„Vielen Dank für das Leben“
So heisst ein Roman von Sibylle Berg: „Das ist kein Roman, das ist ein Manifest.“
Ein Buch, schwer auszuhalten, radikaler Pessimismus von Anfang bis am Ende. Die Geschichte:
Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.
Der Dank am Schluss gilt allen „die sich den Anfeindungen aussetzen, die persönliche Freiheit mit sich bringt“
Gute Bücher
Die Bücher von Susanna Schwager http://www.susannaschwager.ch/index.php/susanna-schwager-2.html finde ich grandios! „Fleisch und Blut“, und „Die Frau des Metzgers“ habe ich vor Jahren gelesen und zur Zeit lese ich „Das volle Leben“ und „Das halbe Leben“.
Ich bin begeistert von der Art und Weise wie es Susanna Schwager gelingt, den porträtierten Leuten ihre Lebensgeschichten zu entlocken und so spannend auf Papier zu bringen. Irgendwie lässt sie die Leute ausreden… Châpeau!
Ich freue mich schon auf das nächste Buch!
Lesetipp: Eistau
Der Roman „Eistau“ von Ilija Trojanow http://www.amazon.de/EisTau-Roman-Ilija-Trojanow/dp/3446237577 ist das Porträt eines verzweifelten Klimaschützers.
„Selten zuvor wurden in der deutschsprachigen Literatur die Verletzlichkeit der Natur und ihre absolute Schönheit so leidenschaftlich beschworen.“
Ein Buch wie ein Eisberg mit viel Tiefgang und Interpretationsspielraum.
Der Distelfink
„Der Distelfink“http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Distelfink ist ein Roman von Donna Tartt und hat mich in den letzten Tagen (und Nächten) in seinen Bann gezogen. Kein Wunder, der umfangreiche Roman (1022 Seiten!) wird einhellig als Meisterwerk gelobt! Ich kann dem nur beipflichten und das Buch vorbehaltlos empfehlen! Lesen Sie gut!
„Alle Toten fliegen hoch“
Eben gelesen: „Alle Toten fliegen hoch“ von Jochaim Meyerhoff. Eine mitreissende Geschichte von Liebe, Fremde, Verlust und Selbstbehauptung. Sensibel erzählt, selbstironisch, witzig. Ein tolles Buch!
Das bin doch ich
Wenn Sie sich ein paar vergnügliche Stunden machen wollen dann kann ich Ihnen den Roman „Das bin doch ich“ von Thomas Glavinic empfehlen (http://www.thomas-glavinic.de).
„Ein Mann schreibt einen Roman. Der Mann heisst Thomas Glavicnic, und dieser Mann will das was alle wollen: Erfolg: Er will einen Verlag, einen Preis, Geld. Was er hat ist ein Manuskript, Kopfschmerzen und leider zumeist unerträgliche Mitmenschen.“
Ich habe bei der Lektüre öfters laut gelacht und dabei manchmal gedacht: das bin doch auch ich…
Begegnung im Zug: Offenbar lesen auch andere Leute die Bücher von Thomas Glavinic…
„Min Kamp“
„Min Kamp“ ist norwegisch und so heisst das Buch von einem gewissen Karl Ove Knausgard (wobei auf dem a noch so ein komisches Zeichen wäre das ich aber auf dem Compi nicht gefunden habe). In der deutschen Übersetzung heisst der autobiografische Roman aus naheliegenden Gründen anders: „Sterben“. Das Buch ist in Norwegen eine Sensation und erobert offenbar jetzt gerade die USA: http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/sein-sieg-1.18323284
Ich habe den Wälzer mit grossem Vergnügen gelesen und werde mir jetzt unverzüglich die Fortsetzung beschaffen. Warum ein detaillierter Alltagsbeschrieb ohne dass viel passiert offenbar für so viele LeserInnen so faszinierend ist, weiss ich auch nicht. Aber es ist einfach so…
Wie wir verschwinden
Der Roman „Wie wir verschwinden“ vom deutschen Autor und Übersetzer Mirko Bonné hat mich restlos begeistert. Es geht um Erinnerung, gelebtes Leben, Lieben, Krankheit und Tod. Ausgangspunkt ist Villeblevin, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam.
http://www.amazon.de/Wie-wir-verschwinden-Mirko-Bonné/dp/3895614033
Raymond, Witwer mit zwei so lebhaften wie eigensinnigen Töchtern, erhält nach Jahrzehnten des Schweigens einen Brief seines todkranken Jugendfreundes Maurice, der ihn in die gemeinsam erlebte Vergangenheit zurückversetzt: nach Villeblevin, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam. Ein französisches Dorf und ein historisches Ereignis werden für zwei Jugendfreunde zum symbolischen Angelpunkt, um die fünfzig zurückliegenden Jahre zu erinnern und ihre Schicksalhaftigkeit anzuerkennen. Erinnerung an die eigene Jugend und Sterben eines Idols verbinden sich zu einem ergreifenden Roman, der Mirko Bonné als einen der bedeutenden Autoren unserer Zeit zeigt. Wie wir verschwinden ist ein großes Buch der Erinnerung, ein Roman unseres Lebens wie des Sterbens einer Ikone des letzten Jahrhunderts: Albert Camus.
„Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“
Der Roman von Thomas Meyer ist satirisch, selbstironisch, witzig – so dass einem das skurrile orthodoxe Judentum schon fast wieder sympathisch wird. Ein Lesevergnügen für regnerische Ostertage!





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