Neujahrspäckli
In unserer kleinen Gemeinde Traversères http://www.traverseres.fr ist es üblich, dass der Maire und der Gemeinderat die Dorfbevölkerung zu einem Neujahrsapéro einladen, um die Neujahrswünsche zu überbringen, über die Gemeinderatsgeschäfte zu orientieren und die convivialité zu pflegen. Wegen Corona ist das natürlich jetzt nicht möglich. Dafür hat unser Maire Olivier Barasz jedem Haushalt persönlich ein Neujahrspäckli mit köstlichen Spezialitäten von kleinen Produzenten aus unserem Gemeindegebiet gebracht! C’est trés sympa! Merci beaucoup!

Heuhandel
Weil wir auf unserem Hof nur Ackerbau betreiben und keine Tiere halten, ist die jährliche Futterproduktion erheblich. Naturwiesenheu (von den Orchideenwiesen) oder Luzerneheu bieten wir jeweils zum Verkauf an. Es gibt in unserer unmittelbaren Umgebung immer weniger Eleveurs (Rindviehhalter), so dass Heuhändler aus der Gegend als Käufer auftreten. Obschon die Heupreise verglichen mit der Schweiz sehr viel tiefer sind (ca. 70 € pro Tonne), verläuft das Geschäft harzig und die Zahlungsmoral der Käufer ist bedenklich.
Da ein Heuhändler die Zahlung unsere Heulieferung aus dem Jahr 2019 mit immer neuen Ausreden verzögert hat, haben wir kürzlich einen Huissier (Betreibungsstelle) beauftragt, die Schuldenbegleichung zu veranlassen. Erst die unmittelbar bevorstehende gerichtliche Klage hat den säumigen Heuhändler endlich veranlasst, seine Schulden zu begleichen. Ende gut, alles gut! Wir haben uns jedenfalls entschlossen, künftig mit Flächenkompostierung etwas zum Humusaufbau unserer Böden beizutragen, statt uns weiter über unzuverlässige Heuhändler zu ärgern!
Couvre-feu!
Couvre-feu tönt sehr kriegerisch und bedeutet hier in Frankreich Ausgangssperre. Verhängt wir die Ausgangssperre von der Regierung, wenn die Corona-Ansteckungen gewisse Grenzwerte überschritten haben. Zur Zeit gilt die Ausgangssperre für das ganze Land in der Regel ab 20 Uhr, zum Teil schon ab 18 Uhr. Wie die Regionalmedien melden, wird heute bekannt, ob für das Département Ariège hier im Südwesten neu couvre-feu ab 18 Uhr gelten soll. Sonst ist die ganze Region Okzitanien zumindest zur Zeit nur unterdurchschnittlich betroffen. Da die Restaurants und Kulturveranstaltungen ohnehin landesweit geschlossen sind, besteht ja kein Anlass, am Abend auszugehen… Wie überall sind auch hier die Impfaktionen angelaufen und wir sind zuversichtlich, dass die Pandemie endlich abflaut!

Nachtrag am 15. Januar 2021:
In Frankreich wird die Ausgangssperre verschärft: Ab Samstag gilt eine landesweite Ausgangssperre ab 18 Uhr statt wie bisher ab 20 Uhr. Ausserdem sollen die Kontrollen für Einreisende verschärft werden. Einreisende aus Nicht-EU-Staaten müssen künftig einen negativen PCR-Test vorlegen und vorsorglich eine Woche lang in Quarantäne gehen.
Flurbegehung
In Südwestfrankreich hat es letzte Woche stark geregnet. Zahlreiche Flüsse und Bäche sind über die Ufer getreten. In unserer Gemeinde Traversères wurde in einer Nacht nicht weniger als 70 mm Niederschlag gemessen! Zahlreiche Erosionsgräben in den Feldern zeugen von den Ereignissen. Die erste Flurbegehung nach dem Aufenthalt in der Schweiz ist für uns jeweils sehr spannend. Fazit: Wir sind noch mal davongekommen…


Schlechter sieht es allerdings auf anderen abgeernteten Äckern aus…

Biel/Bienne
Stadtwanderung in Coronazeiten, bedeckt, kalt, Bise, alle Restaurants und Läden geschlossen, man hat Zeit sich etwas umzusehen, etwas die Gebäude anzuschauen….

Kongresshaus mit Hallenbad, Kunst am Bau (freie Treppe und Türe oben am Hochhaus)

Hamster im hinteren Stromgebiet
Ich habe bereits fünf Romane von Jochaim Meyerhoff gelesen und bin immer wieder begeistert, wie der Autor mit unvergleichlicher Tragikomik aus unterschiedlichen Lebenswelten berichtet: https://auswandererblog.ch/?s=Meyerhoff
Im neuesten Buch mit dem schwer verständlichen Titel „Hamster im hinteren Stromgebiet“ schreibt der inzwischen Fünfzigjährige über ein Drama unerwarteter Art: er wird mit einem Hirnschlag als Notfall in eine Intensivstation eingeliefert! Aber lesen Sie selber, was passiert, wenn man auf einen Schlag aus dem prallen Leben gerissen wird.
Arbeit für 2021
Wir sind noch über die Festtage in der Schweiz. Wie uns unsere Freunde aus SW-Frankreich melden, hat der Sturm letzte Nacht auf unserer Zufahrt eine alte Eiche gefällt. Der Sturm wird heute abend die Schweiz erreichen….

Der Halbbart

Der Halbbart
„Der Sebi ist nicht gemacht für die Feldarbeit oder das Soldatenleben. Viel lieber hört und erfindet er Geschichten. Im Jahr 1313 hat so einer es nicht leicht in einem Dorf in der Talschaft Schwyz, wo die Hacke des Totengräbers täglich zu hören ist und Engel kaum von Teufeln zu unterscheiden sind. Doch vom Halbbart, einem Fremden von weit her, erfährt der Junge, was die Menschen im Guten wie im Bösen auszeichnet – und wie man auch in rauhen Zeiten das Beste aus sich macht.
Ein Roman voller Schalk und Menschlichkeit, der zeigt, wie aus Geschichten Geschichte wird.“
Charles Lewinsky ist ein vielseitiger Schriftsteller. Ich bewundere seine Erzählkunst. Nach „Melnitz“ sind seine historischen Romane für mich ein Muss. Seine Geschichte(n) rund um die Schlacht am Morgarten (1315) hätte ich gerne schon vor sechzig Jahren in der Primarschule so gehört… Jedenfalls erzähle ich sie jetzt so meinen Enkelkindern.












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