AUSWANDERERBLOG

Glyphosat

Posted in Politik by ruedibaumann on März 31, 2015

„Seit Mitte der 90er Jahre werden Teile Europas von einem geheimnisvollen Tiersterben heimgesucht. In den Ställen verenden Tausende Rinder. Die Landwirte kämpfen in ihren Beständen mit Fruchtbarkeitsproblemen, Fehlgeburten, missgebildeten Kälbern. Und: Sie erkranken selbst. Wissenschaftler stehen lange vor einem Rätsel, bis man in den Tieren hohe Mengen des Totalherbizids Glyphosat, des weltweit am häufigsten eingesetzten Pestizids, findet. Allein in der europäischen Landwirtschaft werden jährlich Millionen Liter glyphosathaltiger Pestizide eingesetzt. Vom geheimnisvollen Tiersterben ist auch Dänemark betroffen. Ein Schweinezüchter hat über Jahre und an mehreren Zehntausend Tieren das Verhältnis von Glyphosatgehalt im Futter und der Rate an Missbildungen seiner Ferkel dokumentiert. Lässt sich daraus ein Zusammenhang zwischen der Höhe der Glyphosatrückstände und der Missbildungsrate ermitteln? Französische Wissenschaftler stellten in bisher einmaligen Tierversuchen erhebliche Schadwirkungen von Glyphosat fest und sahen sich kurz nach Veröffentlichung ihrer Studie einer intensiven Gegenkampagne seitens der Industrie ausgesetzt. Die Dokumentation geht diesen Zusammenhängen und Vorgängen nach. 80 bis 90 Prozent des Tierfutters, das in Nordeuropa in den Trögen der Nutztiere landet, ist importiert: genverändertes Korn aus Nord- und Südamerika. Die Genveränderung besteht aus einer künstlich geschaffenen Resistenz gegen Glyphosat. Konsequenz: Das Getreide ist vollgesogen mit dem Pestizid. Das Fleisch dieser Tiere landet auf den Tellern der Verbraucher. Die Dokumentation stellt außerdem die Frage: Was ist in den Ländern los, aus denen dieses Korn kommt? Dort, wo es – unter massivem Chemikalieneinsatz – produziert wird? Wie geht es den Tieren dort? Und wie den Menschen?“

arte-Dokumentation: http://www.arte.tv/guide/de/050772-000/tote-tiere-kranke-menschen

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat offenbar das meistverwendete Totalherbizid Glyphosat (Markenname von Monsanto: Roundup)  von der Kategorie „unbedenklich“ in die Kategorie „wahrscheinlich kanzerogen“ umgeteilt!

Endlich… würde ich sagen und ich frage mich, wann endlich kommt der politische Druck, Glyphosat ganz zu verbieten?

Der Südwesten bleibt links!

Posted in Politik by ruedibaumann on März 30, 2015

Die Departementswahlen in Frankreich haben zu einem Rechtsrutsch geführt.  Von den 101 Departementen wurden in den letzten Jahren rund 70 % links regiert. Nur gerade rund 30% hatten bürgerliche Mehrheiten.

Jetzt ist es gerade umgekehrt: rund 70% der Departemente weisen eine bürgerliche Mehrheit aus, die Sozialisten bleiben in nur in rund 30 Departementen in der Mehrheit.

Tröstlich ist immerhin, dass der fremden- und europafeindliche Front National (vergleichbar mit der schweizerischen SVP) in keinem einzigen Departement eine Mehrheit erringen konnte, obschon viele Schweizer Medien die Rechtsextremen schon während Wochen zu den Siegern zählten!

Erfreulich auch, dass der ganze Südwesten (Midi-Pyrénée) trotz den schwachen Umfragewerten von Präsident Holland links bleibt.

Das gilt insbesondere auch für unser Departement Gers, das seit Jahrzehnten von einer linken Mehrheit regiert wird. Eigentlich erstaunlich für eine sehr rurale und bäuerliche Region!

départementales (1)

http://www.ladepeche.fr/article/2015/03/30/2077082-la-nouvelle-carte-de-france.html#xtor=EPR-1

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Von Rio an die Kommissionssitzung nach Bern?

Posted in Politik by ruedibaumann on März 22, 2015

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland. Sie werden im Wahlkampf von den Parteien stark umworben. Es stellt sich die Frage: Soll die Fünfte Schweiz zum 27. Kanton werden? (Autor: Jörg Müller)

Ein Ehepaar, er Grüner und sie Sozialdemokratin, sorgten gleich zweimal für eine Premiere im Schweizer Parlament: Ruedi und Stephanie Baumann waren das erste Ehepaar und auch die ersten Auslandschweizer im Nationalrat – und bisher auch die einzigen. In der Bundesversammlung sass noch nie ein waschechter Auslandschweizer. Denn gewählt wurden auch die Baumanns, als sie noch in der Schweiz wohnten. Er sass von 1991 bis 2003 im Nationalrat, sie von 1994 bis 2003, nach Südwestfrankreich zogen sie erst 2001. Sie übernahmen dort einen neuen Betrieb, nachdem sie ihren ­Biobauernhof einem Sohn übergeben hatten.
Die Präsenz der Fünften Schweiz im Parlament dauerte also nur rund zwei Jahre. Das mag insofern erstaunen, als die politischen Hürden laufend kleiner werden. Rechtlich gibt es ohnehin keine Schranken: Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sind grundsätzlich stimm- und wahlberechtigt, sie müssen sich einzig bei der Schweizer Vertretung im Ausland registrieren lassen und entscheiden, wo sie stimmen wollen – in der Heimat- oder in der früheren Wohnsitzgemeinde. Das passive Wahlrecht auf Bundesebene, also das Recht, gewählt zu werden, haben die Auslandschweizer bereits seit der Gründung des Bundesstaates. In den Bundesrat wurden schon mehrere Auslandschweizer gewählt – zuletzt 1959 Friedrich Traugott Wahlen.
Umworbene Auslandschweizer
Die Parteien bemühen sich immer stärker um die helvetischen Auswanderer. Das hat seinen Grund: Die Fünfte Schweiz wächst nach wie vor stark. Mittlerweile leben über 732 000 Landsleute im Ausland, also etwa jeder Zehnte. Proportional sind das mehr Ausgewanderte als bei jedem anderen Land Europas. Auch die Anzahl der Kandidierenden nimmt stetig zu: 1995 waren es drei, 1999 bloss einer, 2003 dann bereits 15, 2007 schon 44, und bei den letzten eidgenössischen Wahlen 2011 fanden sich 81 Kandidatinnen und Kandidaten mit Wohnsitz im Ausland auf den Wahllisten. Einige Parteien führten sogar separate internationale Listen, andere integrierten die Auslandschweizer in ihre kantonalen Listen. Erstmals konnten zudem 2011 in einigen Kantonen im Rahmen eines Pilotprojekts gegen 22 000 Auslandschweizer ihre Stimme elektronisch abgeben.
«Physische Anwesenheitspflicht»
Es wird also einiges getan, um den Auslandschweizern die politische Mitbestimmung zu erleichtern. Doch wenn es dann darum geht, ein Nationalratsmandat vom Ausland her auch tatsächlich wahrzunehmen, stellen sich einige Probleme. Denn es gilt die «physische Anwesenheitspflicht». Und dies nicht nur während der Sessionen, sondern auch an den Kommissionssitzungen, sagt Mark Stucki, Informationschef der Parlamentsdienste. In einem konkreten Fall, allerdings nicht wegen eines Auslandschweizers, wurde einmal abgeklärt, ob für eine Kommissionssitzung eine Video-Zuschaltung zulässig wäre. Das sei aus juristischen Gründen abgelehnt worden, sagt Stucki.
Diese Anwesenheitspflicht kann zum Problem werden. Baumanns zum Beispiel mussten zuerst von ihrem Wohnort in der France profonde rund hundert Kilometer mit dem Auto nach Toulouse fahren und dann mit dem Nachtzug nach Genf und Bern reisen. Kein Problem sei die Aktenzustellung gewesen, sagt Ruedi Baumann. Im Zeitalter des Internets dürfte dies immer einfacher werden. Zu Buche schlagen auch die Reisekosten, und zwar beim Staat. Jedem Mitglied des Nationalrats wird die Reise nach Bern unabhängig vom Wohnort bezahlt. «Das gilt auch, wenn ein Ratsmitglied in Rio de Janeiro wohnt», sagt Mark Stucki. Es werde die «sinnvollste Verbindung» bis an die Schweizer Grenze definiert, im Inland hätten ja ohnehin alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier das Generalabonnement.
Mangelnde Kontakte
Stephanie Baumann, die ihre Schriften erst kurz vor Ablauf der Legislaturperiode Ende 2003 nach Frankreich verlegt hat, macht noch auf ein anderes Problem aufmerksam: Sie habe sich zwar für Sessionen und Kommissionssitzungen organisieren können, «aber alle zusätzlichen Kontakte, die aus meiner Sicht für eine seriöse Parlamentsarbeit unerlässlich sind, habe ich nur noch schriftlich oder überhaupt nicht mehr wahrnehmen können». Wichtig seien Kontakte mit den unterschiedlichsten Leuten, ­Vorbesprechungen mit Parteivertretern, Anhörungen von Exponenten betroffener Interessenorganisa­tionen etc. Stephanie Baumann hat sich denn auch nie als Vertreterin der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer betrachtet. «Wen sollte ich als Auslandschweizerin vertreten? Einen Banker in Bangkok? Eine AHV-Rentnerin an der Costa del Sol?» Sie sei immer eine Vertreterin ihrer Wählerinnen und Wähler im Kanton Bern gewesen, «und um das glaubhaft tun zu können, brauchte ich die Verankerung in meiner Parteisektion, den Kontakt zu den Nachbarn am Wohnort und in der Region».
Eigener Wahlkreis?
Bemühungen, die Position der Auslandschweizer im Parlament zu stärken, gibt es regelmässig. In der jüngeren Vergangenheit hat sich vor allem die SP mit Vorstössen dafür stark gemacht. 2007 forderte der Zürcher SP-Nationalrat Mario Fehr mit einer Motion eine «direkte Vertretung der Auslandschweizerinnen und -schweizer im eidgenössischen Parlament». Der Vorstoss ist schliesslich im Sand verlaufen. Nur knapp gescheitert ist 2009 ist der Versuch von SP-Nationalrat Carlo Sommaruga: Er verlangte mit einer Parlamentarischen Initiative, für die Auslandschweizer in irgendeiner Form garantierte Sitze in National- und Ständerat zu schaffen. Der Nationalrat hatte seinem Anliegen – entgegen dem Antrag der Kommission – 2008 zugestimmt, der Ständerat dagegen lehnte es ab. Damit war das Geschäft aus Abschied und Traktanden gefallen.
Für eine direkte Vertretung der Auslandschweizer in beiden Räten wäre eine Verfassungsänderung nötig: Im Ständerat müssten ein oder zwei Sitze für Auslandschweizer reserviert werden, für die Nationalratswahlen wäre ein eigener Wahlkreis mit einer bestimmten Anzahl garantierter Sitze Bedingung. Die Gegner argumentierten, damit würden die Auslandschweizer faktisch gleich behandelt wie die Bürger eines Kantons. Ein Kanton sei jedoch «ein staatliches, aus einem zusammenhängenden Gebiet bestehendes Gebilde», sagte Kommissionssprecherin Ruth Humbel (CVP) in der Parlamentsdebatte. Er könne «nicht verglichen werden mit einer über die ganze Welt verteilten Gruppe von Personen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie nicht im Heimatland wohnhaft ist. Je nach Wahlheimat treffen die Auslandschweizerinnen und -schweizer ganz unterschiedliche Lebensbedingungen an, was die Bildung eines Wahlkreises nicht nahelegt». Im Ständerat bezeichnete Hansheiri Inderkum (CVP) einen derartigen Wahlkreis als «staatsrechtlich und staatspolitisch gesehen in höchstem Masse problematisch».
Die Befürworter der Initiative von Carlo Sommaruga betonten, dass die Auslandschweizer, «auch wenn sie an unterschiedlichen Orten auf der Welt leben, eben doch die spezifischen Erfahrungen eines fernab von der Heimat gelebten Alltags teilen». Es sei für das Parlament ein Gewinn, wenn vermehrt eine von aussen geprägte Sichtweise eingebracht werden könnte. Die Genfer SP-Ständerätin Liliane Maury Pasquier wies auf die wachsende berufliche Mobilität der Schweizerinnen und Schweizer hin. Das Parlament könnte von diesem kulturellen und intellektuellen Reichtum nur profitieren. Ihr Tessiner Ratskollege Filippo Lombardi (CVP), der das Anliegen ebenfalls unterstützte, machte darauf aufmerksam, dass die Wahl eines Auslandschweizers unter der heutigen Regelung praktisch ausgeschlossen sei.
Skeptisch gegenüber einer Ver­tretung der Auslandschweizer im ­Parlament ist auch Stephanie Baumann: «Ich kann überhaupt keinen Sinn erkennen in der Forderung, für Auslandschweizerinnen und -schweizer ein fixes Kontingent an Nationalratssitzen zu schaffen», sagt sie. Und ihr Mann, Ruedi Baumann, ergänzt: «Ein Wahlkampf bei den Auslandschweizern wäre eine reine Farce. Wahlchancen hätten ohnehin nur Personen, die schon vorher bekannt sind oder über sehr grosse finanzielle Mittel verfügen.»
EU kennt Auslandswahlkreise
Im Parlament teilt man diese Sichtweise offenbar nicht. Der Nationalrat hat im September 2014 den Bundesrat mit einem Postulat beauftragt, «die in Europa gebräuchlichen und diskutierten Modelle zur Ausgestaltung der politischen Rechte und politischen Repräsentanz von Auslandsbürgerinnen und Auslandsbürgern zusammenzustellen». Auf die Zusammenstellung wird man wohl noch einige Zeit warten müssen. Was man schon heute weiss: Italien, Frankreich und Portugal kennen ausländische Wahlkreise und damit eine direkte Vertretung ihrer Auslandsbürger mit garantierten Sitzen im nationalen Parlament. Von den 577 Mitgliedern der Französischen Nationalversammlung sind erstmals bei der Wahl von 2012 elf Abgeordnete in speziellen Wahlkreisen im Ausland gewählt worden. Bereits seit 2006 können Italienerinnen und Italiener im Ausland in speziellen Wahlkreisen eigene Parlamentsvertreter wählen. Von insgesamt 945 Sitzen in Abgeordnetenhaus und Senat sind 18 für Auslandsitaliener reserviert. Auch drei in der Schweiz wohnhafte Italiener sind Mitglieder des Parlaments in Rom.

JÜRG MÜLLER IST REDAKTOR DER «SCHWEIZER REVUE». Der Beitrag stammt aus der Ausgabe 2015/02 .

http://www.revue.ch/ausgaben/2015/02/

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Ja zu den Menschenrechten

Posted in Politik by ruedibaumann on März 13, 2015

juso

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Elefantenschiessen in der Schweiz

Posted in Politik by ruedibaumann on März 3, 2015

Im Hinblick auf die nächsten eidgenössischen Wahlen soll ein Elefantenschiessen stattfinden! Ausgerechnet in der SVP! Die Rechstspopulisten der ÄssVouPee scheuen sich ja bekanntlich nicht, alle Politiker verächtlich als unfähige „classe politique“ zu diffamieren, als Kaste, die sich schon lange vom Volch abgemeldet habe.

Allerdings gibt es nirgends und in keiner Partei so viele Sesselkleber, wie in der ach so volksnahen SVP!

Der Guru und Financier aus Herrliberg selber hat es auf nicht weniger als 28 Jahre Aufenthalt im Bundesbern gebracht, bevor er einem Zögling Platz gemacht hat. Aber auch eine Reihe anderer Elefanten der SVP haben es sich seit Jahrzehnten im Bundesbern gemütlich eingerichtet. Die Binders und Bortoluzzis, die Reimanns und Giezendanners usw. besetzen seit 24 Jahren einen Parlamentsstuhl und wollen unter keinen Umständen einem Jüngeren Platz machen.

Wer ist hier eigentlich die Classe politique? Leute die schon lange wieder in der Wirtschaft tätig sind oder die SVPler die generationenlang am Sessel kleben?

Der Begriff „Elefantenschiessen“ stammt übrigens von Peter Bodenmann.

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Hundert Tage

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on Februar 9, 2015

In der Zeit als ich vor vielen Jahren an der ETH Agronomie studierte, arbeitete ich jeweils in den Semesterferien aushilfsweise bei der Schweizerischen Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (damals noch an der Belpstrasse in Bern). Weil ich später einmal Entwicklungshelfer werden wollte oder zumindest bei der FAO (Food and Agricultural Organisation) meine Zukunft sah, glaubte ich da einen guten Einstieg zu finden. Ich war dann aber schon ziemlich ernüchtert, weil ich nun wochenlang Spesenrechnungen der „Experten im Feld“ kontrollieren und dabei feststellen musste, dass u.a. in den Spesenzettel harassenweise teurer Whiskey auftauchte. Schwerpunktland war Rwanda, die „Schweiz Afrikas“ wie es damals hiess. Ich bin dann nicht Entwicklungshelfer geworden.

Rwanda wurde, wie wir alle wissen, in den 90er Jahren zum Schauplatz eines furchtbaren Genozids. Ausgerechnet Rwanda, das Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit.

Lukas Bärfuss hat darüber einen eindrücklichen Roman geschrieben: Hundert_Tage_(Roman)

Ich habe das aufwühlende Buch dieser Tage zum zweiten Mal gelesen. Es lohnt sich.

 

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Ni, ni

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 5, 2015

Es geht um hohe Politik. In der Region Doubs muss bekanntlich ein Député ersetzt werden, weil er einen Job als EU-Kommissar in Brüssel angenommen hat. Der erste Wahlgang brachte der Kandidatin des Front National (FN) am meisten Stimmen, gefolgt vom sozialistischen Bewerber. Der Drittplatzierte von der bürgerlichen UMP musste nach französischem Mehrheits-Wahlrecht ausscheiden, so dass sich jetzt am nächsten Sonntag im entscheidenden zweiten Wahlgang der Front National und die regierenden Sozialisten gegenüberstehen. Soweit so gut.

Mit einer Wahlempfehlung könnten nun die ausgeschiedenen UMPler, dafür sorgen, dass der rechtsextreme und häufig rassistische Front National im zweiten Wahlgang das Nachsehen hat, nämlich wenn sie sich klar für eine Front républicain aussprechen würden, das heisst, dass den bürgerlichen WählerInnen empfohlen wird, im zweiten Wahlgang den Sozialisten zu wählen. Das wird eigentlich in der französischen Republik auch seit Jahrzehnten zwischen den grossen republikanischen Parteien so gehandhabt. Auch jetzt haben die vernünftigen Spitzenpolitiker der UMP, wie Juppé und NKM aufgerufen, den Sozialisten die Stimme zu geben.

So weit so gut, wäre da nicht der neue Vorsitzende der UMP, Nicolas Sarkozy… Sarko hat es vorgezogen ni, ni zu sagen, also ni PS , ni FN zu unterstützen und zu hause zu bleiben oder leer einzulegen. Wohlwissend, dass er damit riskiert, dass wieder ein(e) Scharfmacher/in in die Nationalversammlung einzieht um dort gegen die Ausländerinnen zu hetzen. Oder er will sich schon jetzt bei den rechtsnationalen Anhänger des FN als künftiger Präsidentschaftskandidat in Erinnerung rufen?

Wie dem auch sei, ich bin zuversichtlich, dass sich das Land der Menschenrechte nicht durch rechts-nationalistische Sprüche verunsichern lässt. Auch nicht von einem abgewählten Altpräsidenten.

 

PS: Am Sonntagabend 8. Februar ist es klar: Der Kandidat der PS schafft die Wahl knapp vor der Kandidatin des FN. Das gilt auch als Erfolg für den französischen Präsidenten Hollande.

 

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Laizität

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 23, 2015

Im heutigen französischen Verständnis ist Laizismus zu einem politischen Ideal geworden, das die Grundsätze der Neutralität des Staates gegenüber den Religionen, deren Gleichbehandlung sowie die Glaubensfreiheit zum Ziel hat. Laizität ist ein Verfassungsprinzip. Religion ist ausschließlich Privatangelegenheit, woraus folgt, dass Religion nicht nur keine staatliche, sondern auch keine öffentliche Funktion hat. In Anwendung dieses Grundsatzes wurde 1905 das gesamte Kirchenvermögen ohne Entschädigung verstaatlicht, wovon jene Teile, die „dem Kult dienen“, den einzelnen Glaubensgemeinschaften zur Nutzung überlassen werden können. Frankreich erkennt kirchliche Organisationen zwar in ihrer Existenz an, sie erhalten jedoch keine staatlichen Zuschüsse; allerdings existieren steuerliche Begünstigungen.

Frankreich ist eine laizistische Republik (république laïque), die weltanschauliche Neutralität des Staates entspricht meinen persönlichen Überzeugung (je suis laïque et athé). Mit den schweizerischen Landeskirchen hatte und habe ich immer meine liebe Mühe (ich bin vor bald 50 Jahren aus der Kirche ausgetreten). Der Verankerung Gottes auch in der revidierten Verfassung der Eidgenossenschaft („im Namen Gottes…“) habe ich seinerzeit im Nationalrat nicht zugestimmt. Dass der Kanton Bern die Pfarrerlöhne der Landeskirche bezahlt, halte ich für falsch. Die strickte Trennung von Kirche und Staat scheint mir auch für die Schweiz unabdingbar.

Nach den Terroranschlägen in Paris und den Massenmanifestationen zu Gunsten der Meinungsfreiheit ist die weltanschauliche Neutralität noch vermehrt in den Vordergrund gerückt. Die Erziehungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hat gestern ein Programm vorgestellt, das  die laizistischen Grundsätze (charte laïque) noch vermehrt in das Unterrichtsprogramm der Schulen einbauen will. Gegen religiösen Fundalismus hilft nur Aufklärung.

http://www.education.gouv.fr/cid85644/onze-mesures-pour-une-grande-mobilisation-ecole-pour-les-valeurs-republique.html

Vaja (1)

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Charlie Hebdo überall ausverkauft!

Posted in Comédie française, Literatur, Patrimoine et architectures, Politik by ruedibaumann on Januar 14, 2015
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Je suis fier d’être Français!

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 11, 2015

Ich glaube, es ist ein historischer Moment für Frankreich, für die Demokratie, für die Menschenrechte, für die Meinungsäusserungsfreiheit: Millionen von Menschen demonstrieren heute friedlich zu Ehren der Attentatsopfer! Nous somme tous Charlie!

Nicht nur in Paris, wo sich über 50 Staatschefs eingefunden haben, auch in allen anderen Städten wird für die liberté d’éxpression demonstriert. Selbst in der französischen Provinz sind alle auf der Strasse! Wir sind an einem eindrücklichen Marche silencieuse im südwestfranzösischen Städtchen Auch. Ich gehe davon aus, dass es auch hier noch nie eine vergleichbare Mobilisierung der Bevölkerung gegeben hat. Nous somme tous unis pour la liberté, la laïcité et les valeur de la république! Ich schätze, dass hier 10’000 Leute (die halbe Stadtbevölkerung) an der ruhigen Demonstration teilnehmen. Keine Reden, keine Partei- oder Gewerkschaftsfahnen, vereinzelte Trikoloren, viele Charlie Hebdo Karikaturen.

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Vive la France et vive la république!

https://www.facebook.com/events/402158389942020/403400369817822/?notif_t=plan_mall_activity