Mattebuur
Der „mattebuur“ will es genau wissen, er schreibt:
„Luzerne macht ja 15 Meter lange Wurzeln, tief in den Boden. Was macht den Deine Luzerne afange. Kannst Du ein Bild einer Einzelpflanze ins Netz stellen. Wieviele Pflanzen hat es pro Quadratmeter. Wieviele Hektaren Luzernematten hast Du. Hast Du dort auch schon mal Orchideen gesehen.“
Also: Mein Luzernebestand ist nach wie vor sehr unterschiedlich und zum Teil lückig. Pro Quadratmeter zähle ich je nachdem nur wenige bis 250 Pflanzen. Insgesamt habe jetzt noch 20 ha Luzerne. Die besten Fläche (rund 20 ha) habe ich in diesem Frühjahr gepflügt und Sonnenblumen angebaut. Die Knöllchenbakterien der Luzernewurzeln dienen hier als willkommener Stickstofflieferanten (ich mache im Biolandbau nur Gründüngung).
Nach dem Heuet (ende Mai, anfangs Juni) werde ich diese Woche emden. Das Heu verkaufe ich als Luzerne-Raygras-Mischung. Ein Teil der Fläche wird beweidet. Orchideen hat es nur in den Naturwiesen und Brachlandflächen, nicht aber in den Luzernefeldern, die zu meinen Fruchtfolgeflächen gehören.
Bestand 7. August 13:30 Uhr…
Einzelpflanze 30 cm bis 100 cm hoch. Die 15 m langen Wurzeln kann ich nicht ausgraben, weil der Boden infolge Trockenheit sehr hart ist….
Déchaumer
Äs stübt (winemoore) im Südwesten. Kein Wunder, seit dem Heuet im Mai hat es hier kaum geregnet. Auch die einzelnen Gewitter brachten jeweils nicht mehr als 5 mm Niederschlag.
Pferdenärrinnen
Die Dorfjugend hat unsere beiden Bretonenpferde bereits ins Herz geschlossen und neu gestylt…
Lisa, Salomé und Zoé kümmern sich intensiv um Marius und Voyante.
Grosser Erfolg für kleinen Film
Der Kürzest-Film „A Cigarette for two“ aus dem (Bauern)Hause www.tonundbild.ch, wurde bisher schon in Millbrook Kanada, New Jersey, in Passau (D) und der Kurzfilmnacht Bern gezeigt.
Fürs renomierte Sapporo Festival in Japan wurde er als einer von 55 Filmen aus 3400 Einsendungen ausgewählt.
Und in Aarau zusammen mit zwei Anderen in einer Kategorie mit 150 Filmen für den Preis nominiert.
Sapporo ist im Oktober und Aarau Ende August.
Nicht schlecht oder?
1. August-Nachlese
Man liest, hört und sieht, dass Ueli Maurer sieben 1. August-Ansprachen gehalten habe und Moritz Leuenberger keine. Textauszüge lassen vermuten, dass der SVP-Magistrat „huereguet“ viel Blech erzählt hat…
Um beim Blech zu bleiben: Reden ist (manchmal) Silber, Schweigen ist (in diesem Fall) Gold!
Auswandererschicksale
Ich habe in den letzten heissen Tagen im Schatten unserer Kastanienbäume „Das grüne Akkordeon“ von Annie Proulx gelesen. Was heisst gelesen, ich habe den umfangreichen Roman richtiggehend verschlungen. Es geht um hundert Jahre amerikanische Geschichte, Geschichten von Einwanderern in die USA, ihren Freuden und Leiden, ihrer Musik und ihrer Suche nach einem besseren Leben.
„Im Jahre 1890 fertigt ein Akkordeonbauer in seinem sizilianischen Heimatdorf mit viel Liebe und Geschick sein Meisterstück, ein kleines, grünes Knopfakkordeon mit neunzehn polierten Perlmuttknöpfen und glänzendem Lack, und macht sich mit seinem Sohn Silvano auf nach »La Merica«, um dort sein Glück zu versuchen. Doch statt in New York, wo er ein Musikgeschäft aufmachen wollte, landet er in den Docks von New Orleans und kommt schnell unter die Räder: Ein Mob aus alteingesessenen Südstaatlern und schwarzen Dockarbeitern macht Jagd auf die italienischen Einwanderer – »alles Anarchisten und Sozi-Schweine« –, und der Akkordeonbauer gehört zu den ersten Opfern. Sein Instrument aber überlebt, ein Schwarzer nimmt es auf seinem Brennholzkahn mit, den Mississippi hinauf.
So beginnt die Odyssee des grünen Akkordeons, die durch ganz Amerika führt, von Iowa nach Texas, von Maine nach Montana, und 1996 in Florida endet; es wird gestohlen, verkauft, verpfändet und verschenkt und begleitet die Nachfahren der verschiedenen Einwandererströme auf ihrer Suche nach einem besseren, einem lebenswerten Leben. Italiener, Mexikaner, Polen, Afrikaner, Deutsche, Norweger, Iren, Basken und Franzosen, alle wollen sie Teil einer amerikanischen Kultur werden, die ihnen mit Rassismus begegnet und ihnen ihre Sprache und Tradition, ihre Identität nimmt. Die Akkordeonmusik ist ihre letzte Verbindung zur Vergangenheit, Ausdruck ihrer Phantasien, ihrer Sorgen und ihrer Lebenslust – und man meint sie beim Lesen zu hören, die italienischen Liebeslieder, die deutschen Volkstänze, polnische Polkas, mexikanische Rancheros, Tango, Walzer, Chansons musette, klagende Cajun-Lieder, Swing, Zydeco und Blues …“
Natürlich habe ich bei der spannenden Lektüre immer auch an das „Zweireihige Knopfgriff-Akkordeon“ (d’Handorgele) von meinem Vater gedacht, mit der er uns als Kinder hin und wieder „Dr Tüüfu isch gschtorbe, Grossmueter läbt no“ vorgespielt und vorgesungen hat… Diese alte Handorgele ist auch immer noch irgendwo verstaubt auf einem Sauer (Estrich) in einem grossen Bauernhaus im Bernbiet. Aber das ist eine andere Geschichte…






leave a comment