„Der schmale Pfad durchs Hinterland“
Richard Flanagan soll zwölf Jahre an dem Roman „Der schmale Pfad durchs Hinterland“ gearbeitet haben. Dafür wurde er ausgezeichnet mit dem Booker Preis.
Es ist wahrlich schwere Kost, die uns da zugemutet wird: Japanische Kriegsgefangene werden während dem zweiten Weltkrieg in Siam bei dem Bau der berüchtigten Todeseisenbahn eingesetzt und kämpfen gegen Hunger, Cholera, Tod und die Grausamkeiten des Lagerleiters. Ein überwältigender Roman voller Leidenschaft, Schrecken und manchmal auch etwas Ironie. Schwer zu ertragen und unglaublich was sich Menschen im Krieg antun können.
„Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
Nach „Alle Toten fliegen hoch“ und „Wann wird es endlich wieder so , wie es nie war“ habe ich auch den dritten Roman von Jochaim Meyerhoff gelesen: „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Notabene mit grösstem Vergnügen, darf ich ohne Übertreibung sagen!
„Jochaim Meyerhoffs Geschichten vom Leben und vom Tod sind zum Lachen und zum Heulen und erzählen uns auf höchst unterhaltsame Weise von der Tragikomödie menschlicher Existenz“ (Die Welt)
https://www.perlentaucher.de/buch/joachim-meyerhoff/ach-diese-luecke-diese-entsetzliche-luecke.html
Syrien verstehen
Ich habe den neuesten Roman von Rafik Schami gelesen: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“
Das Buch hilft mit, die verworrene Geschichte im Kriegsgebiet Syrien vielleicht etwas besser zu verstehen. Die Menschen in Damaskus, die Diktatur, der Geheimdienst…, spannende Story aus dem nahen Osten.
„Geduld und Humor sind zwei Kamele, mit denen man jede Wüste überqueren kann.“
Arabisches Sprichwort
Die Geschichte der Baltimores
Der Unterhaltungsroman des jungen westschweizer Schriftstellers Joel Dicker liest sich sehr leicht, schon fast zu leicht.
Ich teile die Ansicht der NZZ-Rezension: https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/joel-dicker-die-geschichte-der-baltimores-wo-sich-new-yorker-anwaelte-tummeln-ld.81801
Big Sue
ZORA DEL BUONO schreibt abgründig und komisch, erzählt raffiniert und sprachgewaltig, bunt und makaber….
Ich habe ihren Roman BIG SUE eben gelesen und bin beeindruckt. Sie bringt die amerikanische Südstaaten Atmosphäre zum Leser als wäre man selber in Georgia…
Sie weiss wie man „aus Sätzen Funken schlägt!“ (Spiegel Online)
Sibylle Berg
„Der Mann schläft“, Roman Hanser
Es ist alles Zufall. Nichts hat man sich verdient, gutes Benehmen garantiert kein langes Leben, es gibt weder Gerechtigkeit noch Vernunft, es gibt keine göttliche Weltordnung oder was auch immer wir herbeisehnen, um uns nicht ausgeliefert zu fühlen. Es kann alles vorbei sein in der nächsten Sekunde, oder noch schlimmer: Es kann alles genauso weitergehen.
Manchmal schreibt Sibylle Berg sehr schwarzmalend, bösartig , depressiv… und trotzdem ist es ein schöner Liebesroman geworden!
Die Unvollendeten
Von den Vertreibungen aus dem Sudetenland und dem Berlin des Jahres 2002: Reinhard Jirgl, der Chronist deutscher Vergangenheit und Gegenwart, erzählt die Geschichte von vier Frauen aus der Kleinstadt Komotau, die nach dem Zweiten Weltkrieg übrig geblieben sind: die siebzigjährige Johanna, deren Töchter Hanna und Maria und die siebzehnjährige Enkelin Anna. Eine Familiensaga von Heimatlosen, die der Verlust bis heute nicht los lässt. (Klappentext)
Die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, die Flüchtlingsströme im zerstörten Europa, der Wiederaufbau, die Landverteilung und Kollektivierung in der DDR, die Entnazifizierung, die Vertreibung der Sudetendeutschen….interessieren mich enorm. Wie viel anders war doch für mich das Aufwachsen in der vom Krieg verschonten Schweiz, in einer „ordentlichen Familie“, auf einer Insel im Meer von Hunger , Not, Trauer und Verlust.
Reinhard Jirgel komponiert einen wahnsinnig intensiven Roman, sprachlich einzigartig, experimentelle Orthografie, anspruchsvoll!
„…raus auf den schmalen Bahnsteig quellende Horden, aufgeschwemmte Häute, die Gesichter zerschunden, Müdigkeit, Alkohol, Körper wie krumme Nägel in bretterharte Lebenszeit geschlagen. Heimwärts.“

Was hat das mit mir zu tun?
Sacha Batthyany hat die Geschichte seiner Familie aufgearbeitet und sich gefragt, welchen Einfluss Ereignisse auf uns haben, die sich vor siebzig Jahren ereignet haben. Er hat sich dabei mit einem Verbrechen im März 1945, einem Massaker an 180 Juden intensiv auseinandergesetzt.
Ein glänzend geschriebenes Buch über familiäre Abgründe in der sich die Geschichte seiner Familie mit der Geschichte Mitteleuropas verbindet.

Unschuld
Jonathan Franzen schreibt fulminante Romane. Nach „Freiheit“ und „Die Korrekturen“ https://auswandererblog.ch/?s=Jonathan+franzen
habe ich jetzt seinen neuen Roman „Unschuld“ gelesen. „Ein Wirbel aus grossen Fragen, grossen Thesen, grossen Ereignissen… mitreissend, einfühlsam, politisch klug, moralisch wach.“ Aber lesen Sie selbst. Eine kühne Story, über die USA, die DDR, Familientragödien, Whistleblower, Zeitgeschichte eben… Spiegel-Bestseller http://www.spiegel.de/kultur/literatur/unschuld-von-jonathan-franzen-der-unrat-der-germanen-a-1050099.html

Alles Licht das wir nicht sehen

Saint-Malo an der bretonischen Küste
Ich würde heute Saint-Malo anders erleben und ansehen als damals, als wir vor sieben Jahren die Bretagne bereist haben. Anders, weil ich eben den Roman von Anthony Doerr: „Alles Licht, das wir nicht sehen“ gelesen habe. https://auswandererblog.ch/?s=Bretagne
Anthony Doerr erzählt darin die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird.
Eine spannende, ergreifende, wunderschöne Geschichte! Spiegel-Bestseller und Pulitzerpreisträger! https://www.perlentaucher.de/buch/anthony-doerr/alles-licht-das-wir-nicht-sehen.html
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