Nahrhaft
Nahrhaft ist der Kompost für unseren kleinen Rebberg. Nahrhaft ist auch die Ausbringung im steilen Gelände. Besser als jedes Gymfit-Abi….



Sonntagsarbeit
Unseren 2019-er Merlot abfüllen, verzapfen, Etikette entwerfen und etikettieren… und natürlich degustieren… wirklich ein Sonntagsjob!


Mélange
Mélange féverole/avoine, Bohnen/Hafer-Mischung ohne jegliche Düngung. Die Knöllchenbakterien der Leguminosen liefern den notwendigen Stickstoff für das Pflanzenwachstum. Die Ernte erfolgt mit dem Mähdrescher gleichzeitig, wenn beide Kulturen reif sind. Anschliessend werden die Körner separiert. Alles Bio, selbstverständlich!

Flurbegehung nach der Rückkehr
Es ist jeweils sehr spannend, nach mehrwöchiger Abwesenheit von unserer Ferme in SW-Frankreich, zu entdecken, wie sich die Kulturen entwickelt haben. Einiges können wir jeweils über Internet verfolgen: zum Beispiel sind die Tageserträge der Photovoltaikanlage ein genaues Abbild der jeweiligen Sonnenscheindauer.

Die Mitte Oktober gesäte Bohnen/Hafer Mischung hat sich sehr gut entwickelt. Trotz der hohen Niederschläge (über 50 mm in den letzten vier Wochen) sind keine Erosionsschäden entstanden.


Alle Teiche sind randvoll!
Wegen dem aufgeweichten Boden hat der heftige Sturm in der letzten Woche eine Eiche und eine Pappel samt Wurzelteller umgestürzt. Holzerarbeit steht an!
Aber im Grossen und Ganzen ist alles ok! Morgen soll es 17 °C werden, schon bald Frühling …?

PSE Payement pour Service Environnementaux
Frei übersetzt etwa „Zahlungen für Umweltleistungen“. Gestern wurden die Bauern unserer Region an einer Informationsveranstaltung darüber informiert, dass wir uns als Testregion an der Neuausrichtung der bisherigen Direktzahlungen beteiligen können. Schlussendlich geht es darum, dass die bisherige europäische Agrarpolitik zu „begrünen“!
Vorgesehen ist ein neues Beurteilungssystem, dass die Umweltleistungen jedes einzelnen Bauernbetriebes mit einem ziemlich komplizierten Punktesystems bewertet werden sollen. Unter die Umweltleistungen fallen beispielsweise Indikatoren wie Naturwiesen, Biodiversität, Extensivierung, Düngereinsatz, Pestizidverzicht, Hecken, Teiche, Feuchtwiesen, Wäldchen, Feldbäume usw.
Die Formel für die Oekozahlung sieht schlussendlich wie folgt aus:
Punktzahl (max. 30) x 5€ x Anzahl Hektaren = Resultat in Euros
Für uns beispielsweise (wenn wir die max. Punktzahl erreichen würden):
30 x 5 x 70 = 10500 €
Damit nicht Grossbetriebe ungerechtfertigterweise zu stark begünstigt werden, wird der maximale Beitrag pro Betrieb und Jahr auf 6666 € beschränkt.
Ich finde das grundsätzlich eine guten, neuen Ansatz. Das wäre doch auch etwas für die Schweiz!




Es geht doch!
Im Zusammenhang mit der „weniger Fleisch essen“-Diskussion, wird immer wieder behauptet, die Landwirtschaft könne gar nicht so viele Menschen pflanzlich ernähren und die Umstellung sei nicht möglich usw.
An unserem Beispiel will ich kurz darstellen, dass sehr viel mehr möglich ist, man muss es nur tun!
Wir produzieren bzw. pflegen auf unserem viehlosen Betrieb (70 ha) hier in der Gascogne seit rund 20 Jahren u.a. folgendes (alles Bio zertifiziert):
Diverse Getreidearten (Weizen, Gerste, Dinkel, Hafer, Triticale)
Sonnenblumen
Bohnen (févéroles), Sojabohnen
Erbsen (Kichererbsen, pois ciche)
Luzerne
Viel Biodiversität auf Naturwiesen, u.a. 28 verschiedene wilde Orchideenarten in den Blumenwiesen
15 km Hecken- oder Waldrandanstoss mit Brombeeren und Walnussbäumen
Reben zur Weinherstellung (Selbstversorgung)
Obst und Gemüse zur Selbstversorgung
Holz aus 10 ha Eichenwälder
Da wir keine Tiere halten, fällt auch kein Hofdünger an. Dennoch haben wir noch nie Dünger zugekauft. Die Düngung erfolgt ausschließlich über Stroh- und Pflanzenreste (Flächenkompostierung) und Leguminosen (Gründüngung).
Selbstverständlich wenden wir auch keine Pestizide an!
Natürlich sind die Flächenerträge geringer als in der Intensivlandwirtschaft, aber bei vorwiegend pflanzlicher Ernährung können wir mit unserem Betrieb trotzdem sehr viel mehr Menschen ernähren als das mit der Fleischproduktion möglich wäre.
Energie : Wir produzieren mit einer Photovoltaique-Anlage elektrische Energie und speisen diese vertraglich ins öffentliche Netz ein.
Zukauf Dieseltreibstoff für Traktor und Hybrid-Auto

Mischung Févéroles und Hafer
Wer schaut denn da?
Waldkauz in unserer Scheune (Foto Stephanie Baumann) Es handelt sich um einen Steinkauz wie mir Charles Martin freundlicherweise mitgeteilt hat (siehe Kommentare).





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