AUSWANDERERBLOG

Biokontrolle

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on März 23, 2007

ecocert ist eine der akkredidierten privaten Biokontrollorganisationen in Frankreich. Mathieu Ruffat von ecocert hat heute die obligate zweite Jahreskontrolle auf La Oueyte gemacht. Dazu gehört eine Flurbegehung, Kontrolle der Getreidebestände, Hofrundgang und Kontrolle diverser Papiere (Saatgut, Biodüngerpläne, Verkauf, Pflegemassnahmen, Ertragsschätzungen usw.). Weil wir keine Nutztiere haben ist die Kontrolle bei uns relativ enfach. Allerdings trotzdem teuer: 616 € für unsere 70 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche.
Resultat der Kontrolle: alles ok! Gestützt auf die beiden Kontrollen werden uns nun die notwendigen Lizenzen und Certifikate für unsere Bioproduktion 2007 ausgestellt.
Wir erreichen dank der Bioproduktion auf dem Markt einen etwa 20% höheren Produzentenpreis, aber auch etwa 30% kleinere Erträge als die konventionellen Produzenten.
Leider gibt es wegen der bürgerlichen Regierung zur Zeit in Frankreich keine besonderen Förderungsmassnahmen für Biobauern mehr, obschon diese von der EU ausdrücklich empfohlen werden.

Mathieu Ruffat, Biokontrolleur, ecocert

A propos Kontrolle: es soll niemand behaupten, in der Europäischen Agrarpolitik würden unkontrolliert Gelder verschleudert. Für das laufende Kulturjahr haben wir neben den oben erwähnten Biokontrollen folgende Kontrollen bestanden:

– Detaillierte Flächenkontrollen mittels GPS (ich habe darüber berichtet)
– Aktenkontrolle (auf 5 Jahre zurück) der im Rahmen eines Umweltschutzvertrages eingegangener Verpflichtungen (CTE)

Daneben wird unsere Buchhaltung inkl. Steuererklärung durch eine konzessionierte, private Buchhaltungsfirma geführt.
Für die Flächendeklaration im Rahmen der jährlichen PAC-Erhebungen haben wir carto-pac beauftragt, eine ET-Firma des Bauernverbandes.

No Responses Yet

Subscribe to comments with RSS.

  1. Avatar von Unbekannt Henry said, on März 28, 2007 at 6:25 pm

    Lieber Herr BuumeAls Konsument ist mir vor allem der Grundsatz „lokal produzieren, lokal konsumieren“ wichtig. Mir spielt es weniger eine Rolle ob Bio, IP oder konventionell. Manchmal habe ich das Gefühl Bio ist ein Label für die westliche Überflussgesellschaft. Es spielt keine Rolle, wenn die Hälfte der Früchte zum Beispiel an einem Pilz zu Grunde geht, den man einfach mit einem Spritzmittel, welches gut geprüft und in kurzer Zeit abbaubar ist, hätte retten können. Auch wenn ich sehe wie aus der Mongolei Pinien (Pinus Sibirica) geerntet und in Zentraleuropa zu Verzehr angeboten werden habe ich ein schlechtes Gefühl. Da rattern westliche Geschäftsleute und eine Biologin die ein Biozertifikat ausstellen muss mit Offroadern tagelang durch die Tundra auf der Suche nach den Pinien und wenn sie dann welche gefunden haben wird für das Zertifikat geschaut, dass der überdimensionale Hammer zum Schütteln der Bäume mit Polster ausgerüstet ist und ähnliche Dinge. Es gibt sicher auch Landwirte wie Sie, die Bio ernst nehmen und ganz danach leben was sicher ein nachvollziebarer Weg istHenry

    Like


Hinterlasse einen Kommentar