ECOCERT
Ecocert http://www.ecocert.com ist eine weltweit tätige, unabhängige Kontroll- und Zertifizierungsorganisation für den Biolandbau. Ihren Hauptsitz hat Ecocert ganz hier in der Nähe in einem erst kürzlich fertiggestellen Positiv-Energie-Bürohaus (Holzbau für 170 Arbeitsplätze).
Wir haben uns vertraglich verpflichtet, uns regelmässig durch Ecocert-TechnikerInnen kontrollieren zu lassen. Unsere Produkte werden entsprechend durch Ecoert zertifiziert damit wir das europäische Biolabel verwenden dürfen.
Jedes Jahr ist mindestens eine ordentliche Biokontrolle vorgesehen, bei der Felder, Produkte, Hilfsstoffe, Tiere, Ställe und Papiere (!) akribisch kontrolliert werden. Daneben finden auch spontane, unangemeldete Kontrollbesuche statt.
Heute hatten wir einen unangemeldeten Besuch von unserem Ecocert-Kontrolleur: Alles in bester Ordnung! Das ist weiter nicht erstaunlich (ich hatte noch nie Beanstandungen!), weil wir einen verhältnismässig einfachen Ackerbaubetrieb haben und damit keine Ställe und keine Tierdatenbank. Zudem verzichten wir auf sämtliche Hilfsstoffe, kaufen nur zertifiziertes Biosaatgut und machen nur Gründüngung! So kann man nicht viel falsch machen… Allerdings riskiert man damit auch hin und wieder grössere Produktionsausfälle.
Gute Bücher
Die Bücher von Susanna Schwager http://www.susannaschwager.ch/index.php/susanna-schwager-2.html finde ich grandios! „Fleisch und Blut“, und „Die Frau des Metzgers“ habe ich vor Jahren gelesen und zur Zeit lese ich „Das volle Leben“ und „Das halbe Leben“.
Ich bin begeistert von der Art und Weise wie es Susanna Schwager gelingt, den porträtierten Leuten ihre Lebensgeschichten zu entlocken und so spannend auf Papier zu bringen. Irgendwie lässt sie die Leute ausreden… Châpeau!
Ich freue mich schon auf das nächste Buch!
Stromausfall…
Mit Stromausfall gehen wir inzwischen schon ziemlich gelassen um. Erstens weil das ziemlich oft vorkommt und zweitens, weil wir mit einem kleinen Stromgenerator die wichtigsten Haustechnikgeräte in Betrieb halten können. Die Frage stellt sich jeweils nur, was sind die wichtigsten Geräte? Heizen kann man auch mit dem Cheminée ohne Umwälzpumpe, der Tiefkühler ist inzwischen gut isoliert, Lesen bei Kerzenlicht? kalte Mahlzeit? IPhone funktioniert einen Tag auch ohne Strom, auf TV kann man gut verzichten… Kurz: das Wichtigste und damit unverzichtbar ist inzwischen… der Internetempfang 😉
Während die ERDF-Monteure arbeiten, übernimmt der kleine Generator die (Not-)Stromversorgung.
Nach fünf Stunden ist der Schaden (eine Starkstromleitung ist zerrissen) schon behoben.
Dass es auch anders geht beweisen die Zwei: https://auswandererblog.ch/?s=Marc+et+Lotti
La Oueyte
Unser Solarhof von Süden aus gesehen…
Wir produzieren auf 70 Hektaren:
Energie, Warmwasser, Holz…
Brotgetreide, Futtergetreide, Sonnenblumenöl, Bohnen…
Luzerneheu, Oekoheu…
Wein, Obst und Gemüse…
… alles in Bioqualität
Wir freuen uns an der pflanzlichen Artenvielfalt: 28 verschiedene wilde Orchideenarten, Eichenwälder, Hecken, Bachläufe, Teiche…
und einen ansehnlichen Wildtierbestand (Rehe, Wildschweine, Hasen und Füchse und Dachse…)
und seltene Vogelarten (Eulen, Kiebitze, Eichehäher, Raubvögel, Fasane, Rebhühner…).
(Fast) alles was das Herz begehrt!
Das ist ein Kunstwerk…
Ja gut, vorher war es ein Solarinverter, ein Wechselrichter für unsere Photovoltaik-Anlage, ein Moduleur wie die Franzosen sagen. Dann kam der verhängnisvolle 8. August und ein heftiges Gewitter mit Blitzschlag und einer „Sûrtension“ (Hochspannung) im ganzen Haus und vielen beschädigten Haushaltgeräten… Der Wechselrichter war leider auch etwas beschädigt und arbeitete nur noch zu zwei Drittel. Weil die kleine Solarinstallationsfirma die unsere Photovoltaikanlage vor vier Jahren installiert hatte leider nicht mehr existiert, haben wir uns für die Reparatur direkt mit dem Hersteller Sunways Solar in Deutschland in Verbindung gesetzt. Da wurde uns mitgeteilt, dass die Firma im Konkursverfahren stecke und keine Ersatzteile mehr geliefert werden können…
Wohl oder übel mussten wir nun einen nigelnagelneuen Wechselrichter (diesmal von ABB) installieren lassen (Kostenpunkt 3966 €). Die Versicherung klärt nun seit mehr als drei Monaten ab, ob sie sich allenfalls auch an den Kosten beteiliegen wolle…
Und der leicht beschädigte Solarinverter dient nun als modernes Kunstwerk in unserer guten Stube!
Lesetipp: Eistau
Der Roman „Eistau“ von Ilija Trojanow http://www.amazon.de/EisTau-Roman-Ilija-Trojanow/dp/3446237577 ist das Porträt eines verzweifelten Klimaschützers.
„Selten zuvor wurden in der deutschsprachigen Literatur die Verletzlichkeit der Natur und ihre absolute Schönheit so leidenschaftlich beschworen.“
Ein Buch wie ein Eisberg mit viel Tiefgang und Interpretationsspielraum.
Unkrautkur
Ab 3-Blatt-Stadium des Getreides beginnen die Unkrautkuren im Biolandbau. Anstelle von chemischen Herbiziden wird die auflaufende Weizensaat gestriegelt. Diese Prozedur erfordert etwas Fingerspitzengefühl und geeignete äussere Bedingungen (Wetter, Bodenfeuchtigkeit, Saattiefe usw.).
Das Ziel ist das noch sehr kleine Unkraut (Beikraut) „im Keime zu ersticken“ bzw. zu dezimieren und dabei die Kulturpflanze (hier Brotweizen) nicht zu stark zu schädigen…
Diese „Kuren“ werden im Laufe der Monate (bis zum Ährenschieben) je nach Bedarf 4 bis 5 mall wiederholt.
Eichen
Eichen sind insbesondere an ihrer Frucht, der Eichel, zu erkennen und in den einzelnen Arten zu unterscheiden. Die Eichel ist eine Nussfrucht. Sie reifen im ersten oder zweiten Jahr nach der Bestäubung. Jede Nussfrucht ist von einem Fruchtbecher eingeschlossen, der Cupula genannt wird.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 12. (aus http://de.wikipedia.org/wiki/Eichen)
Die Eicheln auf unserer Hofzufahrt bilden inzwischen ein richtiges „Rollfeld“. Ich schätze, dass es allein auf unserer Ferme hundert verschiedene Eichen-Arten gibt. Die Natur ist verschwenderisch! Und die (Wild-) Schweine freuts!
Cérémonie du 11 novembre
Der 11. November ist in Frankreich ein Feiertag (und das hat ganz und gar nichts mit meinem Geburtstag zu tun… ;-). Im ganzen Land und in jeder noch so kleinen commune wird jedes Jahr der Toten des ersten Weltkriegs gedacht. Der Maire lädt die Dorfbevölkerung zu einer schlichten Feier vor dem Monument („Mort pour la France“) ein, legt einen Kranz nieder, hält eine kurze Rede und erwähnt alle aus der Gemeinde namentlich, die im Grande guerre oder im Zweiten Weltkrieg, im Algerienkrieg oder in Indochina für Frankreich gestorben sind.
Dieses Jahr hat anschliessend auch der sechsjährige Basile einen schönen Text aus der Schule vorgelesen, der die Menschen in Europa und der ganzen Welt zu Frieden und Freundschaft aufruft.
Un vin d’honneur nous était ensuite servi à la salle de fête.
25 Jahre nach dem Mauerfall
Gute Gelegenheit für mich, nachzuschauen was ich vor 30 Jahren über die DDR geschrieben habe…
https://auswandererblog.ch/2009/11/05/hinter-dem-eisernen-vorhang/









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