Französische Energiepolitik
Frankreich gilt als eigentliches Land der Atomkraftwerke. Mit Ausnahme der Grünen (Europe Ecologie – Les Verts) hat sich hierzulande keine politische Partei ernsthaft mit dem Atomausstieg beschäftigt. Die Energiepolitik ist denn auch im gegenwärtigen Wahlkampf kein Thema. Das hängt damit zusammen, dass Gewerkschaften und Sozialisten von Anfang an hinter dem französischen Kernenergieprogramm gestanden sind. Nach dem Wahlsieg der Linken wird man kurzfristig höchstens die Stilllegung des alten Atomreaktors in Fessenheim erwarten dürfen.
Die Politik von Sarkozy zur Förderung von erneuerbaren Energien war in den letzten fünf Jahren sehr widersprüchlich. Am Anfang seiner Regierungszeit ist dank staatlicher Einspeisevergütung ein eigentlicher Boom der Alternativenergien ausgebrochen. Ich habe wie viele Landwirte mit meiner Photovoltaikanlage selber davon profitiert.
Daneben sind zahlreiche Windfarmen entstanden, wie man sich bei einer Fahrt über Land vergewissern kann. Die Erzeugung von Agrotreibstoffen wurde durch den Bau von hoch subventionierten Anlagen gefördert.
Inzwischen ist die Begeisterung Sarkozys für Alternativenergien verflogen (wie so viele seiner Ankündigungen). Ernüchterung macht sich breit. Die Stromtarife für neue Photovoltaikanlagen wurde in etwa halbiert und haben dazu geführt, dass kleine Solarinstallateure wieder aufgeben mussten.
Auf den (hoffentlich) neuen Präsidenten wartet eine grosse energiepolitische Herausforderung!
Égalité – Gleichheit
Erstaunlich wie im französischen Präsidentschaftswahlkampf darauf geachtet wird, dass die zehn Kandidaten alle gleich behandelt werden. Kein wildes Plakatieren wie man das in der Schweiz gewohnt ist. Auf der Plakatwand bei jeder Mairie hat jeder/jede KandidatIn Anspruch auf ein Plakat gleicher Grösse. Selbst die Reihenfolge der Kandidaten wird ausgelost!
Auch die Wahlunterlagen die wir als Wahlberechtigte erhalten, sind für alle Beteiligten gleich: pro Kandidat vier A4Seiten!
Ganz anders als in der „Musterdemokratie Schweiz“ können in Frankreich Wahlen und Abstimmungen nicht durch Multimilliardäre gekauft werden!
La devise Liberté, Égalité, Fraternité est issue de la Révolution française.
Präsidentschaftswahlen
So sind die zehn Kandidaten an unserer Mairie angeschlagen (die Reihenfolge wurde ausgelost)…
Am nächsten Sonntag findet der erste Wahlgang statt. Inzwischen werden in den grossen Städten die mehr oder weniger eindrücklichen Schlussveranstaltungen abgehalten.
Chancen Präsident zu werden haben nur der bisherige Nicolas Sarkozy und der Sozialist Hollande. Ich werde schon im ersten Wahlgang François Hollande wählen.
Die Chancen stehen gut, dass François Hollande im zweiten Wahlgang am 6. Mai zum neuen Präsident Frankreichs gewählt wird.
Vive la France et vive la république!
Orchideenwanderung
Wanderung durch die Aprilwiesen…
Orchis purpurea
Ophyis scolopax
Ophrys lutea
Ophrys arachnitiformis
Ophrys fusca (forestieri)
Ophrys insectifera
Biokontrolle
Das ist der Biokontrolleur von ecocert . Er hat mir für das laufende Jahr die Biolizenz erneuert und die einzelnen Produkte zertifiziert. Ecocert ist eine weltweit tätige, private Zertifizierungsorganisation, die hier im Gers (L’Isle Jourdain) ihren Hauptsitz hat.
Die jährliche Biokontrolle ist unter anderem Grundlage für die Pac-Direktzahlungen (politique agraire commune = gemeinsame Agrarpolitik der EU). Die entsprechenden Formulare, Plangrundlagen mit Parzellenverzeichnis habe ich diese Woche beim zuständigen Departement eingereicht (telepac).
Die Direktzahlungen pour le „maintien du bio“ betragen je nach Kultur 80 bis 100 €uro pro Hektare. Die übrigen, historischen Beiträge (DPU = Droit payement unique) betragen auf unserer Ferme 140 €uro po Hektare. Insgesamt macht das rund 15’000 €uro staatliche Zahlungen pro Jahr für den 70 ha grossen Bio-Ackerbaubetrieb.
Ohne diese staatlichen Zuschüsse wären die meisten Familienbetriebe defizitär. Allerdings ist es sehr fragwürdig, dass an einzelne, gut strukturierte Grossbetriebe in der EU (und in der Schweiz) jährliche Beiträge von mehreren hunderttausend €uro ausgerichtet werden. Eine Plafonierung der Direktzahlungen auf beispielsweise 50’000 € pro Betrieb wäre längst fällig, würde das EU-Budget entlasten und den Trend zu immer grösseren Betrieben bremsen.
Pigeonnier (Taubenschlag)
Die Pigeonnier im Midi-Pyrénées sind legendär. Seit dem Mittelalter hat man in diesen charakteristischen Pigeonnier Tauben gezüchtet. Für die Bauern war das ein wichtiger Bestandteil der Fleischversorgung und ein willkommener Zusatzverdienst.
Architektonisch sind es oft eigentliche Kunstwerke in verschiedenen Formen und Materialien in der Agrarlandschaft. Manchmal dienten sie als eine Art Vorhalle zum Haupthaus, oft stehen sie aber als adrette Wachttürme in der Landschaft. Vielfach wurden sie auch auf Säulen gebaut.
Heute dienen sie manchmal als originelle Gites (Ferienwohnung).
Die Kinderlein kommen…
Wir freuen uns, dass wir immer wieder BesucherInnen aus der Schweiz empfangen dürfen…
… ganz besonders wenn die Kinderlein kommen!
Juna Malin auf ihrem ersten Auslandtripp!
Raymond Aubrac est mort
Raymond Aubrac ist gestern im Alter von 97 Jahren gestorben.
Hommage à Raymond Aubrac : Le chant des partisans
Mali
Statt eines eigenen Beitrages der Hinweis auf den beeindruckenden Bericht „Oh Mali…“von Adrian Krebs in seinem Adis Agro-Blog (mit Tagebuch-Links von seinem Praktikum in Bamako).
















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