AUSWANDERERBLOG

Im wahrsten Sinne: eine AUTObiografie

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on April 17, 2014

Ich bin ja nicht gerade ein Autofreak, aber trotzdem sind wir, – gerade hier in der France profonde -, auf einen fahrenden Untersatz angewiesen. Und weil unser Peugeot 307 SW inzwischen über 200’000 km auf dem Zähler hat und grössere Reparaturen anstehen, müssen wir uns zwangsläufig wieder mal mit einem Autokauf beschäftigen. Die Evaluation läuft.

Gute Gelegenheit Rückschau zu halten auf unsere AUTObiografie:

Früher wollte ich Rennfahrer werden und habe bereits auf den abgeernteten Heufeldern mit dem legendären Citroen traction avant meines Grossvaters geübt…

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Schade dass wir den Oldtimer nicht irgendwo aufbewahrt haben!

Mit 18 habe ich die Fahrprüfung bestanden (übrigens erst im zweiten Anlauf, weil ich nicht rechts und links unterscheiden kann). Gelernt habe ich auf dem Citroen ID, der auch meinem Grossvater gehörte, der selber aber nicht mehr fahren durfte und daher meine Chauffeurdienste schätzte…

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Später habe ich zusammen mit meinem Schwiegervater und Schwager den Motor eines ID’s in einen anderen ID eingebaut… (das konnte man damals noch…)

Unser erstes eigenes Auto war (nach viele 68er-Autostop-Reisen durch ganz Europa), wie könnte es anders sein, ein roter 2CV…

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Dann kam das erste Familienauto: Renault 14, der uns innert sechs Jahren regelrecht weggerostet ist!

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1985 haben wir den hier abgebildete Nissan Prairie gekauft. Damit haben wir später unsere Habseligkeiten nach Frankreich gezügelt und seit 2002 ist dieser 4 x 4 ein ideales Betriebsfahrzeug für den harten Einsatz über Stock und Stein!

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In den letzten 12 Jahren hat uns der Peugeot 307 SW gute Dienste geleistet, aber jetzt beginnt er zu stottern.

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Zur Diskussion stehen jetzt diverse Hybridfahrzeuge, Toyota Prius, Peugeot 3008, VW… 

Wer kann was empfehlen?

 

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Erinnerungen

Posted in Bauernland by ruedibaumann on März 5, 2014

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Vor bald zehn Jahren habe ich unter dem Titel „Bauernland“ ein Büchlein über mein Leben veröffentlicht. Inzwischen ist die bei Nagel und Kimche erschienene Autobiografie vergriffen.

Ich werde daher künftig in loser Folge einzelne Kapitel aus „Bauernland“ hier posten, und weil das hier viel einfacher ist, auch mit Bildern der Zeit illustrieren.

Schliesslich hat das frühere Bauerndorf Suberg im Bernischen Seeland durch den preisgekrönten Film „Zum Beispiel Suberg“ in der Zwischenzeit so etwas wie nationale Bekanntheit erlangt.

Bauernland

Vorwort

Seit dreissig Jahren führe ich eine Art Tagebuch, meistens nur in Stichworten und ergänzt mit vielen technischen Details aus meiner täglichen Arbeit als Bauer. Aus diesen Aufzeichnungen habe ich die folgende Erzählung eines Lebens erstellt und ihnen einige Kapitel aus meiner Jugendzeit vorangestellt. Die biographischen Stationen sind wie die jedes Lebens eingebettet in größere Zusammenhänge und Ereignisse.  Mitte des letzten Jahrhunderts, nach der Lebensmittelknappheit und der darauf folgenden Anbauschlacht  während dem zweiten Weltkrieg, wurde die Ernährungssicherung zum Obersten Ziel im Landwirtschaftsgesetz. Noch in den 60er Jahren ermunterte Bundesrat Schaffner die Bauern zur hemmungslosen Produktion, für den Absatz werde der Bund sorgen. Der Bauer wurde zum Produzenten. Mit der Mechanisierung und hoffremden Hilfsstoffen stiegen die Erträge rasch und deckten bald den Bedarf für die angestrebte Selbstversorgung. Schon entstanden unverkäufliche Überschüsse, die Milchseen und Butterberge wuchsen und zwangen den Bund zu planwirtschaftlichen Markteingriffen, wie die einzelbetriebliche Milchkontingentierung. Für bäuerliche Kleinbetriebe begann der Kampf ums Überleben. Nach einem Vierteljahrhundert Wachstum zeigten sich die ersten Umweltschäden: ausgeräumte Landschaften, verschmutzte Grundwasser und Rückstände in den Lebensmitteln. In den 90er Jahren musste die Chemisierung der Agrarproduktion gesetzlich gebremst werden. An Stelle der produktionsfördernden Subventionen traten ökologische Direktzahlungen. Gleichzeitig führt die Globalisierung und Liberalisierung des Welthandels zu einem Preiszerfall für landwirtschaftliche Produkte.

 Die Landwirtschaft in der Schweiz hat im Verlauf von nur einer Generation stärkere strukturelle Änderungen mitmachen müssen als in den paar hundert Jahren zuvor. Bauer und Politiker zu sein hat in der Schweiz bis heute zugleich etwas Respektables und Anrüchiges. Respektabel, weil die Schweiz sich immer schon als Bauernland versteht und traditionell große Stücke auf ihre Landwirtschaft hält. Anrüchig, weil den Bauern nachgesagt wird, in sturer Ackerverbundenheit nur ihre eigenen Interessen zu verfolgen, blind zu sein für den Fortschritt und sich um die großen Zusammenhänge nicht zu kümmern. Beides ist eine verkürzte und unzureichende Einschätzung und darum falsch. Mein Buch soll als Erzählung eines exemplarischen Lebens einen wenn auch kleinen Beitrag der Aufklärung dazu leisten.

Ich sehe meinen Rückblick vor allem als kleines Zeitdokument, als Schilderung der täglichen Bauernarbeit in einer bestimmten Zeit, und meine Arbeit als Politiker erlaubt es mir, dieses Bauernleben in einige Verbindungen einzubetten, die seine Hintergründe beleuchten. Die Entwicklung der Landwirtschaft habe ich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mitverfolgen können: als Bauernbub, Lehrling, Agronom, Landwirtschaftsbeamter, Politiker und als selbständiger Landwirt in der Schweiz und nun in Frankreich. Es ist nicht ein hervorragendes Leben, das ich hier erzählen möchte, wohl aber ein typisch untypisches. Und als solches im Zusammenhang der dazu gehörenden Veränderungen in der Schweiz eine Betrachtung wert.