AUSWANDERERBLOG

Musketiere

Posted in Comédie française by ruedibaumann on April 7, 2007

Alle kennen die drei Musketiere aus dem Buch von Alexander Dumas oder aus dem Film mit Gérard Dépardieu: Aramis, Porthos, Athos. Und der Wichtigste, eben nicht einer der drei Musketiere, sondern der Ursprung der Sage und der Held unter den Musketieren, das war Charles d’Artagnan. Und der kam aus der Gascogne.

Seit dem 17. Jahrhundert hat sich einiges geändert – die Männer sind nicht mehr allein unter sich, und ihre einzige Daseinsberechtigung ist nicht mehr nur das Fressen und Saufen und nebenbei die Errettung einer Prinzessin aus irgendeiner Gefangenschaft…..
Aber, wie dieses Bild anschaulich beweist: Charles d’Artagnan steht immer noch stolz über den Frauen – in jeder Chefetage, in jeder Universitätsleitung, in jedem Verwaltungsrat, und auch …. fast in jedem Staat…. Mal abwarten und zusehen!

Drei Musktiere (Innen)

France rurale

Posted in Comédie française by ruedibaumann on April 2, 2007

Die Gemeinde Traversères zählt 65 Einwohner. Am traditionellen Banquet de la chasse sind wir jeweils über 100 hungrige Seelen. Convivialité francaise!

Menu Banquet de la chasse

Mehr aus der France profonde

allô la planète

Posted in Comédie française by ruedibaumann on März 21, 2007

Die Welt ist zum Dorf geworden. Nicht nur, dass wir uns täglich per Internet mit Freunden, Bekannten und Verwandten in der ganzen Welt austauschen (können), auch über die traditionelleren Medien wird das augenfällig. Jeden abend, zwischen 23:00 und 1:00 Uhr läuft auf Radio France Inter die Sendung mit Eric Lange „allô la planète“, die offenbar überall auf dem Erdball empfangen wird.
Der Moderator im Studio oder ein Anrufer wirft irgend eine Frage oder ein Thema auf und überall auf der Welt können Hörerinnen und Hörer direkt in die Sendung anrufen und über ihre Erfahrungen berichten (um Kosten zu sparen, kann man sich auch anrufen lassen).
Das führt dazu, dass neben eine Professor von Quebec, einem Taxichauffeur von Brasilia oder einer Serviceangestellten in Shangai alle erdenklichen Leute auf der ganzen Welt zu Wort kommen und über ihre Erfahrungen berichten.
Ich höre oft und mit grossem Vergnügen vor dem Einschlafen diesen Gesprächen auf dem Weltdorfplatz zu. Der Umstand, dass diese weltoffene, grenzenlose Sendung in französisch erfolgt, ist eigentlich die einzige Einschränkung. Aber vielleicht gibt es ja vergleichbare Sendungen in anderen Sprachen auf anderen Sendern?

Für alle Francophonen einfach heute abend einmal Radio einschalten Details!

Nico le limasson
20/03/2007 23h31
Allo! Allo la planete!?
ouais! j’aime ce concept!
Apres plusieurs soir à reagir dans mon lit,
je prends ce soir mon claiver et ma souris,
pour laisser un petit commentaire
un peu creux, certes, mais plein d’air…
…pur.

Bonne aventure!

Ciao

[France Inter] Merci !

Comix

Posted in Comédie française by ruedibaumann on März 18, 2007

Frankreich ist das Land der Bande Dessinée, der gezeichneten Geschichten, bei uns Comix genannt. Natürlich kennen und schätzen wir die Asterix- und die Tintins seit langem. Unsere jungen Freunde im village haben nun aber eine regelrechte Bibliothek mit allen erdenklichen gezeichneten Bildbänden und sie lehnen uns diese Bücher gerne aus. Für uns auch eine Möglichkeit, besser Französisch zu lernen.

Eben haben wir ein Buch von Étienne Davodeau mit dem Titel „Rural!“ gelesen (Verlag Delcourt). Es ist die wahre Geschichte aus einem coin tranquille de campagne: junge Leute haben in der französischen Provinz ein altes Haus in jahrelanger Arbeit liebevoll restauriert, daneben bauern drei Junglandwirte gemeinsam auf ihrem Biohof. Ländliche Idylle, bis plötzlich die Pläne für eine neue Autobahn auftauchen… ein nervenaufreibender Kampf mit den Strassenbauern beginnt. Es ist die Chronik einer politischen Kollision wie wir sie in der Schweiz oft erlebt haben. Liebevoll gestaltet und geschrieben.

Wir haben dem Verlag angeboten, das Büchlein zu übersetzen.

Rural! von Étienne Davodeau, Verlag Delcourt

Haute Cuisine

Posted in Comédie française by ruedibaumann on März 16, 2007

Die französische Kochkunst beansprucht seit Jahrhunderten die Führungsrolle in der Welt der Gastronomie. Ihre Vielfalt und das Nebeneinander von Haute Cuisine und ländlicher Kochtradition sind legendär.
Damit die lebendige, kreative Küche als Bestandteil der kulturellen französischen Identität der Nachwelt erhalten bleibt, fordern 3-Sterne-Köche in seltener Einigkeit, dass der kulinarische Reichtum des Landes dereinst im Unesco-Kulturerbe-Verzeichnis Aufnahme findet.

Nach zahlreichen Besuchen in sehr vielen und sehr unterschiedlichen Restaurants auf dem Land und in der Stadt fragen wir uns….

Wie es weitergeht steht in unserer März-Kolumne auf swissinfo (cliquez ici!)

Diplomitis

Posted in Comédie française by ruedibaumann on März 8, 2007

Wenn man sich in Frankreich als Bauer installieren will, dann braucht das eine Betriebsbewilligung (autorisation d’exploitation). Um diese Bewilligung zu erhalten, muss man unter anderem nachweisen, dass man über eine gute theoretische und praktische Ausbildung verfügt, die den französischen Anforderungen entspricht. Als Schweizer gehen wir eigentlich davon aus, dass unser Bildungssystem den europäischen Anforderungen ebenbürtig ist.

Landwirtschaftliche Lehrjahre mit Lehrabschlussprüfung (apprentissage) zählen nun aber schon mal gar nichts. Auch das viersprachige Fähigkeitszeugnis als Landwirt/in der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Certificat de capacité) nützt nichts („Ihr seid ja nicht in der EU…“). Das schöne Diplom der Landwirtschaftlichen Schule Rütti tönt für die französischen Beamten schon besser, aber leider ist der Text nur auf deutsch. Ich habe es umgehend auf französisch übersetzt (Diplôme). Gilt nicht, die Übersetzung muss durch einen traducteur juré (amtlicher Übersetzter) gemacht werden…. die sind aber teuer und hier im Südwesten nur schwer zu finden. Jetzt versuche ich es mit meinem Diplom als Ingenieur Agronom der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich. Die ETH Zürich sei aber nicht auf der Liste der von Frankreich anerkannten Hochschulen, nur die Ecole polytechnique de Lausanne…. und dort hat es keine Agronomieabteilung! Weitergeholfen hat mir schlussendlich die von meiner früheren schweizerischen Wohngemeinde französisch amtlich bestätigte Tatsache, dass ich vorher in der Schweiz während 25 Jahren erfolgreich einen Landwirtschaftsbetrieb geführt habe.

Warum ich das alles erzähle? Weil wir zur Zeit für unseren Sohn das gleiche Verfahren wiederholen. Laut Bundesamt für Berufsbildung haben da die bilateralen Verträge nicht weitergeholfen, jeder europäische Staat sei frei, CH-Diplome anzuerkennen oder eben nicht anzuerkennen! Übrigens: bei der Anerkennung der CH-Fahrausweise ist es noch komplizierter! Darüber aber ein andermal.

Und es soll in der Schweiz immer noch Politiker geben, die sich rühmen den EU-Beitritt verhindert zu haben. Schöne bürokratische Unabhängikeit….

Auskommen mit dem Einkommen

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Februar 25, 2007

Die Einkommen in Frankreich sind tiefer als in der Schweiz. Man spricht hier von mittlerem Nettoeinkommen zwischen 1300 € und 3000 € pro Monat. Wer mehr verdient gilt als reich, wer weniger verdient als pauver. Der gesetzliche Mindestlohn (smic) beträgt zurzeit netto rund 1000 €/Monat.
Allerdings kann man diese Zahlen nicht einfach in Schweizerfranken umrechnen, weil die Lebenshaltungskosten (Mieten, Nahrungsmittel, Krankenkassen) auch sehr viel tiefer sind.
Ich würde sagen, dass die Gehaltszahlen ungefähr verdoppelt werden müssen, um sie mit schweizerischen Verhältnissen zu vergleichen, also < 2600 sfr.bzw >6000 sfr. zwischen arm und reich.

Frankreich ist viel mehr Sozialstaat als die Schweiz (Arbeitsrecht, Arbeitszeit, einkommensabhängige Krankenkassenprämien, Mutterschaftsversicherung, Kinderkrippen, Recht auf Wohnung usw.). Dafür sind die Steuern für Reiche höher (max. 60% des Einkommens).

Die Schweiz gilt als reich aber teuer und etwas egoistisch. Im laufenden Wahlkampf werden immer wieder die nordischen Staaten (Finnland, Schweden, Dänemark, Norwegen) als Vorbilder für die französischen Probleme (Jugendarbeitslosigkeit, Verschuldung) herangezogen.
Selbst gegenüber der schweizerischen direkten Demokratie mit den vielen Volksabstimmungen ist man hier skeptisch, weil reiche Populisten dadurch zuviel Einfluss gewinnen würden…..

Wörter

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Februar 19, 2007

Es gibt Wörter im Französischen, die ich, obwohl ich sie oft höre, immer wieder vergesse. Und es gibt Wörter und Begriffe hier, die mir auffallen, weil sie fast jeden Tag irgendwo erscheinen, und die ich früher in der Schweiz kaum je gehört habe….

laïcité, Laizität, weltanschauliche Neutralität des Staates: in Frankreich ist dieser Grundsatz seit 1905 fest gesetzlich verankert und er gehört zu den Grundwerten der Grande Nation wie liberté, égalité und fraternité! Die strikte Trennung von Kirche und Staat hierzulande, hat auch dazu geführt, dass das Kopftuch als religiöses Symbol in den öffentlichen Schulen verboten wurde.
Mir ist jedenfalls diese weltanschauliche Neutralität des Staates sehr viel sypathischer als die „immerwährende Neutralität“ der Schweiz, wie sie dort von der AUNS und der SVP propagiert und verstanden wird.

communautarisme, Wert der Gemeinschaft hat Vorrang vor allen anderen Werten (Freiheit, Gleichheit..)

co!incidence, Zufall

sursis, Frist

ferveur, Leidenschaft

vocation, Berufung

faire face, gute Gattung machen

lâcheté, Feigheit

fustiger, anprangern, scharf verurteilen

affirmer, behaupten, bejahen, bestätigen

achèver, aufessen, aufhören, beendigen

incarnér, verkörpern

repères, Bezugspunkte

insolite, ungewöhnlich

….und hier gelangst du auf das beste Wörterbuch auf dem Netz!

La vie en rose

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Februar 18, 2007

Sie singt die Marseillaise so eindringlich und schön, dass man als Franzose unglaublich stolz auf die Grande Nation wird: Edith Piaf, la môme, der Spatz von Paris.
Der Film „La Môme“ läuft zur Zeit überall in der französischen Provinz und weckt mit unsterblichen Chansons nostalgische Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.
Der Kinosaal in Auch war gefüllt bis auf den letzten Platz, man spürt hier wird französische Geschichte zelebriert, …“non, je ne regrette rien!“

Ein schöner, eindrücklicher Film, im deutschsprachigen Raum unter dem Titel „La vie en rose“, auf französisch „La Môme“, „ein Fratz wird zum Spatz“, zeigt die Höhen und Tiefen einer Sängerin, die wie keine Andere, das französische Chanson, die französische Wesensart geprägt hat. „Ihre Stimme ist wie die Seele von Paris…“

Les chansons d’Edith Piaf hören!

Frankreich ist Weltmeisterin

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Januar 21, 2007

Frankreich ist Weltmeisterin… im Kinderkriegen.
1.94 Kinder pro Frau werden in Frankreich geboren, gegenüber nur 1.42 Kinder pro Frau in der Schweiz. Damit ist Frankreich an der Spitze aller europäischen Staaten!

Wichtigste Voraussetzung des Kindersegens sind die zahlreichen staatlichen und privaten Förderungen, die es den berufstätigen Französinnen – das sind 80 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren – ermöglichen, den Kinderwunsch mit Karriere zu verbinden. Sie reichen vom Mutterschafts- und Elternurlaub über die Beihilfen für die Behütung der Babys und die Kinderkrippen bis zur «école maternelle», dem kostenlosen Kindergarten ab zwei Jahren, und der Ganztagsschule.

Und wann gibt es in der Schweiz endlich flächendeckend Ganztagesschulen?