Armistice 1945
Am 8. Mai 1945 wurde in Reims die bedingungslose Kapitulation Hitler-Deutschlands unterzeichnet. Seither gilt der 8. Mai in Frankreich als Commémoration Armistice und ist schul- und arbeitsfrei.
Neben le quatorze julliet, 11 novembre und anderen Gedenk- und Feiertagen eine willkommene Gelegenheit pour faire le pont… et les bouchons sur les autoroutes!
Trop de commémoration tue la commémoration!
Zur Feier des Tages und gegen den Krieg: Orchis militaris und Orchis simia: „militarissimia“
De reour en France
Wir sind zurück in Frankreich… rechtzeitig zum zweiten Jahrestag seit der Wahl von Speedy Sarko!
bleu- blanc – rouge auf unseren Wiesen!
Schnaps brennen
Ruedi Gehri in Lobsigen ist unser Lohnbrenner. Jedes Jahr brennt er für uns den obligaten Bätzi. Aus drei Fässli vergärtem Obst gibt es dieses Jahr 15 Liter 42%igen Apfelschnaps. Steuerfrei für Landwirte in der Schweiz, abhängig von der Anzahl Grossvieheinheiten…
Eben hat die Alkoholverwaltung angekündigt, dass sie die inzwischen fragwürdige, unendliche Bürokratie im Zusammenhang mit Kleinproduzenten reduzieren will. Man darf gespannt sein! Prost!
Das Feuerwasser fliesst in einem dünnen Strahl aus dem Destilationsofen…
Übrigens: Nachdem Frankreich an der Eishockey-WM Letzter, und die Schweiz Zweitletzter wurde, fahren wir morgen zurück nach Frankreich. Es weint der Himmel…
Sture Bauern?
In einem Beitrag des Schweizern Fernsehens (Kassasturz: Sture Schweizer Bauern) wird den CH-Bauern vorgeworfen, sie würden in Bezug auf Maschinen und Traktoren viel zu wenig zusammenarbeiten. Im Vergleich eines 37 ha CH-Betriebes aus dem Thurgau mit einem 118 ha Betrieb aus Süddeutschland wird dargelegt, dass der EU Bauer dank gemeinsamer Maschinenbenützung viel günstiger produziere.
Der Beitrag wird mit über 200 Reaktionen auf dem Netz zur Zeit leidenschaftlich und zum Teil unflätig diskutiert.
Ich bin zwar EU-Bauer in Frankreich und gehöre auch zu denen, die lieber selber eine (Occasions-)Maschine kaufen, als diese mit Nachbarbetrieben zu teilen. Dafür habe ich, glaube ich, gute Gründe:
– der Maschinentourismus auf den Strassen ist gefährlich, zeitaufwendig und lästig für alle Verkehrsteilnehmer (oft Distanzen zwischen 20 und 30 km!)
– für breite Maschinen verlangen die EU-Verkehrsvorschriften ein Begleitfahrzeug mit drehenden Signalleuchten
– die Vorstellungen über den Maschinenunterhalt sind zwischen den Landwirten sehr unterschiedlich…
– der zeitlich richtige Einsatz ist im Biolandbau sehr wichtig
Selbstverständlich bin auch ich auf Lohnunternehmer angewiesen bei grossen Maschinen (Mähdrescher, Grossballenpresse, Containerlastwagen usw.), für Anbaugeräte zähle ich lieber auf meinen Maschinenpark.
Übrigens: In vielen Fällen sind die Lohnkosten für fremde Maschinen höher als die Vollkosten für eigene Geräte…
Mein Maschinenpark (70 ha Ackerbaubetrieb)
1 Traktor (120 PS) mit Frontlader
3-Schar-Pflug/Déchaumeur/Grubber/Kreiselegge
Schlegelmäher/Débroussaieuse/Scheibenmähwerk
Sämaschine/Einzelkornsaatgerät/Pendelstreuer
Hackstriegel, Heumaschinen
Schaufelbaggeranbaugerät
Total Buchwert Maschinenpark rd. 50’000€
Hand aufs Herz: Wer teilt schon gern sein Automobil mit all‘ seinen Nachbarn obschon es doch so viel günstiger wäre…?
Die Wahrheit über die Agrarsubventionen
Seit heute müssen die 27 Staaten der EU die einzelbetrieblichen Agrarsubventionen offen legen (endlich!). Einzig Deutschland weigert sich noch, das zu tun.
In der Schweiz haben Bundesrat und Parlament meine diesbezüglichen parlamentarischen Vorstösse leider immer abgelehnt. Es scheint, dass reiche Grossbauern hüben und drüben diese schon lange unumgängliche Transparenz scheuen wie der Teufel das Weihwasser…
Einige Beispiele aus der EU gefällig:
Die englische Queen erhält für ihren grossen Schlossgutbetrieb umgerechnet jährlich rund 800’000 sfr. Direktzahlungen aus dem EU-Topf und ist dabei noch lange nicht die grösste Profiteurin des Brüsseler-Mannas. Nestlé hat ja in England auch Landwirtschaftsbetriebe und kassiert dafür jährlich rund 1,6 Mio Schweizerfranken!
In Frankreich beziehen 390 000 Bauern 7,9 Mia Euros EU-Landwirtschaftssubventionen, im Durchschnitt pro Betrieb und Jahr 20’000 € (30’000 sfr.).
Das pikante dabei: 10% der Grossbauern erhalten je über 50’000 €/Jahr und beanspruchen damit 36% sämtlicher Agrarhilfen!
Dagegen werden 30% der französischen Petitpaysans mit weniger als 5’000 €/Jahr abgefertigt, was aufsummiert nur 2,5% sämtlicher Agrarhilfen ausmacht.
Ähnlich die Situation in Deutschland.
Die Quintessenz daraus: Wer hat dem wird gegeben (wie in der Schweiz!)…
Wenn man endlich die Agrarsubventionen pro Betrieb auf ein erträgliches Mass plafonieren würde, dann würde sich auch die Wachstumsphilosophie („wachse oder weiche“) als unverantwortbare Irrlehre entpuppen!
Übrigens, wir erhalten selber rund 10’000 €/Jahr für die Bewirtschaftung unseres 70 ha- Betriebes in Frankreich.
subergwest
Wenn wir zurzeit schon in Suberg wohnen, hier einen Klick auf subergwest. Die Autoren berichten live und kritisch über ihre Englandreise.






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