Am Meer
Wir waren, zum ersten Mal, ein paar Tage in der Bretagne und sind so oft wie möglich entlang der Atlantikküste gefahren und gewandert. Zum schwimmen war es leider etwas zu kalt… Zuerst ein paar Bilder vom westlichen Landzipfel Frankreichs: Pointe du Raz
Im Departement Finistère („Fin de la Terre“) hört die Welt auf….
…in einem Garten mit tausend intensiven Farben
Le soleil se couche ici plus tard que partout en Europe.
Abwechslungsreiche Landschaften mit rauen Felsküsten…
…und Küstengärten mit Heide, Ginster und Stechginster, un immense jardin bordé par la mer!
Faire les foin…
Das heuen im Orchideenparadies ist gar nicht so einfach. Zuerst wird verhandelt… zwischen Ertrag und Artenvielfalt.
Die Dauerwiesen werden später gemäht, wenn alle Orchideen verblüht sind. Zum Beispiel die Neuentdeckung:
und all die vielen Hundert oder Tausend? Pyramidenorchis hinter dem Haus:

oder die vielen Hundert oder Tausend süss duftende Gymnadenia conopsea, die erst gerade aufblühen:

Ne pas toucher les glaïeuls, ni Mr. Nelsoni…
…ni les Ophrys apifera blanc
Stehen bleiben müssen natürlich auch die Ophrys du Gers…
… und die Orchis bouc oder Himantoglossum hircinum oder Bocksriemenzunge, die grösste unserer Orchideen (sie riecht ziemlich streng, deshalb ihr Name)!
Heuet
Seit letzten Mittwoch war ich nun ununterbrochen am heuen. Ich habe rund 30 Hektaren Luzerne-Gras-Mischung gemäht, gezettet, gewalmt, gepresst und gestapelt. Dabei wurden natürlich die Orchideenwiesen ausgespart, auf dass die Blumenpracht weiter gedeiht!
Rund hundert grosse Quader- und Rundballen sind das stolze Resultat dieser Arbeit.
Orchideen – spektakulärer Fund
Richtige Orchideen-Freaks reisen von Frühling bis Herbst jedes Wochenende in ganz Europa herum, um jedes Jahr möglichst viele der etwa 100 mitteleuropäischen Orchideenarten zu sehen. Irgendwann haben sie alle „normalen“ Orchideen fotografiert und spezialisieren sich auf die Suche nach besonderen, abartigen Pflanzen: Farb- oder Formanomalien und Hybriden.
Wir haben vorläufig auch ohne zu reisen noch genug zu tun mit unsern 28 Orchideenarten auf 70ha. Aber natürlich halten auch wir hier bei uns immer Ausschau nach Besonderem. Vor zwei Jahren haben wir (das heisst Stephanie…) einen sogenannten Artbastard gefunden, und auch jetzt blüht er wieder (Monsieur Nelsonii).
Natürliche (nicht künstlich herbeigeführte) Kreuzungen treten am ehesten innerhalb der gleichen Gattung auf. Extrem selten sind Kreuzungen zwischen entfernten Gattungen. Es entstehen neue Blütenformen und -farben, bei welchen selbst Experten nicht auf Anhieb erkennen, wer nun wirklich die Eltern des Bastards sind.
Und Achtung! jetzt kommts: Wir fanden (natürlich Stephanie) eine uns unbekannte, auffällig gefärbte Orchidee und stellten das Bild in ein Internet-Forum, wo Orchidophile aus ganz Frankreich (aber auch aus Belgien, Deutschland, Spanien etc. … und der CH!) ihre Funde präsentieren und diskutieren. Die Reaktionen kamen umgehend: einhellige Begeisterung über diesen seltenen Fund aber keine eindeutige Identifikation. Doch einer dieser Spezialisten kündigte seinen Besuch für den nächsten Tag an. Und hier liegt er schon im Gras und fotografiert von allen Seiten:

Und hier die Schöne in ihrer ganzen Pracht:

Und die Meinung des Kenners, die bisher im Forum unwidersprochen blieb:
Es ist tatsächlich ein sehr seltener Gattungsbastard (welch schreckliche Bezeichnung für diese Schönheit). Weder in unserer Bibliothek noch im Netz fand sich eine ähnliche Blüte. Es gibt nicht mal einen Namen für sie, nur die technische Bezeichnung Anacamptis pyramidalis x Serapias vomeracea. Die einzigartige Farbe, ein knalliges Fuchsia-Rot, entstand wohl aus der Mischung von Rose-Lila und Bordeaux-Rot der Eltern, die je zu Hunderten auf dieser Wiese blühen.
Heuen – la suite
Die einen heuen, die andern laufen den Orchideen nach:

Im Vordergrund Ophrys du Gers, im Hintergrund MF 6270…
Die sensationellen Ergebnisse aus diesen Tätigkeiten demnächst in diesem Theater!






























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