Was wäre wenn…
Bei Volksabstimmungen in der Schweiz bin ich normalerweise auf der Verliererseite. In den letzten Jahrzehnten habe ich, bzw. wir „Gleichgesinnten“ an die zwanzig wichtige Initiativbegehren bei Volksabstimmungen knapp oder manchmal auch deutlich verloren.
Ich finde es reizvoll, sich auch einmal zu überlegen, wie unser Land, die Schweiz, heute aussehen würde, wenn wir beispielsweise zwanzig wichtige Volksabstimmungen nicht verloren, sondern gewonnen hätten….
Nur nebenbei: eine beträchtliche Anzahl dieser Volksbegehren hätten wir tatsächlich auch gewonnen, wenn die verfügbaren finanziellen Mittel für Befürwortern und Gegnern etwa gleich hoch gewesen wären! Aber das ist eine andere Geschichte…
Also in meiner Schweiz 2016 hätte oder gäbe es…
… keine Atomkraftwerke und dafür die weltweit leistungsfähigsten Firmen für erneuerbare Energien!
… keine Armee und keine Waffenschmieden (wegen dem Waffenausfuhrverbot), dafür anerkannte friedensfördernde Einsätze und eine hervorragende Entwicklungszusammenarbeit!
… eine Landwirtschaft die naturnah produzieren würde. Ökologische Direktzahlungen für bäuerliche Kleinbetriebe und nicht für Tierfabriken (Kleinbauerninitiativen). Ein strenges Raumplanungsgesetz mit Mehrwerabschöpfung hätten Bodenspekulation und Zersiedelung verhindert (Stadt-Land-Initiative)!
… für ArbeitnehmerInnen ein flexibles Rentenalter, 6 Wochen Ferien für alle, Mindest- und gerechte Löhne (1:12 Initiative)! Dafür eine Reichtumsteuer und eine vernünftige Erbschaftssteuer.
… eine aktive internationale Zusammenarbeit als voll mitspracheberechtigtes EU-Mitglied!
… 12 motorfahrzeugfreie Sonntage pro Jahr und Steuern auf der Energie statt auf der Arbeit!
… weniger schädlichen Steuerwettbewerb dafür bezahlbare Wohnungen!
… eine vernünftige Hanfpolitik mit legalisiertem Cannabiskonsum!
… keine Finanzkrise, weil das Bankgeheimnis schon vor Jahrzehnten abgeschafft worden wäre!
Ich glaube immer noch, eine andere Welt (Schweiz) ist (wäre) möglich!
Archivgeflüster
Blutig endet 1804 der Chiltgang für Hans Stebler und Bendicht Gehri von Seedorf bei der schönen Barbara Arn in Kosthofen. Hans Hodler und der Mühlenkarrer Lentz von der Mühle in Suberg lassen nicht zu, dass Auswärtige in ihrem Revier grasen. Am Tag danach wird ein Mörder gesucht.
1832 wird in Seedorf der Müngerhof versteigert. Albrecht Schori und Hans Lauper treiben gegenseitig den Preis in die Höhe, bis alt Chorrichter Bendicht Stebler aus dem Rättli alle überbietet. Was sind seine Motive?
Werner Adams schreibt historische Romane die auf Begebenheiten basieren, die sich im Berner Seeland abgespielt haben. Ich habe seinen spannenden Roman „Die Münger Morde“ gelesen und war beeindruckt von den schlimmen Ereignissen die in der Zeit der Helvetik in Seedorf und Umgebung stattgefunden haben.
Demnächst soll ein weiteres Buch über unsere Vorfahren erscheinen: „In einem kalten Land“! Ich bin gespannt!
Aber lesen sie selbst: http://www.werneradams.ch
Oberdiessbach
Am nächsten Freitag den 15. Januar 2016 um 20 00 Uhr wird im Buumehus in Oberdiessbach der preisgekrönte Dokumentarfilm „Zum Beispiel Suberg“ von Simon Baumann/Kathrin Gschwend gezeigt.
Nach der Filmvorführung stehen die Eltern des Regisseurs Red‘ und Antwort.
http://www.zumbeispielsuberg.ch
Vernetzungswahn?
Es ist schon erstaunlich, wie stark wir inzwischen auf einen funktionierenden Internetanschluss angewiesen sind. Am 1. Januar hat Alsatis unsere Verbindung „zur Welt“ gekappt, nicht ohne uns vorher noch zu bitten, den Empfänger an der Hauswand bis spätestens am 10. Januar zurückzuschicken…. Die gleiche Firma Alsatis (!) wollte uns eine neue Empfangsinfrastruktur für ein schnelleres Netz zur Verfügung stellen. Dumm nur, dass der Bau dieser Infrastruktur, warum auch immer, erheblich verzögert wird! Ob wir auf La Oueyte erst in einigen Wochen (oder gar Monaten) wieder Netzanschluss haben kann niemand sagen!
Wie dem auch sei, wir haben uns entschlossen, den Rest des Monats Januar in der gut vernetzten Schweiz zu verbringen.

Allerdings regnet es hier offenbar immer und der Lyssbach ist randvoll…

Aber das Beste: der Blocher ist endlich wieder zurück im Besenschrank!
Blackout
Wir sind auf Entzug. Internet-Entzug. Wir sitzen in einem Café in Auch mit WLan-Anschluss. Unser Internet Anbieter Alsatis hat seine Ankündigung wahr gemacht, und die Internetverbindung in unserer Gemeinde eingestellt. Die Region plant seit langem, die Netzverbindungen in der dünn besiedelten, ländlichen Region zu verbessern. Dafür wird eine neue Infrastruktur (Sendemasten, Glasfaserkabel usw.) aufgebaut. Offenbar haben sich nun dabei bauliche Verzögerungen ergeben. Niemand kann sagen, ob der Netzunterbruch 2 Wochen oder 2 Monate dauern wird und niemand weiss, warum man die bisherigen Verbindungen nicht bis zum Funktionieren des neuen Netzes stehen lassen konnte…
Also bis auf weiteres für uns keine (Netz-)Zeitungen, kein CH-Radio, kein Blog(!), keine Mails, keine Googel-Suche…
Zum Glück gibt es noch gute Bücher…
Und noch etwas…
Stephanies Orchideen-Entdeckung (xSerapicamptis traverseriana S. Baumann) ziert die Titelseite des Jahresbulletins 2015 der französischen Orchideengesellschaft. Chapeau!

Liebe Leser…
Seit Juni 2006 führe ich nun diesen AUSWANDEREREBLOG schon und habe in dieser Zeit nicht weniger als 2952 Beiträge veröffentlicht (in der rechten Blogspalte kann man die alle nachlesen… 😉 wenn man will…).
Viele Netzaktivitäten haben sich inzwischen auf andere Plattformen verlagert. Kommentare zum auswandererblog.ch finden sich deshalb häufiger auf facebook oder Twitter.
Im laufenden Jahr war ich auch nicht mehr so fleissig auf dem Netz und habe mir öfters Unterbrüche in der Berichterstattung „von ennet der Grenze“ erlaubt. Nach zehn Jahren kommt es halt schon hin und wieder zu gewissen Wiederholungen. Sorry.
Spannend ist für mich auch die Statistik, von wo die durchschnittlich 300 täglichen Besucher des Auswandererblogs stammen. Das sieht dann jeweils so aus:
Beispiel 20. Dezember 2015: 329 Aufrufe


Herzlichen Dank für euer Interesse!
Dezemberwanderungen in der Gascogne
La Oueyte von Süden (gezoomt…)…

La Oueyte von Osten…




Auf fremdem Land
Ist das denn zu viel verlangt? Etaniel Asis will doch nur einen Ort, wo er in Ruhe Kirschtomaten für seine Frau ziehen und eine Ziege halten kann. Doch kaum hat er seinen Wohnwagen neben einem kleinen freien Feld mitten im Westjordanland aufgestellt, kommen andere Siedler aus seinem Dorf dazu, es entstehen ein Kindergarten und eine Synagoge, und aus Amerika fließen Spendengelder – obwohl das alles nicht genehmigt ist …
„Auf fremdem Land“ ist ein politischer Roman vom erfolgreichen israelischen Schriftsteller Assaf Gavron über die Siedlungsproblematik in Westjordanland. Er erzählt witzig und doch ernsthaft von der absurden Realität des Lebens in den besetzten Gebieten.
Ein wunderbares Buch! Unbedingt lesen!
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/173519/index.html


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