AUSWANDERERBLOG

In 178 Tagen um die Welt….

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Januar 17, 2009

Für Aus-, Weit-, Stadt- und Landwanderer, für Weltenbummler und Daheimgebliegene, für Leute mit Heim- und Fernweh möchte ich heute auf den kurzweiligen Reiseblog unserer Nichte Mirjam Matti aufmerksam machen. Seit dem 4. Januar berichten Mirjam und Clemens regelmässig von ihrer grossen Reise rund um den Globus (In 178 tagen um die Welt…).
Heute noch in Hinterindien morgen schon in Kuala Lumpur oder Kambodscha!
Gute Reise und viel Vergnügen!

Eternitdächer-Altlasten

Posted in Diverses by ruedibaumann on Januar 16, 2009

Viele landwirtschaftliche Oekonomiebauten sind mit asbesthaltigen Eternitdächern gedeckt. Auch auf unserem Hof sind leider nicht auf allen Gebäuden nur die schönen alten Rundziegel. Eternit ist leichter, braucht keinen Unterhalt und ist widerstandsfähig. Nur leider ist das hantieren mit alten, asbesthaltigen Eternitplatten gesundheitsschädigend. Asbeststaub setzt sich in der Lunge fest und ist krebserregend.
Die Gesundheitsbehörden in Frankreich haben gehandelt, und alle Asbestvorkommen detailliert erhoben und registriert. Asbesthaltige Eternitdächer gelten als Sondermüll und dürfen nur durch spezialisierte Firmen unter Beachtung aller Sicherheitsvorschriften abgebrochen und entsprechend entsorgt werden. Das verursacht erhebliche Kosten für die Gebäudeeigentümer. Zurzeit kostet der Abbruch eines Eternitdaches pro Quadratmeter 15 Euro, wahrscheinlich mehr als das Dach bei der Erstellung vor 30 Jahren gekostet hat….
Diese Altlasten fallen jetzt besonders auf, weil viele Bauern ihre Hangars und Scheunen mit energieproduzierenden Solarpanels decken wollen.
Wir haben hier auf unserem Hof (leider) auch ein altes, intaktes Eternitdach von 400 m2 Fläche….

Ich habe Verständnis für diese rigorosen Gesundheitsvorschriften in der EU. Erstaunt bin ich allerdings, dass ich in der Schweiz noch nie etwas von entsprechenden Bestimmungen gehört habe. Täusche ich mich?

Asbest-amiante

Solarenergie

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 15, 2009

Frankreich will seinen Rückstand bezüglich erneuerbaren Energien gegenüber seinen deutschen Nachbarn aufholen. Der garantierte Abnahmepreis für Solarenergie beträgt jetzt 0.6 €/kWh, und wird während 20 Jahren regelmässig der Teuerung angepasst.
Die Bauern entdecken dank dieser Abnahme- und Preisgarantie die Produktion von Solarenergie als neuen Betriebszweig.
So organisiert die Chambre d’agriculture du Gers jetzt regelmässige Einführungskurse für Interessenten. Geplant ist anschliessend auch der gemeinsame Einkauf der Solarpanel und Ondulateure um möglichst gute Einkaufsbedingungen zu errreichen.
Endlich habe ich gelernt, was mono- und polychristalline Solarzellen sind, was la puissance crête bedeutet, dass ich in Traversères etwa mit 1150 kWh/kWc rechnen kann, wie sich Dachschrägen, Temperatur und allfällige Schattenwürfe auf die Energieproduktion auswirken usw. usf..
Die beteiligten Bauern planen alle ihre Solardächer in der Grössenordnung von 100 bis 300m2. Je nach Eigenleistungen werden dadurch hunderttausend bis einige hunderttausend Euro Investitionskosten ausgelöst. Klar, dass bei diesen bedeutenden Investitionen die Finanzierungsfragen eine grosse Bedeutung erhalten. Sehr kompliziert sind auch juristische und steuerlich Aspekte, weil viele Landwirtschaftsbetriebe in verschiedenen Gesellschaftsformen organisiert sind (GAEC, EARL). Nicht zu vernachlässigen sind auch versicherungstechnische Aspekte.

Mich würden jedenfalls Erfahrungsberichte von Solarenergieproduzenten interessieren: Konnten schlussendlich die am Anfang projektierten Resultate und Erträge realisiert werden?
Mit was für Schwierigkeiten ist allenfalls zu rechnen?

Photovoltaïque: ça marche!

Söiblueme

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Januar 13, 2009

Auch wenn der gewöhnliche Löwenzahn etwas despektierlich Söiblume genannt wird, ist es doch eine erstaunliche Pflanze. Der Söichrutsalat ist das Erste und Beste was die Wiesen im Frühjahr hergeben und wer präsentiert schon vereinzelt so schöne Blüten im Januar? Wer kennt aus seiner Kindheit nicht die Musikinstrumente die sich aus seinem hohlen Stiel machen lassen. Und schliesslich im Spätsommer die geheimnissvollen, schwebenden Samen… einzigartig!
Nichts gegen Orchideen, aber eigentlich würden die Söiblumen viel mehr Beachtung verdienen.

Foto Stephanie am 12. Januar 2009

Gesprächsstoff

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Januar 12, 2009

Die aus bescheidenem Hause stammende französische Justizministerin Rachida Dati liefert der französichen Klatschpresse und damit der französischen Öffentlichkeit immer wieder hochwillkommene Schlagzeilen für gesellschaftliche Debatten. Eben hat sie, nur fünf Tage nach der Geburt ihrer Tochter, die Arbeit in der Regierung freiwillig wieder voll aufgenommen. Dabei ist man in der Grande Nation doch sehr stolz auf den gesetzlich verankerten mehrmonatigen Mutter- und/oder Vaterschaftsurlaub. Sollte der Mutterschaftsurlaub nicht auch für Ministerinnen gelten fragt man sich jetzt landauf und landab.
Ein Vaterschaftsurlaub kann wohl kaum in Frage kommen, weil sich die unverheiratete Ministerin standhaft weigert, den Namen des Kindsvaters bekanntzugeben….
Das ist im aufgeklärten Frankreich, wo inzwischen bald jedes zweite Kind ausserhalb einer ehelichen Partnerschaft geboren wird, sicher ihr gutes Recht. Nur führt das natürlich zu einem endlosen öffentlichen Rätselraten, wer denn nun der Vater der kleinen Tochter sein könnte. Zur Diskussion stehen diverse Show-, Wirtschafts- und Politgrössen bis hinauf zum Staatschef.
Mit Sicherheit wird in den nächsten Jahren das grosse Rätselraten weitergehen….

Dabei geht jeweils vergessen, dass im französischen Justizwesen riesige Probleme anstehen. Die Gefängnisse sind massiv überbelegt, die Gerichte überlastet und die Verfahrensabläufe höchst umstritten. Aber das ist ein anderes, weniger süffiges und viel ernsteres Thema.

Frühlingssonne?

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 11, 2009

Das schlechte Wetter in den letzten zwei Monaten behinderte die Feldarbeiten: Der Körnermais ist noch nicht überall geerntet. Die Aussaat von Wintergetreide war sehr erschwert und ist noch nicht abgeschlossen. Wintergemüse konnte vielerorts wegen den gefrorenen Böden nicht geerntet werden und ist jetzt sehr teuer.
Bei Feldbegehungen plane ich das Agrikulturjahr 2009.
Soll ich, wie geplant, die Luzerne noch ein oder zwei Jahre stehen lassen? Das würde aber bedingen , dass ich die Heuernte besser verkaufen kann als im letzten Jahr (rund 150 Grossballen haben wir immer noch eingelagert…). Oder soll ich wieder Sonnenblumen anbauen? Wieviel? 20, 30, 40 oder gar 50 Hektaren? Um der Raygras-Verunkrautung beizukommen, müsste ich aber erstmals pflügen (wir haben bisher pfluglosen Ackerbau betrieben). Aber ich habe keinen Pflug! Kaufen oder mieten? Falls kaufen: 3 oder 4 Scharen? Neu oder occasion? Der Pflug muss wegen dem felsigen Untergrund eine hydraulische Non-Stopp-Einrichtung haben. Stufenlose hydraulische Einstellung der Arbeitsbreite wäre in unserem hügeligen Gelände wünschbar aber sehr teuer….
Viele offene Fragen aber auch Vorfreude auf die kommenden Feldarbeiten. Insbesondere wenn die ersten Strahlen der Fühlingssonne besseres Wetter ankündigen…

Stell dir vor es ist Krieg und….

Posted in Politik by ruedibaumann on Januar 10, 2009

Eigentlich mag ich die Berichte vom sinn- und endlosen Blutvergiessen im Nahen Osten schon lange nicht mehr hören. In Bern könnten wir heute wenigstens an die Antikriegs-Demonstration gehen um unsere….Ohnmacht auszudrücken.
Im Schweizer Fernsehen berichtet André Marty täglich ausgewogen, neutral, sachlich über das Kriegsgeschehen im und um den Gaza-Streifen. Aber weit instruktiver und realitätsnäher sind seine regelmässigen Berichte auf seinem Blog (André Marty berichtet)
Nicht so ausgewogen schweizerisch neutral formuliert wie am Bildschirm, dafür engagiert, solidarisch, parteiergreifend. Kurz: besser!

Majestätisch

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Januar 9, 2009

Sie steht majestätisch, als Einzelbaum, seit Generationen vor uns auf freiem Feld und sie wird noch Generationen nach uns da stehen. Unsere Bilderbucheiche…

Alte Eichen

Wasser

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Januar 8, 2009

Im November und Dezember hat es hier im Gers viel geregnet. Die zahlreichen Teiche sind wieder voll. Meine Drainagearbeiten vom letzten Sommer haben sich offensichtlich bewährt und verhindert, dass Staunässen entstanden sind.

Übrigens: Das im Dezember verschobene Gespräch „Le bonheur est dans le pré“ soll nun morgen Freitag vormittag um 10:00 Uhr auf Radio Suisse Romande ausgestrahlt werden.

Ecouter (en français!)

Rotkehlchen

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Januar 7, 2009

Das kalte Wetter macht die Tiere offenbar zutraulich. Das Rotkehlchen hat an unserem Küchenfenster geradezu um Nahrung gebettelt. Na dann…

Aufnahme Stephanie

Das Rotkehlchen gilt als Überbringer der Sonne… und sein Gesang soll mit 275 nachgewiesenen, sich fortlaufend ändernden Motiven äußerst variabel sein!