AUSWANDERERBLOG

Partikelfilter bei Traktoren

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 21, 2008

Bisher gibt es leider keine Traktorentypen, bei denen Partikelfilter serienmässig eingebaut sind. Das Nachrüsten ist teuer, sind doch Kosten je nach Modell von 8’000 bis 15’000 sfr. zu veranschlagen….
Die Forschungsanstalt Agroscope Tänikon hat Studien gemacht und mir auf entsprechende Fragen folgendes geantwortet:

„Ab Werk sind Partikelfilter aktuell nur bei Transportern oder Zweiachsmähern zu bekommen, da solche Maschinen in der Schweiz auch produziert werden. Bei Traktoren werden die Partikelfilter meist von den Importeuren aufgebaut, wenn ein entsprechender Filter vom Käufer gewünscht wird.
Die nächste Verschärfung des Partikelgrenzwertes tritt ab 2011 in Kraft. Das Datum ist dabei von der Leistungsklasse abhängig. Zum Erreichen des Grenzwertes muss nicht zwingend ein Filter aufgebaut werden, da sich der Grenzwert nur auf die Partikelmasse bezieht. Nach momentanem Wissensstand muss für die Erfüllung der zukünftigen Grenzwerte das Abgas nachbehandelt werden. Es kommen folgende Systeme in Frage: SCR-System zur Reduktion der Stickoxidemissionen, der Motor kann dabei auf geringe Russemissionen eingestellt werden. Oder der Einsatz von Partikelfiltern um den Russ zu reduzieren.“

Was tun, wenn man heute vor der Frage steht einen neuen Traktor anzuschaffen?

Krieg in Afghanistan

Posted in Politik by ruedibaumann on August 20, 2008

Afghanistan ist weit weg und plötzlich so nah. Gestern wurden bei einem Gefecht östlich von Kabul zehn französische Soldaten getötet und 21 verletzt. Alles junge Leute aus dem 8. Regiment das in Castre stationiert ist. Castre ist eine Kleinstadt hier im Midi-Pyrenée, am Fusse des Montagne Noir, 60 km östlich von Toulouse.
Der Schock sitzt tief bei der ganzen Bevölkerung der Stadt und Region, ganz zu schweigen von der unsäglichen Trauer der betroffenen Familien.

Castre ist auch der Geburtsort von Jean Jaurès, einem berühmten französischen Politiker. Jean Jaurès lebte von 1859 bis 1914, war Gründer der Sozialistischen Partei und der Zeitung l’Humanité und galt als Reformsozialist, Humanist und Pazifist. Ein bekanntes Zitat von Jean Jaurès lautet:„Être fidèle à la tradition, c’est être fidèle à la flamme et non à la cendre.“ („Einer Tradition treu zu sein, bedeutet, der Flamme treu zu sein und nicht der Asche.“)
Jean Jaurès wurde 1914 von einem nationalistischen Fanatiker in Paris ermordet. Kaum eine Stadt in Frankreich die nicht eine Strasse oder einen Platz nach ihm benannt hat.

Jaques Brel hat ihm ein Chanson gewidmet: „Pourquoi ont-ils tué Jaures?“

Text und Musik von Jaques Brel (1977)
Jean Jaurès

Ils étaient usés à quinze ans
Ils finissaient en débutant
Les douze mois s’appelaient décembre
Quelle vie ont eu nos grand-parents
Entre l’absinthe et les grand-messes
Ils étaient vieux avant que d’être
Quinze heures par jour le corps en laisse
Laissent au visage un teint de cendres
Oui notre Monsieur, oui notre bon Maître

Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?
Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?

On ne peut pas dire qu’ils furent esclaves
De là à dire qu’ils ont vécu
Lorsque l’on part aussi vaincu
C’est dur de sortir de l’enclave
Et pourtant l’espoir fleurissait
Dans les rêves qui montaient aux cieux
Des quelques ceux qui refusaient
De ramper jusqu’à la vieillesse
Oui notre bon Maître, oui notre Monsieur

Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?
Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?

Si par malheur ils survivaient
C’était pour partir à la guerre
C’était pour finir à la guerre
Aux ordres de quelque sabreur
Qui exigeait du bout des lèvres
Qu’ils aillent ouvrir au champ d’horreur
Leurs vingt ans qui n’avaient pu naître
Et ils mouraient à pleine peur
Tout miséreux oui notre bon Maître
Couverts de prèles oui notre Monsieur
Demandez-vous belle jeunesse
Le temps de l’ombre d’un souvenir
Le temps de souffle d’un soupir

Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?
Pourquoi ont-ils tué Jaurès ?

Wenn Jaques Brel noch leben würde, dann würde er vielleicht jetzt ein Chanson schreiben: „Warum haben sie die Kinder von Castre getötet?“

Austernzucht

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 19, 2008

„L’ostréiculture connaît sa crise la plus grave depuis 40 ans“ titelte „Le Monde“ gestern. Die schlimme Krise in der Austernzucht, hervorgerufen durch ein Massensterben der jungen Austern, wird die Produktion für die Jahre 2009 und 2010 in Frankreich fast vollständig ruinieren. Innert nur zwei Tagen sind die jungen Austern anfangs Juli massenhaft verendet.
Ähnlich wie beim weltweiten Bienensterben wird auch hier das Auftreten eines Virus für das Desaster verantwortlich gemacht. Nicht auszuschliessen sind aber auch hier einmal mehr Umwelteinflüsse wie die Anreicherung von Pestiziden und Dünger in den Küstengewässern.
Eine weltweite Studie über die wachsenden sog. „zones mortes“, gekennzeichnet durch das exzessive Wachstum von mikroskopischen Algen in den Küstengewässern, setzt einmal mehr die intensive Landwirtschaft auf die Anklagebank.
In Frankreich produzieren 15 000 Austernzüchter 130 000 Tonnen Austern pro Jahr mit einem Verkaufswert von 266 Millionen Euros (2006). Kein Wunder, dass die Austernzüchter bereits ein Drittel der Saisonniers entlassen mussten und nun Entschädigungen von der Regierung verlangen.
Ich meine, es wäre höchste Zeit, dass die Regierung Sarkozy endlich ernst machen würde mit der versprochenen Förderung des Biolandbaus. Nach wie vor profitiert die Intensivlandwirtschaft in der Grande Nation mehr von staatlicher Unterstützung als die umweltschonenden Landbauformen.

Foto volkskueche.net

Ich bin zwar kein ausgesprochener Austernliebhaber, aber nach den Auslagen in den hiesigen Lebensmittelgeschäften bin ich hier eher die Ausnahme…

Mittelmeer

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on August 18, 2008

Baufrau und Baumann (sonst immer entre les deux mers) sind ein paar Tage am Mittelmeer (wie halb Frankreich) und beobachten die Leute, die Quallen, die Dörfer, die historischen Bauten, die Salinen…. und frequentieren fleissig die Gartenrestaurants.

Entdeckungen – Découvertes

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on August 17, 2008

In Le Somail, nördlich von Narbonne direkt am Canal du midi gelegen, findet man ein eindrückliches Buchantiquariat, ein kleines Paradies für Bücherwürmer und Leseratten. Von Maupassant in einer ledergebundenen Ausgabe bis zum „Paris Match“ vom November 1947 findet man hier (fast) alles was einmal gedruckt wurde: Le Trouve Tout du Livre!

Le Trouve Tout du Livre

Librairie Ancienne du Somail

Mas du Soleilla

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 16, 2008

Wir haben zwei schöne, erholsame und interessante Tage auf dem Weingut „Mas du Soleilla“ verbracht und uns von Peter Wildbolz und Christa Derungs in die Geheimnisse des Qualitätsweinbaus einführen lassen. Das Gut befindet sich auf der Halbinsel La Clape zwischen dem Mittelmeer und der ehemaligen römischen Hafenstadt Narbonne. Der Rebberg (19 ha) und die Weine sind sorgfältig und mit Leidenschaft gepflegt. Es werden Spitzenweine produziert, die in den letzten Jahren wiederholt ausgezeichnet wurden. Peter Wildbolz war früher Direktor der Zürcher Staatskellerei und hat sich hier in Südfrankreich als Weinproduzent innert weniger Jahre einen ausgezeichneten Namen geschaffen.

Mas du Soleilla

Stichworte zum Mas du Soleilla:

Apellations: AOC Coteaux du Languedoc – La Clape

Encépagement: Syrah, Grenache Noir, Mourvèdre, Cabernet Franc et Merlot

Terroir: Cailloutis, calcaire à silex, marnes argilo-calcaire

Vendages: À la main, double tri manuel des grappes de raisin

Élevage: En cuves et en barriques pendant 6 à 18 mois

Production: Environ 70’000 bouteilles par an

Vier Gästezimmer auf dem Hof ermöglichen es, unbeschwerte und erholsame Tage in einer einmaligen Umgebung zu verbringen. Christa Derungs hat den Gästebereich sehr geschmackvoll eingerichtet.

Leben wie Gott in Frankreich…

Nos voisins

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 15, 2008

Nos voisins font leur balade du soir sur notre territoire…

Salomé, Zoé (elle a sept ans demain!), Olivier, Séverine et le chien Dash!

Feldforschung

Posted in Bauernland by ruedibaumann on August 12, 2008

Vor 45 Jahren habe ich mein erstes landwirtschaftliches Lehrjahr auf dem Hof von Marc Ansermet oberhalb des Genfersees, in der Gemeinde Chéserex absolviert. Ich habe die Familie vor zwei Jahren wieder mal besucht und hier darüber berichtet. Der Bauernhof, damals noch am Dorfrand gelegen, ist inzwischen vollständig von Neubauten umschlossen. Das hat auch dazu geführt, dass die Oekonomiebauten ausgesiedelt wurden und nun neu wieder auf freiem Feld stehen. Viel Landschaft und viel gutes Kulturland ist in dieser Zeit in der Schweiz verbaut worden. Ein Quadratmeter pro Sekunde…, was wenn das immer so weitergeht?

Chéserex, vom Bauerndorf zur teuren Villensiedlung…

Holunder

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 11, 2008

Wir haben bereits Holunder-Confi, -Gelée und Sirup gemacht, aber die Holunder-Stauden und Bäume strotzen immer noch vor schwarzen Beeren-Dolden. Ich versuche es jetzt einmal mit Holunder-Schnaps. Es gibt zwar viele Holunder-Likeur-Rezepte, aber ich möchte einen klaren Holunder-Schnaps produzieren. Hat jemand da draussen Erfahrung damit?

Frisch auf den Tisch!

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 10, 2008

Ich bin zwar alles andere als ein Meisterkoch, aber in Sachen produktefrische Küche kann ich es mit allen aufnehmen… Also gestern abend habe ich zuerst ein paar Kartoffeln gegraben, gewaschen, geschält, geraffelt und dann mit Olivenoel eine frische Berner Rösti zubereitet. Das Gleiche mit den Tomaten: ablesen, waschen, schneiden, Balsamico, Olivenoel und frische Kräuter darüber… fertig! Bon appétit!

…. der Armagnac darf dann etwas älter sein…