AUSWANDERERBLOG

Machtgier

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 8, 2007

Ich habe gestern das Buch „Machtgier, Wer die Schweiz wirklich regiert“ von Viktor Parma gelesen. Viktor Parma porträtiert seit Jahren im Sonntagsblick Personen der CH-Politszene mit kritischem Sachverstand und viel Wohlwollen.
Sein Buch berichtet von einsamen BundesrätInnen, von raffgierigen Konzernchefs, von wichtigen Chefbeamten und von Leuten die sich um die schweizerische Demokratie Sorgen machen. Viktor Parma schreibt, wie die Medien die Parteien zunehmend überwältigen und über die Ränkespiele um Macht und Einfluss.
Für mich ein spannendes Buch über den Zustand eines wirtschaftlich erfolgreichen Landes, das Mühe hat, in Europa seinen politischen Platz zu finden.

Allerdings bleiben viele Fragen offen, die gerade im laufenden Wahlkampf durch kritische Medienschaffende unbedingt beantwortet werden müssten:

Ist die Schweiz das fremdenfeindlichste Land Europas und wenn ja warum?
Wer oder wie wird die gegenwärtige Blocherkampagne der SVP finanziert (20 Millionen)?
Wie kam der SVP-Führer zu seinem sagenhaften Vermögen von 3 Milliarden?
Darf ein schweizer Justizminister ein eigenes Kampfblatt (Weltwoche) herausgeben?
Wer hat dafür gesorgt, dass die Parteienfinanzierung in der Schweiz geheim ist, während sie in allen anderen Demokratien offen gelegt werden muss?

Machtgier

Flurschäden

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 7, 2007

Nein, das hier war nicht der Schwarze Block von Bern, das sind nur die Spuren der nächtlichen Besucher auf meinem Luzernefeld. Die lieben kleinen Sangliers haben einfach kein Verständnis für ein schön schweizerisch zubereitetes Saatbeet….
Aber dafür hatte Petrus ein Einsehen: er liess über Nacht den ersehnten leichten Regen über unsere Felder niedergehen.

Sanglierschäden

Tränen

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Oktober 6, 2007

Heute abend wird es in Frankreich Tränen geben. Freudentränen, wenn les XV de France im Viertelfinal an der Rugby-Weltmeisterschaft gegen die All Blacks (Neuseeland) gewinnen sollten. Tränen der Trauer, wenn, Frankreich gegen Neuseeland ausscheiden würde. Der Coupe du monde du Rugby elektrifiziert la Grande Nation. Hier im Südwesten ist Rugby populärer als König Fussball! Nur so ist es zu erklären, dass der Trainer der französischen Rugby-Nationalmannschaft, Bernard Laporte, von Sarkozy zum Sportminister gewählt wurde, noch bevor die Welmeisterschaften zu Ende ist.
Es steht also viel auf dem Spiel, für Frankreich, für die Ehre der Nation und für…. Sarkozy!

Wir verfolgen das Spiel so oder so mit grossem Vergnügen bei unseren französischen Freunden im Dorf.

Rugby-Regeln für Anfänger

LE MONDE.FR : Dernière minute
samedi 6 octobre 2007
La France se qualifie pour les demi-finales du Mondial de rugby en battant la Nouvelle-Zélande
Le XV de France s’est imposé (20-18), samedi 6 octobre, à Cardiff, en quart de finale, face à la Nouvelle-Zélande. En demi-finale, le 13 octobre, les Bleus affronteront l’Angleterre, qui a éliminée l’Australie (12-10), plus tôt dans la journée, samedi.

Les Bleus l’ont fait !

Maschinenkauf

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 6, 2007

Ich habe lange evaluiert. Um unsere 40 Hektaren Luzerne zu ernten, brauchen wir Maschinen. Und weil die Heuernte wetterabängig ist, helfen Mietmaschinen nur bedingt weiter. Für die Grossballenpresse werde ich ohnehin auf einen Unternehmer angewiesen sein.
Vier Offerten habe ich eingeholt, eine Maschinendemonstration besucht, auf dem Occasionsmarkt recherchiert und jetzt entschieden: Kauf eines Scheibenmähers, eines Schwadkreisels (auf berndeutsch Zabli), und eines Kreiselschwaders. Alles zusammen für 10 253.- € HT (HT heisst nicht etwa Huere Tüür, sondern Hors Taxe und meint ohne die 19,6% Mehrwertsteuer). Die Offerten bewegten sich zwischen 9’500.- € und 14 600.- €.
Jetzt brauche ich nur noch einen warmen Landregen, damit die Luzernesaat schön aufgeht….

Faucheuse…

Faneuse….

Andaineur…. du bon matériel, j’éspère!

Anfragen aus der Schweiz

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Oktober 5, 2007

Am 04.10.2007 um 12:07 schrieb G. R:

Sehr geehrter Herr Baumann

Ich bin Student an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft ( http://www.shl.bfh.ch ) und verfasse derzeit eine Diplomarbeit zum Thema „Boden und Pachtrecht zwischen Strukturerhaltung und Wettbewerb“. Inhalt der Arbeit ist unter anderem auch ein Vergleich mit den Gesetzen von Frankreich. Konkret geht es um einen Vergleich mit dem Schweizerischen „Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht“ BGBB und dem „Bundesgesetz über die Landwirtschaftliche Pacht“ LPG.

Ich wäre froh wenn Sie mir Angaben geben könnten, wo in Frankreich folgende Bereiche geregelt werden:
– Verkauf, Vererbung und Schenkung landwirtschaftlich nutzbarer Grundstücke (Bodenrecht)
– Landwirtschaftliche Pacht

Des weiteren würde mich sehr interessieren, was Ihrer Meinung nach die Vorzüge und Nachteile der Regelungen in Frankreich sind, im Vergleich zur Schweiz. Sie haben sich diesbezüglich kurz in Ihrem Auswandererblog geäussert (http://auswandererblog.blueblog.ch/p125.html).

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Freundliche Grüsse aus der Schweiz

G. R.

Meine Antwort heute:

Lieber G. R

Die Internet-Studie, in welchen Gesetzen das französische Bodenrecht geregelt ist, kann und will ich Ihnen nicht abnehmen… Unter dem Stichwort Safer (http://www.safer.fr/) dürften Sie wertvolle Hinweise finden.
Kurz ein par Angaben, warum ich überzeugt bin, dass das französische Bodenrecht für Bauern und Bäuerinnen viel besser ist als die CH-Gesetzgebung:
Frankreich hat einen transparenten, kontrollierten landw. Bodenmarkt. Die Safer sorgt dafür, dass vernünftige Strukturen geschaffen oder erhalten bleiben. Alle Handänderungen müssen publiziert werden, die Safer hat ein Vorkaufsrecht und kann Junglandwirte begünstigen. Es bestehen vernünftige Regeln, wer Land pachten oder kaufen kann: Anstösser, Junglandwirte, entwicklungsfähige Betriebe, Kleinbauern usw. Es gibt eine detaillierte, regionale und nationale Bodenpreisstatistik.

Obschon hier das Instrument der Güterzusammenlegung kaum bekannt ist, hat Frankreich erheblich bessere agrarische Strukturen. Parzellierungen wie in der Schweiz sind hier nicht möglich.

Hand aufs Herz, in der Schweiz können nur noch superreiche Baulandbauern Kulturland kaufen. Verpachtet wird in der Schweiz an die Meistbietenden (Schwarzzahler). Wer in der Schweiz nicht das Glück hat einen Betrieb innerhalb der Familie zum Ertragswert zu übernehmen, hat keine Chance mehr, selbstständiger Landwirt zu werden.
Hier fördert der Staat junge Leute ohne elterlichen Betrieb, die sich auf einem Landwirtschaftsbetrieb installieren wollen… usw.
Im weiteren verweise ich u. a. auf meine eigenen Nationalfondstudien zu den Einflussfaktoren auf landw. Bodenpreise (Nationalfondstudie 33, Boden).
Ich bin gespannt auf Ihre eigenen Recherchen und wünsche Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüssen

Ruedi Baumann

Buntbrache

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 4, 2007

In der Europäischen Union sind die Landwirte verpflichtet, 10% ihrer Betriebsfläche brach zu lassen. Diese sogenannten surfaces jachères (Brachflächen, Stillegungsflächen) waren jahrelang mit der tendenziellen agrarischen Überproduktion im europäischen Raum begründet worden. Selbstverständlich hatten diese Buntbrachen auch einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt (Biodiversität).
Jetzt ist alles anders. Angesichts der weltweiten Getreide-Unterversorgung und den damit einhergehenden Nahrungsmittel-Preiserhöhungen, hat die EU beschlossen, diese 10%-Regel aufzuheben. Die Bauern sollen animiert werden, wieder mehr zu produzieren!
Sinvollerweise gilt das nicht für die letztes Jahr eingeführten Ökokorridore (bandes enherbée) entlang aller Wasserläufe. Beidseitig aller Bäche sind je ein 5m breiter Grünstreifen frei zu lassen, auf dem weder gepflügt, gedüngt oder gespritzt werden darf.

Eine Massnahme die sich sehr positiv auf Gewässerschutz und Landschaft auswirkt. Eigentlich erstaunlich, dass in der umweltbewussten Schweiz, dem Wasserschloss Europas, diese Brachflächen entlang der Gewässer nicht generell gesetzlich vorgeschrieben sind. Ich empfehle dem neuen Parlament, das schleunigst nachzuholen.

Lebensraum Brache

Grenelle de l’environnement

Posted in Politik by ruedibaumann on Oktober 3, 2007

So nennt man hier in Frankreich den grossen runden Tisch, an dem sich demnächst alles was im Umweltbereich Rang und Namen hat, versammeln soll. Der Umweltminister JL Borloo will damit demonstrieren, dass die neue bürgerliche Regierung gewillt ist, auch in Umweltfragen vorwärts zu machen. Die dringensten Fragen liegen seit lange auf dem Tisch: Klimapolitik, Reduktion der Pestizide, Gentech-Moratorium, Förderung Biolandbau, erneuerbare Energien, usw.
Ich bin gespannt, ob im Sektor nachhaltige Landwirtschaft, die fortschrittlichen Förderungsmassnahmen der früheren linken Regierung wieder etabliert werden. Zur Zeit gibt es in Frankreich keine staatlichen Massnahmen zu Gunsten der Bio-Landwirtschaft mehr, obschon alle Umfragen gerade dies fordern.

Les Verts haben einen Forderungskatalog auf den runden Tisch gelegt: 13 Massnahmen für eine nachhaltige Umwelt

1. Un programme pluriannuel d’investissement massif pour le fret ferroviaire et fluvial, financé par une pollu-taxe sur les poids lourds et le transfert des budgets prévus pour des projets autoroutiers.

2. Réduction de 10km/h des vitesses autorisées sur route pour limiter la consommation de carburant et, donc, les émissions de gaz à effet de serre.

3. Plan national d’isolation des logements anciens. Pour chaque transaction immobilière, obligation de travaux de rénovation, avec l’aide de l’État, pour atteindre une consommation maximale de 80 kWh/m2/an. Pour le bâti neuf: dès 2012, la signature de tout permis de construire sera conditionnée à une consommation maximale d’énergie de 50 kWh/m2/an.

4. Dans chaque commune, pays ou agglomération, adoption d’un „Plan Climat“ territorial, définissant les mesures pour réduire localement les émissions de gaz à effet de serre.

5. Interdiction des cultures OGM de plein champ et destruction des cultures illégales, dans l’attente d’un débat public contradictoire et de l’adoption d’une loi sur les biotechnologies réglementant la production en milieu confiné et assurant la protection des cultures conventionnelles et biologiques contre toute pollution génétique. Moratoire sur les agrocarburants.

6. Interdiction d’ici 2009 de toutes les substances cancérigènes, mutagènes et repro-toxiques (CMR). Pour réduire l’usage des pesticides, instauration d’une taxe à hauteur de 50% du prix, qui financera un programme national d’aide à l’agriculture biologique, dont le cahier des charges exclut le recours aux pesticides chimiques de synthèse.

7. Dans l’attente d’une réforme de la Politique agricole commune, la France doit appliquer des règles plus strictes de conditionnalité environnementale pour réorienter les aides publiques vers les systèmes „les plus durables“.

8. L’application du principe pollueur-payeur et l’instauration d’un bonus-malus budgétaire et fiscal favorable à la nature et l’environnement pour tout aménagement et activité, de l’État à la commune.

9. Le renforcement de l’actuel Secrétariat d’État en ministère de plein exercice pour la protection de la nature.

10. Pollueur-payeur: tout producteur est responsable de l’élimination totale d’un produit en fin de vie. Les distributeurs assurent la reprise des biens usagés, gratuitement et sans obligation d’achat de matériel neuf.

11. Réforme des procédures de débat public et d’enquêtes publiques, pour renforcer l’examen contradictoire des projets. Réforme des procédures et des contrats de délégation de service public et lutte contre la corruption.

12. Instauration d’un taux de TVA réduit sur les produits propres et plus élevé sur les produits nocifs pour l’environnement.

13. Rendre obligatoire l’évaluation par l’État et les collectivités de l’impact de leurs décisions sur l’environnement et imposer que les investissements publics contribuent à la lutte contre le réchauffement.

„Il est urgent de changer de cap, en sortant du nucléaire par une loi progressive comme l’Allemagne, la Belgique ou l’Espagne“, jugent les Verts. AP

legrenelle-environnement

1 Million Sonnenblumen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 2, 2007

Auf dem Biohof Inselmatt ernten Bettina und Kilian zurzeit die Sonnenblumen, die die Grünen ihren WählerInnen verschenken!

Nicht vergessen: gruenwählen!

Ich habe es bereits getan!

Tag- und Nachtarbeit

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 2, 2007

Seit drei Tagen fast rund um die Uhr: Saatbeetvorbereitung (Déchaumer, Kreiselegge), Saat Luzerne mit Pendelstreuer, Anwalzen…..
Leider ist unser Internetempfang wieder mal en panne… le technicien kann erst nächste Woche unsere Telefonleitung reparieren!