AUSWANDERERBLOG

PSE Payement pour Service Environnementaux

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on November 6, 2019

Frei übersetzt etwa „Zahlungen für Umweltleistungen“. Gestern wurden die Bauern unserer Region an einer Informationsveranstaltung darüber informiert, dass wir uns als Testregion an der Neuausrichtung der bisherigen Direktzahlungen beteiligen können. Schlussendlich geht es darum, dass die bisherige europäische Agrarpolitik zu „begrünen“!

Vorgesehen ist ein neues Beurteilungssystem, dass die Umweltleistungen jedes einzelnen Bauernbetriebes mit einem ziemlich komplizierten Punktesystems bewertet werden sollen. Unter die Umweltleistungen fallen beispielsweise Indikatoren wie Naturwiesen, Biodiversität, Extensivierung, Düngereinsatz, Pestizidverzicht, Hecken, Teiche, Feuchtwiesen, Wäldchen, Feldbäume usw.

Die Formel für die Oekozahlung sieht schlussendlich wie folgt aus:

Punktzahl (max. 30)  x  5€  x  Anzahl Hektaren    =  Resultat in Euros

Für uns beispielsweise (wenn wir die max. Punktzahl erreichen würden):

30  x  5  x 70     =  10500 €

Damit nicht Grossbetriebe ungerechtfertigterweise zu stark begünstigt werden, wird der maximale Beitrag pro Betrieb und Jahr auf  6666 € beschränkt.

Ich finde das grundsätzlich eine guten, neuen Ansatz. Das wäre doch auch etwas für die Schweiz!

 

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Waldwiesen

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on August 9, 2019

Waldwiesen heissen hier auf EU-französisch surface pastorale herbagère oder einfach SPH. Und diese Flächen sind unter genau definierten Bedingungen auch direktzahlungsberechtigt im Rahmen der pac (politic agraire commune). Wer es genau wissen will, bitte sehr: https://www2.telepac.agriculture.gouv.fr/telepac/pdf/tas/2018/Dossier-PAC-2018_guide-admissibilite-prairies-permanentes.pdf

Wenn nun jemand meint, das werde nicht kontrolliert, der könnte sich täuschen: Gestern haben wir diese relativ kleinen Flächen auf unserem Betrieb (7.59 ha) bei 34° am Schatten mit einer Mitarbeiterin der Pac-Kontrollstelle während drei Stunden abgeschritten, kontrolliert, fotografiert und satellitengestützt elektronisch verifiziert.

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Resultat der schweisstreibenden Übung: die Flächen die ich bisher angegeben habe, wurden sogar in einzelnen Bereichen merklich vergrössert! Da soll noch jemand sagen, die EU kümmere sich nicht um die Biodiversität!

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Telepac

Posted in Politik by ruedibaumann on April 8, 2016

Auch EU-Bauern erhalten Direktzahlungen (pac: politique agraire commune). Allerdings sind diese etwa 10 mal geringer als in der Schweiz. Dafür werden die Plangrundlagen immer genauer. In diesem Jahr haben die zuständigen Beamten sich noch etwas neues einfallen lassen. Sämtliche Flugaufnahmen wurden akribisch gesichtet und jeder Strauch, jeder Baum, jede Hecke, jeder Teich, jeder Steinhaufen… ja jede Heu- oder Strohballe wurde auf den Plangrundlagen festgehalten.

Es wird gemunkelt, Frankreich habe diese Monsterarbeit nach Indien ausgelagert!?

Jeder einzelne Bauer ist nun aufgefordert, auf seiner Telepac-Deklaration diese Landschaftsobjekte zu verifizieren und zu klassieren. Anders als in der Schweiz gibt es für Einzelbäume usw. kein Geld, vielmehr werden die betroffenen Flächen je nach dem nicht mehr als landwirtschaftliche Nutzfläche (SAU: surface agricole utile) anerkannt… Das (Bauern-)Leben ist kompliziert geworden!

Übrigens: für unseren 70 Hektaren grossen Ackerbau-Biobetrieb erhielten wir letztes Jahr insgesamt 9’805 € Direktzahlungen.

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