In Zeiten des abnehmenden Lichts
Der Roman einer Familie. Flucht vor dem Naziregime ins mexikanische Exil, DDR-Mauerbau, Zwangsaufenthalt in der Sowjetunion, DDR-Alltag, Flucht in den Westen.
Humorvolle, präzise Beobachtungen, Gerüche, Gesten… Eugen Ruge hat einen grandiosen, autobiografischen Familienroman geschrieben. Ausgezeichnet mit dem deutschen Buchpreis 2011.
In Zeiten des abnehmenden Lichts
Ein halbes Jahrhundert gelebte Geschichte. Ein Buddenbrooks unserer Zeit. Das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
Ein Plötzlicher Todesfall
Ich kann nichts anfangen mit Fantasy-Geschichten und -Filmen. Darum habe ich keines der 30 millionenfach verkauften Harry Potter-Bücher gelesen.
Aber jetzt hat die inzwischen steinreiche Autorin J.K. Rowling www.jkrowling.com einen ersten Roman für Erwachsene geschrieben. Der Wälzer mit über 500 Seiten handelt von einer englischen Kleinstadt, von dem Krieg und den Intrigen in der Lokalpolitik, aber auch von dem Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern und zwischen Frauen und ihren Ehemännern. „Ein plötzlicher Todesfall“ bringt alles durcheinander.
Die Kritik hat das Buch zerrissen. Vorwurf: zu viel Sex, zu simpel, zu realitätsfern!
Ich habe das Buch trotzdem genossen. Ein spannender Roman über eine kleine Stadt von einer der erfolgreichsten ErzählerInnen der Welt. Aber urteilen Sie selbst (man braucht das Buch ja nicht auch noch selbst zu kaufen, man kann es ja auch ausleihen….).
Vom Ende einer Geschichte
Man Booker Prize 2011 für „Vom Ende einer Geschichte“ von Julian Barnes
Wie sicher ist Erinnerung, wie unveränderlich die eigene Vergangenheit? Tony Webster muss lernen, dass Geschehnisse, die lange zurückliegen und von denen er glaubte, sie nie mehr hinterfragen zu müssen, plötzlich in einem ganz neuen Licht erscheinen.
Als Finn Adrian in die Klasse von Tony Webster kommt, schließen die beiden Jungen schnell Freundschaft. Auch später, nach der Schulzeit, bleiben die beiden in Kontakt. Bis die Freundschaft ein jähes Ende findet.
Vierzig Jahre später, Tony hat eine Ehe, eine gütliche Trennung und eine Berufskarriere hinter sich, ist er mit sich im Reinen. Doch der Brief eines Anwalts, verbunden mit einer Erbschaft, erwecken plötzlich Zweifel an den vermeintlich sicheren Tatsachen der eigenen Biographie. Je mehr Tony erfährt, desto unsicherer scheint das Erlebte und desto unabsehbarer die Konsequenzen für seine Zukunft.
Ein Text mit unglaublichen Wendungen, der den Leser auf eine atemlose Achterbahnfahrt der Spekulationen mitnimmt. Brilliant, intelligent, ein seltenes Lesevergnügen!
Das Meer am Morgen
Libyen, Sommer 2011: Jamila entgeht knapp Gaddafis Truppen. Mit ihrem kleinen Sohn Farid flieht sie quer durch die Wüste bis ans Meer. Ihre Ersparnisse überlässt sie einem Schlepper, der sie in ein überfülltes Boot verfrachtet. Jamila hofft auf eine Zukunft in Europa, doch schon bald mangelt es an Trinkwasser und Benzin. Schließlich hat sie nur noch einen Wunsch: länger durchzuhalten als ihr Sohn, um ihn nicht allein sterben zu lassen.
Auf Sizilien geht der achtzehnjährige Vito am Strand spazieren und findet eine Kette, wie sie arabische Kinder tragen. Er denkt an seine Mutter Angelina, die in Libyen aufgewachsen ist. Als Gaddafi an die Macht kam, musste sie nach Italien fliehen, aber die Sehnsucht nach der früheren Heimat lässt ihr keine Ruhe: Sie reist nach Tripolis und macht sich auf die Suche nach Ali, ihrer ersten großen Liebe. Doch Ali ist inzwischen beim libyschen Geheimdienst. Bestürzt kehrt Angelina nach Italien zurück, wo sie den Ausbruch des Bürgerkriegs und die Bombardements der NATO am Bildschirm verfolgt.
Das ist der Inhalt eines wunderschönen, traurigen Buches von Margaret Mazzantini „Das Meer am Morgen“. Ein ergreifend poetischer und sehr politischer Roman.
In eindringlichen Bildern erzählt Margaret Mazzantini von den individuellen Schicksalen, die sich hinter den aktuellen Ereignissen in der arabischen Welt verbergen.
Wer es gelesen hat wird nachdenklich und ärgert sich über die Welt wie sie ist. Brutal und unverbesserlich.
Der Sommer ohne Männer
Der Sommer ohne Männer ist ein anspruchsvolles und kluges Buch. Manchmal überfordert mich die Autorin Siri Hustvedt mit ihren psychologischen Fachwissen, aber das ist bei mir noch bald möglich.
Textprobe:
Zeit verwirrt uns, nicht wahr? Physiker wissen wie man mit ihr spielt, aber unsereins muss mit einer rasenden Gegenwart auskommen, die zu einer ungewissen Vergangenheit wird, und wie ungeordnet diese Vergangenheit in unsern Köpfen auch sein mag, wir bewegen uns immer unaufhaltsam auf das Ende zu. Im Geist jedoch können wir, solange wir noch lebendig sind und unser Gehirn noch die Verbindung herstellt, von der Kindheit ins mittler Alter und zurück springen und aus jeder Zeit, die wir uns aussuchen, etwas plündern, einen wohlschmeckenden Leckerbissen hier und einen sauren dort. Es wird niemals mehr, wie es war, es sei denn in Gestalt einer späteren Inkarnation. Was einst Zukunft war, ist jetzt Vergangenheit, aber in der Zeit des Schreibens kommt die Vergangenheit als ein gegenwärtiger Augenblick zurück, in das Hier und Jetzt. Wieder einmal schreibe ich mich selbst anderswohin. Nichts kann das verhindern, nicht wahr?
Ein Buch nicht nur für Frauen.
Léon und Louise
Alex Capus erzählt in seinem Roman Léon und Louise von der Liebe in einem Jahrhundert der Kriege. Und wie er das tut: originell, überzeugend, komisch! Unbedingt lesen!
Grasgrüeni Chüe
e gueti chue
mues
es muu vou gras
mit zuene n ouge
öppe
füfzg mau chöie
bevor sis
ds zwöite mau
schlückt
nume so wird
ds grüene gras
schön wiss.
Lieber Ernst, herzliche Gratulation zu deinem 75sten Geburtstag! U ner hört! Hei land donner!
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