AUSWANDERERBLOG

Das Schönste was ich sah

Posted in Literatur by ruedibaumann on November 4, 2013

„Als Giovanni Segantini sich an der Akademie Brera einschreibt, hat er eine albtraumhafte Kindheit und Jugend hinter sich. Er ist abgerissen, hungrig und hat kein Geld. Trotzdem wird er der engste Freund Carlo Bugattis, eines reichen Mailänder Bürgersohnes, der auch an der Brera studiert und schon einen Namen als Möbelbauer hat. Carlos‘ schöne, verwöhnte Schwester Luigia verliebt sich in den scheuen Giovanni, der zum Erstaunen aller in der Akademie einen Preis nach dem anderen bekommt. Der Maler und Luigia werden ein Paar und haben zusammen vier Kinder. Es ist ein turbulentes Leben, aber Luigias Hingabe an Giovannis Künstlertum und seine unerschütterliche Liebe zu ihr wappnen sie gegen alle Widrigkeiten.“
Klappentext

Ich habe eben den Biographie-Roman über Giovanni Segantini von Asta Scheib gelesen.
Man staunt, wieviele Bilder des Malers einem aus frühester Kindheit in Erinnerung geblieben sind!

Walter Vogt 1927 – 1988

Posted in Literatur by ruedibaumann on September 23, 2013

Gedenkveranstaltungen an den Schriftsteller Walter Vogt im kulturpunkt PROGR Bern.

Ich habe Walter und Elisabeth Vogt in guter Erinnerung aus unserer gemeinsamen Zeit bei den Anfängen der Grünen Freien Liste im Kanton Bern.

Eines seiner Kürzestgedichte:

Die drei Phasen des Menschenlebens auf den Punkt gebracht:

Da Da, Blah Blah, Ga Ga

Fast ein bisschen Frühling

Posted in Literatur by ruedibaumann on September 9, 2013

„Zwei arbeitslose Burschen, Kurt Sandweg und Waldemar Velte, suchten im Winter 1933 den Seeweg von Wuppertal nach Indien. Um sich das Reisegeld zu beschaffen, überfielen sie eine Bank, wobei sie versehentlich den Filialleiter erschossen. Auf der Flucht vor ihren Verfolgern kamen sie nicht sehr weit: In Basel verliebte Kurt Sandweg sich in die Schallplatten-Verkäuferin Dorly Schupp. Tag für Tag kauften er und sein Freund eine Tango-Platte, bis das Geld aufgebraucht war und der nächste Banküberfall nötig wurde. Abend für Abend gingen die drei am Rhein spazieren. Mit von der Partie war die junge Sportartikelverkäuferin Marie Stifter, die dreißig Jahre später die Großmutter des Erzählers wurde und die sich entscheiden musste zwischen einem Bankräuber und ihrem Verlobten.“ (Inhaltsbeschrieb)

Alex Capus ist für mich einer der originellsten schweizer Schriftsteller. Immer ein grosses Lesevergnügen!

Verliebte Feinde

Posted in Literatur by ruedibaumann on August 9, 2013

„Iris von Roten, promovierte Juristin aus evangelisch-großbürgerlichem Haus, wurde 1958 mit ihrem feministischen Manifest Frauen im Laufgitter über Nacht zur meistgehaßten Frau in der Schweiz und zu einer über die Grenzen hinaus bekannten Frauenrechtlerin. Verheiratet war sie mit dem katholisch-konservativen Walliser Patrizier, promovierten Juristen und Politiker Peter von Roten. Für die Ehe, hatte Iris von Roten durchgesetzt, mußte von Anfang anvöllige Eigenständigkeit jedes Partners in ökonomischen, politischen, beruflichen und sexuellen Belangen gelten. Iris und Peter von Roten haben ihren Lebensplan gelebt, sie wußten darum, kein glückliches Ehepaar im herkömmlichen Sinne zu sein. Während der zahlreichen und länger andauernden Trennungen der beiden Iris von Roten unternahm, allein, wie vor ihr Ella Maillart und Annemarie Schwarzenbach, Reisen in den Nahen Osten, die USA , schrieben sie sich ca. 1500 Briefe, ein intellektuell und gesellschaftskritisch reicher Fundus, der nun erstmals von Wilfried Meichtry ausgeschöpft wird. Wilfried Meichtry erzählt die spannende private und politische wie kulturelle Zeitgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert, es ist auch eine Geschichte der Frauenbewegung, des konservativsten Katholizismus und ein Bild der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Und es ist das Dokument eines radikalen Lebensentwurfs ähnlich dem von Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, zwar unter weniger metropolitanen Vorzeichen, aber intensiver, letztlich konsequenzenreicher.“
(Inhaltsbeschrieb)

Ich bin fasziniert von dem Buch. Es ist eine aussergewöhnliche Liebes- und Ehegeschichte und dazu eine private, politische und kulturelle Zeitgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert. Wilfried Meichtry, promovierte Historiker und Germanist, arbeitet die Geschichte sorgfältig auf und schreibt spannender als jeder Romancier.

Natürlich bin ich jetzt gespannt auf den Film, der zur Zeit auch am Filmfestival von Locarno gezeigt wird. Ich hoffe, der Film wird nicht nur in der Schweiz und Deutschland, sondern auch in Frankreich aufgeführt!

www.verliebtefeinde.com/de

Richard Ford: Unabhängigkeitstag

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 5, 2013

Vier Tage auf 600 Seiten und obschon eigentlich nicht viel passiert – spannend von Anfang bis Schluss! Der Mann kann schreiben!

Unabhängigkeitstag ist ein grossartiges Psychogramm des modernen Amerika.

Ich-Erzähler und Protagonist ist Frank Bascombe, ein Immobilienmakler aus New Jersey, den der Leser am Wochenende des Unabhängigkeitstags begleitet und für das sich der Protagonist vorgenommen hat, mit seinem Sohn einen Ausflug zu machen und auf die Probleme einzugehen, die dieser zu haben scheint. Zusätzlich trifft Frank Bascombe an diesem Wochenende unter anderem seine Ex-Frau, seine Mieter, einen Angestellten, seine Freundin und ein Klienten-Paar, das Schwierigkeiten hat, das geeignete Haus zu finden.

Vernissage Berns Aare

Posted in Literatur by ruedibaumann on Mai 2, 2013

Die Aare gehört zu Bern wie das Münster und das Bundeshaus. Sie hat nicht nur viele Schlaufen, sondern auch viele Facetten. Dieser Vielfalt geht das neue Buch aus dem Haupt Verlag nach – Berns Aare stellt mit spannenden Texten und schönen Bildern die Aare von Muri bis zum Wohlensee in den Mittelpunkt.

Heute war Vernissage im Infozentrum Eichholz… an der Aare natürlich!

Ein schöne Buch mit interessanten Texten und einzigartigen Fotos: ein ideales Geschenk für alle Aareschwimmer und Heimwehberner!

Lesetip

Posted in Literatur by ruedibaumann on April 4, 2013

Ich habe heute einen ganz supercoolen Roman gelesen. Er heisst „Tschick“ und wurde von Wolfgang Herrndorf geschrieben.

„Ein Buch von der Sorte, das beglückte Leser an ihre Freunde und Bekannten so innig weiterempfehlen, als gelte es, ein Geheimnis zu bewahren.“
Der Spiegel

Zum Inhalt

Haben E-Books eine Seele?

Posted in Literatur by ruedibaumann on Februar 11, 2013

Haben E-Books eine Seele? Diese Frage stellt Vincent Kaufmann, Professor für Medien und Kultur an der Universität St. Gallen. Und er konstatiert: Nicht alle Bücher eignen sich gleichermassen gut oder schlecht für eine Lektüre auf einem E-Reader. Manche scheinen geradezu dafür geschrieben, andere wiederum brauchen mehr Raum und Zeit zum Lesen. (NZZ)

Ich habe jetzt trotzdem so ein kleines Gerät angeschafft. Erstens weil unser Büchergestell langsam überquillt (und ich es nicht schaffe Bücher wegzuwerfen), zweitens weil so schwere 1000seitige Schmöker zunehmend Achselschmerzen verursachen und weil ich dank beliebiger Schriftgrössenwahl wieder ohne Brille lesen kann…

Übrigens: Madame Bovary von Gustav Flaubert habe ich schon bald auf dem E-Reader (wieder)gelesen…

Schiffbruch mit Tiger

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 24, 2013

Es ist schon einige Zeit her, dass ich das Buch von Yann Martel Schiffbruch mit Tiger gelesen habe.
Weil ich mir fast nicht vorstellen konnte, dass man diese phantastische (und phantasievolle) Geschichte verfilmen kann, haben wir uns nun auch den Film angesehen.
Unter dem Titel Life of Pi läuft der Streifen (in 3D) zur Zeit in den Schweizer Kinos.

Und ich muss sagen: Ang Lee ist ein überraschendes Meisterstück gelungen. Offenbar hat der Regisseur tief in die filmische Trickkiste gegriffen um diese eindrücklichen Tigerszenen auf die Leinwand zu bannen. Chapeau!

Wahr ist, was zwischen dir, dem Leser, und dem Buch passiert. Auch im Film wird versucht, das Ganze nicht nur als reine Abenteuergeschichte darzustellen. Ich bin nicht sicher, ob eine weitergehende Interpretation auch wirklich gelingt.

Sturz der Titanen (Fall of Giants)

Posted in Literatur by ruedibaumann on Januar 2, 2013

Zugegeben, es braucht etwas Zeit, den tausendseitigen Wälzer von Ken Follett „Sturz der Titanen“ zu lesen. Aber wenn man an (Welt)Geschichte und Politik interessiert ist, geniesst man jede Seite.

Zum Inhalt:

„Drei Länder. Drei Familien. Ein Jahrhundert. Europa 1914. Eine deutsch-österreichische Aristokratenfamilie, die unter den politischen Spannungen zerrissen wird. Eine Familie aus England zwischen dem Aufstieg der Arbeiter und dem Niedergang des Adels. Und zwei Brüder aus Russland, von denen der eine zum Revolutionär wird, während der andere in der Fremde sein Glück sucht. Ihre Schicksale verflechten sich vor dem Hintergrund eines heraufziehenden Sturmes, der die alten Mächte hinwegfegen und die Welt in ihren Grundfesten erschüttern wird.“

Menschen und Schicksale im Schatten des Ersten Weltkriegs. Spannend erzählt. In diesem Roman treten eine Reihe historischer Persönlichkeiten auf, an historischen Stätten und mit nachweisbaren Äusserungen, und machen dadurch Geschichte für den Leser erlebbar. Man kommt nicht umhin, sich immer wieder zu fragen, wie haben meine Vorfahren/Grosseltern/Eltern jene Zeit erlebt.

Der „Sturz der Titanen“ ist der erste Roman einer Trilogie („Die Jahrhundert-Saga“). Den bereits publizierten zweiten Band „Winter der Welt“ werden wir uns beschaffen, sobald die Taschenbuchausgabe erhältlich ist. Ich freue mich schon jetzt darauf!