Biokontrolle
ecocert ist eine der akkredidierten privaten Biokontrollorganisationen in Frankreich. Mathieu Ruffat von ecocert hat heute die obligate zweite Jahreskontrolle auf La Oueyte gemacht. Dazu gehört eine Flurbegehung, Kontrolle der Getreidebestände, Hofrundgang und Kontrolle diverser Papiere (Saatgut, Biodüngerpläne, Verkauf, Pflegemassnahmen, Ertragsschätzungen usw.). Weil wir keine Nutztiere haben ist die Kontrolle bei uns relativ enfach. Allerdings trotzdem teuer: 616 € für unsere 70 Hektaren landwirtschaftlicher Nutzfläche.
Resultat der Kontrolle: alles ok! Gestützt auf die beiden Kontrollen werden uns nun die notwendigen Lizenzen und Certifikate für unsere Bioproduktion 2007 ausgestellt.
Wir erreichen dank der Bioproduktion auf dem Markt einen etwa 20% höheren Produzentenpreis, aber auch etwa 30% kleinere Erträge als die konventionellen Produzenten.
Leider gibt es wegen der bürgerlichen Regierung zur Zeit in Frankreich keine besonderen Förderungsmassnahmen für Biobauern mehr, obschon diese von der EU ausdrücklich empfohlen werden.
A propos Kontrolle: es soll niemand behaupten, in der Europäischen Agrarpolitik würden unkontrolliert Gelder verschleudert. Für das laufende Kulturjahr haben wir neben den oben erwähnten Biokontrollen folgende Kontrollen bestanden:
– Detaillierte Flächenkontrollen mittels GPS (ich habe darüber berichtet)
– Aktenkontrolle (auf 5 Jahre zurück) der im Rahmen eines Umweltschutzvertrages eingegangener Verpflichtungen (CTE)
Daneben wird unsere Buchhaltung inkl. Steuererklärung durch eine konzessionierte, private Buchhaltungsfirma geführt.
Für die Flächendeklaration im Rahmen der jährlichen PAC-Erhebungen haben wir carto-pac beauftragt, eine ET-Firma des Bauernverbandes.
Bienensterben
Seit etwa 5 bis 6 Jahren sterben die Bienen. Weltweit. Jetzt nimmt dieser lautlose Tod dramatische Zustände an! Man hört, dass in den USA in gewissen Regionen bereits 70% der Bienenvölker ausgestorben sind. Die Bienen kommen nicht mehr zurück!
2002/03 habe ich mich, noch in der Schweiz und noch im Nationalrat, mit der zuständigen schweizerischen Forschungsanstalt im Liebefeld in Verbindung gesetzt. Ich wollte wissen, ob die bereits damals in der Kritik stehenden Pestizide, Gaucho und Regent, etwas mit dem Bienensterben zu tun haben könnten. Mir wurde damals versichert, dass kein wissenschaftlich begründeter Zusammenhang mit diesen Pestiziden nachgewiesen werden könne.
Nur ein Jahr später kam allerdings eine wissenschaftliche Studie hier in Frankreich zu einem anderen Schluss: die Pflanzenschutzmittel Gaucho und Regent würden im Verdacht stehen, am Bienentod mitverantwortlich zu sein! Die Regierung hat in der Folge diese Pestizide verboten, allerdings mit der Zusage an die Bauern, dass Restbestände noch aufgebraucht werden könnten! Man muss wissen, dass die besagten Mittel sehr verbreitet eingesetzt werden zur Beizung des Saatguts von Sonnenblumen, Raps, Mais, Zuckerrüben usw..
Das unheimliche Bienensterben geht weiter. Zahlreiche Imker geben frustriert ihre Tätigkeit auf, weil ihnen niemand hilft. Die Agrochemiemultis haben zuerst natürlich irgend eine Milbenart verantwortlich machen wollen (Varroamilbe). Inzwischen ist es klar, dass es nicht die Milben sind….
Und wenn es doch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide sind? Vielleicht nicht nur die genannten, sondern der Mix aus allen in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzten Chemikalien, inklusive der gentechnisch veränderten Pflanzen?
Warum unternimmt niemand etwas dagegen?
Ah, immerhin, da tut sich was! (cliquez ici!)
Ziehbrunnen
Wasser ist kostbar. Das wird einem im trockenen Südwesten viel mehr bewusst, als im Wasserschloss Schweiz.
Zur Gartenbewässerung aktivieren wir jeweils unseren Ziehbrunnen. Allerdings mit einer elektrischen Senkpumpe und nicht mit der alten Drehkurbel. Der Grundwasserstand liegt zur Zeit in 9m Tiefe.
Und hier der Brunnentrog von 1878 auf der Inselmatt in Suberg
Laufender Brunnen, was für ein Luxus….
9 Milliarden Menschen ernähren
Bis ins Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung von heute 6,5 Milliarden auf über 9 Milliarden anwachsen. In Afrika wird sich die Bevölkerung verdoppeln, in Europa hingegen um 10 % abnehmen. Schon heute leiden über 800 Millionen Menschen Hunger und 3 Milliarden sind schlecht ernährt. Das heisst, dass sich die landwirtschaftliche Produktion weltweit in den nächsten 50 Jahren verdoppeln sollte.
Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zählt heute zu der sogenannten ruralen Bevölkerung. Darin enthalten sind 1,34 Milliarden aktive Bäuerinnen und Bauern.
Man zählt zur Zeit global nur 28 Millionen Traktoren und 250 Millionen Zugtiere: das heisst 1 Milliarde Bäuerinnen und Bauern arbeiten ausschliesslich von Hand!
Das und noch viel mehr steht in einer ausführlichen FAO-Perspektivstudie (hier klicken!)
Ich folgere daraus: Bauern un Bäuerinnen vereinigt euch! Landwirtschaft ist nicht nur eine Restgrösse die laufend an Bedeutung verliert, sondern immer noch der umfangreichste Berufsstand dessen Bedeutung nicht abnehmen, sondern sogar noch zunehmen wird!
Nächtlicher Besuch…
Man sieht sie selten, weil sie vor allem nachtaktiv sind. Aber ihre Spuren sind unübersehbar. Sie haben es auf Wurzeln abgesehen, natürlich auch auf Maiskolben und Eicheln. Bei uns scheinen sie insbesondere die Blumenzwiebeln der wilden Gladiolen zu lieben….. die lieben Sangliers. Zur Strafe gibt es bald wieder mal Wildschweinbraten.
Schweissen
Ich habe auf ein defektes Stahlschiebetor Stahlplatten aufgeschweisst. Gar nicht so einfach wie es aussieht! Übung macht den Meister, aber immerhin, ich habe es geschafft. Das Tor sieht, nachdem ich es auch wieder gestrichen habe, fast wie neu aus. Die Schweissnähte lassen noch etwas zu wünschen übrig…..
Salon de l’agriculture
Heute eröffnet Jaques Chirac in Paris der berühmten Salon de l’agriculture. Man sagt, dass alle ernsthaften BewerberInnen um die Präsidentschaft sich dort einfinden und ein wenig Tiere streicheln müssen…. obschon es auch in Frankreich immer weniger Bauern und Bäuerinnen gibt.
Ich zitiere aus Le Monde:
Rendez-vous annuel de la politique, le Salon de l’agriculture ouvre ses portes samedi. Jusqu’au 11 mars, les candidats vont défiler devant les salers: Jacques Chirac samedi, suivi de Dominique de Villepin lundi, de MM. Bayrou et de Villiers mardi, Marie-George Buffet est attendue mardi ou jeudi, Nicolas Sarkozy jeudi… José Bové sera lui, au „Salon parallèle de l’agriculture“, dans sa ferme de Montredon-du-Larzac (Aveyron).
Derweil beschäftigen wir uns mit unserem Dossier Pachtland. Weil die Eingabe mit den alten Katasterwerten verlangt wird, ist das ein ziemlich kompliziertes Unterfangen. Man muss nämlich wissen, dass die Parzellengrenzen auf den alten Katasterplänen schon lange nicht mehr mit den wirklichen Bewirtschaftungsrealitäten übereinstimmen. Zudem gibt es keine Marchsteine wie in der Schweiz. Die Abgrenzung erfolgt in aller Regel durch ein Naturelement (Hecke, Graben, Wasserlauf usw.). Die einzelnen Bewirtschaftungsgewanne (Ilots) umfassen aber jeweils zahlreiche Parzellen und Parzellenteile und werden neuerdings ja mittels GPS vermessen. Aber weil ja auch da nicht alle Ämter mit gleichen Masstäben rechnen, gibt es sehr viel Abgrenzungsprobleme….
Wir haben uns jetzt endlich einen Kopierer angeschafft, um nicht für jede Kopie 30 km fahren zu müssen. Nächste Woche ist letzter Abgabetermin für unsere „Konkurrenzofferte“ für 52.52 ha Pachtland. Ich werde das Dossier persönlich auf das Département bringen. Darum haben wir keine Zeit für den Salon… und übrigens: Paris ist ja hier weiter weg als
von der Schweiz!
Der salon internationale de l’agricultureim Netz.
Eine Farmersfrau in Kanada
Eine Bäuerin aus Kanada hat mir einen Hinweis auf ihren Blog Gartentage gesandt. Ich habe mir in der Diaschau ihre Baugeschichte angeschaut und bin beeindruckt! Ihre Familie hat im letzten Jahr einen neuen Milchviehstall mit Melkstand gebaut (hier die Bilder). Das sieht alles nach sehr viel Arbeit aus! Es wird wegen den Schneelasten auch sehr viel stabiler gebaut als hier bei uns.
Daneben viele Geschichten, amüsante und traurige aus einem kanadischen Auswandererleben. Ich wünsche alles Gute über den grossen Teich!
Pachtland
Angrenzend an unser Hofareal sollen 52 Hektaren Kulturland verpachtet werden. Im Gegensatz zur Schweiz wo Verpachtung und Verkauf alles „unter der Hand“, das heisst unter Ausschluss der Oeffentlichkeit geschieht, müssen hier im Interesse vernünftiger landwirtschaftlicher Strukturen vorgesehene Verkäufe oder Verpachtungen publiziert werden. Interessierte Selbstbewirtschafter (jeune agriculteurs, Anstösser) können sich so rechtzeitig um freiwerdende Kulturlandflächen bewerben. Bei mehreren Bewerbungen, was übrigens häufig vorkommt, entscheidet eine vielseitg zusammengesetzte Strukturkommission auf Departementsebene nach vorgegebenen Kriterien. Diese Regelung hat dazu geführt, dass französische Landwirtschaftsbetriebe viel besser strukturiert und weniger parzelliert sind als die zerstückelten Höfe in der Schweiz.
Wir werden uns ebenfalls um das zusätzliche Pachtland bemühen und ein entsprechendes Dossier einreichen. Ich bin gespannt, wie das Verfahren abläuft
Regen
Es regnet. Das ist gut so. Die Grundwasserstände sind tief und die lokalen Wasserreservoire sind seit Jahren nie mehr richtig gefüllt worden. In den letzten Tagen haben die Niederschläge pro Tag immerhin im Durchschnitt etwa 8 mm betragen.
Und ihn freuts!
Hier die Vorhersagen von meteo France














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