Verunsicherte Schweiz
„Wir haben die stärkste populistische Partei Europas, mit einem Wähleranteil von 27 Prozent. Die SVP ist eine Regierungspartei – und benutzt Methoden, die in keinem EU-Land zulässig wären. Die Entwicklung in der Eidgenossenschaft, die einst für ihr Augenmaß bekannt war, ist besorgniserregend.“
Roger de Weck im Interview mit der taz
Und ich frage mich: Warum in aller Welt verteidigt die Schweiz französische Steuerbetrüger mit Händen und Füssen? Nur um möglichst bald wieder auf eine schwarze Liste zu kommen?
Sind gewisse Eidgenossen von allen guten Geistern verlassen?
Begegnungen auf dem Feld
Es sind nicht gerade wilde Bären, denen wir auf unseren Streifzügen begegnen, aber immerhin auch sehr schnusigen Tierchen…
Bärenflüsterer
Bittners aus Bern sind langjährige Freunde die uns auch hier im Südwesten besucht haben. Ihr Sohn, David Bittner, ist Biologe und ein ausgesprochener Bärenkenner. Seine Filme und Fotos aus Alaska sind faszinierend und verdienen meine volle Bewunderung. Demnächst startet er in der Schweiz eine Vortragstournée in welcher er über seine Abenteuer mit den Bären berichtet. Ort und Daten finden Sie auf seiner Homepage:
Betriebsspiegel La Oueyte
Unser Betrieb befindet sich in Südwest-Frankreich, Departement Gers, Region Midi-Pyrénée (ca. 80 km westlich von Toulouse, Gascogne).
Die Betriebsfläche umfasst 70 ha, davon sind 20 ha Weideland (prairie permanente).
Dieses Jahr haben wir 20 ha Sonnenblumen und 30 ha Luzerne angebaut. Jetzt sind 20 ha Févéroles (eine Art Ackerbohnen) angesät und am Keimen.
Die Fruchtfolge umfasst Brot- und Futtergetreide, regelmässig diverse Leguminosen (Bohnen, Luzerne). Natürlich haben wir einen grossen Garten zur Selbstversorgung, diverse Fruchtbäume und einen kleinen Rebberg. Zurzeit ist eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion im Bau. Es ist ein reiner Ackerbaubetrieb, wir haben keine eigenen Tiere. Hin und wieder Pensionspferde oder vorübergehend 60 Mutterkühe des Nachbarn.
La Oueyte ist sehr artenreich: Stephanie hat bisher auf den ungedüngten Wiesen 28 verschiedene wilde Orchideenarten gefunden, kartografiert und fotografiert. Wir pflegen 5 km Hecken diverse alte Eichenwälder.
Die Produkte des Betriebes verkaufen wir über Agribio, eine Genossenschaft der hiesigen Biolandwirte.
Wir (Stephanie und ich) sind 2001 ausgewandert und bewirtschaften den Betrieb allein ohne fremde Hilfe. Unser Betrieb ist von Ecocert Bio zertifiziert. Wir haben ein grosses Wohnhaus und daher fast immer Gäste bei uns.
Seit mehr als drei Jahren berichten wir fast täglich über unsere Arbeit und Erfahrungen in unserem Auswandererblog. Die Site wird täglich von 1000 Leuten aus aller Welt besucht.
Unseren früheren Hof in der Schweiz haben wir an unseren Sohn Kilian abgetreten (www.suberg.ch).
Wir hoffen noch möglichst lange auf La Oueyte weiterzubauern.
Wir haben uns einer bäuerlichen, tier- und umweltgerechten Landwirtschaft verschrieben und jahrelang auch politisch dafür gekämpft. Wir wissen, dass diese Landwirtschaft im Rahmen der Europäischen Union möglich ist und setzen uns daher auch für einen EU-Beitritt der Schweiz ein.
3 images de la Suisse
Le Monde, Lundi 14 décembre 2009
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte… oder die spinnen, die Schweizer!
Lotto
Das Foyer rural von Sansan ist bis auf den letzten Platz besetzt bei der jährlichen Lottoveranstaltung des Comité de Fêtes de Traversères. Es sind vor allem ältere Leute die hier am Samstagabend auf den grossen Gewinn hoffen. Ein demi chevreuil, ein demi agneau, jambons, des lots de vin, Armagnac….
Für uns ist es ziemlich anstrengend, weil wir laufend Kopfrechnen müssen: soixante-dix-sept, quatre-vingt-once, soixante-treize, quatre-vingt-dis-neuf…..
Immerhin, nach Mitternacht verlassen wir ganz erschöpft von der vielen Denkarbeit die Veranstaltung mit einer schweren Carcasse de canard, einem rôti de porc und einer Flasche Merlot!
Stephanie muss die Ente gleich noch ausmetzgen, damit sie in unseren Kühlschrank passt!
Zoomen
Mein alter Fotoapparat hat den Geist aufgegeben. Über amazone.fr habe ich einen neuen gepostet. Natürlich nur so ein einfaches Rentnermodell pour les nuls in Sachen Fotografie. Aber immerhin, jetzt kann ich sogar zoomen…. Hier meine ersten Umgebungsföteli:
La Guarde im Osten….
das Inselwäldli im Süden…
und die grünen Matten im Westen.
Liebe Blueblogger
Bekanntlich will die Swisscom ihre Bloggerplattform bluewin auf Ende Jahr aufheben. Das ist zwar für alle Blueblogger und ihre Besucher ärgerlich, aber angesichts der zahlreichen anderen weltweit tätigen Bloggerplattformen (WordPress, Google usw.) irgendwie akzeptabel.
Weniger akzeptabel finde ich allerdings, dass die Swisscom (bzw. ihr Blogbetreiber Kaywa) für die Migration eines Blueblogs zu WordPress sfr. 500.- verlangt!
Wenn ich die Werbebotschaften von Swisscom überfliege, dann sehe ich, wie überall ihre ausgesprochene Kundenfreundlichkeit hervorgehoben wird.
Eigentlich würde ich von einer kundenfreundlichen Firma erwarten, dass sie, wenn sie ihren Betrieb einstellt, für die Datenmigration ihrer Kunden aufkommt. Ich habe jedenfalls ein entsprechendes Gesuch an die Swisscom gerichtet, und empfehle allen Bluewinbloggern das ebenfalls zu tun!
Ich bin gespannt auf eure Reaktionen und auf das Entgegenkommen der Swisscom.
Meinen über 1000 täglichen BesucherInnen muss ich leider mitteilen, dass der http://auswandererblog.blueblog.ch nur noch bis Ende 2009 besucht werden kann. Ob und wie es weiter geht hängt davon ab, wie kundenfreundlich die Swisscom tatsächlich ist.
Farbe bekennen…
Die Regierung Sarkozy hat sich bisher höchstens rethorisch um den Bio-Landbau gekümmert. Die EU lässt den einzelnen Nationen relativ grossen Spielraum, wie sie stark sie bei der Auszahlung der europäischen Unterstützungsgelder umweltschonende Produktionsformen bevorzugen will. Frankreich bezahlt offenbar lieber Bussen, wenn beispielsweise in der Bretagne Nitrat- und Phosphatgrenzwerte überschritten werden (grüne Algen – algues vertes).
Da wo links-grüne Mehrheiten regieren, wird oekologische Landwirtschaft (organic farming) mehr unterstützt als konventionelle (industrielle) Landbauformen. Die sozialistische Regierung (Premierminister Jospin) hat in Frankreich sehr viel stärker auf Biolandbau gesetzt als das zur Zeit der Fall ist.
Nun versuchen zunehmend links-grüne Mehrheiten auf regionaler Ebene etwas Gegensteuer zu geben. Unsere Region Midi-Pyrénée wird seit Jahren von dem Sozialisten Martin Malvy präsidiert. Er und sein Team unternehmen grosse Anstrengungen die (bescheidenen) regionalen Förderungsmittel zu Gunsten des Biolandbaus umzuleiten.
Und weil im nächsten März Regionalwahlen sind, werden die Biobauern angehalten, Farbe zu bekennen und ihre zertifizierten Höfe zu kennzeichnen. Ich halte zwar nicht sehr viel von all‘ diesen Plaketten, aber wenn sie etwas zur Verbreitung des Biolandbaus beitragen können, warum nicht?













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