AUSWANDERERBLOG

Das waren noch Zeiten…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Februar 17, 2012

Das Internet macht es möglich: Man kann inzwischen in 106 Jahren Geschichte des Schweizer Heimatschutzes stöbern! Ich habe das Heft 1947 ausgewählt (mein Geburtsjahr). In einem Bericht über Berner Dorfwochen wir die Verunstaltung der Dorfbilder durch hässliche Neubauten angeprangert:

Es wäre reizvoll zu sehen, w i e diese Dorfstrasse heute aussieht….

Das sind sie…

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 15, 2012

… unsere Präsidenten seit 1965.
Heute Abend will übrigens Nicolas Sarkozy seiner Wiederkandidatur (endlich offiziell) für die Präsidentschaftswahl am 6. Mai 2012 bekanntgeben.
Ich setze (faute de mieux…) auf François Hollande als neuen Präsidenten und Martin Aubry als seine Premierministerin…

Die Schönschweiz und die Gebrauchsschweiz

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Februar 14, 2012

„Die Schweiz ist schön, das steht fest. Jedes Fotobuch beweist es, jeder Wandkalender verkündet’s, auf dem ganzen Erdenrund ist es bekannt. Abermillionen Touristen können nicht irren. Die Schweiz ist schön, genauer: pittoresk, einzigartig, wildromantisch und sinnstiftend.

Ist das so? Auf der Fahrt von Biel nach Lyss tauchen Zweifel auf. Es braucht viel Verdrängungskunst, diesen Agglomerationsstreifen schön zu nennen. Schlimmer noch: Agglomeration ist überall, zwei Drittel der Bevölkerung leben in dieser ästhetischen Sahelzone. Nein, in Tat und Wahrheit ist die Schweiz hässlich, genauer: banal, gewöhnlich, langweilig und sinnlos.

Wie aber schaffen wir es, den Glauben an die Schönheit der Schweiz zu bewahren? Wie gelingt uns der tägliche Selbstbetrug? Durch Bewusstseinsspaltung. Wir machen aus der einen zwei Schweizen: die geglaubte Schönschweiz und die verdrängte Gebrauchsschweiz. In der schönen leben wir mit dem Herzen, in der gebrauchten mit dem Verdauungstrakt.

Zur Schönschweiz gehören die Berge, Flüsse und Seen, die Matten, Reben und Dörfer, kurz, die «intakte» Landschaft, garniert mit Schlössern, Kirchen und gedeckten Brücken. Ebenso gehören die unterdessen zu Schmucktruckli herausgeputzten Altstädte dazu. Der Rest des Landes ist Gebrauchsschweiz. Die Stadt des 19. Und 20. Jahrhunderts, die Geleisfelder der Eisenbahn, die Autobahnen, Lagerhäuser, Fabriken, Geschäftsviertel, Shopping Centers, Wohnblöcke, Hüslihalden, ebenso die Schrumpf- und Blähstädte in den Alpen, kurz, die Aggloschweiz, in der wir leben. Wären wir nicht vom Schönschweizglauben geblendet, so kämen wir zur Erkenntnis: Die Gebrauchsschweiz ist die Wirklichkeit.

Trotzdem, die Mehrheit, die in der Verbrauchsschweiz lebt, lebt beharrlich anderswo: in der Schönschweiz. Den Leuten gelingt es, nicht dort zu sein, wo sie sind, ein ontologisches Kunststück.

Durch regelmässige Besuche der Schönschweiz wird die Verbrauchsschweiz aus dem Bewusstsein verdrängt. Wer den Schönschweizglauben hat, ist gegen jede Wirklichkeit immun. Was ich jeden Tag sehe, darf nicht sein, darum ist es nicht.

Wie schafft man das? Durch Beschönigung zuerst. Bei uns ist das gar nicht so schlimm! Das Gebrauchsausland ist noch viel hässlicher als die Gebrauchsschweiz. Die ist wenigstens ordentlich und geputzt. Die Schweiz werde hässlicher? Das mag im Unterland so sein, aber das macht nichts, denn wir haben Schönschweiz im Überfluss. Wer so viel hervorragende Berge, so leuchtendweisse Gletscher, so saftige Matten, so tiefgrüne Seen mit so beeindruckender Beleuchtung hat, der ist getröstet und muss sich um die Gebrauchsschweiz nicht kümmern. Die schiere Menge an Schönschweiz dichtet uns gegen die Wirklichkeit ab. Wenn das alles nichts nützt, bleibt noch die Eingrenzung. Gewiss, die Hüslihalde, in der ich lebe, ist keine städtebauliche Meisterleistung. Sitze ich aber hinter der Thujahecke entspannt in meinem Gärtli, so wird mein Stück Gebrauchsschweiz zur Schönschweiz. Was geht mich da die Gebrauchsschweiz an. Das Glück im Winkel ist unbesiegbar.

Früher, so der Schönschweizglaube, war das ganze Land Schönschweiz. Wächst nun die Gebrauchsschweiz, so schwindet die Schönschweiz. Dass dabei die Schweiz immer hässlicher wird, haben wir längst stillschweigend akzeptiert. Denn eine schöne Gebrauchsschweiz zu bauen haben wir endgültig aufgegeben, dazu sind wir nicht fähig. Das ist gar kein Ziel der Gesellschaft, weil es die Konsumfreiheit einschränkt. Denn unterdessen ist klar: Die Gebrauchsschweiz ist konsumierte Schönschweiz.“

Benedikt Loderer, Bieler Tagblatt vom 13.2.2012

Swiss Banksters

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 13, 2012

Grosses Geld zahlt immer weniger Steuern. Überall in den letzten 20 Jahren ist das Vermögen der Superreichen fantastisch gewachsen; der Rest hat so gut wie nichts gewonnen. Multinationale Konzerne erhalten durch Steuervermeidung enorme Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Konkurrenten. Sie beschäftigen Armeen von Buchhaltern, um Verluste in Hochsteuerländer, Gewinne in Steueroasen zu schieben.
Nicholas Shaxon

Schweizer Banker sind unbelehrbar. Vierzig Jahre lang haben links-grüne Parteien in der Schweiz die Machenschaften der Zürcher Bahnhofstrasse angeprangert. Erfolglos.
Dank der immer noch anhaltenden geheimen Schmiergeldzahlungen an die bürgerlichen Parteien wurde das schweizerische Bankgeheimnis zum nationalen Heiligtum emporstilisiert. Die SVP wollte das Bankgeheimnis und damit das Recht auf Steuerbetrug sogar in der Bundesverfassung festschreiben!
Nachdem die UBS in den USA wegen ihrer aktiven Mithilfe zum Steuerbetrug haarscharf den Zusammenbruch vereiteln konnte, hätte man eigentlich erwarten können, die Schweizer Banken hätten nun begriffen, dass man nicht ungestraft internationale Rechtsnormen verletzen darf.
Weit gefehlt! Nicht weniger als elf weitere Schweizer Banken wussten nichts gescheiteres, als die von der UBS freigestellten amerikanischen Steuerbetrüger nun in ihren Konten vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken! Wenn die Privatbank Wegelin und mit ihr der großspurige Chef Hummler, nebenbei noch NZZ-Verwaltungsratspräsident(!), nun auf der Anklagebank sitzen, ist das nur folgerichtig. Unglaublich nur, dass gewisse Banker-Lobbyisten nicht müde werden, jetzt wieder den kleinen Schweizer Steuerzahler für die Verteidigung der Hochfinanzbetrüger zu verpflichten.

Nach 50 Jahren grosser Profite dank der in der Schweiz parkierten weltweiten Schwarzgelder sprechen nun alle von einer unabdingbaren Weissgeldstategie. Gemeint ist aber höchstens eine Zebrastrategie: die Schweiz gibt Finanzinformationen preis gegenüber den Mächtigen USA, Deutschland… Für Despotengelder aus Afrika und anderen Weltgegenden soll das Bankgeheimnis gelten wie eh und je. Unverhandelbar….Und das Gleiche gilt für die berühmt berüchtigten Steueroasen am schönen Zugersee.

Seit zwei Wochen…

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Februar 12, 2012

… brennt unser Cheminée durchgehend. Kein Wunder bei diesen arktischen Temperaturen! Wenn das mit der Klimaerkältung so weitergeht, sehen wir uns gezwungen, nach… Afrika auszuwandern!

Vorerst vergnüge ich mich damit, Wälder und Hecken durchzuforsten.

Selbstversorgung nicht nur bei Brot, Gemüse, Früchten, Wein, usw., auch bei der Energie!

Rehwild zerlegen

Posted in Diverses by ruedibaumann on Februar 11, 2012

Pierre Pau hat uns ein halbes Reh und einige Kilogramm Wildschweinbraten gebracht.
Die Vegetarier unter Ihnen mögen mir verzeihen, aber nach hiesigem Brauch erhalten wir von der Société de chasse regelmässig einen Teil des Wildbrets, das auf unserem Gelände erlegt wird.
Inzwischen haben wir gelernt, die Tiere mehr oder weniger fachgerecht zu zerlegen. Anleitungen dazu gibt es übrigens auch auf diversen Internetforen.

Übrigens: seit einer Woche haben wir wegen den schwierigen winterlichen Strassenverhältnissen keine Postzustellung mehr. Zum Glück sind wir in Vielem Selbstversorger und es gibt immer noch ein mehr oder weniger funktionierendes Internet!

Baumakrobatik

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Februar 10, 2012

Durchgänge für Mähdrescher freiholzen…

… damit endlich der Frühling kommt !

Schwedische Literatur

Posted in Diverses by ruedibaumann on Februar 9, 2012

Ich bin begeistert vom Romanerstling von Jonas Jonasson: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“
Erstaunlich was sich der verrückte Autor alles an weltgeschichtlichen Skurilitäten einfallen läss! Freuen Sie sich auf vergnügliche Stunden!

Leseprobe:

Lieber abhauen, solange noch Zeit ist, dachte Allan, und kletterte mit knacksenden Kniegelenken aus der Rabatte. Der Hundertjährige schlich sich also davon, erst durch den Park, dann über einen offenen Platz, er überquerte den Friedhof in südlicher Richtung, bis ihm ein Steinwall den Weg versperrte. Dieser war kaum mehr als einen Meter hoch, aber Allan war ein Hundertjähriger und kein Hochspringer. Auf der anderen Seite wartete jedoch das Reisezentrum.

Ganz anders aber nicht minder eindrücklich ist der autobiografische Roman von Asa Linderborg „Ich gehöre keinem“.

Eine eigentliche Liebeserklärung der Tochter an an ihren alleinerziehenden, alkoholkranken Vater. Der pflichtbewusste Stahlarbeiter aus der schwedischen Provinz kämpft sich durchs Leben.
Schwedischer Bestseller!

Holzen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Februar 7, 2012

Holzen und …schwitzen!

Ungewohnte Bilder

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Februar 6, 2012

La Oueyte und die Gascogne unter einer Schneedecke…

Weil niemand Winterpneus hat, fällt die Post und der Schülertransport aus…

… und wir sitzen vor dem Cheminée!