AUSWANDERERBLOG

Hysterie

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juli 5, 2007

Die Schweizer neigen zu Überreaktionen. Jetzt wieder zu beobachten an den Obstbaumfällaktionen im Zusammenhang mit dem stärker auftretenden Feuerbrand.
Da werden die Bauern angehalten, hundertjährige Hochstämmer zu fällen, mit der unsicheren Aussicht, so die Pflanzenkrankheit auszurotten.
Ich erinnere mich, Feuerbrand gab’s schon in den sechziger Jahren und auch die Agronomen, die schon damals behaupteten, dass bald einmal der ganze Kernobstbestand der Schweiz zerstört sei.
Hand aufs Herz, ich habe nichts dagegen, wenn Intensivobstanlagen bei Befall gerodet werden. Aber schöne hochstämmige Apfelbäume zu fällen, wenn einzelne Äste befallen sind, grenzt an Hysterie. Und auch die regelmässigen Antibiotika-Spritzungen wie sie offenbar in Deutschland gemacht werden, sind keine Lösung. Wer will schon Antibiotika-Äpfel?
Vernünftiges entfernen und vernichten von befallenen Ästen ist angezeigt. Darüber hinaus habe ich aber Vertrauen in die vielfältigen Regelmechanismen der Natur.

Wir haben in der Schweiz in der Vergangenheit wiederholt mit millionenteuren Ausrottungs- und Bekämpfungsmassnahmen versucht, stärker auftretende Pflanzenkrankheiten und -schädlinge zu beseitigen. Ohne beweisbaren Erfolg.
Zur Erinnerung: Borkenkäferfallen, Giftpillen gegen Krähen und Feldmäuse, Massentötung der von der IBR-Grippe befallenen Kühen, usw…. haben im Vergleich mit Regionen oder Ländern, die auf rigorose Bekämpfungsmassnahmen verzichtet haben, noch n i e einen langfristig sicht- und messbaren Erfolg gebracht! Es ist besser die Natur wirken zu lassen, sie ist ohnehin stärker!

Hochstämmer in Wiesland