Roi Nicolas I
Das Ambiente im Elyséepalast ist prunkvoll. Nicolas Sarkozy lässt sich von fünf wichtigen Journalisten während mehr als 1 1/2 Stunden ohne jeden Unterbruch zu allen wichtigen Frankreich und die Welt bewegenden Themen befragen. Seine Antworten sind kompetent, bestimmt, überzeugend, engagiert (werden später seine Parteifreunde sagen. Er habe nur die Floskeln seiner Wahlkampfrhetorik wiederholt und sei sehr unbestimmt geblieben behaupten später die Oppositionsführer.)
Er gibt auch Fehler zu. Stellt Gegenfragen. Wirbt für seine Reformen. Der Mann hat rhetorisches Talent.
Das Ganze wird live über alle wichtigen TV- und Radiosender ausgestrahlt. Die Nation hört aufmerksam zu.
Anschliessend wird bis weit über Mitternacht und selbst am folgenden Tag in unzähligen Gesprächsrunden zwischen Politologen, Journalisten, Historikern, Politikern, Psychologen, Kabarettisten und anderen wichtigen und unwichtigen Leuten analysiert, kritisiert, diskutiert was das Zeug hält.
Als Eidgenosse, gewohnt an nüchterne und oft stinklangweilige, nichtssagende Reden unserer jeweiligen Bundespräsidenten, staunt man über diese leidenschaftlichen Auseinandersetzungen über die Show des französischen Staatschefs. Die lebhaften Diskussionen beschränken sich nicht nur auf das was Sarkozy gesagt hat, sondern betreffen auch das, was er nicht gesagt hat oder man streitet darüber wie er etwas gesagt und was er damit gemeint hat….
Der Monarch hat gesprochen. Vive le roi et vive la France!
Ich muss aber zugeben: ich bin nicht mehr so sicher, dass das direktdemokratische und leider verdeckt finanzierte Politsystem der Schweiz das beste der Welt ist….
Strassengraben
Ich habe eine Frage: Warum um alles in der Welt werden in Frankreich entlang jedem noch so kleinen Strässchen so tiefe Strassengraben ausgehoben? Sei es nun eine Rue Communale (C), eine Departementale (D) oder Nationale (N): immer werden die Strassen beidseitig durch tiefe Strassengraben begleitet. Allein zur Entwässerung wären ja wohl kaum solche „Burggräben“ notwendig. Schliesslich gibt es ja beispielsweise hier im Südwesten sehr viel weniger Niederschläge als in anderen europäischen Ländern und trotzdem werden die Strassengräben mit grossem technischen Aufwand regelmässig erneuert.
Ist das einfach eine alte französische Tradition, eine Marotte der Strassenbauämter und -firmen oder nur ein Geschäftszweig der Carossiers….?
Kulinarische Höhenflüge
Darf man das? An einem Tag über die Hungerprobleme der Welt schreiben und am nächsten über ein französisches Gourmet-Restaurant?
Meine Meinung: Blogger dürfen alles!
In Pujaudran betreiben Anne und Bernard Bach das Restaurant Le puits Saint Jacques, seit kurzem mit einem zweiten Michelin Stern in den kulinarischen Himmel erhoben. Das Restaurant gilt zu recht als eines der Besten im Gers und ist auch von Toulouse aus gut zu erreichen.
Durch die Woche wird am Mittag ein beliebtes Menu „Au retour du marché“ serviert, das auch für uns Normalsterbliche erschwinglich ist (22 €).
Wie wärs mit:
Le tartouffe de pomme de terre au foie gras bardé de lard paysan, vinaigrette au jus de viande
* * *
* Le filet de dorade royale cuit à la peau, nage de fenouil aux citrons confits, jeunes pois gourmands
* * *
* La tarte fine de figues à la crème d’amande, sirop de vin rouge épicé, glace au poivre Sechouan
Bon appétit!
Sonntagsvergnügen
Ein Motorradclub auf dem grossen Sonntagsausflug….
…und die staunenden Zaungäste
Übrigens: Wir gehen auch nicht an das Sechseläuten. Nicht wegen den Scharfschützen, sondern wegen den Dummköpfen (wir sind zwar auch nicht eingeladen).
Was habe ich gesagt….
…. die Axt im Haus erspart den Zimmermann und der Bricoleur den Sanitärinstallateur!
Alles selber gemacht, Materialien zum Teil aus Sperrgutabfuhr! Schön, nicht?
Liebesglück
Der Sonntagsblick von gestern hat in einem Artikel überschrieben mit „Liebesglück“ ein Föteli von uns publiziert. Wir sind dankbar für so viel Aufmerksamkeit und verabschieden uns für ein paar Tage ins Tal der Loire. In die Flitterwochen, sozusagen. Ohne Internetanschluss.
Juno
A propos Provinz: das erstaunliche ist, dass hier in der französischen Provinz die neuen amerikanischen Filme einen Monat früher laufen als in der Schweiz. Gestern abend haben wir Juno gesehen. Ein cooler Film mit coolen DarstellerInnen, frech, klug, humorvoll. Heute wird über die vier Oscar-Nominierungen des Films entschieden.
Malatelier
Das schöne Frühlingswetter animiert zu künstlerischen Höhenflügen im Freien…
Das Publikum freut sich schon auf die nächste Ausstellung!
Unser Präsident
So sieht die Schweiz unseren verliebten Turbopräsidenten Nicolas S…..
In Frankreich ist eher sein Hang zu superteuren Ferien und Accessoires ein Thema (Bling-bling-président)…
Jedenfalls sind seine Umfragewerte in freiem Fall. Erstmals seit seiner Wahl glauben weniger als die Hälfte der Französinnen und Franzosen, dass er seine Wahlversprechen umsetzen kann. Nun ja, Chirac hatte am Ende seiner Amtszeit auch nur noch 22% Zustimmung…
Rückfahrt
Les Français haben pünktlich heute morgen um sieben mit Kind und Kegel die Rückfahrt in die Gascogne angetreten. Au revoir!











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