Wörter
Es gibt Wörter im Französischen, die ich, obwohl ich sie oft höre, immer wieder vergesse. Und es gibt Wörter und Begriffe hier, die mir auffallen, weil sie fast jeden Tag irgendwo erscheinen, und die ich früher in der Schweiz kaum je gehört habe….
laïcité, Laizität, weltanschauliche Neutralität des Staates: in Frankreich ist dieser Grundsatz seit 1905 fest gesetzlich verankert und er gehört zu den Grundwerten der Grande Nation wie liberté, égalité und fraternité! Die strikte Trennung von Kirche und Staat hierzulande, hat auch dazu geführt, dass das Kopftuch als religiöses Symbol in den öffentlichen Schulen verboten wurde.
Mir ist jedenfalls diese weltanschauliche Neutralität des Staates sehr viel sypathischer als die „immerwährende Neutralität“ der Schweiz, wie sie dort von der AUNS und der SVP propagiert und verstanden wird.
communautarisme, Wert der Gemeinschaft hat Vorrang vor allen anderen Werten (Freiheit, Gleichheit..)
co!incidence, Zufall
sursis, Frist
ferveur, Leidenschaft
vocation, Berufung
faire face, gute Gattung machen
lâcheté, Feigheit
fustiger, anprangern, scharf verurteilen
affirmer, behaupten, bejahen, bestätigen
achèver, aufessen, aufhören, beendigen
incarnér, verkörpern
repères, Bezugspunkte
insolite, ungewöhnlich
….und hier gelangst du auf das beste Wörterbuch auf dem Netz!
La vie en rose
Sie singt die Marseillaise so eindringlich und schön, dass man als Franzose unglaublich stolz auf die Grande Nation wird: Edith Piaf, la môme, der Spatz von Paris.
Der Film „La Môme“ läuft zur Zeit überall in der französischen Provinz und weckt mit unsterblichen Chansons nostalgische Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.
Der Kinosaal in Auch war gefüllt bis auf den letzten Platz, man spürt hier wird französische Geschichte zelebriert, …“non, je ne regrette rien!“
Ein schöner, eindrücklicher Film, im deutschsprachigen Raum unter dem Titel „La vie en rose“, auf französisch „La Môme“, „ein Fratz wird zum Spatz“, zeigt die Höhen und Tiefen einer Sängerin, die wie keine Andere, das französische Chanson, die französische Wesensart geprägt hat. „Ihre Stimme ist wie die Seele von Paris…“
Les chansons d’Edith Piaf hören!
Frankreich ist Weltmeisterin
Frankreich ist Weltmeisterin… im Kinderkriegen.
1.94 Kinder pro Frau werden in Frankreich geboren, gegenüber nur 1.42 Kinder pro Frau in der Schweiz. Damit ist Frankreich an der Spitze aller europäischen Staaten!
Wichtigste Voraussetzung des Kindersegens sind die zahlreichen staatlichen und privaten Förderungen, die es den berufstätigen Französinnen – das sind 80 Prozent der Frauen im Alter von 25 bis 49 Jahren – ermöglichen, den Kinderwunsch mit Karriere zu verbinden. Sie reichen vom Mutterschafts- und Elternurlaub über die Beihilfen für die Behütung der Babys und die Kinderkrippen bis zur «école maternelle», dem kostenlosen Kindergarten ab zwei Jahren, und der Ganztagsschule.
Und wann gibt es in der Schweiz endlich flächendeckend Ganztagesschulen?
La belle voisine
La belle voisine
Zeitgenössisches Schweizer Kulturschaffen in Lyon und der Region Rhône-Alpes
Unter dem Titel «La belle voisine» präsentiert sich das zeitgenössische schweizerische Schaffen in allen seinen Formen in Lyon und der Region Rhône-Alpes. Die kulturellen Institutionen dieser französischen Region werden die Schweizer Künstler während einer Veranstaltung oder einer Ausstellung vom 12. Januar bis 31. März 2007 empfangen.
«La belle voisine» ist ein spartenübergreifendes Programm, das von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Präsenz Schweiz und dem Schweizer Generalkonsulat in Lyon in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft in Paris ins Leben gerufen wurde. Das Patronat haben die Stadt Lyon, die Region Rhône-Alpes und andere Partner übernommen.
Ziel von «La belle voisine» ist es, den Austausch zwischen Institutionen und Kulturschaffenden der Schweiz und der Region Rhône-Alpes nachhaltig zu fördern. Diese Beziehungen werden mit Unterstützung der französischen Botschaft in der Schweiz das ganze Jahr 2007 hindurch und bis 2008 weitergeführt werden, wobei Künstler der Region Rhône-Alpes in der Schweiz zu Gast sein werden.
Soweit der verheissungsvolle Text im Internet. Wir haben uns nun zwei Tage in Lyon umgesehen und waren neugierig auf „la belle voisine“…. Leider haben wir davon nichts, aber auch gar nichts gefunden! Kein Plakat, kein Hinweis in der Tagespresse, nichts im Tourismusbüro, keine Flyer im Hotel. Wir fragen uns besorgt, ob wohl die Veranstaltungen wegen der leidigen Steuergeschichte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen?!
Ich habe in der Zwischenzeit vom Direktor von Pro Helvetia, Pius Knüsel, folgenden Email-Text erhalten:
guten tag herr baumann
danke für ihre rückmeldung. sehr interessant!
eben war ich auch in lyon.
es gibt:
– grosse beleuchtete drehplakate (bewegliche)
– plakatwände an den autobahneinfahrten
– eine 12seitige sonderbeilage in lyons grösster tageszeitung
– sonderdrucke des programms in verschiedenen auflagen, formen, grössen, je nach institution,
– diverse radiointerviews, dito in der zeitung.
am 17.1. war eröffnung in der maison de la danse, ausverkauft. dieselbe vorstellung für den 18.1. und den 19.1. war ebenfalls ausverkauft.
etwas klappt schon.
aber flächendeckend dauerhaft, das kann sich niemand leisten.
auf http://www.labellevoisine.fr ist alles drauf.
klingt das besser?
beste grüsse
pius knüsel
La Poste
Josiane ist unsere Briefträgerin. Jeden Werktag, kurz nach Mittag kommt sie mit ihrem gelben Pöschöli vorbei und bringt uns „Le Monde“ ins Haus, und manchmal Briefe und Postkarten und hin und wieder viel Werbung von Carrefour und Leclerc und Bagi und Weldom und wie sie alle heissen. Und manchmal hat sie Zeit für einen kurzen Schwatz. Selbstverständlich nimmt sie auch Briefe und Pakete mit, die wir selber nicht auf die Poststelle tragen müssen und rechnet dann am nächsten Tag fein säuberlich die Gebühren ab. Service public wird gross geschrieben in der France rurale.
Die Distanz zu unserer Poststelle in Saramon beträgt gut 15 Kilometer. Josiane besucht alle die Einzelhöfe in der Gegend und legt so täglich 130 Kilometer zurück. Für viele ältere Leute auf abgelegenen Bauernhöfen ist sie wohl oft die einzige Besucherin. Schön, dass Frankreich diesen sicher nicht rentablen Betrieb trotz Internet und Mobilkommunikation Aufrecht erhält!
Vive La Poste!
SDF
Jedes Jahr wenn in Frankreich die Teperaturen unter Null Grad fallen geht die Diskussion los über die SDF (Sans Domizil Fixe), les Sans Abri, die die wir früher als Clochards bezeichnet haben. Die zuständig Ministerin rühmt sich, wie gerade sie das Problem am Lösen sei, dass abertausende neue Sozialwohnungen gebaut und neue Notschlafstellen eröffnet worden seien. Tatsächlich gibt es in Frankreich ein Gesetz, das alle Gemeinden verpflichtet, mindestens 20% Sozialwohnungen auf ihrem Territorium zu haben. Gemeinden die diese Auflage nicht erfüllen, müssen eine Strafsteuer zahlen. Und offenbar sind auch nicht alle Notschlafstellen ausgebucht.
Dieses Jahr ist eine neue karitative Organisation aufgetreten, Les enfants de Don Quichotte, die den SDF rote Zelte zur Verfügung stellt, die zurzeit medienwirksam entlang den Canal Saint Martin in Paris aufgestellt sind. Die Leute werden eingeladen, einmal ihre geheizten Wohnungen zu verlassen und eine Nacht bei den Sans Abri im Zelt zu verbringen.
In den Medien werden die Leute aufgefordert, über einschlägige Telefonnummern SDF zu melden, damit ihnen Notschlafstellen angeboten werden können. Viele SDF seien Ausländer, Sans Papier, psychisch Kranke, Alkoholiker, Leute, die in der Leistungsgesellschaft keinen Platz mehr finden… und es werden immer mehr.
Es wird aber auch behauptet, viele SDF seien nicht zu bewegen, freiwillig in einer Notschlafstelle zu übernachten, weil sie dadurch riskierten ihren „Stammplatz“ zu verlieren.
Zeichen und Entwicklungen in einer Gesellschaft, die mehr und mehr auseinandertriftet, in der der Graben zwischen arm und reich immer tiefer wird?
Sobald es wieder ein paar Grad wärmer wird, werden die SDF auch wieder aus den Schlagzeilen verschwinden. Bis zum nächsten Winter…
Bilder aus der Gascogne
Im zurzeit kalten Südwesten entstehen Bilder, die an den Sommer erinnern. Ich werde in loser Folge einige davon in meinen Blog stellen. Stephanie malt mit der Erde unseres Hofes. Erstaunlich wie sich hier die Ackerböden in ganz unterschiedlichen Farben zeigen.
Stephanie zeigte ihre Bilder letztes Jahr an einer sehr erfolgreichen Ausstellung in der Schweiz.
Ich hoffe, dass nächstes Jahr hier im Gers oder wieder in der Schweiz eine Ausstellung organisiert werden kann.
CNN à la Française
Heute abend soll Première sein: France 24 geht auf Sendung. Nach CNN, BBC World, Deutsche Welle und Al-Jazira hat nun endlich auch Frankreich einen eigenen Informationssender der rund um die Uhr das Weltgeschehen aus der Sicht der Grande Nation darstellen soll. Es geht darum „l’influense de la France dans le monde“ zu verstärken bzw. zu entwickeln oder doch zumindest zu halten. Die Sendungen werden auf französisch und englisch, später auch auf arabisch und spanisch ausgestrahlt. Der Sender wird mit jährlich 86 Millionen Euros durch die öffentliche Hand finanziert. Er ist über Internet www.france24.com, Satellit und Kabel zu empfangen. Ich bin gespannt, ob der président de la République höchst persönlich bei der Eröffnung dabei ist!






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