Sonnenenergie
Im Atomstaat Frankreich ist endlich ein richtiger Sonnenenergie-Boom ausgebrochen. Dank dem Abnahmepreis von 0.60 €/kWh Photovoltaique-Strom, sind zurzeit im Gers viele Bauern damit beschäftigt, ihre Stall- und Scheunendächer mit Solarzellen zu bestücken.
Kein Wunder, dass die zuständigen Bewilligungsinstanzen ERDF und EDF zur Zeit heillos überlastet sind. Unser Projekt wird gegenwärtig von einer Instanz zur anderen verschoben… das dauert!
Immerhin ist unsere Tageszeitung „La Dépêche du midi“ mit einer Artikelserie an vorderster Front mit dabei. In Saint-Clar, ganz in der Nähe soll das grösste Solarkraftwerk Frankreichs entstehen. Auf einer Fläche von nicht weniger als 25 ha sollen ab 2010 neun Megawatt Solarenergie produziert werden.
Der Auswanderer an einer Solarenegie Promo-Veranstaltung in Auch am letzten Freitag in der Dépêche du midi (der Maire, Jean-Michel Liares, hat mir die Zeitung eben vorbeigebracht).
Auf der Wiese…
… hinter unserem Haus blühen zurzeit: Margueriten und Serapias vomeracea (Orchideen) und die gelben Klappertöpfe (Rhinantus) um die Wette! Zu schön um zu heuen….
Le Monde
Jeden Tag regelmässig um etwa 13 Uhr bringt uns Josiane von la poste unsere Tageszeitung (das heisst, wenn sie nicht gerade streiken…). Das Postbüro für unseren canton befindet sich in Saramon, in einer Distanz von etwa 15 Kilometer. Josiane fährt jeden Tag rund 130 km um die verstreuten und abgelegenen fermes zu besuchen. Selbstverständlich nimmt sie auch Briefe oder Pakete mit und stapelt unsere Post am richtigen Ort, wenn wir ausnahmsweise nicht hier sind und unser Briefkasten überquillt. Das nennt man noch service publique!
Unsere Tageszeitung Le Monde ist uns in der Zeit, seit wir in Frankreich sind, richtig ans Herz gewachsen.
Gestern hat Le Monde seine 20’000ste Ausgabe gedruckt und bei dieser Gelegenheit zwanzig Frontseiten im Original mit den jeweils wichtigsten Ereignissen seit Dezember 1944 nachgeliefert. Von „Hitler est mort“ über „le général de Gaulle est élu président de la République“ über „l’investiture de Barack Obama“, vieles was uns und die Welt in den letzten 65 Jahren bewegt hat, kommt da vor.
Ich finde Le Monde eine phantastische Tageszeitung. Mindestens so kompetent wie die NZZ, aber ohne deren wirtschaftsfreundlichen Rechtsdrall, besser als der „Tagesanzeiger“ und „Der Bund“ zusammen, und selbstverständlich viel besser als die zur SVP-Dorfzeitung verkommene „Welwoche“. Vive Le Monde!
Homme pendu
Wenn man die Orchideen homme pendu genau anschaut, sieht man wirklich die kleinen aufgehängten Männchen zappeln. Der unerschöpfliche Artenreichtum der Natur beflügelt die makaberen Phantasien der Menschen…
Eindeutig die schönsten…
…. Orchideenwiesen von ganz Frankreich befinden sich auf unserer Ferme La Oueyte.
Nicht weniger als 28 verschiedene, zum Teil ausgesprochen seltene Orchideenarten kann man bei uns bewundern. Sehen Sie selbst…
Prairie avec Orchis purpurea
Prairie avec Orchis laxiflora
Prairie avec Serapias
Domaine de Ribonnet
„C’est un îlot secret, thébaide silencieuse, posé comme un tapis volant dans le ciel bleu….“
Die Domaine de Ribonnet ist ein aussergewöhnliches Weingut. Seit mehr als 30 Jahren wirtschaftet hier die aus der Schweiz stammende Famillie Gerber. Christian Gerber wurde in Frankreich auch schon als Winzer des Jahres gefeiert, weil es ihm und seinen Leuten gelungen ist, aus verschiedensten, zum Teil unüblichen Sorten exzellente Weine zu kreieren (Geschichte der Domaine de Ribonnet). Heute arbeitet der Betrieb, zu dem auch 200 ha Ackerland gehören, zunehmend biologisch.
Zum Beispiel: MERLOT-SYRAH 2006 Domaine Ribonnet VdP Comte Tolosan rot 5lit in preiswerter, origineller Box château-carton
„Dunkles Rubinrot, in der Nase Brombeer, Kirschen die sich im Gaumen gut eingebettet von einer eleganten Säure, angenehmen Tanninen und einer Prise Pfeffer bestätigen (biozertifiziert nach ecocert).“
Neuerdings bauen die Gerbers auch im angrenzenden Département Ariège Wein an. Innovativ auch der Versuch, Trüffel anzubauen oder einen Rebberg in einer Endlosschleife anzulegen.
Wurde Christian Gerber deshalb auch schon als „kamikaze suisse“ bezeichnet? Der Erfolg gibt ihm jedenfalls recht!
Emozioniere
EMOZIONIERE
Was kostet eine Träne?
2009, 14.30 Minuten, Premiere: 15. Mai 2009 an der Kurzfilmnacht Bern
19:30 Cinématte, 21:30 CinemaStar
oder gleich hier: ton und bild
Schon wieder ein Film über das Sterben?
Eine kurze Satire über Emotionen im Dokumentarfilm
von Simon Baumann und Andreas Pfiffner
„Wir sind feinfühlige Filmemacher.
Diesen Film haben wir trotzdem gemacht.“
Mitwirkende: Elisabeth Rothenbühler, Andreas Pfiffner, David Von Felten, Elisabeth Werder, Simon Baumann, Marjanne Krebs, Eduard Gerteis, Anna Werder, Rosetta Di Matteo
In der Schweiz werden jedes Jahr einige Dokumentarfilme zum Thema Sterben produziert. Die meist sehr emotionalen Filme finden Anklang beim Publikum und werden nicht selten mit Festivalpreisen überhäuft. “Sensibel“, “subtil“ und “nie voyeuristisch“ sind die meistgebrauchten Schlagwörter der Jury-Laudatien.
Die beiden Nachwuchsfilmer Simon Baumann und Andreas Pfiffner sehen darum ihre Chance gekommen, mit einem subtilen Kurzdokumentarfilm zum Thema Sterben einen Achtungserfolg landen zu können. Mit grossem Eifer stürzen sie sich in das Vorhaben und setzen sich gleich selbst unter hohen Erfolgsdruck. Wird ihr Film inhaltlich und emotional an die der Vorbilder herankommen? Um von den im Film interviewten Personen möglichst emotionale Aussagen zu erhalten, ist ihnen jedes Mittel recht.
Dabei verhindern die übermotivierten Alter-Egos der beiden Filmemacher ungewollt eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Sterben. Ständig unterbrechen sie ihre Kamera-unerfahrenen Interviewpartner und motivieren diese zu emotionaleren Aussagen. Komisch und nahezu grotesk wird es spätestens, wenn sie die Interviewten zum Weinen anleiten.
Schauen sie auch gerne zu?
Ohne weinende Protagonisten scheint heute kein Dokumentarfilm mehr auszukommen. Dabei werden hinter den emotionalen Filmen immer auch sensible Filmemacher vermutet. Der Kurzfilm Emozioniere zeigt, dass die Herstellung eines feinfühligen Werkes durchaus zynisch sein kann und dass grosse Emotionen nicht nur in Hollywood mit viel Kalkül zustande kommen.
José Bové in Auch
Am 6./7. Juni sind Europawahlen. Zurzeit touren die Kandidatinnen und Kandidaten durch die Gegend um auf sich aufmerksam zu machen. Gestern abend fand in Auch im Maison de Gascogne eine Wahlveranstaltung der Grünen (europe-ecolgie.fr) mit ihrem Spitzenkandidaten für den Südwesten, José Bové, statt. Wir haben die Gelegenheit wahrgenommen, zusammen mit fünf Besuchern aus der Schweiz, zu hören und zu sehen, welche Themen im ländlichen Frankreich im Europawahlkampf debattiert werden.
Nach einem Bioznacht referierten die fünf VertreterInnen der lokalen, nationalen und europäischen Grünen vor 100 bis 200 Interessierten darüber, was in den nächsten fünf Jahren im Europäischen Parlament für wichtige Entscheidungen anstehen. José Bové als ehemaliger Sekretär der Bauerngewerkschaft Conféderation paysanne erläuterte die anstehenden wichtigen Entscheide im Rahmen der Pac (Politique agraire commune), machte auf die ungerechte Verteilung der europäischen Direktzahlungen aufmerksam, sprach sich dafür aus, das bescheidene Budget der EU (1,25% des BIP) auf 3, 5 oder gar 10% auszubauen um endlich die globalen Probleme richtig anzugehen und nicht ewig in nationalen Egoismen zu verharren… Natürlich will er seinen Kampf gegen die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) auf europäischer Ebene verstärkt weiterführen!
Die anwesenden SchweizerInnen versuchten indessen herauszufinden, welche Fahne zu welchem der 27 EU-Staaten gehört…. Eine Schweizerfahne war jedenfalls nicht auszumachen….
Botanisieren
Ganze Besucherschwärme sind fasziniert von Stephanies Orchideenwiesen….
Das ist übrigens die Hohle Gasse auf unserer Ferme….
…. ohne Tell und Gessler, dafür mit Helmknabenkraut!
Tournesol keimen
Die Sonnenblumen sind schön aufgelaufen. Allerdings werden die Keimblätter bei dem regnerischen Wetter durch die Schnecken attakiert. Im konventionellen Landbau werden die Schneckenkörner zusammen mit dem Saatgut ausgebracht und die Sonnenblumensamen sind chemisch gegen allerlei Schädlinge gebeitzt… Wir im Biolandbau dürfen keine chemischen Hilfsmittel einsetzen und müssen mit Verlusten rechnen und daher die Saatmenge etwas höher ansetzen. Durch die mechanische, statt chemische Unkrautbekämpfung werden die Kulturpflanzen zusätzlich etwas dezimiert.
















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