Präsidentschaftswahlen
Nach dem Trump-Schock in den USA wollten die Franzosen alles besser machen bei der Wahl ihres Staatspräsidenten. Die beiden grossen Parteien haben in aufwendigen sogenannten Primärwahlen ihre Favoriten erkoren. Alles mit der Absicht, schlussendlich bei dem entscheidenden Wahlgang die in der Wählergunst immer noch vorne liegende Marine Le Pen vom rechtsextremen, nationalistisch-populistischen Front National abfangen zu können.
(Le Monde 3 février 2017)
Die konservativen Republikaner haben ihren altgedienten früheren Premierminister Fillon ins Rennen geschickt und glaubten schon an einen leichten Sieg, bis plötzlich die Satirezeitschrift „Le Canard enchaîné“ aufdeckte, dass dieser „Saubermann“ während Jahren seine Frau Penelope und seine Kinder auf Kosten des Staates als parlamentarische Mitarbeiter entschädigen liess. Dumm nur, dass nach all‘ seinen Beteuerungen wie wertvoll und notwendig diese fürstlich bezahlten Tätigkeiten waren, ein altes Video auftauchte, in welchem seine Frau freimütig erklärte, sie habe nie aber auch gar nie als Mitarbeiterin gewirkt. Jetzt klärt die Justiz den Sachverhalt ab. Fillon beschwört bis auf weiteres seine politische Familie, ihn jetzt nicht fallen zu lassen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Republikaner einen neuen (alten) Kandidaten nachnominieren müssen. Fillon hat bereits verloren.
Bei den Sozialisten, die nach dem Verzicht von Hollande ebenfalls Primärwahlen durchführten, ging nicht wie erwartet Premierminister Valls als Sieger hervor, sondern der viel linkere Benoit Hamon. Sein Problem ist allerdings, dass neben ihm der linkspopulistische Gewerkschafter Mélenchon und ein Grüner ebenfalls zu den Präsidentschaftswahlen antreten und seine Chancen zunichte machen, überhaupt in den entscheidenden zweiten Wahlgang anfangs Mai zu kommen.
Einige Franzosen setzen daher auf den jungen Macron, der in Hollandes Kabinett eine Zeit lang Wirtschaftsminister war, wegen inhaltlichen Differenzen aber vorzeitig zurücktrat und nun eine neue Bewegung „En marche“ gegründet hat, die weder links noch rechts sein will. Böse Zungen behaupten allerdings, neben extrème gauche und extrème droite sei er extreme floux!
Erstaunlich auch, dass die fremdenfeindliche Le Pen im Europaparlament 300’000 Euros zurückzahlen muss, die sie widerrechtlich für die Parteienfinanzierung verwendet hat und jetzt noch mit einer russischen Bank wegen ihren Darlehen in die Bedrouille kommt…
Mir wird angst und bange, dass wir bald wieder auswandern müssen…
In Bern,
der grünsten Stadt der Schweiz, ist heute ein Grüner zum Stadtpräsidenten gewählt worden! Chapeau!
Herzliche Gratulation Alec von Graffenried!

Diplomitis und Bürokratie
Kolumne heute im Bieler Tagblatt
Wer sich in Frankreich als Bauer installieren will, braucht eine Betriebsbewilligung. Bedingung für diese autorisation d’exploitation ist der Nachweis einer guten theoretischen und praktischen Ausbildung, die den französischen Anforderungen entspricht. Als Schweizer gehen wir eigentlich davon aus, dass unser Bildungssystem den europäischen Anforderungen ebenbürtig ist. Landwirtschaftliche Lehrjahre mit Lehrabschlussprüfung zählen hier jedoch gar nicht. Auch das viersprachige Fähigkeitszeugnis als Landwirt der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Certificat de capacité) nützt nichts („Ihr seid ja nicht in der EU…“). Das schöne Diplom der Landwirtschaftlichen Schule Rütti gefällt den französischen Beamten schon besser, aber leider ist der Text nur auf Deutsch. Wir haben es umgehend auf Französisch übersetzt (diplôme…). Gilt nicht, die Übersetzung muss von einem traducteur juré gemacht werden, der allerdings nicht grad um die Ecke wohnt. Wir versuchten es auch mit dem Diplom als Ingenieur Agronom der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich. Die ETH Zürich sei nicht auf der Liste der von Frankreich anerkannten Hochschulen, wurde uns beschieden, nur die Ecole polytechnique de Lausanne – und dort hat es keine Agronomieabteilung! Laut Bundesamt für Berufsbildung helfen die bilateralen Verträge da nicht, weil jeder europäische Staat frei sei, CH-Diplome anzuerkennen oder eben nicht! Geholfen hat uns schlussendlich die von unserer früheren schweizerischen Wohngemeinde amtlich und französisch bestätigte Tatsache, dass wir in der Schweiz während 25 Jahren erfolgreich einen Landwirtschaftsbetrieb selbständig geführt haben.
Nun, das ist inzwischen schon sechzehn Jahre her. Seither sind wir problemlos eingebürgert worden, zu unserer Überraschung ohne übermässigen administrativen Aufwand und ohne die in der Schweiz üblichen hohen Gebühren.
Der französische Fahrausweis hingegen hat uns entschieden mehr Zeit und Aufwand gekostet als der Pass. Vorschriftsgemäss versuchten wir vor sechzehn Jahren, unsere Schweizer Ausweise in französische umzutauschen. Nach drei erfolglosen Besuchen auf der Préfecture gaben wir entnervt auf. Die Frage nach dem Heimatort (qu’est-ce-que c’est?) konnten wir zwar rasch klären, scheiterten aber je an unseren Namen, die dummerweise nicht in all unseren Ausweisen gleich geschrieben waren. Ruedi und Rudolf, Doppelname Stephanie Brigitta und dann auch noch Baumann-Bieri. Kürzlich nahmen wir erneut einen Anlauf und haben jetzt tatsächlich beide einen Permis de Conduire de la République Française. Einer lautet auf Rudolf Baumann, der andere auf Bieri Brigitta Stephanie – und beide waren gratis!
Stephanie und Ruedi Baumann

H5N8
Die Vogelgrippe H5N8 (grippe aviaire) trifft unsere Region massiv. Das Departement Gers gilt frankreichweit als das Gebiet der Enten und Gänse. Auch die berühmt berüchtigte fois gras wird auf vielen Betrieben produziert.
Die Vogelgrippe H5N8 wird nicht auf den Menschen übertragen, gilt aber unter den gefiederten Freunden als hoch ansteckend und wird von Wildvögel (oiseaux migrateur) übertragen. Gerade weil hierzulande die meisten Geflügelhalter ihre Tiere im Freiland halten, ist die Region stark betroffen.
In ganz Europa sind bereits 18 Länder betroffen, hier im Gers allein bisher 77 Betriebe! Das Landwirtschaftsministerium hat sich zu drastischen Massnahmen entschlossen: Alle Geflügel im Umkreis von betroffenen Betrieben sollen präventiv getötet und vernichtet werden, die Ställe werden desinfiziert und mit einem mehrmonatigen Haltungsverbot belegt. Im ganzen Südwesten spricht man von der Tötung von 800’000 Tieren! Gestern wurde hier eine Liste von 88 Gemeinden publiziert die bisher betroffen sind. Unsere Gemeinde Traversères ist (noch) nich darunter.
Und natürlich laufen emotionale Diskussionen, wer das alles bezahlen soll! Für einzelne Betriebe mit grossen Geflügelbeständen kann die Geflügelgrippe existentiell werden!
Traurige Geschichte, insbesondere weil man davon ausgehen muss, dass wegen der Ansteckungsgefahr künftig die Geflügel-Freilandhaltung vermehrt eingeschränkt wird.
Schon gibt es Angebote von Robotermaschinen die die Überwachung und Pflege grosser Geflügelhallen übernehmen sollen um den Kontakt Mensch-Tier ganz auszuschliessen!
Traurig aber wahr…

Primärwahlen
Nachdem die französische Rechte in Primärwahlen François Fillon als ihren Kandidaten für die Präsidentenwahl bestimmt hat, ist nun die Linke an der Reihe. Nicht weniger als neun KandidatInnen (darunter nur eine Frau) wollen Nachfolger von François Hollande werden. Favorit ist Manuel Vals, der bisherige Premierminister.
Allerdings sind die Erfolgsaussichten der Linken bei den eigentlichen Wahlen im April und Mai nächsten Jahres nicht rosig, weil dann noch diverse linke Kandidaten antreten wollen, die sich nicht der Primärwahl stellen und damit bewirken können, dass die Linke gar nicht in den entscheidenden zweiten Wahlgang kommt! Profiteur währe (oh Schreck!) der rechtsnationalistische Front National!
Hier die neun KandidatInnen der linken Primärwahl:
Manuel Valls
Il est né le 13 août 1962 à Barcelone. Il a été naturalisé Français à l’âge de 20 ans. Il a été ministre de l’Intérieur, du 16 mai 2012 au 31 mars 2014, puis Premier ministre jusqu’au 6 décembre.
Points forts
Son expérience de Premier ministre et de ministre de l’Intérieur. Il est parfaitement rompu aux questions de sécurité et de terrorisme. Il est soutenu par une grande partie du gouvernement. De tous les candidats, c’est celui qui détient le réseau le plus important d’élus. Il dégage un image d’autorité qui sied à un président de la République, et tient un langage de vérité sur la situation du pays.
Points faibles
Il est comptable du bilan de François Hollande depuis 2012 puisqu’il a fait partie de tous les gouvernements et a dirigé les derniers. Il n’est guère apprécié par la base du PS qui le trouve trop «droitier» ni par le reste de la gauche. Sa manière de faire de la politique est perçue comme brutale. Son entrée en campagne n’a pas suscité un élan en sa faveur.
Arnaud Montebourg
Il est né le 30 octobre 1962 à Clamecy (Nièvre). Avocat, député, ministre du Redressement productif dans les gouvernements Ayrault, ministre de l’Économie dans celui de Valls d‘ avril à août 2014.
Points forts
Son expérience gouvernementale. Très bon orateur, il sait se montrer convaincant. Son discours anti-austérité séduit les déçus de la gauche au pouvoir. Sa campagne made in France est populaire. Il est celui qui incarne le mieux l’aile gauche du PS face notamment à Manuel Valls. Il a déjà participé à la primaire de la gauche en 2011.
Points faibles
Son créneau politique est déjà pris par Jean-Luc Mélenchon à l’extérieur du PS. Il lui est disputé à l’intérieur du parti par Benoît Hamon, candidat à la primaire également. Ce n’est pas un fédérateur et il fait preuve d‘ une certaine condescendance. Jusqu’à présent, il peine à trouver son rythme de croisière et à s’imposer dans les sondages. Son passage au gouvernement a brouillé son image.
Benoît Hamon
Il est né le 26 juin 1967 à Saint-Renan (Finistère). Député, ministre délégué à l’Économie sociale et solidaire du 16 mai 2012 jusqu’au 2 avril 2014 puis ministre de l’Éducation jusqu’au 25 août 2014.
Points forts
Son expérience gouvernementale. Il dirige un courant du PS bien organisé et tient un discours contre l’austérité qui vise à récupérer les déçus du hollandisme tout en essayant de se démarquer de Montebourg en se montrant plus concret dans ses propositions. Il est naturel et ne recherche pas les artifices de communication. Il a réalisé une bonne prestation récemment lors de son passage à l’Emission politique sur France 2 qui a amélioré son image.
Points faibles
Il est sur le même créneau politique qu’Arnaud Montebourg au sein de cette primaire. Il ne peut donc en capter tout l’électorat. Sa notoriété est modeste. Compte tenu de son parcours, il apparaît plus comme un apparatchik du PS que comme un présidentiable.
Vincent Peillon
Il est né le 7 juillet 1960 à Suresnes (92). Professeur de philosophie, député, député européen, il a été ministre de l’Éducation nationale de 2012 à 2014 avant de redevenir député européen.
Points forts
C’est un bon connaisseur des questions européennes. Sa formation de philosophe lui donne une vraie réflexion sur l’action politique sur le long terme. Il se veut l’incarnation du point d’équilibre au sein du PS entre la droite du parti incarnée par Valls, et ses anciens camarades de courant, Arnaud Montebourg et Benoît Hamon qui représentent l’aile gauche. Il est position centrale pour rassembler. Points faibles
Après son retrait de la vie politique depuis 2014, sa candidature apparaît improvisée après le forfait de Hollande. Sa campagne a débuté sous de mauvais auspices avec la polémique sur ses arriérés de cotisation au PS. Il est surtout identifié à sa réforme controversée des rythmes scolaires.
Gérard Filoche
Il est né le 22 décembre 1945 à Rouen. Membre du bureau national du PS, ancien inspecteur du travail.
Points forts
Ses convictions solidement ancrées à la gauche du PS et sa sincérité. Ses coups de gueule lui attirent la sympathie des militants.
Points faibles
Il est seul. Il n’est pas persuadé d’aller jusqu’au bout de sa démarche dans cette primaire. «Même si j’ai les signatures, si je suis reconnu, je n’exclus pas début janvier de me retirer en toute dignité et responsabilité, en discutant avec celui qui sera le mieux placé pour gagner», disait-il hier. Vraisemblablement Montebourg ou Hamon. L’objectif de Filoche est surtout de faire battre Valls.
Fabien Verdier
Il a 35 ans, conseiller municipal de Châteaudun dans l’Eure-et-Loir
Points forts
La curiosité que va susciter sa candidature inattendue.
Points faibles
Il est absolument inconnu des électeurs et ne s’est jamais fait remarquer dans les débats au sein du PS. Il aura du mal à percer dans cette primaire. Son principal thème de campagne est la défense des classes moyennes. Cela semble insuffisant.
François de Rugy
Il est né le 6 décembre 1973 à Nantes. Membres des Verts, puis d’EELV, il quitte ce parti pour fonder le Parti écologiste qu’il préside. Il est député de Loire-Atlantique.
Points forts
C’est un écologiste plutôt apprécié dans la mouvance socialiste pour sa loyauté envers le gouvernement et François Hollande. Élu modéré, homme de dialogue, il apportera une tonalité écolo à cette primaire qui risque de tourner sinon uniquement autour des thèmes régaliens, économiques et sociaux. Il peut revendiquer une partie du bilan de Hollande en matière d’écologie.
Points faibles
Il est peu connu en dehors du sérail politique. Son parti est quasiment inexistant ; il ne dispose donc pas de soutien et de relais dans l’opinion. Pour l’électorat écolo qui serait tenté d’aller voter à cette primaire, il a une image de «suppôt du PS» depuis qu’il a quitté EELV pour fonder sa propre formation politique.
Jean-Luc Bennahmias
Il est né 2 décembre 1954 à Paris. Député européen (Verts) en 2004 , il rejoint le MoDem en 2009. Il le quitte en 2014 pour fonder son parti de centre-gauche, le Front démocrate.
Points forts
Il connaît bien les questions européennes et environnementales. Il sillonne la mouvance de la gauche depuis longtemps et c’est un homme de réseaux. Il tiendra un discours ouvert mêlant écologie et social ( légalisation du cannabis et application des décisions de la COP21, instauration d’un revenu minimum universel «couplé avec une sécurité sociale professionnelle»).
Points faibles.
Son absence totale de notoriété et de moyens humains pour faire campagne. Il risque d’apparaître comme un candidat à vocation purement décorative dont une partie du créneau est déjà occupée par François de Rugy.
Sylvia Pinel
Elle est née le 28 septembre 1977 à L’Union (Haute-Garonne). Députée du Tarn-et-Garonne, ministre de l’Artisanat, du Commerce, puis du Logement de 2012 à 2016. Présidente du PRG.
Points forts
Son expérience de ministre pendant quatre ans dans les gouvernements Ayrault et Valls. C’est la seule femme de cette primaire, elle apportera un regard différent sur un certain nombre de problèmes. En tant que présidente du PRG, elle fera entendre aussi un message d’une tonalité un peu décalée par rapport aux candidats socialistes ; elle représentera un «centre gauche» teinté de laïcité.
Points faibles
Elle ne dispose pas d’un réseau de militants et d’élus aussi étendu que ses rivaux socialistes. Elle a besoin de gagner en notoriété. C’est sans doute la candidate la moins rompue aux exercices médiatiques. Or, la prestation dans les débats télévisés compte beaucoup comme on l’a vu lors de la primaire de la droite.
Quelle: Dépéche du Midi 18.12.2016
Es gibt noch viel zu tun…
Vous le savez, il est urgent de lutter contre les pesticides:
La France est le 2ème pays européen utilisateur de pesticides,
93% des cours d’eau testés sont pollués,
Selon l’OMS, on compte 1 million d’empoisonnement liés aux pesticides et 220 000 décès,
Les perturbateurs endocriniens sont responsables de pathologies qui coûtent entre 150 et 206 milliards par an en Europe,
La mortalité des abeilles de ruche atteint 30% en 2015 contre 5% en moyenne dans les années 1990.

Heureusement, l’action porte ses fruits:
La France est maintenant en 3ème position pour les surfaces bio dans l’UE,
+ 20 % de croissance du marché bio au 1er semestre 2016 vs 1er semestre 2015,
21 nouvelles fermes bio chaque jour sur les 6 premiers mois de 2016,
Dès 2017, l’usage des pesticides de synthèse sera définitivement interdit sur les espaces publiques.
Dès 2019, l’usage des pesticides de synthèse sera définitivement interdit pour les jardiniers amateurs.
Dès 2018, les insecticides néonicotinoides seront progressivement interdits.
Wie hältst du es mit der Religion?
Heute im Bieler Tagblatt: Auswandererkolumne:
Um es vorauszuschicken, wir zählen uns zu den „nicht praktizierenden Atheisten“. Also nicht gläubig, aber auch nicht erpicht darauf, allen anderen die Nichtexistenz Gottes beweisen zu wollen und mit Pingeligkeit darauf hinzuweisen, wie unsinnig manche Glaubenssätze in all den heiligen Schriften sind, ob sie nun Bibel, Koran, Tora usw. heissen. Für uns ist Religion Privatsache. So gesehen fühlen wir uns sehr wohl im laizistischen Frankreich, wo die Trennung von Kirche und Staat strikte gehandhabt wird. Schon vor über hundert Jahren gingen die Kirchen in den Besitz des Staates und der Gemeinden über. Die Rechte und Pflichten sowohl der Besitzer der Kirchen wie auch deren Nutzer wurden gesetzlich geregelt. So gehört denn auch das kleine Kirchlein in unserem 80-Seelen-Dorf der Gemeinde und wird von dieser aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten. Die Nutzung des Gebäudes hingegen liegt ganz in der Hand der Glaubensgemeinschaft (Gläubige und Geistliche). Wenn man die Kirche besichtigen will, kann man den Schlüssel beim Maire holen.
Da keine staatliche Statistik geführt wird über die Religionszugehörigkeit der Bevölkerung, gibt es keine verbindlichen Daten, wie viele Katholiken, Reformierte, Juden, Buddhisten, Muslime, Konfessionslose usw. im Land leben. Privatsache eben. In Frankreich gibt es auch keine politischen Parteien, die sich auf irgendwelche religiösen Werte berufen oder sogar ein C für christlich im Namen tragen (CVP, CDU, EVP usw.). Die diversen Kirchen mischen sich nicht in die Politik ein. Dass der Staat, wie beispielsweise im Kanton Bern, Kirchensteuern erhebt und die Pfarrfrauen und Pfarrherren besoldet, wäre in Frankreich undenkbar.
Weil Religionen einen Hang zu absoluten Wahrheiten haben, sind sie, wie die Geschichte und die gegenwärtige Weltlage zeigen, anfällig für Totalitarismus.
Und darum müssen Religionsgemeinschaften offenbar domestiziert und gesellschaftlich eingebunden werden. In der Schweiz versucht man das mit öffentlich rechtlicher Anerkennung und theologischen Fakultäten für die Ausbildung des „Bodenpersonals“. Allerdings bisher nur für christliche Religionen. In Frankreich versucht man es mit Kleidervorschriften, Kopftuchverbot in Schulen oder Burkiniverbot in gewissen Strand-Gemeinden.
Hier wie dort wollen rechtspopulistische Parteien (SVP oder Front National) mit Minarett- oder Burkaverboten den Wählern gefallen. Damit werden aber nur Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen angestachelt.
Vielleicht wäre ein etwas lockerer und entspannterer Umgang mit Gläubigen und Nichtgläubigen der bessere Weg?
Ruedi und Stephanie Baumann

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte…
Diese Bauprofile sind mir heute auf einem Sonntagsspaziergang in Lyss, Kanton Bern, Schweiz aufgefallen….

Langsam setzt sich auch in der schönen Schweiz die Erkenntnis durch, dass die ausufernde Zersiedlung der Landschaft begrenzt werden muss. Jahrzehnte nach dem Erlass des Raumplanungsgesetztes und diversen Ergänzungen kommt man mehrheitlich zum Schluss, dass die Bauzonen zu gross geraten sind, dass man nicht immer auf der grünen Wiese weiterbauen kann, dass der Schutz des Kulturlandes verstärkt werden muss und damit weiteres bauliches Wachstum nur noch durch eine Verdichtung innerhalb des Siedlungsgebietes realisiert werden kann.
Die Bauern selber machen mit diversen Volksinitiativen auf kantonaler und eidgenössischer Ebene darauf aufmerksam, dass der Kulturlandschutz höhere Priorität verdient. Soweit so gut.
Wenn man nun aber aufmerksam die Schweizer Landschaft betrachtet, dann fällt auf, dass gerade in freien Landwirtschaftsflächen vermehrt Bauten entstehen, die den schönen Grundsätzen des Landschafts- und Kulturlandschutzes diametral entgegenlaufen! Pouletmasthallen, Hallen für Legehennen, Schweinemast- und Zuchtbetriebe, Reithallen, landwirtschaftliche Aussiedlungen die eher einem Industriebetrieb gleichen als einem Bauernhof…. usw.
Oft sind es die Bauern selber, die ziemlich rücksichtslos intakte Landschaften mit hässlichen Bauten und Einrichtungen maximal beeinträchtigen. Offenbar ist hier die notwendige Sensibilisierung noch nicht weit fortgeschritten: Kulturlandschutz selbstverständlich, aber doch nicht bei uns…
Dass im Tourismusland Schweiz künftig für Wohn- und Gewerbebauten nicht mehr einfach überall darauf losgebaut werden darf, ist verständlich. Wenn aber an privilegierten Wohnlagen ohne weiteres grosse Hühner- und Schweineställe gebaut werden dürfen, dann stimmt etwas nicht mehr! Ferienland Schweiz und Tierfabriken, das geht einfach nicht!
Ähnlich verhält es sich mit bäuerlichen Unternehmen: die landwirtschaftlichen Genossenschaften (Landis) zeichnen sich mit ihren Verkaufsläden geradezu damit aus, mit ebenerdigen, einstöckigen hässlichen Bauten und grossen Parkflächen einen maximalen Kulturlandverschleiss zu betreiben!
Sorge tragen zum Bauernland, Rücksicht nehmen auf die Landschaft, damit sind immer alle einverstanden. Im Konkreten aber – auf eine neue Masthalle zu verzichten, Verkaufsläden bodensparend zu realisieren, zwingende Aussiedlungen landschaftsschonend zu gestalten… da besteht noch viel Verbesserungsbedarf!
Übrigens: früher gab es doch so etwas wie eine Bauern- und Dorfkultur mit schönen Riegbauten, Stöcklis und prächtigen Bauerngärten. Da waren Einzelhöfe eine erwünschte Bereicherung der Landschaft.
Und heute? Ich vermisse jedenfalls bei den meisten landwirtschaftlichen Aussiedlungsbetrieben eine neue architektonische Handschrift, ich meine nicht „bluemetes Trögli“, sondern zeitgemässe Bauten, die sich in die Landschaft einfügen (auch mit Photovoltaik) und nicht nur unsere Augen beleidigen…
„Welche Bausau hat diesen Saubau…“, Sie wissen schon. Oder fällt das alles nur uns Auslandschweizern auf?
Höchste Zeit für den Atomausstieg…
… wir haben ihnen schon viel zu viel strahlenden Abfall hinterlassen!


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