AUSWANDERERBLOG

SAK-starker Gastblog

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 25, 2010

Der Beitrag (Gastblog von Kilian Baumann) über das Schweizer System der Standardarbeitskraft hat sehr viele Kommentare ausgelöst, darum hier noch der zweite Teil des Textes.

Bauernhöfe die nach „Gesetz“ zu klein sind, das heisst, weniger als 1 Standardarbeitskraft (SAK) erreichen, werden nicht mehr als landwirtschaftliches Gewerbe angesehen und sind von folgenden Sanktionen betroffen (nach Zone und Kanton unterschiedlich):

• Der Betrieb wird nach nichtlandwirschaftlichen Kriterien neu bewertet. Dies hat eine deutliche Erhöhung des amtlichen Wertes und des Eigenmietwertes zur Folge. Und die Einkommens und Vermögenssteuern werden höher ausfallen.
• Durch die Erhöhung des amtlichen Wertes sinkt das allgemeine Abschreibungspotenzial.
• Durch die Erhöhung des amtlichen Wertes und des Eigenmietwertes steigt die Hürde, um im Anspruch von Krankenkassen-Prämienverbilligung und Stipendien zu bleiben.
• Kein Anrecht des zukünftigen Selbstbewirtschafters, den Betrieb zum Ertragswert zu übernehmen.
• Auswirkungen auf Raumplanung. Einrichten von Besenbeizen oder Schlafen im Stroh wird nicht mehr gestattet.

Von all diesen Sanktionen betroffen sind oft Höfe, bei denen der Landwirt oder seine Partnerin eine Zweitausbildung haben und sie auch ausüben. Nebst der Arbeit auf dem Hof also noch einem Nebenerwerb nachgehen und/oder Betriebsleiter, die ihre Aufgabe in Haushalt und Kinderbetreuung ernst nehmen, während die Partnerin einem 50% Erwerb nachgeht. Auch Betriebe, die ihre Produkte direkt ab Hof vermarkten und so eine höhere Wertschöpfung pro Fläche erreichen, sind häufig von den Sanktionen betroffen. Alles Punkte, welche die Schweizer Landwirtschaft bei dem sich abzeichnenden Abbau der Grenzzölle etwas konkurrenzfähiger machen würden. Die gezielte Diskriminierung von Schweizer Kleinbauern ist doch eine sehr sonderbare Praxis so scheint es mir. Wer weniger als 0,25 SAK erreicht, verliert das Anrecht auf Staatsgelder vollumfänglich.

Kilian Baumann

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  1. Alfred Streit said, on Oktober 25, 2010 at 10:38 am

    uiuiui, da ging noch was vergessen:1) Wegen der Erhöhung des amtlichen Wertes steigt für den Kleinbauer auch die Belehnungsgrenze und er darf mehr Geld von der Bank mit Hypotheken belehnen; er kann sich also ein schöneres Märithüsli für den Direktvermarkterstand bauen.2) Der Eigenmietwert wird abgeschafft. Dies bedrückt Baumann also nicht mehr lange. Uebrigens: Schon heute sind die Eigenmietwerte von Bauernwohnungen im Vergleich zu Einfamilienhäusern lächerlich tief.3) Vermögenssteuern sind wenn schon ein Problem für Grossbauern und nicht von Kleinbauern!3) Die 11 Chueli auf dem Bild oben lösen schon alleine für sich 0.43 SAK aus; kommt da noch etwas Land hinzu; sagen wir mal etwa 10 Hektaren, also etwa halb so viel wie der CH-Durchschnitt, ist der Baumann huschhusch bei 1 SAK :-))

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  2. Res said, on Oktober 25, 2010 at 12:37 pm

    1.Junglandwirte die 1,25 SAK erreichen erhalten ein zinsloses Starthilfedarlehen. So mancher Grossbauer hat sich so einen schöne Stall mit Villa in die Landschaft gebaut.2.Der Eigenmietwert ist für Bauerhäuser tief, für Kleinbauern ist er höher als für grosse.3.Vermögenssteuer ist ein Problem der grossen, richtig.4. Wer nicht 10 ha hat seine Produkte aber im Hochpreissegment absetzt wird diskriminiert. Ganz unrecht hat Baumann hier nicht.

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  3. Heinz said, on Oktober 27, 2010 at 8:27 am

    Nume nid zviu SAK,süsch hetme ke Zit meh u es lige nid e mou es paar Tag Ferie dinne …

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  4. mattebuur said, on Oktober 27, 2010 at 1:31 pm

    Schade dass die Diskussion nun verzettelt wird. Merkte erst jetzt, dass es unten weitergeht.Verdächtig für mich, wenn Kilians Kritiker seine Kühe zu „Chueli“ machen müssen. Aber draussen ist so wunderbares Wetter, also lassen wir den literarischen Zweihänder in der Truhe (der Forumshelene wirds recht sein).

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