AUSWANDERERBLOG

La belle voisine

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Januar 19, 2007

La belle voisine
Zeitgenössisches Schweizer Kulturschaffen in Lyon und der Region Rhône-Alpes

Unter dem Titel «La belle voisine» präsentiert sich das zeitgenössische schweizerische Schaffen in allen seinen Formen in Lyon und der Region Rhône-Alpes. Die kulturellen Institutionen dieser französischen Region werden die Schweizer Künstler während einer Veranstaltung oder einer Ausstellung vom 12. Januar bis 31. März 2007 empfangen.

«La belle voisine» ist ein spartenübergreifendes Programm, das von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Präsenz Schweiz und dem Schweizer Generalkonsulat in Lyon in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft in Paris ins Leben gerufen wurde. Das Patronat haben die Stadt Lyon, die Region Rhône-Alpes und andere Partner übernommen.

Ziel von «La belle voisine» ist es, den Austausch zwischen Institutionen und Kulturschaffenden der Schweiz und der Region Rhône-Alpes nachhaltig zu fördern. Diese Beziehungen werden mit Unterstützung der französischen Botschaft in der Schweiz das ganze Jahr 2007 hindurch und bis 2008 weitergeführt werden, wobei Künstler der Region Rhône-Alpes in der Schweiz zu Gast sein werden.

Soweit der verheissungsvolle Text im Internet. Wir haben uns nun zwei Tage in Lyon umgesehen und waren neugierig auf „la belle voisine“…. Leider haben wir davon nichts, aber auch gar nichts gefunden! Kein Plakat, kein Hinweis in der Tagespresse, nichts im Tourismusbüro, keine Flyer im Hotel. Wir fragen uns besorgt, ob wohl die Veranstaltungen wegen der leidigen Steuergeschichte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden sollen?!

Ich habe in der Zwischenzeit vom Direktor von Pro Helvetia, Pius Knüsel, folgenden Email-Text erhalten:

guten tag herr baumann

danke für ihre rückmeldung. sehr interessant!
eben war ich auch in lyon.
es gibt:
– grosse beleuchtete drehplakate (bewegliche)
– plakatwände an den autobahneinfahrten
– eine 12seitige sonderbeilage in lyons grösster tageszeitung
– sonderdrucke des programms in verschiedenen auflagen, formen, grössen, je nach institution,
– diverse radiointerviews, dito in der zeitung.
am 17.1. war eröffnung in der maison de la danse, ausverkauft. dieselbe vorstellung für den 18.1. und den 19.1. war ebenfalls ausverkauft.
etwas klappt schon.
aber flächendeckend dauerhaft, das kann sich niemand leisten.
auf http://www.labellevoisine.fr ist alles drauf.

klingt das besser?
beste grüsse
pius knüsel

La Poste

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Januar 4, 2007

Josiane ist unsere Briefträgerin. Jeden Werktag, kurz nach Mittag kommt sie mit ihrem gelben Pöschöli vorbei und bringt uns „Le Monde“ ins Haus, und manchmal Briefe und Postkarten und hin und wieder viel Werbung von Carrefour und Leclerc und Bagi und Weldom und wie sie alle heissen. Und manchmal hat sie Zeit für einen kurzen Schwatz. Selbstverständlich nimmt sie auch Briefe und Pakete mit, die wir selber nicht auf die Poststelle tragen müssen und rechnet dann am nächsten Tag fein säuberlich die Gebühren ab. Service public wird gross geschrieben in der France rurale.
Die Distanz zu unserer Poststelle in Saramon beträgt gut 15 Kilometer. Josiane besucht alle die Einzelhöfe in der Gegend und legt so täglich 130 Kilometer zurück. Für viele ältere Leute auf abgelegenen Bauernhöfen ist sie wohl oft die einzige Besucherin. Schön, dass Frankreich diesen sicher nicht rentablen Betrieb trotz Internet und Mobilkommunikation Aufrecht erhält!
Vive La Poste!

Briefkasten auf LaOuaitte

Bonne année

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Januar 1, 2007

Ich wünsche Dir/Euch/Ihnen….

Le Monde électronique

Paar des Jahres 2006

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 30, 2006

Saatkontrolle…

SDF

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 28, 2006

Jedes Jahr wenn in Frankreich die Teperaturen unter Null Grad fallen geht die Diskussion los über die SDF (Sans Domizil Fixe), les Sans Abri, die die wir früher als Clochards bezeichnet haben. Die zuständig Ministerin rühmt sich, wie gerade sie das Problem am Lösen sei, dass abertausende neue Sozialwohnungen gebaut und neue Notschlafstellen eröffnet worden seien. Tatsächlich gibt es in Frankreich ein Gesetz, das alle Gemeinden verpflichtet, mindestens 20% Sozialwohnungen auf ihrem Territorium zu haben. Gemeinden die diese Auflage nicht erfüllen, müssen eine Strafsteuer zahlen. Und offenbar sind auch nicht alle Notschlafstellen ausgebucht.
Dieses Jahr ist eine neue karitative Organisation aufgetreten, Les enfants de Don Quichotte, die den SDF rote Zelte zur Verfügung stellt, die zurzeit medienwirksam entlang den Canal Saint Martin in Paris aufgestellt sind. Die Leute werden eingeladen, einmal ihre geheizten Wohnungen zu verlassen und eine Nacht bei den Sans Abri im Zelt zu verbringen.
In den Medien werden die Leute aufgefordert, über einschlägige Telefonnummern SDF zu melden, damit ihnen Notschlafstellen angeboten werden können. Viele SDF seien Ausländer, Sans Papier, psychisch Kranke, Alkoholiker, Leute, die in der Leistungsgesellschaft keinen Platz mehr finden… und es werden immer mehr.
Es wird aber auch behauptet, viele SDF seien nicht zu bewegen, freiwillig in einer Notschlafstelle zu übernachten, weil sie dadurch riskierten ihren „Stammplatz“ zu verlieren.
Zeichen und Entwicklungen in einer Gesellschaft, die mehr und mehr auseinandertriftet, in der der Graben zwischen arm und reich immer tiefer wird?
Sobald es wieder ein paar Grad wärmer wird, werden die SDF auch wieder aus den Schlagzeilen verschwinden. Bis zum nächsten Winter…

Bilder aus der Gascogne

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 21, 2006

Im zurzeit kalten Südwesten entstehen Bilder, die an den Sommer erinnern. Ich werde in loser Folge einige davon in meinen Blog stellen. Stephanie malt mit der Erde unseres Hofes. Erstaunlich wie sich hier die Ackerböden in ganz unterschiedlichen Farben zeigen.
Stephanie zeigte ihre Bilder letztes Jahr an einer sehr erfolgreichen Ausstellung in der Schweiz.
Ich hoffe, dass nächstes Jahr hier im Gers oder wieder in der Schweiz eine Ausstellung organisiert werden kann.

Bild 101, Stephanie Baumann, 100x100cm, Leinwand

Bild 102, Stephanie Baumann, 100x100cm, auf Leinwand

Bild 103, Stephanie Baumann, 100x100cm, auf Leinwand

CNN à la Française

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 6, 2006

Heute abend soll Première sein: France 24 geht auf Sendung. Nach CNN, BBC World, Deutsche Welle und Al-Jazira hat nun endlich auch Frankreich einen eigenen Informationssender der rund um die Uhr das Weltgeschehen aus der Sicht der Grande Nation darstellen soll. Es geht darum „l’influense de la France dans le monde“ zu verstärken bzw. zu entwickeln oder doch zumindest zu halten. Die Sendungen werden auf französisch und englisch, später auch auf arabisch und spanisch ausgestrahlt. Der Sender wird mit jährlich 86 Millionen Euros durch die öffentliche Hand finanziert. Er ist über Internet www.france24.com, Satellit und Kabel zu empfangen. Ich bin gespannt, ob der président de la République höchst persönlich bei der Eröffnung dabei ist!

Französische Grüne

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Dezember 4, 2006

„Le Monde“ vom Samstag, 2. Dezember hat einen grossen Artikel über die Irrungen und Wirrungen der französischen Grünen publiziert. Darin werden vier verschiedene Flügel der zerstrittenen Oekologen ausgemacht mit den hauptsächlichen Vertretern der entsprechenden Schwerpunkte:
1. La défense de la nature (Antoine Waechter u.a.)
2. La lutte contre le réchauffement (Yves Cochet u.a.)
3. Contre le nucléaire (Stéphane Lhomme u.a.)
4. L’agriculture sans OGM (Noel Mamère, José Bové u.a.)

Einzig Dominique Voynet und der TV-Produzent und Animateur Nicolas Hulot werden dabei mehreren Themen zugeordnet. Bekanntlich ist nach einem peinlich langem internen Wahlverfahren M. Voynet als Präsidentschaftskandidatin nominiert worden. Allerdings sind ihre Umfragewerte katastrophal: Zur Zeit wollen gerade nur 2% der Französinnen und Franzosen die ehemalige grüne Umweltministerin als Staatspräsidentin wählen. Viel bessere Umfragewerte hat der Fernsehmann Nicolas Hulot, der sich mit eindrücklichen Natursendungen einen Namen gemacht hat. Er hat auch einen oekologischen Forderungskatalog (pacte écologique) aufgestellt, den nun alle Präsidentschaftskandidaten unterschreiben sollen. Politisch steht er wahrscheinlich der UMP näher als einer allfälligen Linksregierung.
José Bovét, streitbarer ehemaliger Sprecher der kleinen Bauerngewerkschaft Conféderation paysanne ist der meistverurteilte GVO-Mais-Mäher! Er hat sich vergebens bemüht, zusammen mit den Kommunisten einen antiliberalen Zusammenschluss mit ihm als Präsidentschaftskandidat zu realisieren. Die Gruppe der Neinsager zur europäischen Verfassung ist für die présidentielle völlig auseinandergebrochen. Laurent Fabius ist bei den Sozialisten gescheitert und die übrigen Linksaussen wollen alle ihre eigenen Kandidaten in den Wahlkampf schicken.

Kein Wunder, dass unter diesen Umständen die französischen Grünen zur Zeit einen lamentablen Eindruck hinterlassen und bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich unter ferner liefen klassiert werden. Dabei scheinen grüne Themen in Frankreich zur Zeit aktuell wie noch nie! Schade!

Am 2. und 3. Dezember fand in Bordeauc die Generalversammlung der Grünen statt. Resolutionen von Les verts

Wieder verbunden!

Posted in Comédie française by ruedibaumann on November 29, 2006

Endlich, nach 3 Tagen endlosem blinken unserer Livebox und zahllosen Telefonaten mit Orange und France Telecom, jedesmal verbunden mit endloser Warterei in Warteschlangen („Notre service technique et surchagée…. on vous prie de telephoner plus tard….“) leuchten die Kontrolllämpchen der ADSL-Verbindung wieder normal, Hurraaahhh!!! Hoffentlich hält die Verbindung jetzt wieder an!

Also, in der Gascogne ist schönes, zu warmes Herbstwetter. Heute hat sich der nimmermüde Nicolas Sarkozy endlich zum Präsidentschaftskandidat der bürgerlichen UMP erklärt, obschon die ganze Nation mindestens seit fünf Jahren nichts anderes erwartet hat. Das ist wohl als ein bitteres Geburtstagsgeschenk gedacht für Präsident Chirac, der eben heute seinen 74ten Geburtstag feiert!

Und die Schweiz, „wirtschaftsrechtliche EU-Kolonie mit lokaler Selbstverwaltung“, will das Cassis de Dijon-Prinzip endlich übernehmen. Autonomer Nachvollzug ohne die geringste Mitsprache oder Mitbestimmung….. Wo ist sie nur geblieben, die vielbeschworene blochersche Unabhängigkeit?

Napoléons Erkundungsreise durch die Schweiz

Posted in Comédie française by ruedibaumann on November 24, 2006

In der Zeit vom 22. bis 24. November 1797 reiste Napoléon Bonaparte durch die Schweiz. Diese spannende Geschichte wird im Stadtwandererblog von Claude Longchamp nacherzählt, versehen mit interessanten Erklärungen zu der politischen Situation in bernischen Landen aus heutiger Sicht:

„1797 wurde bern von eine immer dünneren schicht von patrizischen familien regiert. 1643 hatte man beschlossen, den zugang zu dieser schicht erheblich zu erschweren. wer damals nicht berner war, wer sich nicht zum protestantismus bekannte, und wer nicht ein gewissen habliches leben führte, fand keinen zugang mehr zum hiesigen patriziat. die war aber nötig, um in den grossen rat, den senat der bernischen republik, aufgenommen zu werden. und wer nicht grossrat war, war vom politischen leben ausgeschlossen, hatte auch keine möglichkeit, landvogt oder kleinrat zu werden, das heisst, die republik im tagesgeschäft zu vertreten oder den staat auf dem land zu repräsentieren.“

Wie Napoléon unter diesen Umständen im Bernbiet empfangen wurde steht in einer Serie im stadwandererblog