AUSWANDERERBLOG

Es geht doch!

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on November 4, 2019

Im Zusammenhang mit der „weniger Fleisch essen“-Diskussion, wird immer wieder behauptet, die Landwirtschaft könne gar nicht so viele Menschen pflanzlich ernähren und die Umstellung sei nicht möglich usw.

An unserem Beispiel will ich kurz darstellen, dass sehr viel mehr möglich ist, man muss es nur tun!

Wir produzieren bzw. pflegen auf unserem viehlosen Betrieb (70 ha) hier in der Gascogne seit rund 20 Jahren u.a. folgendes (alles Bio zertifiziert):

Diverse Getreidearten (Weizen, Gerste, Dinkel, Hafer, Triticale)

Sonnenblumen

Bohnen (févéroles), Sojabohnen

Erbsen (Kichererbsen, pois ciche)

Luzerne

Viel Biodiversität auf Naturwiesen, u.a. 28 verschiedene wilde Orchideenarten in den Blumenwiesen

15 km Hecken- oder Waldrandanstoss mit Brombeeren und Walnussbäumen

Reben zur Weinherstellung (Selbstversorgung)

Obst und Gemüse zur Selbstversorgung

Holz aus 10 ha Eichenwälder

Da wir keine Tiere halten, fällt auch kein Hofdünger an. Dennoch haben wir noch nie Dünger zugekauft. Die Düngung erfolgt ausschließlich über Stroh- und Pflanzenreste (Flächenkompostierung) und Leguminosen (Gründüngung).

Selbstverständlich wenden wir auch keine Pestizide an!

Natürlich sind die Flächenerträge geringer als in der Intensivlandwirtschaft, aber bei vorwiegend pflanzlicher Ernährung können wir mit unserem Betrieb trotzdem sehr viel mehr Menschen ernähren als das mit der Fleischproduktion möglich wäre.

Energie : Wir produzieren mit einer Photovoltaique-Anlage elektrische Energie und speisen diese vertraglich ins öffentliche Netz ein.

Zukauf Dieseltreibstoff für Traktor und Hybrid-Auto

IMG_2050

Mischung Févéroles und Hafer

 

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4 Antworten

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  1. Haueter Christian said, on November 4, 2019 at 9:09 pm

    Seid gegrüsst ihr zwei !!
    Es geht durchaus, ohne Tiere da bin ich einverstanden, -die Frage ist nur wo und wie ? Es geht aber auch mit Tieren – die Frage ist ebenso wo und wie ? Bei „Tierscham“ kann ich unmöglich undifferenziert mithalten. Etwa 41% der Weltagrafflächen sind Trockengebiete und ca 1/3 der Weltbevölkerung lebt dort.
    Ich habe mal auf vermittlung des DEZA’s Bauern in der Mongolei besucht.Traditionell eine „vegane Todeszohne“- Wiederkäuer, Kameloide oder Pferde sind die traditionellen Nahrungslieferanten. In den ariden Gebieten bietet Vieh die beste Möglichkeit,überhaupt Humus aufzubauen. Pflanzenfresser können so auch bei
    längerer Trockenzeit Zerfallsprozesse von organischem Material aufrechterhalten. Nach Erhebungen der FAO
    ist nur 1/3 der weltweiten Agrarfläche ackerfähiger Boden. Die Enährung der Weltbevölkerung ist also auf Gedeih und Verderben auch den Widerkäuern ausgeliefert, die sich zusammmen mit dem Menschen im Laufe der Evolution zu den zwei erfolgreichsten Säugetieren entwickelt haben.
    Die ertragreichsten Ackerböden in der Ukraine, in Russland und in den USA sind das Produkt des „Bos“ der Wiederkäuern, die dort über 800 000 Tausen Jahre weideten, „Die Weide ist die Mutter des Ackers“
    Der Sündenfall besteht darinn, dass Wiederkäuer heute die hochwertige Produkte wie Soja oder Mais von ackerfähigen Böden fressen- oder zu Bio- Treibstoff verarbeitet werden.
    Und dann rechtfertigt und entschuldigt sich der Kilian, das er noch von diesen co2 -Schleudern auf seinem Hof hat und Fleisch produziert. Fakt ist, dass seine „Bos“, solange sie nur Gras fressen, eine co2-Senke darstellen, indem dank ihnen, co2 auf Weideflächen in in Form von „Humus“ als Organischer Substanz gebunden wird,- weit mehr als sie rülpsen.
    ( Zugegeben, er könnte natürlich in Suberg auch Ackerfrüchte planzen. ) Da er biologisch wirtschaftet, wäre Ackerbau klimaneutral, im konventonellen Ackerbau, wird auch in der veganen Produktion von Ackerfrüchten durch den Humusabbau wieder co2 freigesetzt, und 800’000 Jahre „Schiisä und Siikä“ der „Bos“ ist für „nix.“
    Ich habe mir mal die Mühe genommen, den Kalorienoutput der 300 ha Alpweide auf der Alp Morgeten zu berechnen. (1500MüM – 2100MüM, – nicht Ackerfähig 🙂 ). Auf dieser Fläche produzieren wir mit den „Bos“ Nahrungskallorien für 275 Menschen. Zugegeben ein „Klaks“ – aber um 1850 hat die (mangel)- ernährung unsere Viehwirtschaft auf unserem Gemeindegebiet noch 1500 Einwohner als Lebensgrundlage gedient, heute sind es noch 800 und die bekaufen sich ihre Kallorien billig im Aldi, in der Landi von irgendwo.

    PS. Stephanie, die schönste Orchis auf Morgeten war nicht die von mir übersehene Frosch-Orchis, sondern eine illegal importierte aus der Mongolei, leider hat mir ein „Kenner“ die Zwiebel gestohlen.
    Einen lieben Gruss Chrigu.

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  2. ruedibaumann said, on November 4, 2019 at 9:41 pm

    Lieber Chrigu, ja, ich bin ja weitgehend gleicher Meinung. Natürlich geht es darum, endlich mit diesen blödsinnigen Kraftfutterimporten aufzuhören! Milch und Fleisch von Weidetieren (ohne Kraftfutter!) sind unbestritten. Ich persönlich bin einfach lieber Feld- und Ackerbauer weil ich nicht gern im Stall arbeite….💚🇪🇺🇫🇷🇨🇭🚜🍀🐂👍

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    • Anonymous said, on November 4, 2019 at 9:57 pm

      Ich arbeite auch nicht gerne im Stall, – die Kühe sollen sich ihr Futter draussen hohlen. Ich arbeite lieber mit derm Output – der Milch, demnächst wieder bei einem fragwürdigen Oligarchen in Russland.

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  3. Andreas Willy Rothebühler said, on November 5, 2019 at 5:57 pm

    Vernünftiger Weise buchtdie grüne Fraktion ein 14 Tägiges Seminar bei Chrigu Houeter.
    Von Ferne grüssen Tami Glauser und Jonas Fricker.

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