AUSWANDERERBLOG

Nach dem Sturm

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Januar 26, 2009

Der Sturm war angesagt. Meteo France hat am Freitag den ganzen Tag „alerte rouge“ für neun Departemente im Südwesten angekündigt. Man konnte sich vorbereiten. Alles wegräumen was nicht niet- und nagelfest ist. Taschenlampen, Batterien, Wasser, Lebensmittel, Kerzen… bereitstellen. Alle Fenster und Läden schliessen…
Am Samstagmorgen um vier Uhr ging’s los mit brausen, krachen und pfeifen. Gleichzeitig Stromausfall, Telefonleitungen unterbrochen, sowohl Festnetz wie Mobiltelefon.
Regionale Infos laufen über Transistorradio. Einzelne Departemente haben jeglichen Strassenverkehr untersagt. Windgeschwindigkeiten an der Küste 170 kmh, bei uns im Gers 140 kmh. Durch eine Ritze des Fensterladens müssen wir zusehen wie unser kleines Gewächshaus langsam implodiert: Scheibe um Scheibe zersplittert. Eine alte Eiche auf unserer Zufahr wird durch den Sturm entwurzelt und kracht zu Boden…
Die Leute im Radio sagen es sei schlimmer als 1999 beim Orkan Lothar. Es gibt erste Meldungen über Verletzte und Tote…
Es wird kalt im Haus, es ist finster, man solle Wasser sparen, sagen sie auf Sudradio, weil sonst die Versorgung zusammenfalle… Der Sturm dauert an, 12 Stunden lang. Il faut garder le moral, frierend, ausgerüstet mit Stirnlampe im finsteren Haus. Cheminée anzumachen ist zu gefährlich, der Wind drückt durch das Kamin herunter.
Um 15 Uhr können wir endlich wieder ins Freie. Als erstes müssen wir die Zufahrt durch unsere Eichenallee freiräumen…
Die Solidarität auf dem Lande funktioniert bestens. Man hilft sich gegenseitig, bevor es wieder Nacht wird, die wichtigsten Verbindungswege freizulegen. Warmes Nachtessen bei Kerzenlicht bei unseren Nachbarn dank Gaskocher.
Am Sonntag ist aufräumen angesagt. Auch wenn es regnet, es ist wohltuend, dass man wieder ins Freie kann.
Niemand weiss, wie lange der Stromausfall dauern wird, aber es könne schon eine Woche dauern, bis alle abgelegenen Höfe wieder versorgt werden könnten. Damit das tiefgekühlte Fleisch nicht schaden nimmt, organisieren die Nachbarn einen Benzingenerator. Vorerst zwei Stunden Strom für jeden Haushalt!
Heute morgen seien noch 800 000 Leute im Südwesten ohne Elektrizität sagen sie auf Inforadio. Ein Teil von Traversères ist wieder am Strom- und Telefonnetz angeschlossen. Wir gehören zu den Glücklichen!

25.01.2009

Orkanschäden in Frankreich

Video tempête dans le Gers

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  1. kathrin said, on Januar 26, 2009 at 11:35 am

    sieht richtig schlimm aus! aber hauptsache euch gehts gut und ihr müsst nicht mehr frieren! guten mut für die aufräumungsarbeiten! herzlich,kathrin

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  2. Verena und Christoph said, on Januar 26, 2009 at 1:04 pm

    Wir waren beunruhigt während der bloglosen Tage und sind nun glücklich über euer Lebenszeichen. Alles Gute! und liebe Grüsse Verena und Christoph

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  3. RB said, on Januar 27, 2009 at 1:40 pm

    @kathrin@Verena und ChristophDanke für die guten Wünsche! Es ist schön zu wissen, dass sich andere um unsere kleinen Sorgen kümmern! Wir haben alles gut überlebt und sehr viel Solidarität und Nachbarschaftshilfe erfahren. wir freuen uns auf den warmen Frühling!

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  4. Eva Gfeller said, on Februar 2, 2009 at 5:25 pm

    Ach ja?! Was denn für Solidarität und Nachbarschaftshilfe?

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