Es war in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, als wir uns leidenschaftlich für die erste Waffenausfuhrinitiative engagierten. Leider wurde die Initiative in der Volksabstimmung knapp verworfen. Es folgten eine Reihe weiterer Initiativen und Vorstösse, ohne Erfolg…

1976 kam ein erstes eidgenössisches Raumplanungsgesetz vors Volk das die berühmte Mehrwertabschöpfung für Planungsgewinne vorsah. Ich habe mich in meiner ETH-Diplomarbeit und an verschiedenen Podien dafür engagiert. Das Gesetz ging leider bachab… In der Zwischenzeit haben verschiedene Kantone (u.a. Bern) immerhin fakultative Mehrwertabschöpfungen auf Gemeindeebene gesetzlich verankert. Aber heute höre ich im Radio, dass beispielsweise der Kanton Waadt argumentiert, man könne eine solche Neuerung (!) nicht so rasch einführen….

Agrarreform: In den 80er und 90er Jahren war die schweizerische Kleinbauernorganisation auf Kriegsfuss mit dem grossen Bauernverband. Mit gewonnenen Referenden gegen Zwangsabgaben, Milchwirtschaft- und Zuckerbeschluss konnten weitere Schritte in die falsche Richtung verhindert werden. Mit zwei Kleinbauerninitiativen „gegen Tierfabriken und für naturnahes Bauern“ sind wir leider gescheitert… Gleich ging es später der „Fair-food-Initiative. Nur ein Gentech-Moratorium ist heute (noch) in Kraft… Zum Glück für Tiere und Umwelt stehen demnächst die Trinkwasserinitiative und eine Pestizidverbotsinitiative zur Diskussion!

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Berner Zeitung 1986

 

Ich habe mich immer leidenschaftlich für Europa und den Beitritt zur Europäischen Union engagiert. Die knapp verlorene EWR-Abstimmung  1991 hat leider die Schweiz zu einem europäischen Aussenseiter gemacht und einen beispiellosen Aufstieg der Rechtsnationalisten rund um ihren Oligarchen und Financier ermöglicht!

Die vielen Demos, Leserbriefe, Gutachten, Diskussionsabende, Initiativen, ja sogar Tschernobyl vor 33 Jahren, haben die Atomkraftwerke nicht beseitigt. Wenigsten wurden nicht noch mehrere neue Atommeiler gebaut. Mühleberg stillgelegt und die Energiewende eingeleitet hat aber erst die Atomkatastrophe von Fukushima!

Die Klimadiskussion hat eigentlich auch schon vor bald einem halben Jahrhundert begonnen: „Grenzen des Wachstums“, Initiative 12 autofreie Sonntage, Initiative Energie statt Arbeit besteuern usw.. waren weitsichtige Versuche, rechtzeitig vernünftig zu handeln. Ohne Erfolg!

Viele der Volksinitiativen in der Schweiz sind an der Urne gescheitert, weil grüne und linke Forderungen im Abstimmungskampf ungleich kürzere finanzielle Spiesse haben. Die verdeckte, intransparente Finanzierung der Politpropaganda ist inzwischen ein Hauptübel der schweizerischen direkten Demokratie geworden. Kein anderer westeuropäischer Staat lässt diese Art von Korruption so uneingeschränkt zu! Die anstehende Transparenzinitiative wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Aber dafür muss die Initiative noch eine von den Gegnern millionenhoch finanzierte Volksabstimmung überstehen….

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Sozialausgaben

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 30, 2019

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Frankreich ist ein Sozialstaat, was man von der Schweiz nicht unbedingt behaupten kann…

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Wir Alt-68er

Posted in Politik by ruedibaumann on März 22, 2018

Unsere heutige Kolumne im Bieler Tagblatt

Wir sind Alt-68er und immer noch stolz darauf. Die 68er-Bewegung hat uns geprägt und uns den Mut und Willen gegeben, alles etwas anders zu machen als unsere Eltern und Grosseltern. Ein selbstbestimmtes Leben wollten wir führen, uns für soziale Gerechtigkeit und die Umwelt einsetzen und gegen Obrigkeiten immer kritisch bleiben. Natürlich wollten wir nicht heiraten, das fanden wir zu bourgeois und bünzlig; und weil damals in Zürich das Konkubinat verboten war, lebten wir in einer Studentenkolonie im aargauischen Spreitenbach. Wir sind aus der Kirche ausgetreten, weil uns die starren Rituale abschreckten. Wir bereisten ohne Geld per Anhalter Europa und Nordafrika.

Von Chancengleichheit im Bildungswesen konnte bis 1968 für Arbeiter- und Bauernkinder keine Rede sein. Wir mussten den Zugang zu ETH und Uni auf dem zweiten Bildungsweg mühsam erkämpfen. Darum haben uns die basisdemokratischen Proteste und Sit-ins und die ganze Aufbruchstimmung gegen das verknöcherte System an den Hochschulen so fasziniert. Wir liebten die Beatles und Rolling Stones, den ganzen Groove der 70er Jahre mit Flower Power und Hippiebewegung und liessen Haare und Bart wachsen. Wir haben an Anti-Vietnamkriegs-Demos teilgenommen und Che, Ho-Chi-Minh und Mao verehrt und verklärt.

Wir haben uns politisch engagiert auf Gemeinde, Kantons- und Bundesebene. Wir waren Teil der Friedens-, Umwelt-, Dritte Welt-, Frauen- und Anti-AKW-Bewegungen.

 

Und nun? Ist die Welt besser geworden?

 

Wenn wir uns hier in der friedlichen Gascogne umschauen, können wir ohne Vorbehalt sagen: für u n s ja! Für Europa ja, für die Schweiz ja.

Europa hat sich demokratisiert. 1968 waren Spanien, Griechenland und Portugal noch Diktaturen, diverse osteuropäische Staaten Satelliten der Sowjetunion. Die Stellung der Frau hat sich seither verbessert, auch wenn es in Sachen Lohngleichheit noch viel zu tun gibt. Der Sozialstaat ist in Europa die grösste Errungenschaft der letzten 50 Jahre, auch wenn die Finanzierung immer wieder neu erkämpft werden muss. Neue Lebensformen konnten enttabuisiert und legalisiert werden. Der demokratische Rechtsstaat funktioniert leidlich. Bildungsangebot und Chancengleichheit wurden verbessert.

 

Alle die fortschrittlichen Errungenschaften, weg von totalitären Staaten hin zu gesellschaftsliberalen Demokratien, haben die Menschen befreit. Und trotzdem beschleicht einen ein ungutes Gefühl, wenn man die derzeitige Weltlage anschaut. Kriege, Flüchtlingsströme, Hunger, Klimaerwärmung… Wahrscheinlich muss jede Generation immer wieder neu beginnen, die Welt etwas besser zu machen. Zum Beispiel bei den Grossrats- und Regierungsratswahlen am nächsten Sonntag.

 

Ruedi und Stephanie Baumann

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Grossratswahlen im Kanton Bern

Posted in Politik by ruedibaumann on März 7, 2018
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Linke Politik

Posted in Politik by ruedibaumann on August 13, 2017

Jonas Lüscher in der NZZ:

Hat die Linke, der Sie nahestehen, nichts entgegenzusetzen?

Doch, eigentlich schon. Immer und immer wieder die Rede von der Solidarität, vom Glauben an die Möglichkeit einer gerechteren Welt. Das ist ein langer, mühsamer Weg, aber er hat uns auch schon weit gebracht. Beinahe alle Errungenschaften der letzten hundert Jahre sind klassische linke Anliegen, durchgesetzt gegen den Widerstand der Rechten: der Sozialstaat, die AHV, Minderheitenrechte, Frauenrechte, Bildungsreformen, eine aufgeklärte Sexualmoral. Aber Politik ist eben doch das Bohren dicker Bretter, und das gilt besonders für linke Politik.

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Ni, ni

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 5, 2015

Es geht um hohe Politik. In der Region Doubs muss bekanntlich ein Député ersetzt werden, weil er einen Job als EU-Kommissar in Brüssel angenommen hat. Der erste Wahlgang brachte der Kandidatin des Front National (FN) am meisten Stimmen, gefolgt vom sozialistischen Bewerber. Der Drittplatzierte von der bürgerlichen UMP musste nach französischem Mehrheits-Wahlrecht ausscheiden, so dass sich jetzt am nächsten Sonntag im entscheidenden zweiten Wahlgang der Front National und die regierenden Sozialisten gegenüberstehen. Soweit so gut.

Mit einer Wahlempfehlung könnten nun die ausgeschiedenen UMPler, dafür sorgen, dass der rechtsextreme und häufig rassistische Front National im zweiten Wahlgang das Nachsehen hat, nämlich wenn sie sich klar für eine Front républicain aussprechen würden, das heisst, dass den bürgerlichen WählerInnen empfohlen wird, im zweiten Wahlgang den Sozialisten zu wählen. Das wird eigentlich in der französischen Republik auch seit Jahrzehnten zwischen den grossen republikanischen Parteien so gehandhabt. Auch jetzt haben die vernünftigen Spitzenpolitiker der UMP, wie Juppé und NKM aufgerufen, den Sozialisten die Stimme zu geben.

So weit so gut, wäre da nicht der neue Vorsitzende der UMP, Nicolas Sarkozy… Sarko hat es vorgezogen ni, ni zu sagen, also ni PS , ni FN zu unterstützen und zu hause zu bleiben oder leer einzulegen. Wohlwissend, dass er damit riskiert, dass wieder ein(e) Scharfmacher/in in die Nationalversammlung einzieht um dort gegen die Ausländerinnen zu hetzen. Oder er will sich schon jetzt bei den rechtsnationalen Anhänger des FN als künftiger Präsidentschaftskandidat in Erinnerung rufen?

Wie dem auch sei, ich bin zuversichtlich, dass sich das Land der Menschenrechte nicht durch rechts-nationalistische Sprüche verunsichern lässt. Auch nicht von einem abgewählten Altpräsidenten.

 

PS: Am Sonntagabend 8. Februar ist es klar: Der Kandidat der PS schafft die Wahl knapp vor der Kandidatin des FN. Das gilt auch als Erfolg für den französischen Präsidenten Hollande.

 

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„Vielen Dank für das Leben“

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 20, 2015

So heisst ein Roman von Sibylle Berg: „Das ist kein Roman, das ist ein Manifest.“

Ein Buch, schwer auszuhalten, radikaler Pessimismus von Anfang bis am Ende. Die Geschichte:

Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.

Der Dank am Schluss gilt allen „die sich den Anfeindungen aussetzen, die persönliche Freiheit mit sich bringt“

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Wahlen im Kanton Bern (30. März 2014)

Posted in Politik by ruedibaumann on März 25, 2014

Sorgfältig wählen

«Wer nicht will, dass in unserem Land die Demokratie käuflich wird
Wer nicht will, dass sich unser Land noch weiter isoliert
Wer nicht will, dass Egoismus und soziale Kälte überhand nehmen
Wer nicht will, dass die Umwelt weiter mit Füssen getreten wird
Wer nicht will, dass Fremdenfeindlichkeit weiter zunimmt
Wer nicht will, dass Solidarität zum Fremdwort wird
Der wählt… sorgfältig
Sorgfältig wählen, heisst grün wählen!»

Bild

Ruedi Baumann, ehem. Präsident der Grünen, ehem. Nationalrat, Auslandschweizer