AUSWANDERERBLOG

Heuhandel

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juli 12, 2008

Die Heupreise sind in der EU wesentlich tiefer als in der Schweiz. Bodengetrocknetes, gepresstes Heu kostet nach meinen Erkundigungen in CH 200 bis 250 €uro pro Tonne. Hier 50 bis 100 €/t. Nachdem die EU dieses Frühjahr beschlossen hat, die vorher obligatorischen surfaces jachères (10% Brachflächen pro Betrieb) aufzuheben, fällt natürlich jetzt viel mehr Naturwiesenheu an, was seinerseits wiederum zu einem erheblichen Preisdruck führt.
Für zertifiziertes Bioheu wird in der Regel ein um 10 bis 20% höherer Preis verlangt, bzw. geboten.
Für meine rund 150 Tonnen Bioheu würde sich ein Transport in die Schweiz trotz Autobahngebühren und hohen Dieselpreisen wirtschaftlich immer noch lohnen. Oekologisch ist es aber nicht zu verantworten, Heu 1000 km zu transportieren!
Ich versuche, mein kostbares Dürrfutter in der unmittelbaren Umgebung abzusetzen.

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  1. Urs Berner said, on Juli 14, 2008 at 10:47 am

    3 Tonnen Heu pro Hektare ist ein sehr geringer Ertrag. Im Grasland Schweiz gibt eine Hektare auch bei tiefem Ertrag mindestens 5 Tonnen pro Hektare. In wüchsigen guten Lagen sind 15 Tonnen (Trockensubstanzgehalt!!) pro Hektare und Jahr keine Seltenheit.Wäre da mit gutem Mist und Bschütti nicht etwas mehr herauszuholen? Sonst bezahlt das ja die Maschinenkosten (mähen, kreislen, schwaden, pressen, zusammenführen) nicht?mit schönem Gruss Urs

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  2. RB said, on Juli 14, 2008 at 9:15 pm

    Lieber UrsJa, die Erträge sind hier eher bescheiden. Mit Dünger und Wasser könnte man sie problemlos vervielfachen. Aber ich will nicht! Mir sind die Artenvielfalt und die inzwischen frankreichweit berühmten Orchideenwiesen viel wichtiger!Übrigens: zum Glück gibt es hier keine Bschütti (die Tiere werden alle im Freiland gehalten oder zumindest auf Tiefstreue), das steigert die Lebensqualität auf dem Land erheblich…. für Menschen und Tiere!GrussRB

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  3. Urs Berner said, on Juli 15, 2008 at 9:06 am

    Wie heisst es doch so schön: „Mist ist des Bauern List“. Ich halte äusserst viel von diesem Spruch.Ich bin aber auch einem massvollen Einsatz von N-Handelsdünger nicht abgeneigt. Mist und Bschütti für die Grunddünger, etwas N für schöne Bestände, da bleibt die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten und die Biodiversität leidet nicht. Nur Bio in einem geschlossenen Kreislauf hungert langfristig die Böden aus um noch Landwirtschaft betrieben zu können. Alte Bauern sagen, die Matten „blächelen“, was bedeutet, sie haben Hunger. Heute liefern solche Böden noch 3 Tonnen Heu, in 100 Jahren sind es dann vielleicht noch 1 Tonne.gruss Urs

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  4. Urs Berner said, on Juli 15, 2008 at 1:41 pm

    Habe mir erlaubt, noch etwas mehr in den Geldsäckel zu schauen:-Erlös von 50 Hektaren Heu (150 Tonnen mit schätzungsweise 100€/t Ertrag umgerechnet auf CHF = rund 35000.-Verzinsung Maschinenkapital: 120’000. (5%)=6000.-bleiben 29000.-Treibstoff/Reparaturen Maschinen (300.-/ha, das ist sehr tief, immerhin hatte der Kreisler noch Getriebeschaden!) = 15000verbleiben noch 14000.-Fremdkosten für Pressen ca 4000.- verbleiben noch 10000.-Kosten für Abdeckplastik/Diverses: 2000.-verbleiben 8000.- Erlös für 50 Ha Heu!Da ist noch keine Minute eigene Arbeit bezahlt.160 Franken direktkostenfreier Ertrag pro ha, das muss man sich leisten können.N.B. Die Direktzahlungen rechne ich für Reparaturen und Amortisation Scheune und Haus.Teure schöne Orchideen!Eine solche Landwirtschaft kann sich offenbar das faule fette Frankreich leisten.Mal im Ernst, ich bin immer etwas zurückhaltend in extremen Meinungen, aber ein bisschen Oekonomie gehört bei soviel Bauernromantik doch wohl auch noch etwas dazu.Schöner Gruss Urs

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