Pablo Neruda
Ich habe in den letzten Tagen die Memoiren von Pablo_Neruda „Ich bekenne ich habe gelebt“ wiedergelesen.
Ein beeindruckendes Leben!
Ich erinnere mich an den Film „Il Postino“, an die Kontroversen um seine Ode an Stalin, an den Streit um seine Todesursache und um den Missbrauch einer Frau. Pablo Neruda wurde 1971 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet. Seine Dichtung hat oder hatte in Chile Kultstatus. Er wurde verehrt und gehasst.
„Die Jahre vergehen. Man verbraucht sich, gedeiht, leidet und geniesst. Die Jahre nehmen und bringen einem das Leben. Die Abschiede werden häufiger, die Freunde kommen ins Gefängnis, werden wieder entlassen, sie fahren nach Europa, kehren zurück oder sterben einfach“.
(Textauszug, diktiert kurz vor seinem Tode 1973)
HERKUNFT
KLAPPENTEXT

Die schöne Fanny
Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragikomischen Geschichte durch die neblige Kleinstadt: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet und verzweifelt den roten Faden für seinen Roman sucht, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben.
Humorvoller, vergnüglicher Roman von Pedro Lenz. Spielt in Olten und Umgebung und ich frage mich, warum so viele gute Schriftsteller und Künstler aus der nebligen Jurasüdfussregion stammen? Neben Pedro Lenz, zum Beispiel Peter Bichsel, Alex Capus, Ernst Burren, Mike Müller…. Ist es der Nebel oder das Bahnhofbuffet Olten?
Die letzte Terroristin
Ich bin kein Krimifan. Aber mit dem Politikthriller von André Georgi habe ich eine Ausnahme gemacht. Es ist eine spannende Geschichte rund um die deutsche Treuhand, die dritte Generation der RAF und die dramatische Situation nach der Wende in Deutschland. Sehr gut geschrieben, spannend von der ersten bis zur letzten Seite! Sehr lesenswert!
https://www.suhrkamp.de/buecher/die_letzte_terroristin-andre_georgi_46780.html
Robert Walser 1878-1956
Thomas Hirschhorns Robert-Walser-Sculpture in Biel ist ein einzigartiges Denkmal für den Dichter Robert Walser –> https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Walser
Der Reisende
Der Roman „Der Reisende“ ist eine grosse Wiederentdeckung. Der Autor des Romans, Ulrich Alexander Boschwitz starb bereits 1943, erst 27-jährig, bei einem deutschen U-Boot-Angriff. Das Buch wird erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.
Es geht um Deutschland im November 1938. Otto Silbermanns jüdische Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Er selbst versucht, unsichtbar zu bleiben, nimmt Zug um Zug, reist quer durchs Land, versucht über die Grenze zu kommen. Er erlebt die Gleichgültigkeit der Masse, das Mitleid einiger Weniger. Und immer mehr die eigene Angst.
Ein hochaktuelles Buch angesichts der heutigen rassistischen Töne, der Ausgrenzung von Flüchtlingen, der zunehmenden Verachtung von Andersdenkenden und der Verherrlichung von rechtsextremen Volkstribunen.
Wie konnte das damals geschehen? Warum hat sich die schweigende Mehrheit nicht gewehrt? Warum kann die grösste Partei der Schweiz ungestraft Naziparolen übernehmen? Haben wir aus den Jahren 1933-45 nichts gelernt?
„Patria“
„Patria“ (Vaterland) so heisst der gewaltige Roman von Fernando Aramburu, der dem spanischen Autor zu recht zahlreiche höchste literarische Auszeichnungen eingebracht haben. Inzwischen wurde das Buch bereits in 20 Sprachen übersetzt und ein Film ist in Arbeit! Es ist eine hinreissende Geschichte zweier baskischen Familien während den fünfzig Jahren des ETA-Terrors.
„Die Euskadi Ta Askatasuna, kurz ETA, (baskisch für Baskenland und Freiheit) war bis zu ihrer Selbstauflösung am 2. Mai 2018[1] eine marxistisch-leninistische, separatistische baskisch–nationalistische Untergrundorganisation. Sie wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bediente sich vorwiegend terroristischer Mittel, obwohl ihr auch mehrere politische Parteien im Kampf für die baskische Autonomie zur Seite standen. Insgesamt wurden von der ETA rund 830 Menschen getötet. Der erste Mord der ETA wurde am 28. Juni 1960 verübt.[2][3][4]
Die Organisation verfolgte das Ziel eines von Spanien unabhängigen, sozialistischgeprägten baskischen Staates, der die spanischen autonomen Regionen Baskenlandund Navarra sowie das französische Baskenland umfassen sollte, und führte ihren Kampf auch nach dem Übergang Spaniens von der Franco-Diktatur zur Demokratieweiter.“ (Wikipedia)
Ich habe seit langem kein so politisch überzeugendes, eindringliches und bewegendes Buch mehr gelesen (über 700 Seiten)! Angesichts der Autonomiediskussionen in Katalonien hat der Autor offenbar eine Sprache gefunden, die im heutigen Spanien (und Europa) das Buch überall zu einem Besteller machen! Unbedingt lesen!
LEMPI das heisst Liebe
Minna Rytisalo hat einen ersten Roman geschrieben, der 2017 gleich zum besten Roman Finnlands ausgeszeichnet wurde. Vielschichtig, emotional, eindrucksvoll: die Geschichte einer tragischen Liebe vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. Eine Entdeckung!
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/lempi-das-heisst-liebe/978-3-446-26004-7/
Mit Blick aufs Meer
„Mit Blick aufs Meer“ ist kein Roman im eigentlichen Sinn, sondern eine Sammlung von dreizehn Erzählungen bzw. Kurzgeschichten, die im Verlauf mehrerer Jahrzehnte in Crosby, Maine, spielen. In praktisch allen Geschichten taucht Olive Kitteridge auf, eine Bewohnerin der Kleinstadt, die zunächst an der Crosby Junior High School Mathematik unterrichtet und dann pensioniert wird. In Crosby ist nicht viel los. Erst wenn man wie Elizabeth Strout genauer hinschaut, entdeckt man Lebensdramen. In „Mit Blick aufs Meer“ geht es um menschliche Stärken und Schwächen, Liebe, Betrug, Zorn, Aufbegehren und vieles mehr. Elizabeth Strout erzählt die beschaulichen Geschichten aus verschiedenen Perspektiven und wechselt mitunter auch innerhalb eines Kapitels den Blickpunkt. Häufig beginnt sie mit Sätzen, aus denen der Leser zunächst nicht schlau wird. So erzählt sie beispielsweise von einer Beerdigung, bevor wir erfahren, wer tot ist und was passierte. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ wurde Elizabeth Strout mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet.
Quelle: https://www.dieterwunderlich.de/Strout-blick-aufs-meer.htm (c) Dieter Wunderlich
Ich war fasziniert von dem Buch! So viel Zwischenmenschliches, Warmherziges, Anrührendes… unbedingt lesen!
Michelle Obama

Die Autobiografie der früheren First Lady ist eine schonungslose Selbstkritik mit der sie ihr bisheriges Leben überprüft. becoming-michelle-obama-biographie
Eine Chronik der vielen Jahre, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem schwarzen Quartier in Chicago, ihre Familie mit der großartigen Mutter und dem kranken Vater, ihr Ehrgeiz immer bei den Besten zu sein und immer wieder die Frage: „Bin ich gut genug?“ Aber auch Glücksgefühle, Selbstironie, all die Probleme einer berufstätigen Mutter, der schwarzen Familien. Miche, die Powerfrau, der Kontrollfreak, die Planerin und daneben der legere Barack, politisches Ausnahmetalent, Vielleser, brillanter Redner. Die Wahlkämpfe, die Geschehnisse die die junge Familie schlussendlich ins Weisse Haus spülen. Ihre Bemühungen, ihren Töchtern auch hinter Panzerglas und umgeben von Sicherheitsagenten ein einigermassen normales Aufwachsen zu ermöglichen.
Eine grossartige Autobiografie, gut zu lesen, witzig, nie überheblich. Für uns Normalsterbliche bleibt die grosse Frage: Wie kann das amerikanische Volk nach diesen hervorragenden acht Obama-Jahren einen Rüpel wie Donald Trump als Präsidenten wählen?
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