Französische Grüne
„Le Monde“ vom Samstag, 2. Dezember hat einen grossen Artikel über die Irrungen und Wirrungen der französischen Grünen publiziert. Darin werden vier verschiedene Flügel der zerstrittenen Oekologen ausgemacht mit den hauptsächlichen Vertretern der entsprechenden Schwerpunkte:
1. La défense de la nature (Antoine Waechter u.a.)
2. La lutte contre le réchauffement (Yves Cochet u.a.)
3. Contre le nucléaire (Stéphane Lhomme u.a.)
4. L’agriculture sans OGM (Noel Mamère, José Bové u.a.)
Einzig Dominique Voynet und der TV-Produzent und Animateur Nicolas Hulot werden dabei mehreren Themen zugeordnet. Bekanntlich ist nach einem peinlich langem internen Wahlverfahren M. Voynet als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden. Allerdings sind ihre Umfragewerte katastrophal: Zur Zeit wollen gerade nur 2% der Französinnen und Franzosen die ehemalige grüne Umweltministerin als Staatspräsidentin wählen. Viel bessere Umfragewerte hat der Fernsehmann Nicolas Hulot, der sich mit eindrücklichen Natursendungen einen Namen gemacht hat. Er hat auch einen oekologischen Forderungskatalog (pacte écologique) aufgestellt, den nun alle Präsidentschaftskandidaten unterschreiben sollen. Politisch steht er wahrscheinlich der UMP näher als einer allfälligen Linksregierung.
José Bovét, streitbarer ehemaliger Sprecher der kleinen Bauerngewerkschaft Conféderation paysanne ist der meistverurteilte GVO-Mais-Mäher! Er hat sich vergebens bemüht, zusammen mit den Kommunisten einen antiliberalen Zusammenschluss mit ihm als Präsidentschaftskandidat zu realisieren. Die Gruppe der Neinsager zur europäischen Verfassung ist für die présidentielle völlig auseinandergebrochen. Laurent Fabius ist bei den Sozialisten gescheitert und die übrigen Linksaussen wollen alle ihre eigenen Kandidaten in den Wahlkampf schicken.
Kein Wunder, dass unter diesen Umständen die französischen Grünen zur Zeit einen lamentablen Eindruck hinterlassen und bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich unter ferner liefen klassiert werden. Dabei scheinen grüne Themen in Frankreich zur Zeit aktuell wie noch nie! Schade!
Am 2. und 3. Dezember fand in Bordeauc die Generalversammlung der Grünen statt. Resolutionen von Les verts
Wieder verbunden!
Endlich, nach 3 Tagen endlosem blinken unserer Livebox und zahllosen Telefonaten mit Orange und France Telecom, jedesmal verbunden mit endloser Warterei in Warteschlangen („Notre service technique et surchagée…. on vous prie de telephoner plus tard….“) leuchten die Kontrolllämpchen der ADSL-Verbindung wieder normal, Hurraaahhh!!! Hoffentlich hält die Verbindung jetzt wieder an!
Also, in der Gascogne ist schönes, zu warmes Herbstwetter. Heute hat sich der nimmermüde Nicolas Sarkozy endlich zum Präsidentschaftskandidat der bürgerlichen UMP erklärt, obschon die ganze Nation mindestens seit fünf Jahren nichts anderes erwartet hat. Das ist wohl als ein bitteres Geburtstagsgeschenk gedacht für Präsident Chirac, der eben heute seinen 74ten Geburtstag feiert!
Und die Schweiz, „wirtschaftsrechtliche EU-Kolonie mit lokaler Selbstverwaltung“, will das Cassis de Dijon-Prinzip endlich übernehmen. Autonomer Nachvollzug ohne die geringste Mitsprache oder Mitbestimmung….. Wo ist sie nur geblieben, die vielbeschworene blochersche Unabhängigkeit?
Napoléons Erkundungsreise durch die Schweiz
In der Zeit vom 22. bis 24. November 1797 reiste Napoléon Bonaparte durch die Schweiz. Diese spannende Geschichte wird im Stadtwandererblog von Claude Longchamp nacherzählt, versehen mit interessanten Erklärungen zu der politischen Situation in bernischen Landen aus heutiger Sicht:
„1797 wurde bern von eine immer dünneren schicht von patrizischen familien regiert. 1643 hatte man beschlossen, den zugang zu dieser schicht erheblich zu erschweren. wer damals nicht berner war, wer sich nicht zum protestantismus bekannte, und wer nicht ein gewissen habliches leben führte, fand keinen zugang mehr zum hiesigen patriziat. die war aber nötig, um in den grossen rat, den senat der bernischen republik, aufgenommen zu werden. und wer nicht grossrat war, war vom politischen leben ausgeschlossen, hatte auch keine möglichkeit, landvogt oder kleinrat zu werden, das heisst, die republik im tagesgeschäft zu vertreten oder den staat auf dem land zu repräsentieren.“
Wie Napoléon unter diesen Umständen im Bernbiet empfangen wurde steht in einer Serie im stadwandererblog
Marseille
Einen Tag Aufenthalt in Marseille. Das Eindrücklichste? Der Fischmarkt am Vieux port? Das Quartier Le Panier? Das Leben? Die Leute? Die Lebensfreude? Der Hafen? Die historischen Bauten? Der Mistral?
Besucherin porträrtiert Besucher
Gaea Mühlestein hat heute Kathrin und Simon porträtiert. Chapeau! Wenn ich das könnte, würde ich nichts anderes mehr tun….
Bestellungen nimmt entgegen gaea.muehlestein@gmx.ch
Gastronomie
Zur Abwechslung verweise ich heute auf die Menueseite unseres heutigen Küchenchefs. Das Wundermenue auf Tellerwäscher
Rouge sang
Renaud ist zurück mit einem neuen Album: ROUGE SANG. Hat er wirklich Sarkozy als Fascho bezeichnet?
Glücklicherweise sind nicht alle Sänger politisch so naiv wie Johnny Halliday….
Aussereheliches
Ein von zwei Kindern wird inzwischen in Frankreich ausserhalb der Ehe geboren. Die traditionelle Familiengründung ist in Frankreich nicht mehr Mode. 60% der Erstgeborenen stammen von einem unverheirateten Paar, 1965 waren das erst 6%. Sinnvollerweise hat die Regierung jetzt auch die Unterscheidung zwischen enfants „naturel“ und enfants „légitimes“ aufgehoben. Die Bezeichnungen stammten noch aus dem code civil Napoléon von 1804!
Wie ist das eigentlich in der Schweiz? Gibt es die diffamierende Bezeichnung „aussereheliche“ Kinder eigentlich immer noch?
Immerhin, die Ehemüdigkeit in der Grande Nation hat nicht zu einem Geburtenrückgang geführt: mit 1.91 Kindern pro Frau ist Frankreich im zweiten Rang der 25 EU-Staaten!
Blick zurück: Bauernfamilie im Berner Seeland vor 50 Jahren
Kreiselkuriositäten
Der bekannteste und schönste Kreisel auf der Welt ist zweifellos la place de l’Etoile in Paris, mit 12 avenues die auf den imposanten Arc de triomphe münden. Aber daneben soll es weltweit noch etwa 20 000 weitere ronds-points geben, die gestalterisch mehr oder weniger gelungen sind und trotzdem den Privatverkehr am Laufen halten. Man schätzt, dass sich etwa die Hälfte davon allein in Frankreich befinden. Kein Wunder, dass es inzwischen zahlreiche Bücher und Fotoalben darüber gibt (z.Bsp. „Du rond-point au giratoire“, éditions Parenthèses). Inzwischen kann man die französischen rond-point-Kuriositäten auch auf einer Internetseite betrachten…..Photos klicken
Klischees
Während unseren Ferien in der Schweiz war es sehr heiss in der Gascogne, nur einmal habe es kurz geregnet. Das wissen wir aus den E-mails von Séverine, die immer sehr zuverlässig den Garten betreut, wenn wir nicht da sind. Sie hatte also viel zu tun mit Giessen. Séverine hat eine Schwäche für Schweizer Schokolade. Die kleinen Frigörli in der nostalgischen Kartonschachtel mag sie besonders gern. Die sollen wir ihr mitbringen.
Wie es weitergeht steht in der neuen Kolumne auf swissinfo, hier klicken!





leave a comment