AUSWANDERERBLOG

Löwen wecken

Posted in Literatur by ruedibaumann on Juni 8, 2016

Löwen wecken ist die Geschichte eines Mannes, der einen falschen Schritt tut und diesen Weg dann weiterverfolgen muss. Ein stürmischer Roman, der sich in der stark umkämpften Grauzone zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung, Gut und Böse bewegt, und der zeigt, wie zerbrechlich unser geordnetes Leben eigentlich ist.

Geschrieben wurde der Roman von Ayelet Gundar-Goshen, geboren 1982. Sie studierte Psychologie in Tel Aviv, später Film und Drehbuch in Jerusalem. Für ihre Kurzgeschichten, Drehbücher und Kurzfilme wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet.

Der Roman ist nach meinem Dafürhalten spannend geschrieben, manchmal ein wenig konstruiert, nach meinem Geschmack vereinzelt auch etwas zu ausführlich psychologisierend.

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Luise Rinser

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 15, 2016

„Mehr als eine Mitläuferin“ titelte „Die Zeit“ als bekannt wurde, dass die Erfolgsautorin Luise Rinser eine sehr kontroverse Nazi-Vergangenheit hatte:

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-04/luise-rinser-biografie

Nichtsdestotrotz habe ich ihren Roman „Mitte des Lebens“ aus dem Jahre 1950 (wieder)gelesen. Alles ist klar und eindeutig. Ganz anders als ihre eigene Biografie.

Mitte des Lebens

Spannende Geschichte! Nicht einfach schwarz-weiss!

 

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Die Rote

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 21, 2016

„Die Rote“ ist ein Roman von Alfred Andersch, geschrieben um 1960, als noch vieles anders war. Ich habe das Buch gelesen weil es in Venedig spielt, sozusagen als Nachlese zu unserem kürzlichen Venedig-Aufenthalt. Ich habe es sehr genossen, nicht nur wegen den Schauplätzen, Canal Grande, Accademia-Brücke, Giudecca…, auch weil es spannend geschrieben ist! Es wird einem auch bewusst, dass und wie sich die Gesellschaft in den letzten 60 Jahren weiterentwickelt hat.

Buchbesprechung:

Eine Frau befreit sich von ihrem Ehemann und ihrem Liebhaber, aber sie droht in neue Abhängigkeiten zu geraten, als sie einen Mann kennen lernt, der glaubt, sich nur durch einen Mord aus geistiger Gefangenschaft befreien zu können.

Alfred Andersch erzählt abwechselnd von Franziska und Fabio. Die erste Begegnung der beiden auf der Aussichtsplattform des Campanile schildert er zuerst aus Franziskas Perspektive (Seite 147ff), dann aus der Sicht Fabios (Seite 160ff). In das äußere Geschehen integriert er innere Monologe: Reflexionen Franziskas und anderer Figuren. Der Umbruch erfolgt bisweilen mitten im Satz, aber durch Kursivdruck sind die inneren Monologe leicht erkennbar.

1960, als die Erstausgabe des Romans „Die Rote“ erschien, galt es als skandalös, wenn eine Frau sich von ihrem Ehemann trennte und versuchte, ihren eigenen Weg zu gehen. Auch die Abtreibung, über die Franziska nachdenkt, war damals ein Tabuthema. Die Literaturkritiker qualifizierten den Roman „Die Rote“ als Unterhaltungslektüre ab. Deshalb überarbeitete Alfred Andersch den Text und ließ bei der 1972 veröffentlichten Neufassung auch den Epilog weg. Damit bleibt das Ende offen, während die Leser in der Erstausgabe erfuhren, dass Fabio Franziska Arbeit in einer Seifenfabrik verschaffte und dass sie ihr Kind austrug.

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Als die Tauben verschwanden

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 14, 2016

Weil wir eine Reise nach Tallinn in Estland planen, habe ich mir den Roman der finnischen Starautorin Sofi Oksanen zu Gemüte geführt. Ein Stück harte Arbeit um hier immer den Überblick zu wahren. Ohne dass man beim Lesen die komplizierten familiären Verhältnisse in einer estnischen Familie immer mitnotiert ist das Werk kaum zu verstehen. Immerhin hat man einen interessanten Einblick in die wechselvolle, dramatische Geschichte der baltischen Staaten. Urteilen sie selbst.

Der Roman folgt dem Schicksal dreier Esten während des Zweiten Weltkriegs und danach: Roland, einem prinzipientreuen estnischen Freiheitskämpfer, seinem machthungrigen, skrupellosen Cousin Edgar und dessen Frau Juudit, die sich in einen deutschen Offizier verliebt. Ein meisterhaft komponierter Roman über Machtstreben, Liebe und Verrat.Estland zur Zeit der deutschen Besatzung: Während sich Roland versteckt hält, weil er immer noch an die estnische Befreiung glaubt, versucht Edgar ins Zentrum der Machthaber vorzustoßen. Seine Frau Juudit verliebt sich in einen hohen deutschen Offizier, nicht ahnend, dass ihr Mann über genau diesen Offizier die Karriereleiter emporklettern möchte. Nach dem Krieg werden die Karten neu gemischt, Estland steht unter der Besatzung der Sowjets, und wieder ist es Edgar, der hofft, seiner Vergangenheit zum Trotz auch bei den Kommunisten eine herausragende Rolle zu spielen. Intrigen und Legenden, Verrat und Heimtücke, Liebe und Familie – Sofi Oksanen hat einen Roman geschrieben, der sich durch die meisterliche Konstruktion wie ein Thriller liest und dessen Figuren, allen voran Edgar, man nicht mehr vergisst.

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Eins im Andern

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 23, 2016

Monique Schwitter erhielt für ihren Roman „Eins im Andern“ den Schweizer Buchpreis.

Die Kritiker sind sich nicht einig, ob ihr Roman diese Auszeichnung verdient. Von Wohlstandsmelancholie reden die einen, von einem grossen Liebesroman die andern.

Ich habe mich von dem esoterisch-religiös anmutenden Titelbild nicht abschrecken lassen und das Buch gelesenen. Durchaus mit Vergnügen. Aber lesen Sie selbst.

 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2015
Den hymnischen Besprechungen ihrer männlichen Kollegen zu Monique Schwitters neuem Roman „Eins im Andern“ kann sich Rezensentin Kristina Maidt-Zinke ganz und gar nicht anschließen. Überkonstruiert erscheint ihr der Roman, in dem die Autorin auf die zwölf Männer ihres Lebens zurückblickt, elf von ihnen die Namen der Apostel gibt und dabei leider nicht mehr zwischen autobiografischer Authentizität und Redundanz zu unterscheiden vermag, so Maidt-Zinke. Ironie und Kunstfertigkeit sucht die Kritikerin ebenfalls vergebens und mit zunehmender Erschöpfung hinterlässt der Roman bei ihr den Eindruck von mit „Bildungsgut unterfüttertem Dauerpathos“. Die Lektüre mag für Männer bauchpinselnd sein, für Frauen ist sie enttäuschend, schließt die Rezensentin.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2015
Sanften Blick und harten Tritt attestiert Rezensent Phillip Theisohn Monique Schwitter verzückt nach der Lektüre ihres neuen Romans „Eins im Andern“. Gebannt folgt er hier der an einem Buch arbeitenden Erzählerin, die wie beim Abendmahl zwölf Männer, vielmehr Apostel um sich versammelt und sich nach jeder endenden Beziehung fragt, wohin die Liebe geht, wenn sie geht. Und so begegnen dem Kritiker in diesem dramaturgisch komplexen, mit biblischen Motiven spielenden Text zahlreiche mysteriöse, teils malträtierte Männer; der in seiner Erschöpfung an Giacomettis „Taumelnden Mann“ erinnernde Thadeusz etwa oder Andreas, dessen Oberlippe von einer Ratte zerbissen wird. Nach diesem großen Liebesroman, der die „Bestie“ Liebe auch in Form von kafkaesk anmutenden Tieren auftreten lässt, möchte der Rezensent am noch weiter in den Kanon der Liebesliteratur eintauchen – etwa mit Kleists „Penthesilea“ oder Büchners „Woyzeck“.

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Charles Lewinsky: Kastelau

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 14, 2016

KLAPPENTEXT
Winter 1944. Die bayerischen Alpen sind trotz Krieg noch eine friedliche Gegend. Ein Filmteam der UFA setzt alles daran, sich dorthin abzusetzen. Unter einem Vorwand beschafft man sich den Auftrag für den vermeintlich kriegswichtigen Film „Lied der Freiheit“. In dem bald vom Schnee eingeschlossenen Bergdorf Kastelau wird das Drehen einer erfundenen Geschichte immer mehr zur erfundenen Geschichte eines Drehs. Denn wichtig ist nur eines: Die Filmerei muss überzeugend aussehen. Aus immer neuen Lügen und Ausflüchten entspinnt sich ein Netz aus Intrigen, so dass bald niemand mehr zwischen Schein und Wirklichkeit zu unterscheiden weiß. Ein auf einem historischen Ereignis beruhender Roman.

Ich bin beeindruckt (einmal mehr) von einem Autor mit ausserordentlichen Fähigkeiten. Aber lesen Sie selbst!

http://www.nzz.ch/feuilleton

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Gut bei Regenwetter

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 5, 2016

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Marilynne Robinson: „LILA“

Posted in Literatur by ruedibaumann on März 1, 2016

Ich hätte den Roman Marilynne Robinson: „LILA“

wohl kaum gelesen, wenn ich nicht irgendwo gehört hätte, es sei Präsident Obamas Lieblingslektüre. Und in der Tat, es ist ein ausserordentliches Buch mit einer ganz eigenen erzählerischer Magie. Man muss sich beim Lesen allerdings schon etwas Zeit lassen, um in das letzte Jahrhundert im Staate Iowa einzutauchen.

Hier auch noch ein längeres Gespräch Obamas mit der Autorin:

http://www.nybooks.com/articles/2015/11/05/president-obama-marilynne-robinson-conversation/

 

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Leseempfehlungen

Posted in Literatur by ruedibaumann on Februar 12, 2016

Wenn es regnet und das Internet nicht funktioniert gibt es zum Glück immer noch gute Bücher…

Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten von Neil MacGregor

Wassermusik von T.C. Boyle

Der Knabe im Brunnen von Stefan Andres

Wann wird es endlich wieder einmal so wie es nie war von Jochaim Meyerhoff

 

Na dann, lesen Sie gut!

 

 

 

 

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Archivgeflüster

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 13, 2016

Blutig endet 1804 der Chiltgang für Hans Stebler und Bendicht Gehri von Seedorf bei der schönen Barbara Arn in Kosthofen. Hans Hodler und der Mühlenkarrer Lentz von der Mühle in Suberg lassen nicht zu, dass Auswärtige in ihrem Revier grasen. Am Tag danach wird ein Mörder gesucht.

1832 wird in Seedorf der Müngerhof versteigert. Albrecht Schori und Hans Lauper treiben gegenseitig den Preis in die Höhe, bis alt Chorrichter Bendicht Stebler aus dem Rättli alle überbietet. Was sind seine Motive?

Werner Adams schreibt historische Romane die auf Begebenheiten basieren, die sich im Berner Seeland abgespielt haben. Ich habe seinen spannenden Roman „Die Münger Morde“ gelesen und war beeindruckt von den schlimmen Ereignissen die in der Zeit der Helvetik in Seedorf  und Umgebung stattgefunden haben.

Demnächst soll ein weiteres Buch über unsere Vorfahren erscheinen: „In einem kalten Land“! Ich bin gespannt!

Aber lesen sie selbst: http://www.werneradams.ch

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