Auf fremdem Land
Ist das denn zu viel verlangt? Etaniel Asis will doch nur einen Ort, wo er in Ruhe Kirschtomaten für seine Frau ziehen und eine Ziege halten kann. Doch kaum hat er seinen Wohnwagen neben einem kleinen freien Feld mitten im Westjordanland aufgestellt, kommen andere Siedler aus seinem Dorf dazu, es entstehen ein Kindergarten und eine Synagoge, und aus Amerika fließen Spendengelder – obwohl das alles nicht genehmigt ist …
„Auf fremdem Land“ ist ein politischer Roman vom erfolgreichen israelischen Schriftsteller Assaf Gavron über die Siedlungsproblematik in Westjordanland. Er erzählt witzig und doch ernsthaft von der absurden Realität des Lebens in den besetzten Gebieten.
Ein wunderbares Buch! Unbedingt lesen!
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/173519/index.html

„Nie mehr Nacht“
Es ist nicht das erste Buch, das ich von Mirko Bonné gelesen habe. Auch nicht das letzte.
https://www.perlentaucher.de/buch/mirko-bonne/nie-mehr-nacht.html
Lesen Sie gut!
Vom gleichen Autor: https://auswandererblog.ch/2014/04/26/wie-wir-verschwinden/
New York
Ich habe dieser Tage den Roman von Teju Cole „Open City“ gelesen und gedacht, eigentlich sollten wir wieder einmal nach New York fliegen… http://www.zeit.de/2012/41/Teju-Cole-Open-City
Mein Bruder wohnt seit bald vierzig Jahren in Manhatten. Ich war bisher drei mal dort und es hat mir jedes mal sehr gefallen.
Mal sehen.
Uwe Timm
Der Mann kann schreiben: Uwe Timm https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Timm
Früher habe ich schon seinen Bestseller „Die Entdeckung der Currywurst“ https://auswandererblog.ch/?s=currywurst mit grossem Vergnügen gelesen und jetzt möchte ich Ihnen „Vogelweide“ ans Herz legen! Toller, moderner Roman über „Ehebruch und das Leben in den Trümmern bürgerlicher Existenzen“. Die Kritik in der FAZ sieht das allerdings etwas anders… http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/uwe-timm-vogelweide-was-kostet-ein-kilo-begehren-12535162.html
Urteilen Sie selbst.
Gruselkabinett
Den Grüseln von der SVP kommt die Sommerhitze nicht gut: sie hauen auf die Pauke und machen immer ungenierter auf offene Ausländerhetze. Arme Schweiz, die sich wegen einiger Flüchtlinge von einer rechtsnationalistischen Partei so diffamieren lässt.
Ernst Eggimann 1936 – 2015
Dr Ärnscht Eggimaa isch gschtorbe
Mundart-Dichter Ernst Eggimann gestorben
Wortmusiker
Der Mundart-Dichter Ernst Eggimann ist am Dienstag 79-jährig gestorben. Er hat mit seinen Werken seit den sechziger Jahren die Mundart-Dichtung in der Schweiz in die Moderne geführt.
Hommage: Dr Eggima
Dr Eggima, oder?
Dr Eggima, wüsster!
Dr Eggima, verstöhter?
Dr Eggima, oder?
Dr Eggima müesst dr wüsse!
Wüu dr Eggima, dr
Eggima!
Wüu dr Eggima, denn aus Eggima!
Wüu dr Eggima, denn im Ämmitau!
Wüu dr Eggima, denn mit syne Gedicht!
Dr Eggima denn mit Henusode u Heikermänt
Auszug aus einer Hommage von Autor Beat Sterchi.
In den Jahren 1986 bis 1991 war ich mit Ernst Eggimann zusammen in der Fraktion der Freien Liste (Grüne) im Berner Kantonsparlament. Wir hatten als neue Partei auf Anhieb 11 Sitze im grossen Rat und zwei Regierungsratssitze erobert. Damit war im Frühjahr 1986 in der bernischen Politilandschaft alles etwas anders. Wir waren eine relativ unerfahrene Spontigruppe, hatten es lustig und wollten unter keinen Umständen wie die anderen Parteien zu einem stieren Verein werden. Ernst Eggimann hat am Rednerpult hin und wieder seine köstlichen Gedichte vorgetragen: Mir Schwyzer, mir Schwyzer….. Sehr zum Missfallen der bürgerlichen Ratshälfte.
Ernst Eggimann war ein feiner Mensch, ein lieber Freund, ein Wortakrobat, ein Wortmusiker.
Und jetzt ist er 79 jährig in der Nähe von Arles gestorben. Ich werde ihn in bester Erinnerung behalten. „Hei land donner, het das müsse si?“
„Wie heisst das gefragteste Gen?“
Die Literaturtage am Freitag im RBS-Bahnhof Bern. Das Büchertram Buchowski fährt mit dem blauen Bähnli nach Solothurn und zurück. Unter den ersten Gästen: die Herren Sterchi, Mezger und Baumann.
Von Alexander Suri (Der Bund vom 14. Mai 2015)
Alles ist aus Holz in diesem Literaturmobil: die Tische, die Bänke und die Decke, auf den Gepäckablagen hat es Bücher und Zeitschriften. Rustikal gemütlich ist es drinnen, während draussen garstiges Wetter herrscht und die Fensterscheiben beschlagen sind, als ob über Nacht im Mittelland der November ausgebrochen wäre. Wir sind auf dem Weg nach Solothurn, an die Literaturtage.
Aber Moment, da stimmt doch etwas mit der Streckenführung nicht. Gerade erzählt der Schriftsteller Daniel Mezger, in der Ecke des vorderen Kabinenwaggons sitzend, von den Schwierigkeiten einer Familie, die aus der Stadt aufs Land gezogen ist und im Gasthof Hirschen ziemlich vergeblich Anschluss sucht. Und just in dem Moment geht der Blick hinaus und bleibt beim Stationsschild «Papiermühle» hängen. Hat da jemand im blauen Bähnli den Anschluss verloren und fährt wie ein altes Ross mit Stalldrang auf dem Holzweg in Richtung Worb?
Prompt kommt sie, die Durchsage: Leider habe sich ds Bähnli «verfahren», eine eisenbahntechnische «Spitzkehre» sei unumgänglich. Nach 74 Jahren im Jahr 1987 aus dem Dienst entlassen, steht der frisch renovierte Personentriebwagen Be 4/4 36 mittlerweile für Extrafahren zur Verfügung. Am Bahnhof Ittigen stossen die Passagiere mit einem Glas Weisswein, wahlweise darf es auch Wasser sein, auf diese inszenierte Irrfahrt an. Das überaus zuvorkommende Kabinenpersonal lächelt dazu verschmitzt. Und schon setzt sich das «Büchertram» in die entgegengesetzte Richtung wieder in Bewegung. Der Seeländer Dokumentarfilmer Simon Baumann, der mit Mezger im Doppel über das Wesen des Mittellandes sinniert, nimmt den Faden auf und berichtet seinerseits davon, dass er für seinen filmischen Selbstintegrationsversuch «Zum Beispiel Suberg» vor vier Jahren dem Männerchor seines Seeländer Heimatdorfs beitrat. Nach den Proben traf man sich jeweils in einem echten Hirschen zum gemütlichen Teil. «Nach einiger Zeit habe ich herausgefunden», sagt Baumann, «dass man über Politik und Religion nicht sprechen sollte, geeignet sind die aktuellen Baustellen in der Region und natürlich der Sport.» Während er aus einem Text mit dem Titel «Das Dorf muss leben» liest, hat ausgerechnet das Shoppyland Schönbühl einen Kurzauftritt.
Salat im Konfitüreglas!
Organisiert werden die Fahrten an die Solothurner Literaturtage über das Auffahrtswochenende vom Verein Buchowski, der seit drei Jahren der Literatur in Bern ein besonderes Zuhause schaffen will und schon 2012 auf Berns Schienen unterwegs war. Ein denkwürdiges gastronomisches Vergnügen bildet der Zwischenhalt in Fraubrunnen. Zwei weisse Bartische werden auf dem Perron 1 unter dem Dach aufgestellt, es gib Aufschnitt, Brot Käse und Kuchen.
Nicht eingeweihte Passanten staunen ob dieser kulinarischen Veranstaltung und mögen sich fragen, ob die RBS nun auch alternative Hochzeitsapéros anbietet für bahnaffine Zeitgenossen. Wer will, kann ein leeres Konfitüreglas mit Salatingredienzien vom Buffet zusammenstellen, Sauce darübergiessen, Deckel schliessen und schütteln. Mindestens so durchdacht wie diese pragmatisch-poetische Salatzubereitung sind die Interventionen des Berner Autors Beat Sterchi, der im anderen Teil des Waggons – so will es uns zumindest scheinen – exakt beim Passieren der Kantonsgrenze nach Solothurn von Mundart-Agglo-Geschichten über eskalierende Nachbarschaftsstreitereien zu hochdeutschen Kalauern mit nicht zu unterschätzendem Tiefsinnpotenzial wechselt. So fragt er nach einem Schluck Weisswein vergnügt: «Wie heisst das gefragteste Gen?» Und antwortet gleich selber: «Das Fragen».
Als das blaue Bähnli sanft in die letzte Rechtskurve einbiegt, beendet Sterchi seinen Auftritt in katholischen Landen mit dem Bekenntnis «Die Messe war schön». Solothurn erreichen wir mit 30 Minuten Rückstand auf den Fahrplan. Noch nie war uns eine Verspätung so willkommen. Noch Fragen? Diese literarische Bahnreise ist eine Messe wert.
Literarischer Fahrplan unter: http://www.buchowski.ch (Der Bund)
Niklaus Meienberg 1940 – 1993
Ich habe die Lebensgeschichte des Schweizer Journalisten und Schriftstellers Niklaus Meienberg von Marianne Fehr durchgelesen. Für mich eine Art Zeitreise in die Vergangenheit. Die spannenden, wortgewaltigen, polemischen Reportagen aus der Schweiz habe ich in den 80er Jahren im Tagimagi, in der Weltwoche (als das noch eine respektable Zeitung war…) oder in der WOZ jeweils mit grossem Vergnügen gelesen. „Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S,“, „Das Schmettern des gallischen Hahns“, „Die Erweiterung der Pupillen beim Eintritt ins Hochgebirge“ usw. sind Bücher, die mein Weltbild geprägt haben. Vielleicht habe ich mir auch das besondere Interesse an Frankreich durch seine Bücher und Geschichten einverleibt.
Niklaus Meineberg hat uns auch hin und wieder mit seinem Töff auf unserem Hof Inselmatt im Berner Seeland besucht. Allerdings nicht wegen uns, sondern wegen Nina, die in den achtziger Jahren als ETH-Agronomie-Studentin bei uns ein Praktikum absolvierte. Manchmal waren wir nicht sehr glücklich, wenn er seine Freundin ausgerechnet während dem arbeitsintensiven Heuet oder der Getreideernte mit seinem Motorrad nach Freiburg entführte… Bei einem Nachtessen im Frühjahr 1987 bei uns im Garten war er ganz euphorisch, weil er zufällig an einer Heimatausstellung in Meilen die Briefsammlung aus dem Wille-Clan entdeckt und heimlich fotografiert hatte. Daraus entstand das berühmte Werk: „Die Welt aus Wille und Wahn“. Schade dass es heute keine Meienbergs mehr gibt!
Der Trafikant
Österreich 1937: Der 17-jährige Franz
Huchel verlässt seine Heimat im Salzkammergut. In Wien beginnt er eine Lehre in
einer Trafik, einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft. Zu den Stammkunden gehört ein gewisser Sigmund Freud, der Franz von Anfang an fasziniert. Ebenso wie die Varietétänzerin Anezka. Doch die politischen Verhältnisse in Österreich stehen auf Sturm…
Der Roman von Robert Seethaler ist ein Bestseller: Zu recht!
http://www.srf.ch/play/tv/literaturclub/video/der-trafikant





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