AUSWANDERERBLOG

Naturschutz in der Bretagne

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 16, 2009

Die Bretagne gilt europaweit als Landwirtschaftsregion mit (zu) hohem Nutztierbesatz (ähnlich wie gewisse Regionen in der Inner- und Ostschweiz) mit den damit verbundenen Gewässerbelastungen.
Nichtstestotrotz hat es in der Bretagne beachtliche Naturschutzgebiete. Georges, ein Orchideenexperte aus der Region, hat uns durch die Dünen bei Etel geführt und uns auf die Besonderheiten der Flora und Fauna aufmerksam gemacht.

Man beachte die Orchideen, die wir bei uns nicht finden:
Ophrys passionis, Epipactis palustris, Liparis loeselii und Spiranthes aestivalis…

… und den Lapin im Vordergrund, nicht den im Hintergrund…

Das Moorgebiet im „Parc naturel régional de Brière“ gilt neben der Camarque als grösstes Marais Frankreichs (Grande Brière). Wir haben uns auf einer Barke von einem lokalen Naturschutzexperten durch die Kanäle führen lassen.

So wohnt man in der Bretagne…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 14, 2009

Sei es im einfachen Strandhaus von St. Cado…

… im herrschaftlichen Bürgerhaus direkt an der Küste von St. Malo…

…oder gar in einem Weltkulturerbe…

Gut, der Mont Saint-Michel gehört eigentlich schon zur Basse-Normandie. Als Neu-Franzosen muss man natürlich d i e Touristenattraktion Frankreichs einmal gesehen haben…

… auch bei schlechtem Wetter hat es hier zwei drei andere Touristen. Vive la France!

Alles Licht das wir nicht sehen

Posted in Literatur by ruedibaumann on November 1, 2016

Ohne Titel.jpg

Saint-Malo an der bretonischen Küste

Ich würde heute Saint-Malo anders erleben und ansehen als  damals,  als wir vor sieben Jahren die Bretagne bereist haben. Anders, weil ich eben den Roman von Anthony Doerr: „Alles Licht, das wir nicht sehen“ gelesen habe. https://auswandererblog.ch/?s=Bretagne

Anthony Doerr erzählt darin die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird.

Eine spannende, ergreifende, wunderschöne Geschichte! Spiegel-Bestseller und Pulitzerpreisträger! https://www.perlentaucher.de/buch/anthony-doerr/alles-licht-das-wir-nicht-sehen.html

 

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Écotaxe

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 29, 2013

Demos und Streiks sind bekanntlich in Frankreich an der Tagesordnung und eine Art direkte Demokratie à la française. Für Aussenstehende ist einigermassen erstaunlich, wie gelassen das betroffene Publikum im allgemeinen die Bähnler- Fluglotsen- und andere Arbeitsniederlegungen zur Kenntnis nimmt bzw. über sich ergehen lässt.
Noch erstaunlicher für mich ist, wie prompt die Medien und die Regierenden auf jedes noch so rudimentäre Demonstratiönchen reagieren.

Zur Zeit ist die sogenannte Écotaxe in aller Leute Mund. Die Écotaxe ist die französische Variante der in der Schweiz seit Jahren bekannten, erhobenen und bewährten Schwerverkehrsabgabe. Zwar wurde die Ecotaxe auch schon unter dem Regime Sarkozy im Jahr 2009 beschlossen, aber aus Angst vor gewissen Interessengruppen deren Einführung immer wieder verschoben.

Die bretonischen Grossbauern und Lastwägeler haben vor ein par Tagen mit einer spektakulären Strassensperrung und gewalttätigen Auseinandersetzung mit der Polizei erreicht, dass auch jetzt die Einführung der Schwerverkehrsabgabe wieder verschoben, bzw. deren Erhebung in der Bretagne stark reduziert wird.

Wahrlich keine leichten Zeiten für die gebeutelte rot-grüne Regierung. Die Popularität von Präsident Holland hat einen neuen Tiefstand erreicht.


(LE MONDE)

dossier explosif de l’écotaxe

Algues vertes – Grünalgen

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 16, 2011

Seit Jahren wird die Badesaison an der bretonischen Atlantikküste durch einen immer dichter werdenden Algenteppich beeiträchtigt bzw. verunmöglicht. Die intensive Tierhaltung in der Bretagne führt dazu, dass die Oberflächengewässer mit Nitrat und Posphor überlastet sind und im Küstenbereich die Grünalgen so spriessen lassen, dass von uneingeschränktem Badevergnügen keine Rede mehr sein kann. Längst sind einzelne Gemeinden in der Bretagne und neuerdings auch in der Normandie dazu übergegangen, die Algenteppiche jeden Tag maschinell abzutragen.
Perfiderweise können durch die Zersetzung der Grünalgen bei Sonneneinstrahlung giftige Dämpfe entstehen (Schwefelwasserstoff) die für Mensch und Tier gefährlich, ja tödlich wirken können!
Dramatischer Höhepunkt des Umweltdesasters in diesem Sommer waren über dreissig tote Wildschweine am algenbedeckten Sandstrand.

Die Politik spricht seit Jahren von eingeleiteten wirksamen Massnahmen gegen die das Algenwachstum bewirkenden zu hohen Düngerfrachten. Allein, bisher ohne messbaren Erfolg!

Die Bauern der Region sind frustriert und wehren sich mit untauglichen Argumenten dagegen, allein für die Umweltverschmutzung verantwortlich zu sein. Kürzlich haben sie sogar einen Fussballmatch auf einem gesperrten Sandstrand ausgetragen, nur um zu beweisen, dass die Algen ungefährlich seien….!!

Wenn man bedenkt, dass allein die Hälfte der französischen Schweineproduktion in der Bretagne stattfindet, dann wird offensichtlich, dass nur massive Umstrukturierungen, sprich Schliessung von Tierfabriken, die Umwelt wieder gesunden lassen können.

Aber Sarkozy und seine Leute werden sich hüten, die Grossbauern vor den nächsten Wahlen mit harten Massnahmen zu verstimmen! C’est la politique!

So sehen es die Tourismusverantwortlichen: algues vertes

Farbe bekennen…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 9, 2009

Die Regierung Sarkozy hat sich bisher höchstens rethorisch um den Bio-Landbau gekümmert. Die EU lässt den einzelnen Nationen relativ grossen Spielraum, wie sie stark sie bei der Auszahlung der europäischen Unterstützungsgelder umweltschonende Produktionsformen bevorzugen will. Frankreich bezahlt offenbar lieber Bussen, wenn beispielsweise in der Bretagne Nitrat- und Phosphatgrenzwerte überschritten werden (grüne Algen – algues vertes).
Da wo links-grüne Mehrheiten regieren, wird oekologische Landwirtschaft (organic farming) mehr unterstützt als konventionelle (industrielle) Landbauformen. Die sozialistische Regierung (Premierminister Jospin) hat in Frankreich sehr viel stärker auf Biolandbau gesetzt als das zur Zeit der Fall ist.
Nun versuchen zunehmend links-grüne Mehrheiten auf regionaler Ebene etwas Gegensteuer zu geben. Unsere Region Midi-Pyrénée wird seit Jahren von dem Sozialisten Martin Malvy präsidiert. Er und sein Team unternehmen grosse Anstrengungen die (bescheidenen) regionalen Förderungsmittel zu Gunsten des Biolandbaus umzuleiten.
Und weil im nächsten März Regionalwahlen sind, werden die Biobauern angehalten, Farbe zu bekennen und ihre zertifizierten Höfe zu kennzeichnen. Ich halte zwar nicht sehr viel von all‘ diesen Plaketten, aber wenn sie etwas zur Verbreitung des Biolandbaus beitragen können, warum nicht?

Grüne Algen – algues vertes

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 21, 2009

„Frankreichs Premierminister François Fillon hat seinen Urlaub in der Toskana abgebrochen und ist am Donnerstag in die Bretagne gefahren. Auch der westliche Zipfel seines Heimatlandes gilt als Ferienregion. Doch Fillon kam nicht, um Urlaub zu machen, sondern weil sich dort an vielen Stränden eine Algenschicht ausgebreitet hat, die für den Menschen durchaus tödlich sein kann. Über manche Küstenabschnitte zieht sich die stinkend glibberige grüne Masse über Kilometer.“

Grüne Algen in der Bretagne

Ursache dieses Algenteppichs ist die zu intensive Landwirtschaft in dieser Region Frankreichs. Schweine- und Rindermastbetriebe mit übersetzten Tierbeständen belasten die Küstengewässer seit Jahrzehnten und seit Jahren versprechen die Regierungen etwas dagegen zu unternehmen. Geschehen ist offenbar bisher wenig oder nichts.

Dabei hat auch diese Regierung erst vor zwei Jahren versprochen, bei den Förderungsmassnahmen die biologische und umweltschonende Landwirtschaft zu bevorzugen. Leider ist auch das bisher toter Buchstabe geblieben!

Nächstes Jahr sind Regionalwahlen in Frankreich und die Grünen haben seit den erfolgreichen Europawahlen grossen Zulauf. Grund genug für den Premierminister, endlich auch im Umweltschutz den Worten Taten folgen zu lassen?

Bretagne in diesem Blog

Wenn die grünen Algen toxisch sind, wie ist es denn mit der Austernzucht in diesen Gewässern?

Galette

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 18, 2009

Die bretonische Galette ist eine Crêpe, wird aus blé noir (Buchweizen) hergestellt und besteht in ihrer einfachsten Form nur aus Mehl, Wasser und Salz. Buchweizen ist keine Graminée wie alle anderen Getreidearten sondern gehört zu der Familie der Knöterichgewächse.
In der Bretagne wird die Galette häufig zusammen mit Cidre brut oder Cidre doux (Apfelmost in einer grossen Tasse) genossen.
Die Galette kann mit allen erdenklichen Zutaten angereichert werden.
Klar, dass wir uns nach unserer Bretagne-Reise Buchweizenmehl besorgt haben und nun Galetten in allen Formen und Farben mit Spiegeleier, Schinken, Käse, Champignons, Gemüse und Salat selber herstellen.
Versuchet es auch, es schmeckt!

(Galette paysannes, Rezepte)

Hier hat Obelix seine Menhire deponiert…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 12, 2009

In den sog. Alignements de Carnac stehen hunderte von Megalithen in Reih und Glied, allerdings schon seit über 4000 Jahren vor Christus. Obelix konnte also zu Zeiten der Römer seine Menhire (Hinkelsteine) gerade reihenweise herumtragen…

Diente allenfalls diese gehimnissvolle Anordnung von Magalithen als Vorlage für ein ganz anderes Denkmal in Berlin?

Aber es gibt in der Bretagne nicht nur Steine und Steilküsten, sondern zum Beispiel auch…

… Kühe…

…Sandstrände (hier bei Etel)…

… und mondäne Jachthäfen (La Baule)

Am Meer

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Juni 11, 2009

Wir waren, zum ersten Mal, ein paar Tage in der Bretagne und sind so oft wie möglich entlang der Atlantikküste gefahren und gewandert. Zum schwimmen war es leider etwas zu kalt… Zuerst ein paar Bilder vom westlichen Landzipfel Frankreichs: Pointe du Raz

Im Departement Finistère („Fin de la Terre“) hört die Welt auf….

…in einem Garten mit tausend intensiven Farben

Le soleil se couche ici plus tard que partout en Europe.

Abwechslungsreiche Landschaften mit rauen Felsküsten…

…und Küstengärten mit Heide, Ginster und Stechginster, un immense jardin bordé par la mer!