Ni, ni
Es geht um hohe Politik. In der Region Doubs muss bekanntlich ein Député ersetzt werden, weil er einen Job als EU-Kommissar in Brüssel angenommen hat. Der erste Wahlgang brachte der Kandidatin des Front National (FN) am meisten Stimmen, gefolgt vom sozialistischen Bewerber. Der Drittplatzierte von der bürgerlichen UMP musste nach französischem Mehrheits-Wahlrecht ausscheiden, so dass sich jetzt am nächsten Sonntag im entscheidenden zweiten Wahlgang der Front National und die regierenden Sozialisten gegenüberstehen. Soweit so gut.
Mit einer Wahlempfehlung könnten nun die ausgeschiedenen UMPler, dafür sorgen, dass der rechtsextreme und häufig rassistische Front National im zweiten Wahlgang das Nachsehen hat, nämlich wenn sie sich klar für eine Front républicain aussprechen würden, das heisst, dass den bürgerlichen WählerInnen empfohlen wird, im zweiten Wahlgang den Sozialisten zu wählen. Das wird eigentlich in der französischen Republik auch seit Jahrzehnten zwischen den grossen republikanischen Parteien so gehandhabt. Auch jetzt haben die vernünftigen Spitzenpolitiker der UMP, wie Juppé und NKM aufgerufen, den Sozialisten die Stimme zu geben.
So weit so gut, wäre da nicht der neue Vorsitzende der UMP, Nicolas Sarkozy… Sarko hat es vorgezogen ni, ni zu sagen, also ni PS , ni FN zu unterstützen und zu hause zu bleiben oder leer einzulegen. Wohlwissend, dass er damit riskiert, dass wieder ein(e) Scharfmacher/in in die Nationalversammlung einzieht um dort gegen die Ausländerinnen zu hetzen. Oder er will sich schon jetzt bei den rechtsnationalen Anhänger des FN als künftiger Präsidentschaftskandidat in Erinnerung rufen?
Wie dem auch sei, ich bin zuversichtlich, dass sich das Land der Menschenrechte nicht durch rechts-nationalistische Sprüche verunsichern lässt. Auch nicht von einem abgewählten Altpräsidenten.
PS: Am Sonntagabend 8. Februar ist es klar: Der Kandidat der PS schafft die Wahl knapp vor der Kandidatin des FN. Das gilt auch als Erfolg für den französischen Präsidenten Hollande.
Sanglierbraten
Die Jäger von der Société de chasse de Traversères haben uns einen Viertel von einem Wildschwein gebracht. Das ist hier so üblich: jeweils etwa zwanzig Prozent der Jagdbeute werden an die örtlichen Bauern verteilt. Als Entgelt dafür, dass man sie auf seinen Feldern und Wäldern jagen lässt. Das französische Recht sieht nämlich vor, dass der Grundeigentümer selber darüber entscheidet ob, und wer auf seinem Grund und Boden jagen darf. Daneben gibt es natürlich auch die zeitlichen Einschränkungen, die je nach Wildart von der Regierung unterschiedlich festgelegt werden.
In den letzten Jahren haben wir gezwungenermassen selber gelernt, wie ein Wildschwein oder Reh ausgemetzget wird. Keine leichte Sache…
Der Wildschweinbestand nimmt hier in der Gegend (wie übrigens ja auch in der Schweiz) laufend zu, ganz im Gegensatz zu den aktiven Jägern: die dörflichen Jagdgesellschaften haben Nachwuchsprobleme.
Das führt dazu, dass die durch die Sangliers verursachten Schäden an den Kulturen zunehmen. Wie wir heute morgen festgestellt haben, hatten wir offensichtlich trotz dem Wildschweinbraten (oder gerade wegen… 😉 ) wieder nächtlichen Besuch….
Eingeschneit
Es komm sehr selten vor hier in der Gascogne, dass es plötzlich 10 cm Schnee gibt. Aber wenn, dann steht alles still: keine Schneeräumung, kein Schulbus, keine Post, niemand fährt mehr zur Arbeit….
Natürlich ist auch das Internet unterbrochen…
Alles schön ruhig…, Zeit zum Lesen!
„Wunderzeit“
Anfang der 80er Jahre zwischen Rumänien und Jugoslawien: Der 15-jährige Alin sitzt mit seinen Eltern an der Grenze fest. Angespannt warten sie auf die Ausreise, und der Junge erinnert sich zurück… (Klappentext)
Es ist der Debutroman von Catalin Dorian Florescu, die Geschichte einer Kindheit, die seiner eigenen gleicht. Ein spannendes Buch, erzählt in schillernden Farben.
http://www.perlentaucher.de/buch/catalin-dorian-florescu/wunderzeit.html
22 : 25
Frankreich Handball-Weltmeister! Félicitations!
http://www.lequipe.fr/Handball/Championnats-du-monde-h/Championnats-du-monde-h-2015/
Regenwetter
Lesen vor dem Cheminée…
Jan-Philipp Sendker: „Das Herzenhören“. Eine Liebesgeschichte aus Burma, für mich haarscharf am Kitsch vorbei…
Waldwege pfaden
Die wenig benutzten Wanderwege haben die Tendenz, innert kurzer Zeit wieder zuzuwachsen. Diverse Ginsterarten, Brombeeren, meterhohe Gräser versperren die Waldwege, wenn man nicht alle zwei drei Jahre entbuscht.
Vorher…
Einsatz von Motorsäge, Heckenschere, Broyeur…, auf dass die Orchideen wieder spriessen!
Nachher…
Harziger Heuhandel
Zugegeben, es hat nichts mit dem hohen Frankenkurs zu tun, aber dennoch ist es mühsam. Ich versuche immer noch die verbleibenden Heuballen zu verkaufen bzw. zu verschenken. Hin und wieder kann ich am Wochenende einige Rundballen meines Luzerne- bzw. Oekoheus an befreundete Pferde- und Schafhalter liefern. Dabei gab es Jahre wo der „Heukurs pro Tonne“ über 150 Euros war. Jetzt ist er zwischen null und vierzig, Lieferung inbegriffen! Das isch haut buuret!
Alex Capus
Die Romane von Alex_Capus gehören für mich zum Besten was in den letzten Jahren in der Schweiz geschrieben wurde. In den letzten Tagen habe ich „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ mit grossem Vergnügen gelesen. Auch wenn die drei Personen nichts miteinander zu tun haben, spielt der Autor mit der Möglichkeit, dass sie sich am Zürcher Hauptbahnhof getroffen haben könnten. Für mich eine interessante Art, die Akteure miteinander zu verbinden, auch wenn das einzelne Kritiker anders sehen: http://www.dieterwunderlich.de/Capus-faelscher-spionin-bombenbauer.htm#inhaltsangabe
Capus erzählt parallel und nur lose verknüpft die Biographien von Emile Gilliéron (1885–1939), Laura d’Oriano (1911–1943) und Felix Bloch (1905–1983). Er startet im November 1924, in dem sich die drei Personen in Zürich gesehen haben könnten, und erzählt dann chronologisch und abwechselnd ihre drei Leben:
Emile Gilliéron ist ein Zeichner, der in Griechenland für berühmte Archäologen arbeitete, wie bereits sein Vater Emile Gilliéron, dessen Leben Capus ebenfalls ausführlich schildert. Laura d’Oriano ist wie ihre Mutter Sängerin und Tänzerin, wird aber wegen ihrer Sprachkenntnisse während des Zweiten Weltkrieges zur Spionin. Felix Bloch ist ein pazifistischer Atomphysiker, der schliesslich in den USA beim Bau der Atombombe mithilft.
Die drei Geschichten sind alle mit der Schweiz verbunden. Da ihre Protagonisten sich manchmal zur gleichen Zeit am gleichen Ort aufgehalten haben, könnten sie sich auch getroffen haben, wie der Erzähler mehrfach spekuliert. (Wikipedia)














leave a comment