Dany wird 65
Dany-le-Rouge wird heute 65 und denkt nicht an Pensionierung. Er will noch einmal französische Geschichte schreiben.
Gut so, denke ich, und ärgere mich über die schweizerischen Sonntagszeitungen, die sich zum tausendsten mal mit Rücktrittsgerüchten und Rücktrittsforderungen an Bundesräte und Parteipräsidenten beschäftigen. Langweilig wie Formel-1-Rennen am Ostermorgen …
Rehbock
Die Jagdsaison ist vorbei, die lokale Société de chasse konzentriert sich wieder auf Hege- und Pflegeaufgaben ohne Schrotflinte. Der Rehbestand in der Gegend ist nach wie vor sehr hoch und erlaubt uns tägliche Wildbegegnungen (manchmal auch in unserem Gemüsegarten…). Auch der Rehbock auf dem Föteli von heute ist ausgesprochen vorwitzig…
…und diese gehören schon fast zu unseren Haustieren!
Viel Besuch!
Wir haben viel Besuch auf unserer Ferme. Allein im Januar waren es nicht weniger als 36’418 interessierte Visiteurs! Die Gäste kommen aus allen Herren Ländern, am meisten natürlich aus dem deutschsprachigen Raum und insbesondere aus unserer alten Heimat.
Hier eine kleine Übersicht über unsere Gästeliste:
Wir freuen uns natürlich auf jeden Gast, aber bei durchschnittlich 1200 Besuchern pro Tag könne wir uns leider nicht mit jedem unterhalten….
Dafür gibt es auf unserem Blog eine Kommentarspalte, die nur darauf wartet regelmässig benutzt zu werden!
99 Francs
Ich habe den Roman „Neunundreissig neunzig“ von Frédédric Beigbeder gelesen, um auch wieder mal mitzubekommen, was in Frankreich auf der Bestseller Liste steht, bzw. gestanden ist (wir warten jeweils auf die Taschenbuchausgaben…).
Ich weiss noch nicht so recht was ich davon halten soll…
„Eine komplett wahnsinnig Mischung aus Romanfragmenten, ideologiekritischen Essays zu Thema und zynischen Anekdoten macht die Qualität des Buches aus.“ (Süddeutsche Zeitung)
L’artiste
Gastbeitrag Stephanie
Bei meinem letzten Besuch in der Schweiz zeigte mein Vater mir erstmals einige Zeichnungen, die er als 15-jähriger in der Schule gemacht hat.
Aufgrund dieser Zeichnungen hat sein Lehrer ihm eine Lehre als Maler empfohlen. Was er dann auch gemacht hat. Während Jahren ernährte er seine Familie als Flachmaler. Und vielleicht hat er dabei immer geträumt, Kunstmaler zu werden, eines Tages. Für uns, seine Familie war er’s. Jedes Wochenende hat er seine Leinwände in der Küche aufgestellt. Den Geruch von Terpentin und Oelfarben hab ich immer noch in der Nase.
In den letzten Jahren hat die Sehkraft meines Vaters stark abgenommen. Er lebt immer noch in seinem Haus, umgeben von all seinen Bildern, die nie ausgestellt worden sind. Und bei jedem Besuch zeigt er mir sein letztes unvollendetes Bild und erklärt mir, was er daran noch korrigieren will, eines Tages, wenn die Augen wieder mitmachen….
Als ich vor zehn Jahren nach Frankreich auswanderte, hat mein Vater mir ein Bild überlassen:
Er hat immer Blumen und Landschaften gemalt.
Bei meinem letzten Besuch vor drei Wochen hat er mir auch ein paar leere Leinwände geschenkt.
Die sind jetzt einfach da und warten auf mich. In den letzten sechs Jahren hab ich 115 Bilder gemalt. Und jetzt steh ich blockiert vor diesen weissen Leinwänden und wage nicht und weiss nicht, wo ich beginnen soll.
Grosser Erfolg für kleines Filmteam
ton-und bild (Andreas Pfiffner und Simon Baumann) haben am Brecht Festival 2010 in Augsburg für ihren Kurzfilm „Emozioniere“ den ersten Preis gewonnen! Wir gratulieren herzlich!
Laudatio
Der gleiche Film ist auch für das Festival du Cinéma Européen in Lille ausgewählt worden und wird damit auch erstmals in Frankreich gezeigt!
Andere filmische Arbeiten auf diesem Blog.
Le temps des grâces
Marchais durchquert Frankreich, spricht mit sowohl «industriellen» als auch traditionellen Bauern, aber auch mit Forschern und Schriftstellern, die sich um die Zukunft der ländlichen Welt Sorgen machen. Anhand dieser Gespräche zeigt sich, dass der Landwirtschaftssektor sich nicht nur in der Auvergne, sondern grundsätzlich in einem Umbruch befindet.
Marchais hinterfragt den Umgang der Menschen mit den Bodenschätzen und wie sie die Ressourcen ausschöpfen in ihrer ständigen Suche nach noch mehr Leistung und Produktion. Le Temps des grâces zeichnet – in einem Wechsel von Interviews und Bildern der französischen Landschaft – ein komplexes Porträt der Agrarwirtschaft von heute zwischen Konsum, Tradition und Technologie und skizziert mögliche Auswege für eine bessere Zukunf
Filmen
Wenn die Filmemacher zu Besuch sind, verwandelt sich La Oueyte in ein Filmstudio und -gelände. Klein Hollywood in der Gascogne, auch wenn es nur um einen experimentellen Kurzfilm geht. Demnächst in diesem Theater….
Bonne année ! Äs guets Nöis!
Wir sagen’s mit Blumen und wünschen allen unseren Freunden, LeserInnen und KommentatorInnen ein gutes neues Jahr 2010!
Das sind alle im Laufe des Jahres auf La Oueyte blühende Orchideenarten.
Lotto
Das Foyer rural von Sansan ist bis auf den letzten Platz besetzt bei der jährlichen Lottoveranstaltung des Comité de Fêtes de Traversères. Es sind vor allem ältere Leute die hier am Samstagabend auf den grossen Gewinn hoffen. Ein demi chevreuil, ein demi agneau, jambons, des lots de vin, Armagnac….
Für uns ist es ziemlich anstrengend, weil wir laufend Kopfrechnen müssen: soixante-dix-sept, quatre-vingt-once, soixante-treize, quatre-vingt-dis-neuf…..
Immerhin, nach Mitternacht verlassen wir ganz erschöpft von der vielen Denkarbeit die Veranstaltung mit einer schweren Carcasse de canard, einem rôti de porc und einer Flasche Merlot!
Stephanie muss die Ente gleich noch ausmetzgen, damit sie in unseren Kühlschrank passt!
















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