AUSWANDERERBLOG

Alte Eichen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juli 3, 2006

Verschiedene Eichen auf unserem Hof standen schon hier als noch Napoléon Frankreich regierte…

Rings Sonnenschein auf Wies‘ und Wegen,_
Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach,_
Und doch es klingt als ström‘ ein Regen_
Leis tönend auf das Blätterdach.

Theodor Fontane

Die weltweit rund 800 Eichenarten gehören zu der Familie der Buchengewächse „Fagaceae“, wobei etwa die Hälfte von ihnen immergrün sind. Als gemeinsames Merkmal weisen sie alle die Fruchtform der Eichel auf.
Die beiden wichtigsten bei uns heimischen Arten sind die Stieleiche „Quercus robur“ und die Traubeneiche „Quercus petraea“.
Der Name Eiche leitet sich vom Lateinischen esca=Speise ab, was auf die Bedeutung der Eicheln für die Schweinemast früherer Jahrhunderte hinweist. Die Bezeichnung Stieleiche erklärt sich aus dem Fruchtansatz, wobei die Früchte an langen Stielen sitzen. Demgegenüber sind die Früchte der Traubeneiche traubenartig gehäuft.

Beide Eichen sind ausgesprochene Lichtbaumarten, wobei die Traubeneiche etwas weiniger lichtbedürftig ist. Erhebliche Unterschiede sind bezüglich der Ansprüche an den Wasserhaushalt gegeben. Bei der vielfachen Überlappung der Verbreitungsgebiete überwiegt die Stieleiche auf den bodenfeuchten und staufeuchten Standorten, während die Traubeneiche im bodentrockenen Hügelland dominiert. Die Stieleiche ist generell feuchtigkeitsbedürftiger. Sie besiedelt sogar anmoorige Böden. Auch hinsichtlich der Nährstoffversorgung hat sie gegenüber der Traubeneiche höhere Ansprüche. Die Traubeneiche bevorzugt zudem im allgemein wärmere Lagen.
Die Eiche gehört zu den ringporigen Laubbaumarten mit charakteristischen Frühholz- und Spätholzzonen, so daß die Jahresringgrenzen gut erkennbar sind. Farblich deutlich abgesetzt sind Splint- und Kernholz, wobei der bis fünf Zentimeter breite Splint gelblich-Weiß bis hellgrau ist. Demgegenüber weist das Kernholz eine honig-gelbe bis hellbraune Farbe auf und dunkelt unter Lichteinfluß erheblich nach. Für das Holzbild sind zudem typisch die Markstrahlen, die in unregelmäßigen Abständen oft über einen Millimeter breit und mehrere Zentimeter hoch auf den Radialflächen als „Spiegel“ zu sehen sind.
Zu den speziellen Verwendungsbereichen des Eichenholzes gehört die Herstellung von Behältern für Flüssigkeiten. Armagnac läßt man zwecks Geschmakverbesserung jahrelang in Eichenfässern reifen. Weinfässer wurden früher fast ausschließlich aus Eichenholz hergestellt. Bekannt ist die Verwendung der so genannten Limousin-Eiche in Frankreich.
Die Verbindung zum Blitzschlag an Eichen war sehr früh bekannt, wenn auch nicht deren biologische Erklärung. „Vor den Eichen sollst Du weichen“ sagt der Volksmund, weil in das „Volk der Titanen“ (Hölderlin) „eichenspaltende Blitzeinschläge“ fahren (Shakespeare).