AUSWANDERERBLOG

Wir gratulieren!

Posted in Politik by ruedibaumann on April 25, 2021

Die Kleinbauernvereinigung hat Nationalrat Kilian Baumann (Grüne, BE) zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. An der digital durchgeführten Veranstaltung sagte Baumann, der Schweizer Bauernverband sei politisch auf dem Holzweg. 

Regina Fuhrer, Biobäuerin aus Burgistein BE und SP-Grossrätin, präsidierte zehn Jahre lang die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB). Letztes Jahr kündigte sie ihren Rücktritt an. An der digital durchgeführten Jahresversammlung wurde sie von Vizepräsident Jean-Marie Minka lobend verabschiedet. Sie habe den Vorstand verjüngt und schlagkräftiger gemacht, und dank ihr sei die Kleinbauern-Vereinigung medial präsenter geworden. Sie habe in der Zusammenarbeit mit Politik und Behörden die Anliegen der VKMB «immer menschlich, aber klar und konsequent in der Sache» eingebracht. Mit ihr traten auch Alois Rölli, Ruedi Kunz, Ruth Berchtold und Markus Schwegler aus dem Vorstand zurück. Rölli war seit 1980 als Gründungsmitglied der Vereinigung in deren Vorstand gesessen. 

Baumann ist neuer Präsident

Schon im Vorfeld der Versammlung war Kilian Baumann schriftlich zum neuen Präsidenten der Kleinbauern-Vereinigung gewählt worden. Vizepräsident Minka verwies auf sein Nationalratsmandat und seinen Einsitz in der Wirtschaftskommission, also dort, wo die Agrarpolitik gemacht wird. Baumann erhielt 84 Stimmen, es ging 1 Gegenstimme bei 0 Enthaltungen ein. Baumann führt in Suberg BE den Betrieb seiner Eltern Ruedi und Stephanie Baumann weiter. Schon Ruedi Baumann hat von 1989 bis 2001 die Kleinbauern-Vereinigung präsidiert, er war ebenfalls Nationalrat für die Grünen (seine Frau Stephanie war SP-Nationalrätin). 

«Bevölkerung fordert Antworten»

Baumann hielt gleich eine programmatische Antrittsrede. Es seien agrarpolitisch turbulente Zeiten. Die AP 22+ sei sistiert worden und damit auch eine gerechtere Verteilung der Direktzahlungen. «Der Druck aus der Bevölkerung nimmt zu. Die Bevölkerung ist nicht zufrieden mit der gegenwärtigen agrarpolitischen Situation, sie fordert Antworten, wie der Klima- und Biodiversitätskrise begegnet werden kann», so Baumann. Die Landschaft sei ja selbst stark betroffen von der Klimaveränderung. 

«SBV kämpft sogar gegen Konsumenten»

Dann fuhr Baumann wie folgt fort: «Während sich unser grosser Bruder, der Grossbauernverband (SBV), politisch gerade etwas verirrt hat und kaum noch weiss, wo unten und oben ist bei seinem Kampf gegen Klimastreikende, gegen Umweltverbände und sogar gegen Konsumentinnen und Konsumenten, zeigt sich bei uns ein ganz anderes Bild. Einmal mehr bestätigt sich, dass die Ausrichtung der Kleinbauernvereinigung, zusammen mit Konsumentinnen und Konsumenten nach Lösungen zu suchen, der richtige Weg ist.» Es freue ihn sehr, die Interessen der ökologischen und sozialen Landwirtschaft zu vertreten und unsere Anliegen auch auf nationaler Ebene einzubringen. Die Betonung der «sozialen und ökologischen» Landwirtschaft zeigt auf, dass diese Dimension mittlerweile für die Organisation wohl fast wichtiger ist als diejenige der Grösse oder Kleinheit des Betriebes. 

Kampf für die Pestizidinitiative

Das zeigt sich auch in der Kampagne, welche die Kleinbauern-Vereinigung derzeit für die Pestizidinitiative führt, über die am 13. Juni abgestimmt wird. Sie fordert in der Schweiz ein Verbot aller synthetischen Pflanzenschutzmittel. Weiter steht im Initiativtext: «Die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, ist verboten.» Die Kleinbauern-Vereinigung hat dazu schon letztes Jahr die Ja-Parole gefasst und macht eine eigene Ja-Kampagne. Zu diesem Zweck hat sie auch zusätzliche Spenden von Privatpersonen erhalten, wie Regina Fuhrer erläuterte. Fuhrer erklärte, die Vereinigung sei überzeugt, dass es diesen Systemwechsel brauche. Man wolle raus aus dem Hamsterrad einer immer billigeren Produktion hin zu einer Produktion, die die Umwelt respektiert. 

Stimmfreigabe zur Trinkwasser-Initiative

Auf eine Frage hin erklärte Noch-Präsidentin Regina Fuhrer die Haltung der Kleinbauern-Vereinigung zur Trinkwasser-Initiative. Der Vorstand habe sich im vergangenen Jahr mit Franziska Herren, der Initiantin, ausführlich unterhalten und ausgetauscht. «Wir erachten die Stossrichtung der Initiative als sehr richtig und wichtig und berechtigt. Wir haben uns aber entschieden, auf die Pestizidinitiative zu setzen, denn diese ist für uns klarer und einfacher umzusetzen.» Deshalb habe man Stimmfreigabe beschlossen. 

Über 2000 Antworten bei Umfrage

Regina Fuhrer erklärte, dass die Kleinbauern-Vereinigung die Arbeit für die Anlaufstelle für die ausserfamiliäre Hofübergabe und die Regio-Challenge weiterführen werde. Das Vermögen der Kleinbauern-Vereinigung betrage knapp 300’000 Franken bei zuletzt Ausgaben von rund 550000 Franken pro Jahr, so habe man eine gewisse Sicherheitsreserve. Die Kleinbauern-Vereinigung sei in den vergangenen Jahren gewachsen, auch finanziell. Ihre Arbeit stosse auf zunehmendes Interesse. Sie erwähnte auch, dass bei einer Umfrage bei Mitgliedern und Sympathisantinnen zu Anliegen und Prioritätensetzung über 2000 Rückmeldungen eingegangen seien. Die Kleinbauern-Vereinigung vereinigt Bäuerinnen und Bauern (sichtbar sind fast ausschliesslich Bioproduzenten) und Konsumenten. (Text Schweizer Bauer, Daniel Salzmann)

Striegeln gegen Unkraut

Posted in Politik by ruedibaumann on April 19, 2021

Ich frage mich dabei, wie sich wohl Biobauern fühlen, wenn sie mit ihrem Porträt vom Agrochemiekonzern Syngenta bezahlten Inseraten Stimmung gegen die Trinkwasserinitiative machen. Mit 2x Nein-Inseraten und -Fahnen verraten sie alle Konsument:innen und Berufskollegen, schliesslich hat Biosuisse ja zumindest für die Pestizidinitiative die Ja-Parole beschlossen!

Für alle die nicht wollen, dass Trinkwasser und Boden weiterhin verseucht werden: 2 x Ja am 13 Juni zu den dringend notwendigen Agrarinitiativen!

Weniger Fleisch (Bieler Tagblatt)

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 16, 2020

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Er gehört zum Seeland wie die Zuckerfabrik oder der Hagneckkanal: Der Biobauer Kilian Baumann aus Suberg ist in der Region alles andere als unbekannt. Mit seiner Aufforderung, dass Schweizerinnen und Schweizer der Umwelt und der eigenen Gesundheit zuliebe weniger Fleisch essen sollen, machte er jetzt auch landesweit Schlagzeilen. «Weniger Fleisch für Soldaten!» So titelte der «Blick» Anfang Juli mit Grossbuchstaben einen Artikel und erklärte darin, was der Grünen-Nationalrat aus dem Seeland will: Dass jeder seinen wöchentlichen Fleischkonsum senkt. Ein Kilogramm Fleisch in der Woche landet hierzulande im Durchschnitt auf dem Teller. Das ist weniger als vor ein paar Jahren, aber noch immer zu viel, wie der Fleischproduzent findet.

Dabei solle der Bund bei der sogenannten öffentlichen Beschaffung mit gutem Beispiel vorangehen und etwa den Soldaten in der Armee weniger Fleisch auftischen. «Auf diese Aussage hin habe ich unzählige Reaktionen erhalten, sei es per Mail, via Telefon oder per Brief», sagt Baumann, der selber regelmässig Fleisch isst, einfach sehr reduziert, wie er sagt. «Wenn es ums Fleisch geht, verstehen viele keinen Spass.» Gerade im Militär brauche es doch Fleisch, sonst fehle die Energie, schrieb man ihm unter anderem.

Die Tatsache, dass er sein Geld mit dem Verkauf von Jungrindfleisch verdient und Fleisch isst, mache es doch gerade glaubwürdig, über Fleischkonsum zu reden, findet Baumann: «Wäre ich Veganer, wäre der Widerstand wohl noch grösser.»

 

Aktiv gegen Klimawandel

Baumann erlebte als Biobauer hautnah, wie sich die Natur in den letzten Jahren verändert hat: «Die Sommer werden immer trockener, die Auswirkungen deutlicher, die Klimaerwärmung verlangt nach einer Handlung», sagt er, während er auf seiner Rinderweide steht. Jetzt da er als Volksvertreter im Nationalrat sitze, habe er eben auch die Möglichkeit, aktiv etwas für die Umwelt zu tun.

Ein Weg führt laut dem Grünen-Politiker über die Drosselung des Fleischkonsums. Baumann hat im Nationalrat bereits mehrere Vorstösse eingereicht, in denen es um den Fleischkonsum geht. So fordert er den Bund unter anderem dazu auf, eine Informationskampagne zu lancieren, bei der es um die gesundheitlichen Aspekte des Fleischkonsums geht. Im Frühling hat Baumann, der seit letzten Herbst im Nationalrat sitzt, einen Vorstoss eingereicht, in dem er den Bund auffordert, Fleischalternativen zu fördern.

 

Abholzung des Regenwaldes

Kilian Baumann isst wie erwähnt selber Fleisch: «Ich versuche die Menge aber zu reduzieren, das heisst ich esse maximal drei Mal pro Woche Fleisch.» Dabei habe er das Glück, dass er und seine Familie das eigene Rindfleisch essen können, auf Poulet und Schweinefleisch verzichte man hingegen fast ganz.

Denn der grösste Teil der Pouletmasten in der Schweiz arbeite mit Importfutter. Dadurch würden viele Nährstoffe aus Brasilien in die Schweiz gebracht, die später wieder als Mist und Gülle auf unseren Feldern lande. Dabei komme es nicht nur zur Abholzung des Regenwaldes, sondern eben auch zur Überdüngung. Unterbrochen werden könne dieser Kreislauf durch weniger Fleischkonsum. Auch Fleischimport sei aus Sicht des Tierschutzes höchst problematisch, weil vieles davon aus Tierfabriken stamme.

Beim Rindfleisch sei es hingegen möglich, eine gewisse Menge in der Schweiz herzustellen – mit Futter, das ebenfalls hierzulande hergestellt wurde.

 

Für Fleischersatzprodukte

Baumann beschäftigt sich auch mit Fleischersatzprodukten, die ausschliesslich aus Pflanzen und ganz ohne Zusatzstoffe hergestellt sind. Etwa dasjenige von einem Schweizer Start-up, das nur aus Erbsenprotein und Sonnenblumenöl ein Ersatzprodukt herstellt. «Wenn man es als Chicken Nugget oder in einem Döner isst, merken sogar Fleischliebhaber den Unterschied nicht mehr», sagt Baumann, der findet, dass Restaurants dadurch bewertet werden sollten, wie nachhaltig ihr Fleisch ist.

Sein Rindfleisch ist es auf jeden Fall: Seine Herde besteht aktuell aus zehn Tieren, die lange bei den Muttertieren lebten. Sie kommen also aus einer sogenannt muttergebundenen Kälberaufzucht, in der gleichzeitig Milch hergestellt wird. Etwas, was in der Schweiz erst seit diesem Sommer legal ist. Bis die Rinder etwa zwei Jahre alt sind, leben sie auf dem Hof von Baumann.

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Zum Beispiel Suberg

Posted in Politik, Uncategorized by ruedibaumann on Juni 13, 2020

Morgen Sonntag 14. Juni 2020 um 23:05 auf SRF1:

 

 

Verfügbar bis 21.06.2020 auf SRF: CH-Filmszene

https://www.srf.ch/play/tv/chfilmszene/video/zum-beispiel-suberg?id=6758f8bb-784a-44b2-bfbd-87a1c4dbe8ca

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Ferien auf dem Bauernhof in der Schweiz?

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on Juni 13, 2020

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…entpuppt sich bei näherem Hinsehen als harte Jätarbeit durch osteuropäische LandarbeiterInnen! (Bild vergrössern!)

 

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Pablo Neruda

Posted in Literatur, Politik by ruedibaumann on Mai 2, 2020

Ich habe in den letzten Tagen die Memoiren von Pablo_Neruda „Ich bekenne ich habe gelebt“ wiedergelesen.

Ein beeindruckendes Leben!

Ich erinnere mich an den Film „Il Postino“, an die Kontroversen um seine Ode an Stalin, an den Streit um seine Todesursache und um den Missbrauch einer Frau.  Pablo Neruda wurde 1971 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Dichtung hat oder hatte in Chile Kultstatus. Er wurde verehrt und gehasst.

„Die Jahre vergehen. Man verbraucht sich, gedeiht, leidet und geniesst. Die Jahre nehmen und bringen einem das Leben. Die Abschiede werden häufiger, die Freunde kommen ins Gefängnis, werden wieder entlassen, sie fahren nach Europa, kehren zurück oder sterben einfach“.

(Textauszug, diktiert kurz vor seinem Tode 1973)

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Schweizer Geheimdienst

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 26, 2020

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Municipales

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 19, 2020

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In Frankreich finden am 15. März Gemeindewahlen statt. In unserer kleinen Gemeinde Traversères steht ein siebenköpfiger Gemeinderat zur Wahl.

Da wir am Wahldatum abwesend sind, haben wir eine Stellvertretung (procuration) organisiert. Schliesslich glänzen die ländlichen Gemeinden hierzulande mit einer hervorragenden Stimmbeteiligung von über 80% und wir wollen diese Ziele hoch halten! Eine Stellvertretung für eine Abstimmung zu organisieren ist administrativ aufwendig. Man muss persönlich mit den notwendigen Ausweispapieren beim Hauptsitz der Police Nationale in der Hauptstadt des Départementes vorsprechen um die entsprechenden Formulare auszufüllen. Gesagt, getan… einer erfolgreichen Gemeinderats- und -präsidentenwahl steht nichts mehr im Wege!

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Landwirtschafts-ABC

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on Februar 18, 2020

Unser Sohn Kilian hat ein ein sehr gutes und vielbeachtetes Interview zur gegenwärtigen, schweizerischen Agrarpolitik gegeben, das in verschiedenen Medien veröffentlicht wurde:

https://www.watson.ch/schweiz/interview/608485401-wie-der-gruene-kilian-baumann-die-agrarpolitik-veraendern-will

Mich hat erstaunt, wieviel Halb- und Unwissen über die Landwirtschaft in den rund 200 Kommentaren aufgetaucht ist. Auf die Gefahr hin, als Besserwisser oder Klugscheisser apostrophiert zu werden, erlaube ich mir dazu einige wenige Bemerkungen:

Genetisch hornlose Kühe sind nicht das Resultat, eines gentechnologischen Eingriffs in die Keimbahn gewisser Rinderrassen, sondern schlicht und einfach das Resultat einer jahrzehnte- oder gar jahrhundertalten Auslese  (Auslese = Zucht) von hornlosen Tieren, die übrigens auch problemlos wieder tierzüchterisch rückgängig gemacht werden kann.

Pflanzliches Protein (=Eiweiss) lässt sich sehr wohl auf schweizer Biobetrieben anbauen. Ich habe damit im In- und Ausland 50jährige Praxiserfahrung! Grossflächiger Anbau von diversen Eiweisserbsen, Bohnen, Soja usw. für den menschlichen Konsum ist zukunftsträchtig und würde erlauben, mindestens zehn mal mehr Leute zu ernähren, als über den Umweg Tiermagen. Zudem brauchen Leguminosen (= Proteinpflanzen) keinen Stickstoffdünger und schonen damit unser Trinkwasser!

Bekanntlich lassen sich Milch und damit auch alle Milchprodukteproblemlos aus verschiedensten einheimischen Pflanzen herstellen (Sojamilch, Hafermilch usw.). Dabei ist auch eine nichtindustrielle, bäuerliche Produktion möglich!

Die Vorstellung einzelner Kommentatoren und Medienleute, Nebenerwerbsbetriebe in der Landwirtschaft seien unproduktiv und sollten zu Gunsten von grossflächigen Haupterwerbsbetrieben aufgegeben werden, ist Unsinn. Nur dank bäuerlicher Klein- und Mittelbetriebe kann in der Schweiz die Biodiversität einigermassen aufrecht erhalten bleiben. Industrielle Grossbetriebe bringen nur Nachteile: Massentierhaltung, Immissionen, Abwanderung aus dem ländlichen Raum, Verlust der bäuerlichen Dorfkultur.

Grossverteiler wie Migros, Coop, Aldi, Lidl usw. könnten mit ihrer Margengestaltung sehr wohl Einfluss nehmen auf den Absatz von Bioprodukten. Warum basiert die schöne Absatzwerbung ausschliesslich auf bäuerlichen (Bio)Betrieben, während die verkauften Produkte oft aus Massentierhaltung oder industrieller Gemüseproduktion stammen? Gesunde Bioprodukte sollten nicht das Privileg reicher Konsumenten bleiben.

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Nägel mit Köpfen machen?

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on Februar 11, 2020

Parlamentarische Initiative
Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren

Aufgeschreckt durch die dramatischen Resultate der Trinkwasserqualität in der Schweiz und der anstehenden Abstimmung über die Trinkwasserinitiative hat die WAK des Ständerates einen Gesetzesentwurf in die Vernehmlassung gegeben, der die Pestizidrisiken reduzieren soll.

Auch wenn es verdienstvoll ist, dem lahmen Departement Parmelin in Sachen Umweltschutz etwas Beine zu machen, ist der Gesetzesentwurf ein Enttäuschung.

Das Problem wird nicht gelöst, sondern nur um sieben Jahre verschoben. Der sogenannte Absenkpfad für Pflanzenschutzmittel wird zwar mit einem umfangreichen Monitoring begleitet und es werden sogar Lenkungsbgaben in Aussicht gestellt, wenn bis 2027 (!) nicht merklich weniger Pestizide versprüht würden.

Wenn man den Gesetzesentwurf durchliest fällt auf, dass vorläufig keine direkten Massnahmen vorgesehen sind ausser einigen finanziellen Anreizen. Grundlage soll der Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundesrates bleiben mit den vielzitierten „51 Massnahmen“ (!).

Ich finde unter diesen 51 „Massnahmen“ nun wirklich nichts, das wirklich weiterhelfen würde. Wenn man in der bäuerlichen Praxis eine Umfrage macht, dann werden etwa folgende Massnahmen erwähnt:

– subventionierte Waschplätze für Spritzgeräte

– Anreizbeiträge für pflanzenschutzintensive Kulturen wie Obst, Reben und Zuckerrüben  bei Verzicht auf gewisse Pestizide

– Beiträge zum Teil-Verzicht (!) auf Herbizide auf offene Ackerflächen

– Intensivierung der Forschung usw. usf. und viel viel „Paperasse“

Die EU ist in vielen Belangen in Sachen Pestizidreduktion viel weiter als die Schweiz. Hier in Frankreich wird beispielsweise für Pestizidspritzungen  ein Sicherheitsabstand um bewohnte Gebäude von 50 m verlangt (ZNT, zone non traitement).

Zum Glück kann man in der Schweiz bald einmal über die Trinkwasserinitiative abstimmen!

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