AUSWANDERERBLOG

Bilder aus der Gascogne

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 21, 2006

Im zurzeit kalten Südwesten entstehen Bilder, die an den Sommer erinnern. Ich werde in loser Folge einige davon in meinen Blog stellen. Stephanie malt mit der Erde unseres Hofes. Erstaunlich wie sich hier die Ackerböden in ganz unterschiedlichen Farben zeigen.
Stephanie zeigte ihre Bilder letztes Jahr an einer sehr erfolgreichen Ausstellung in der Schweiz.
Ich hoffe, dass nächstes Jahr hier im Gers oder wieder in der Schweiz eine Ausstellung organisiert werden kann.

Bild 101, Stephanie Baumann, 100x100cm, Leinwand

Bild 102, Stephanie Baumann, 100x100cm, auf Leinwand

Bild 103, Stephanie Baumann, 100x100cm, auf Leinwand

Nachhaltigkeit

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 20, 2006

Im Gespräch: Ruedi Baumann
[ Gespräche ] by Reto Stauss @ 20.12.2006 07:38 CET
Ruedi Baumann war so freundlich, sich mir für ein kurzes Interview per E-Mail zur Verfügung zu stellen. Ruedi ist prominenter Expolitiker, Biobauer, Autor und Blogger. Thema des Interviews: Nachhaltigkeit.

Was bedeutet für Dich der oft verwendete Begriff Nachhaltigkeit?
Wie das so ist mit neuen Begriffen: zuerst gut gemeint und dann von allen vereinnahmt und zweckentfremdet. Inzwischen gibt es beispielsweise eine nachhaltige Finanzpolitik, die unter anderem sagt, man könne jetzt nicht in erneuerbare Energien investieren, weil sonst die Schulden für die nächste Generation anwachsen würden usw. . So gesehen berufen sich sogleich Befürworter wie Gegner der Alternativenergien auf die Nachhaltigkeit.

Kannst Du den Begriff Nachhaltigkeit in einem Satz umschreiben?
An kommende Generationen denken.

mehr im blog von Reto Stauss: nachhaltigBeobachtet

swissinfo-Kolumne

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Dezember 19, 2006

Dank elektronischer Post sind wir auf unserem abgelegenen Hof in der France profonde täglich mit der Familie, unseren Freunden und Bekannten im In- und Ausland verbunden.
Eigentlich haben wir gar nicht mehr das Gefühl, in ein abgelegenes, dünn besiedeltes Gebiet ausgewandert zu sein, obwohl die Schweiz tausend Kilometer entfernt ist.

Wir kommunizieren mit Bauernkollegen in ganz Europa, kaufen und verkaufen Saatgut, Occasionsmaschinen und andere Landwirtschaftsprodukte. Das Internet ersetzt uns Fachbücher, Lexika, Atlas und Diktionär.

Wir lesen die Schweizer Tageszeitungen am Bildschirm und können uns kaum mehr vorstellen, wie viel komplizierter, langsamer und mühsamer die Korrespondenz und auch die Informationsbeschaffung früher über die gute alte Brief- und Paketpost abgewickelt werden musste.

Wie es weitergeht steht in der Dezember-Kolumne auf swissinfo mehr…

Unfaire Steuerpraktiken

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 18, 2006

Endlich hat es die Schweiz mal geschafft hier in Frankreich in die Schlagzeilen zu kommen. Dank Johnny Hallyday. Leider sind es negative Schlagzeilen. Sie wissen es, der Altrocker will seinen (Steuer-) Wohnsitz nach Gstaad ins Berner Oberland verlegen. Um Steuern zu sparen selbstverständlich. Weil in der Schweiz für reiche Ausländer günstige Steuerabkommen möglich sind, zieht es immer wieder Steuerflüchtlinge in das Nicht-EU-Land. Zum Ärger aller anderen zivilisierten Staaten und zum Ärger aller braven Schweizer Steuerzahler.
Hat das die Schweiz wirklich nötig, werden wir von unseren französichen Freunden gefragt und müssen verschämt zugeben, dass wir natürlich auch dagegen sind, aber leider nichts dagegen tun können usw.
Ein kleiner Trost bleibt: Johnny Hallyday gilt als Supporter des bürgerlichen Präsidentschaftskandidaten Nicolas Sarkosy und würde mit seiner Steuerflucht den armen Nicolas schön in die Bredouille bringen…

Karukatur aus Le Monde elctronique

Die NZZ vom 20. Dezember 2006 sieht das natürlich ganz anders….:

„Ein (weiterer) steuermüder Franzose zieht die Konsequenzen
Ug. (Paris) Jean-Philippe Smet hat die Nase gestrichen voll. Er will nicht länger über zwei Drittel seines Einkommens dem Staat überlassen (indirekte Steuern und andere Abgaben nicht berücksichtigt) und wird deshalb seinen Wohnsitz von der Isle de France in die Schweiz, nach Gstaad, verlegen. Er ist längst nicht der einzige Franzose, der seinem Land den Rücken kehrt. Doch dass seine Pläne zu Aufregung in Politik und Medien geführt haben, ergibt sich aus einem kleinen Detail: Er ist besser bekannt als Johnny Hallyday, als Frankreichs grosser Rockstar. Zwar nicht mehr ganz taufrisch, taucht er dennoch bei jeder denkbaren Gelegenheit im Fernsehen auf und gehört deshalb quasi zum täglichen Leben. Den Schock, den diese Nachricht auslöste, versuchte er mit einer Liebeserklärung an Frankreich abzuschwächen. Doch die Reaktionen waren vorhersehbar: Ségolène Royal, die Präsidentschaftskandidatin des Parti Socialiste, meinte, Hallyday sei moralisch verpflichtet, in dem Land Steuern zu zahlen, das ihn bekannt gemacht habe. Finanzminister Breton wandte ein, die Regierung habe doch gerade die maximale Steuerlast auf 60% des Einkommens begrenzt. Dass dies immer noch eine Handvoll ist, scheint ihn nicht zu bekümmern. Nicolas Sarkozy, der Hoffnungsträger der Regierungspartei UMP, erkannte immerhin im steten Exodus von Künstlern, Forschern und vermögenden Bewohnern ein Problem. Aber eine umfassende Reform der Besteuerung von Einkommen, Vermögen und Erbschaften traut er sich nicht zu. So wird das Abwandern wohl anhalten.“

Windenergie in Spanien

Posted in Diverses by ruedibaumann on Dezember 17, 2006

Auf der Fahrt von Madrid Richtung Saragossa staunt man über die Entwicklung und Förderung der Windenergieanlagen in Spanien. Es gibt Standorte auf diesem Weg, wo man auf Sichtweite gegen 200 Windräder zählen kann! Und dass dieser Ausbau weitergeht, bewiesen uns auch die zahlreichen Schwertransporte von Rotorblättern, denen wir auf unserer Reise begegnet sind.
Neben Deutschland, Dänemark und Indien ist in Spanien die Windenergie zur Zeit die erfolgreichste Energiequelle. In den letzten Jahren wurde Spaniens Windkraft mehr als verdreifacht und auf 7000 Megawatt massiv ausgebaut. Geplant ist bis 2010, die Biomasse auf 2000 Megawatt zulegen.

Spanien steht auf Rang zwei der international führenden Windkraftnationen. Diese Stellung verdankt das Land dem großen Windpotenzial und den günstigen politischen Rahmenbedingungen. Fachleute zählen den spanischen Markt für Windenergie zu den Zukunftsmärkten.

Aufgrund seiner geographisch günstigen Lage zwischen Atlantik und Mittelmeer hat Spanien gute Windverhältnisse. Kontinuierliche, in Hauptwindrichtung wehende Winde begünstigen die Windenergienutzung. Im Vergleich zu anderen Ländern können daher an vielen Orten grössere Windparks mit dichter angeordneten Windkraftanlagen gebaut werden.

Wie steht es mit Alternativenergien in der Schweiz? Glauben die Atompäpste immer noch nicht, dass nur erneuerbare Energien zukunftsfähig sind?

Windenergie Spanien, Foto "Die Zeit"

Bericht über den Windboom in Spanien in „Die Zeit“

Goya

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Dezember 16, 2006

Die etwa 150 Gemälde von Goya (1746 – 1828) sind für mich der absolute Höhepunkt des Prado Museums. Darunter die Meisterwerke „Die Familie Karls IV“, „Die nackte Maja“, „Die bekleidete Maja“ oder die Spätwerke „Versinkender Hund“ und „Saturn frisst seine Kinder“.
Goya hat in seinem Werk für mich verschiedene Strömungen der späteren Epochen vorweggenommen.
Stellvertretend hier das berühmte Bild „Erschiessung der Aufständischen am 3. Mai 1808“ (Napoleon liess an diesem Datum in Madrid revoltierende Bürger erschiessen).

Die Erschiessung der Aufständischen am 3. Mai 1808

Goya, Leben und Werk

Madrid

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Dezember 15, 2006

Madrid 650 m über Meer, über 5 Millionen Einwohner, 73 Museen…
Wir haben die (Innen-) Stadt erwandert, Tapas und vino tinto genossen, gestaunt ab dem täglichen Verkehrsstau (warum tut man sich das an?) und die Madrilenen beobachtet. Wir haben zusammen mit Heerscharen japanischer Touristen das Museo del Prado, das Centro de Arte Reina Sofia und das Thyssen-Museum besucht und uns auf den vielen prächtigen Plätzen wieder erholt. Viel zu viel für ein paar Tage…

Felipe IV

Madrid Infos

Fern im Süden das schöne Spanien…

Posted in Diverses by ruedibaumann on Dezember 15, 2006

Die spanische Tastatur und Sprache im Internet-Café in Madrid hat mich überfordert. In San Sebastian war das Wetter zu schön für Bildschirmarbeit.
Zusammenfassend: Spanien hat mich positiv überrascht! San Sebastian ist ein Hype-Badeort geworden mit sauberem Strand und explodierenden Immoblienpreisen wie uns eine Insiderin bestätigte.
Auf dem Land scheint sich die EU-Agrarpolitik positiv auf die Produktion auszuwirken. Jeder mehr oder weniger geeignete Quadratmeter Ackerboden wird agrarisch genutzt. Die La Mancha, früher wohl Steppenlandschaft, ist mit Getreidefelder überdeckt. Bauernhöfe sieht man kaum, aber alles scheint sorgfältig bewirtschaftet zu sein.
Madrid ist eine ausgesprochen saubere Stadt! Liegt es wohl an den zahlreichen Frauen die mit Schaufel und Besen in der Innenstadt für Ordnung sorgen? Fussgängerfreundliche Einkaufsstrassen, Strassencafés (an der Sonne) noch im Dezember und Museen vom Feinsten!
Man weiss es ja, man(n) sollte nicht mit dem Auto in die Stadt fahren, nicht nur wegen den Staus, auch weil man in Madrid Mühe hat den richtigen Weg ins Zentrum und dann wieder den richtigen nach Saragossa zu finden…
Madrid ist eine lange Reise und ein längerer Aufenthalt wert!

San Sebastian an der Atlantikküste

Herbstwanderung

Posted in Diverses by ruedibaumann on Dezember 11, 2006

Waldweiher, künstlich, central parc, NY, Aufnahme Kurt Baumann

Vous connaissez la dernière blague ? Voilà : „C’est Pinochet qui arrive au paradis“. D’accord, elle est courte, mais elle fait plaisir quand même. (aus Le Monde)

Waldweiher (natürlich) im Gers, Aufnahme Ruedi Baumann

Aber, aber Herr Professor

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 10, 2006

In der heutigen Sonntagszeitung darf ein emeritierter Professor seinen verstaubten Vorschlag zur Lösung der schweizerischen Landwirtschaftsprobleme wieder aufwärmen. Streichung der Direktzahlungen an Kleinstbetriebe ist das einzige Resultat seiner jahrelangen, tiefschürfenden professoralen Agrarstudien. So ein Blödsinn! Die wenigen Brosamen, die bäuerliche Kleinstbetriebe vom grossen Subventionskuchen erhalten, sollen für die teure schweizerische Agrarpolitik verantwortlich sein. Man müsse Kleinbauern endlich zur Aufgabe ihrer Höfe zwingen, damit die kleinen Äckerlein für die Grossbauern frei würden, meint der pensionierte Agrarexperte. Die Erfahrung lehrt uns, dass gerade wegen dem laufenden Strukturwandel, sprich Aufgabe von kleinen Höfen, die Subventionen an die Grossbetriebe laufend ansteigen. Also, wenn es nach Professor Rieder geht, sollen wenige teure, superindustrielle Grossbauern in der kleinen Schweiz den restlichen Bauernstand retten. Erstaunlich, dass solche veraltete Rezepturen in der Schweiz immer noch vertreten werden, obschon sie in der EU schon lange der Vergangenheit angehören.

Sonntagszeitung