AUSWANDERERBLOG

Präsidentschaftswahlen

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 4, 2017

Nach dem Trump-Schock in den USA wollten die Franzosen alles besser machen bei der Wahl ihres Staatspräsidenten. Die beiden grossen Parteien haben in aufwendigen sogenannten Primärwahlen ihre Favoriten erkoren. Alles mit der Absicht, schlussendlich bei dem entscheidenden Wahlgang die in der Wählergunst immer noch vorne liegende Marine Le Pen vom rechtsextremen, nationalistisch-populistischen Front National abfangen zu können.

IMG_7888.jpg(Le Monde 3 février 2017)

Die konservativen Republikaner haben ihren altgedienten früheren Premierminister Fillon ins Rennen geschickt und glaubten schon an einen leichten Sieg, bis plötzlich die Satirezeitschrift „Le Canard enchaîné“ aufdeckte, dass dieser „Saubermann“ während Jahren seine Frau Penelope und seine Kinder auf Kosten des Staates als parlamentarische Mitarbeiter entschädigen liess. Dumm nur, dass nach all‘ seinen Beteuerungen wie wertvoll und notwendig diese fürstlich bezahlten Tätigkeiten waren, ein altes Video auftauchte, in welchem seine Frau freimütig erklärte, sie habe nie aber auch gar nie als Mitarbeiterin gewirkt. Jetzt klärt die Justiz den Sachverhalt ab. Fillon beschwört bis auf weiteres seine politische Familie, ihn jetzt nicht fallen zu lassen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Republikaner einen neuen (alten) Kandidaten nachnominieren müssen. Fillon hat bereits verloren.

Bei den Sozialisten, die nach dem Verzicht von Hollande ebenfalls Primärwahlen durchführten, ging nicht wie erwartet Premierminister Valls als Sieger hervor, sondern der viel linkere Benoit Hamon. Sein Problem ist allerdings, dass neben ihm der linkspopulistische Gewerkschafter Mélenchon und ein Grüner ebenfalls zu den Präsidentschaftswahlen antreten und seine Chancen zunichte machen, überhaupt in den entscheidenden zweiten Wahlgang anfangs Mai zu kommen.

Einige Franzosen setzen daher auf den jungen Macron, der in Hollandes Kabinett eine Zeit lang Wirtschaftsminister war, wegen inhaltlichen Differenzen aber vorzeitig zurücktrat und nun eine neue Bewegung „En marche“ gegründet hat, die weder links noch rechts sein will. Böse Zungen behaupten allerdings, neben  extrème gauche und extrème droite sei er extreme floux!

Erstaunlich auch, dass die fremdenfeindliche Le Pen im Europaparlament 300’000 Euros zurückzahlen muss, die sie widerrechtlich für die Parteienfinanzierung verwendet hat und jetzt noch mit einer russischen Bank wegen ihren Darlehen in die Bedrouille kommt…

Mir wird angst und bange, dass wir bald wieder auswandern müssen…

 

 

 

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